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So weit ist die Planung für Bahnverkehr nach Geesthacht

Vorplanung für regelmäßige Züge zwischen Hamburg und Geesthacht hat große Verspätung. Aktuelle Finanzprobleme in Schleswig-Holstein sollen das Vorhaben aber nicht bremsen. So viele Fahrgäste haben am vergangenen Wochenende einen Probe-Bahnverkehr auf der Verbindung getestet.
Christian Hinkelmann
Zum ersten Mal in der mehr als 100 Jahre langen Geschichte der Bahnstrecke nach Geesthacht war am vergangenen Wochenende ein moderner Akkuzug dort unterwegs.
Zum ersten Mal in der mehr als 100 Jahre langen Geschichte der Bahnstrecke nach Geesthacht war am vergangenen Wochenende ein moderner Akkuzug dort unterwegs.
Foto: Christian Hinkelmann

Vor fast 71 Jahren fuhr zum letzten Mal ein planmäßiger Personenzug vom Hamburger Hauptbahnhof nach Geesthacht. Am vergangenen Wochenende gab es eine Neuauflage. „Geesthacht“ prangte am Samstagvormittag auf den Monitoren an Gleis 11. Auf dem Bahnsteig standen zahlreiche Menschen, die sehnsüchtig auf diese historische Reise warteten.

Und es blieb nicht bei dieser einen Fahrt. Bis Sonntagabend folgten noch zwei weitere Direktverbindungen vom meistgenutzten Bahnhof Deutschlands in die größte Stadt Schleswig-Holsteins ohne regulären Schienenanschluss. Dazu kamen noch viele weitere Sonderfahrten, die allerdings nur auf der Teilstrecke zwischen Bergedorf und Geesthacht angeboten wurden.

Offiziell war der 100. Geburtstag der Stadt Geesthacht der Anlass für die Fahrten, inoffiziell ging es aber um viel mehr: Die Politik, Bahnunternehmen und viele engagierte Privatleute wollten mit der Aktion demonstrieren, wie ein moderner Nahverkehr auf dem alten Gleis aussehen könnte. Es war eine Werbeveranstaltung für die seit vielen Jahren diskutierte Reaktivierung des Bahnverkehrs nach Geesthacht – durchgeführt von der AKN.

1.500 Fahrgäste und viel Besuch aus der Politik

Und der Erfolg war beachtlich: Rund 1.500 Fahrgäste waren bei den insgesamt 14 angebotenen Fahrten mit dabei, wie die AKN auf NAHVERKEHR HAMBURG-Nachfrage mitteilte. Teilweise waren die Bahnen so voll, dass die Insassen stehen mussten.

Unter den Fahrgästen und Besuchern beim Bahnhofsfest in Geesthacht waren auch zahlreiche Menschen aus Politik und Mobilitätsbranche – unter anderem Nelly Wa…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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9 Antworten auf „So weit ist die Planung für Bahnverkehr nach Geesthacht“

Leider wird das Projekt wieder so aufgezogen, dass die Realisierung lange (bis nach 2030) dauert, extrem teuer wird und durch die umfassenden Baumaßnahmen z.T. auch den Ärger der Anwohner hervorruft. Alle Projektbefürworter schweigen sich zu dem Thema aus, ob man nicht die Linie als Überlandstraßenbahn reaktivieren sollte. Das wäre von den Baukosten (keine aufwendigen Bahnsteigerhöhungen und Bahnübergänge, da Niederflugfahrzeuge), einfachere Betriebsfürhung, ohne teure Bahnsteig- und Kreuzungsumbauten und bessere Einfädelung in den Bahnhof Bergedorf ohne teuren Brücken ihnehin die günstigere Variante. Zudem wäre es dann leicht möglich die Straßenbahnlinie entlang der Bergedorfer Straße über Lohbrügge und Boberg (Klinikum) bis nach Mümmelmannsberg zur U-Bahn hin zu verlängern. Dann hätte man eine Rückfallebene bei Störungen auf der S-Bahnstrecke Hbf.-Bergedorf und würde zugleich bisher verkehrstechnisch schlecht angeschlossenen Stadtteile erschließen und zusätzliche Fahrgäste der U2 zuführen. Eine Reaktivierung nach BOStrab könnte bei gutem Willen bis 2027 abgeschlossen sein, wäre nur halb so teuer, hätte niederige Betriebskosten als ein Vollbahnbetrieb und würde ein erster Schritt zur Wiedereinführung eienr Straßenbahn in Hamburg sein. Aber soweit darf in dem Stadtstaat Hamburg nicht gedacht werden.

