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So stark ist der Hamburger Nahverkehr von Vandalismus betroffen

Zerstörte Fensterscheiben, großflächige Graffitis und bekritzelte Sitze: Jeden Tag werden im Hamburger Nahverkehr im Schnitt 120 Sachbeschädigungen begangen. Außerdem werden wöchentlich durchschnittlich drei Sicherheitsmitarbeiter in Bussen und Bahnen angegriffen. NahverkehrHAMBURG gibt einen Überblick, welche Betriebe besonders betroffen sind und welche kaum.
Christian Hinkelmann
Graffiti an einer S-Bahn in Hamburg
Graffiti-Sprayereien an einer S-Bahn in Hamburg

Der Öffentliche Nahverkehr in Hamburg hat weiterhin gegen Gewalt und Vandalismus zu kämpfen.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 150 gemeldete Übergriffe auf Sicherheitsmitarbeiter und mindestens rund 43.700 Sachbeschädigungen, wie aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz hervorgeht (Drucksache 20/12529).

Das entspricht knapp drei Übergriffen pro Woche, bzw. rund 120 mutwilligen Beschädigungen pro Tag.

NahverkehrHAMBURG gibt einen Überblick wie stark die einzelnen Verkehrsbetriebe in der Hansestadt von Gewalt und Vandalismus betroffen sind.

  • Hochbahn (U-Bahn, Bus):
    Gewalt gegen Mitarbeiter: Bei der Hochbahn gab es im vergangenen Jahr 81 gemeldete Übergriffe auf Mitarbeiter der Hochbahn-Wache, von denen rund 70 Prozent so schwer waren, dass die Opfer bis zu drei Tage lang nicht mehr arbeitsfähig waren. In 30 Prozent der Fälle fielen die Mitarbeiter sogar noch länger aus. Laut SPD-Senat ereigneten sich die Vorfälle vor allem in den Abend- und Nachtstunden, insbesondere in den Wochenendnächten.Sachbeschädigungen: Insgesamt wurden bei der Hochbahn im vergangenen Jahr 41.900 Fälle von Graffiti und Vandalismus registriert – von einfachen Beschädigungen mit Filzstift bis hin zu großflächigen Außengraffitis. Die Schadenshöhe lag laut Senatspapier bei über zwei Millionen Euro.
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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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6 Antworten auf „So stark ist der Hamburger Nahverkehr von Vandalismus betroffen“

VHH (Bus):
34 Fälle und bei 2% konnte der Täter ermittelt werden. Also bei 0,68 Fällen?
Kann es sein, dass die S-Bahn so lange braucht um Graffiti zu beseitigen, weil sie zu wenig Fahrzeuge hat?

Es gibt ja nicht mal eine 24/7 besetzte Hotline für Vandalismusmeldung. Oft richten sich Täter regelrecht häuslich ein, rauchen, pöbeln und machen Dreck. Aber wie soll man einen Greiftrupp alarmieren? Per Email? Security ist selten zu sehen, Bahnhöfe haben kein Personal mehr.

An den nicht genannten Zahlen von Graffiti bei der Deutschen Bahn und an den damit über lange Wochen herumfahrenden Züge (S- und Regionalbahn) sieht man, das die DB bereits resigniert hat und den Tätern freies Feld lässt.
Auch die Aufklärungsquoten können fast schon als Einladung gelten. Von Taten auf Gebäuden, Lärmschutzwänden etc. ganz zu schweigen. Schade, das man sich nicht bei anderen Verkehrsunternehmen umsieht, die die Probleme besser im Griff haben, um daraus zu lernen und vom abstoßenden Schmuddelimage weg zu kommen.

Graffitis
Im deutschen Recht gibt es in bestimmten Fällen die „mittelbare Mittäterschaft“. Könnte man nicht die Hersteller oder Importeure von Farben mit in Regress nehmen? Ebenso kann man Farben -bis hin zur einzelne Dose- mit Mikroteilen kodieren. Wenn dann Käufer registriert werden kann man über das Vertriebssystem des Handels jeden Täter ermitten.
Vielleicht mag das sehr aufwändig klingen, aber im Anbetracht der (bundesweiten) Schadenssummen (nicht nur im ÖPNV) vielleicht eine Möglichkeit.
Wenn jeder Täter weiß, dass er ermittelt werden kann, dürften die Taten vermutlich schnell zurück gehen.

@Stefan M.
Derartige Strafen stehen in keinem angemessenen Verhältnis zu anderen Taten. Haftstrafen in der Höhe werden (fast) immer zur Bewährung ausgesetzt. Für die Einweisung in eine Psychatrie sind ganz andere Taten notwendig.
Besser wäre es wenn der Täter eine aktive Reue zeigen muss. Ich denke es ist besser die Taten aus der Sicht des anderen zu sehen als nur stumpf eine Strafe abzusitzen. z.B. 1 Woche ganze Schichten Begleitung bei Kontrollen (sich selbst anmeckern lassen OHNE selbst aus zu rasten).

Am Besten alle, die einen Fahrkartenkontrolleur zusammen schlagen, das er ärztlich versorgt werden muss, erstmal für 6 Monate in Knast mit anschließender Psychatrie. Sowas geht mal gar nicht. Alkohol ist hier auch keine Ausrede, die haben die Strafe dann erstrecht verdient und sollten die Alkohol Sucht gleich mit behandeln!

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