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So weit sind die Bauarbeiten am neuen Fernbahnhof Altona

Neuer S-Bahnsteig am künftigen Bahnhof Altona ist fast fertig. Die Arbeiten am eigentlichen Fernbahnhof kommen dagegen offenbar langsamer voran als geplant. So sieht es aktuell auf der Baustelle aus.
Christian Hinkelmann
Der neue S-Bahnsteig am künftigen Fernbahnhof Altona nimmt bereits Gestalt an. Im August soll er eröffnet werden – mit knapp einem Jahr Verspätung.
Der neue S-Bahnsteig am künftigen Fernbahnhof Altona nimmt bereits Gestalt an. Im August soll er eröffnet werden – mit knapp einem Jahr Verspätung.
Foto: NAHVERKEHR HAMBURG

In knapp vier Monaten soll der S-Bahnhof Diebsteich in Hamburg wiedereröffnet werden. Vor anderthalb Jahren hatte die Deutsche Bahn die Haltestelle geschlossen und abgerissen, um dort Platz für den neuen Fernbahnhof Altona zu schaffen.

Während die Arbeiten am S-Bahnsteig – mit einem knappen Jahr Verzögerung –inzwischen sichtbar vorankommen, deuten sich beim Bau des Fernbahnhofes Verspätungen an. Die Deutsche Bahn hängt scheinbar beim Bau des ersten Fernbahnsteigs und bei der Errichtung des geplanten imposanten Empfangsgebäudes ihren Zeitplänen hinterher.

NAHVERKEHR HAMBURG hat die Baustelle am neuen Bahnhof Altona besucht, zeigt aktuelle Fotos und hat bei der Deutschen Bahn nachgefragt.

Wer von der Kieler Straße irgendwo zwischen Eimsbüttel und Altona in die kleine Waidmannstraße abbiegt, hat nicht unbedingt das Gefühl, auf das größte Verkehrsprojekt Hamburgs zuzusteuern. Genau dort wird gerade ein völlig neuer Fern- und S-Bahnhof aus dem Boden gestampft, der ab 2027 den etwas weiter südlich gelegenen alten Fernbahnhof Altona ersetzen soll.

Ein billiger Möbelmarkt, Fahrzeughändler, Import-Export-Firmen in gesichtslosen Hallen und Sportplätze dominieren das Bild entlang der kleinen Kopfsteinpflasterstraße. Kaum vorstellbar, dass dieser Weg in gut drei Jahren die Hauptzufahrt zum neuen Fernbahnhof Altona werden soll.

Doch je weiter man auf das Ende der Straße zukommt, desto deutlicher wird, welch riesiger Veränderungsprozess dort begonnen hat und die ganze Umgebung in den nächsten Jahren gewaltig umkrempeln wird: Teile des Post-Zentrums an den Bahngleisen sind verschwunden und haben bereits Platz gemacht für das geplante Empfangsgebäude des neuen Bahnhofs mit seinen geplanten…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Die erst im Jahr 2004 neu gebaute AKN-Station Eidelstedt Zentrum ist ein großer Knackpunkt in der S-Bahn-Planung. Obwohl ein S-Bahn-Betrieb damals schon intensiv diskutiert wurde, plante die AKN die Haltestelle ohne spätere Upgrade-Möglichkeit. Die Folge: Die Bahnsteige sind zu kurz für S-Bahnen und die Brücken zu niedrig für eine Oberleitung. Diese Kurzsichtigkeit muss jetzt teuer bezahlt werden. Die Gleise müssen im Bereich der gesamten Station um 20 Zentimeter abgesenkt werden, damit dort eine hängende Stromschiene installiert werden kann (benötigt weniger Platz als eine herkömmliche Oberleitung). Eines der beiden Gleise ist dafür schon entfernt. Außerdem ist eine Verlängerung der Bahnsteige am Nordende der Station nötig.