Moin,
Sie vergessen aber die bei einem Ausbau als Straßenbahn die notwendige Elektrifizierung mit allem drum und dran. Außerdem sind Ihre anderen genannten Punkte (Haltestellen, Sicherung von Kreuzungen, evtl. Brückensanierungen) dafür genauso notwendig. Und was soll bei der geplanten Zuführung zum Bf. Bergedorf anders und besser gemacht werden können, als das, was auf dem Satellitenbild eingezeichnet ist?
Klar sollte endlich auch an die Einführung einer modernen Stadtbahn auf sinnvollen Verbindungen nachgedacht werden, aber jede Strecke bietet sich eben nicht dazu an. Außerdem soll’s ja auch noch Güterverkehr auf dieser Strecke geben, auch deshalb EBO.

PS: Gehen Sie auch noch auf die Kritiken von verschiedenen Leuten an Ihren letzten Beiträgen ein? Z.B. Wie soll es, wenn die S4 nur bis Rahlstedt gebaut werden soll, „einen besseren Takt“ auf der Rest-RB81 geben, wenn zugleich ein ebenfalls von Ihnen gewünschter RE-Verkehr über OD nach NMS stattfinden soll (und vermutlich auch ein besserer RE8/RE80-Verkehr nach HL)? Und da rede ich noch nicht mal vom Güterverkehr auf dieser Strecke.

mein Gott, wenn diese ganzen Planungsverantwortlichen ein Haus bauen würden, dann könnten Sie es gar nicht bauen, daß von Anfang der Planung bis zum Entscheid 3 -10 Jahre vergangen und die Kosten sich verdoppelt hätten. Was gibt es da eigentlich jahrlang zu planen bei einer eingleisigen Strecke, die ja bereits da ist und auch in einem vernünftigen Zustand. ich frage mich sogar, ob überhaupt ein Planfeststellungsbeschluß erforderlich ist; immerhin werde Belange Dritter gar nicht betroffen sein (auch wenn das einige Nimbys so annehmen). Die Veränderung des Betriebes auf einer bestehenden Trasse ist generell möglich ohne das dafür jahrelang vor sich hingeplant werden muß.

Als vor einigen Jahren die ausuferneden Beraterausgaben des Verteidigungsministeriums in aller Munde waren, hat ein Mitglied des dazugehörigen Untersuchungsausschusses es mal so zusammengefasst: „Berater saßen in Gremien, die darüber entschieden haben, ob Berater beauftragt werden“.
Bei Planern scheint es nicht wirklich anders zu sein und das reine Planen und Verwalten wird mitunter zum Selbstzweck.

„Es ist absehbar, dass die Verantwortlichen noch einige Bretter zu bohren haben dürften, um die hochkochende Diskussion zu versachlichen und den Konflikt zu befrieden.“ Was ich mich frage, ist, warum es überhaupt immer so „hochkochen“ muss? Haben die Anwohnenden keine Hobbys? Wollen die Geld sehen? Geht es um Hass auf die Nachbargemeinden? Es kann doch in den meisten Fällen nicht schlimmer sein, alle 20 Minuten einen Akku-Zug hinterm Garten fahren zu haben als permanent den Lärm von der Straße vor der Haustür zu haben.

Vermutlich geht’s wie immer nur um „Bloß keine Veränderung in meinem Umfeld!“ Da interessiert dann der Straßenlärm eigenartigerweise überhaupt nicht.
Vor ein paar Jahren, als Nahverkehr Hamburg noch ohne Bezahlabo war, gab es hier im Forum bei diesem Thema ein regelrechtes „Feuerwerk“ von jemandem aus „Escheburg an der Bahnlinie“. Im Grunde hätte dieser gerade mal einmal pro Jahr eine Fahrt der „Karoline“ toleriert. Ansonsten wäre jegliche Reaktivierung dieser Strecke „Mist“ und würde nur den Wert seines Grundstücks mindern.
Also im Grunde nichts neues, was die Nimby-Proteste dort betrifft. (Ist aber in „Ellerau an der Bahnlinie“ auch nicht anders.)

Was für ein Quatsch! Vielleicht bei denen, die direkt in unmittelbarer Nähe zu den Bahnhöfen wohnen. Aber nicht für die, deren Häuser direkt an der Trasse liegen, teilweis nur 4-5 Meter vom Bahngleiskörper entfernt! Wenn dann 20 Tonnen Stahl, mit 80 Stundenkilometern an den Häusern vorbeirauschen, klirren die Tassen im Schrank! passiert teilweise bei der Karoline schon.

Die Anwohner haben bereits den Lärm der B5 und der A25 zu verkraften. Es ist natürlich leicht gesagt, das die bahn dan auch nocht geht. Aber angedacht ist jetzt zweigleisig mit eventueller RE Bahn…. warum nur auf dieser „Inselstrecke“? Warum wird nicht nweiter gedacht? Warum werden keine Alternativen diskutiert, sondern einfach weggewischt, nach dem Motto „nicht machbar“ !? Diese Strecke wird ca. 7500 Anwohnern die Lebensqualität verschlechtern, und warum? Allein aus wirtschaftlichen Gründen und weil die Politik in Geesthacht es so will. Es interssiert sie nicht, dass die Bewohner aus Escheburg und Börnsen dadurch einen schlechteren ÖPNV bekommen!

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