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14 Antworten auf „So weit sind die Bauarbeiten am neuen Fernbahnhof Altona“

Letztlich ist es eher ein Stadentwicklungsprojekt. Aus bahntechnischer Sicht sehe ich den Nutzen nicht – die Fernzüge die über Altona oder Dammtor hinaus nach Norden fahren, halten sich in Grenzen und werden nach Eröffnung des Fehmarnbelttunels weiter zurückgehen. Zudem wird ein „Zwillingsknoten“ geschaffen, da der Altonaer Bahnhof weiterhin S-Bahn- und Busknotenpunkt bleibt. Die Belastung des Hauptbahnhofs wird acuh zunehmen, da reisende aus der S1 aller wahrscheinlichkeit nach nicht nach Diebsteich umsteigen werden (Bahnsteigwechsel in Altona eingeschlossen), sondern gleich zum Hauptbahnhof durchfahren.

Wie wir hier lesen können, sei die Waidmannstraße nicht gerade ein repräsentativer Boulevard. Und die Menschen, die in diesem Viertel wohnen, werden sicherlich nicht glücklich sein über den zusätzlichen Straßenverkehr.

Daher habe ich eine innovative Idee: Lasst den neuen Fernbahnhof Altona doch den ersten (deutschlandweit? europaweit? weltweit?) sein, welcher nicht durch Straßenfahrzeuge (egal ob privat, gewerblich oder öffentlich) erreicht werden kann! Dann hätte der Bahnhof Modellcharakter und würde vielleicht wenigstens ein kleines bisschen Sinn machen.

Danke für die ineressanten Fotos in dem DB/Tjarks Jubelartikel. Die Fotos zeigen mehr als deutlich, dass die Wiedereröffnung der S-Bahn-Station Diebsteich im August d.J. eher unwahrschienlich sit. Der Bahsnteig wird vielleicht fertig, aber das Bahnhofsumfeld nicht. Es wird vor der S-Bahnstation keine Bushaltestelle geben und der Tunnel vom Westen unter den Gleisen, entsprechend dem alten Diebsteichtunnel wird garantiert nicht fertig. Eher ist das, was heute im Abendblatt zu lesen war als erster Schritt eiens durchaus sinnvollen und realsitischen Abschieds von dem überflüssigen Verlagerungsprojekt zu interpretieren. Denn weder der Bund noch die DB haben das Geld alte überflüssige und nichtsnutze Prestigeprojekte zu realisieren.

Sehen Sie, so unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein: Sie finden diesen (und andere) als DB-(S-Bahn-)Jubelartikel, ich für meinen Teil sehe in letzter Zeit hier leider zu viel S-Bahn-Bashing. Das kann ich mir auch gern aus dem anderen Forum nehmen, dazu brauche ich kein Nahverkehr Hamburg Abo. Aber das ist sicher normal, da Sie ja schon seit ewigen Zeiten eine S-Bahn-Rundumversorgung im Minutentakt haben und ich jahraus-jahrein sehnsüchtig auf eine S-Bahn-Anbindung warte, auch wenn diese maximal nur einen 10-Minuten-Takt bekommen wird.
Sind Sie unzufrieden damit, dass es in Altona nicht auch noch eine Super-U-Bahn gibt?

Übrigens: Es gibt im Internet ein gutes Programm zum Checken auf Schreibfehler. Das heißt LanguageTool.

heute morgen gab es „passend“ einen Artikel im Abendblatt, dass die Gebäude wegen der Planungen des VET Tunnels nicht bis 2027 fertig werden. Das ist insofern vernünftig, da
– der verkehrliche Wert von Bürotürmen über einem Bahnhof eh eher gering sind (und letztlich nur dazu dienen, das die Investition in den eigentlich Bahnhof sich rechnet). So wie es aussieht, wird der Bahnhof selbst bis 2027 eröffnet und dann kann man endlich die ästhetische Scheußlichkeit in Altona Mitte entfernen und dort endlich ein lebensfreundliches Umfeld schaffen. Insgesamt ist Diebsteich eines der wenigen Projekte der Deutschen Bahn AG in Hamburg, das wirklich einen Sinn ergibt. Vor allem auch weil das Gebiet um Diebsteich erheblich aufgewertet wird und gerade es für Hamburger aus Eimsbüttel, Schnelsen und auch Winterhude erheblich schneller wird, um nach „Altona“ zu kommen. Sollte der VET Tunnel wie geplant kommen, dann bleibt nur zu hoffen, daß ein unterirdischer S Bahnhof großzügig geplant wird.

Was kann der Diebsteich denn wirklich besser als Altona? Dafür, dass Eimsbüttler und Schnelsener eine Station weniger S-Bahn fahren müssen um zum Fern-/Regionalbahnhof zu gelangen, muss der gesamte Hamburger Westen jetzt einmal extra umsteigen. Würde ich als klaren Rückschritt bezeichnen.
Betrieblich bringt Diebsteich auch keinen nennenswerten Vorteil: Fernzüge aus Süden und Regios aus Norden enden nach wie vor dort. Für die ist es völlig egal, ob man einen Kopf- oder Durchgangsbahnhof ansteuert. Lediglich für Züge aus Norden zum Hbf ergibt sich ein zusätzlicher Halt. Mit dem VET wird das eh nochmal ein furchtbares Gewürge…

vor allem wird in Altona endlich eine Fläche nicht nur begehbar, sondern auch bewohnbar. Im Hinblick auf die Zugänglichkeit: Nicht alle leben im Hamburger Westen (Tatsächlich leben weit mehr im Hamburger Osten, Norden und Mitte und für die macht Altona NEU eigentlich keinen Unterschied. Ich persönlich (wohne in Fuhlsbüttel finde den jetzigen Zustand auch sehr nett, da ich bei Fernfahrten immer in Altona einsteigen kann und das bereits 20 bis 25 Minuten vor der Abfahrt. Aber für die Bewohner in Ottensen ist der Bahnhof eine Zumutung in der jetzigen Form. Gern hätte man alternativ das Teil tiefer legen können, aber das hätte ja Geld gekostet. Wie in Stuttgart finde ich riesige Bahnanlagen mitten in Stadt eben nicht attraktiv. Außer München und Frankfurt werden sind Kopfbahnhöfe eben leider keine Alternative.

Es gibt im Netz der DB zahlreiche Kopfbahnhöfe wie z.B. Kiel, Wiesbaden, Leipzig, Stuttgart oder die Kombination von Kopf- und Durchgangsbahnhof wie in Dresden, die wunderbar funktionieren. Und in Hamburg ist es der Gag schlechthin, dass der technisch als Durchgangsbahnhof ausgelegte Hamburger Hauptbahnhof zu 2/3 aller Zugbewegungen als Kopfbahnhof benutzt wird. Aufgrund der Partikalurinteressen derAufgabenträger gibt es keine durchgehenden RE/RB-Züge z.B. von Kiel nach Bremen oder Itzehoe nach Lüneburg. Und der Charme des jetzigen Altonaer Kopfbahnhofes ist es, dass er im Störungsfall und bei Bauarbeiten auf der Verbindungsbahn problemlos alle aus dem Norden und Westen Schleswig-Holsteins kommen RE/RB-Züge an seinen 8 Bahnsteigkanten abfertigenkann. Das könnte Diebsteich niemals leisten.

Gut, eine Schönheit ist der alte Bf nicht. Und dass man die Flächen für Parks und Wohnungsbau nutzen kann, ist unbestritten.
Die Frage ist allerdings, ob wirklich nennenswerte Fahrgastmengen irgendwo aus der Stadtmitte, dem Norden oder Osten nach Altona fahren um dort einzusteigen, statt das am Hbf oder Dammtor zu machen.
So oder so, kann Altona Alt mit der S-Bahn aus allen Richtungen umsteigefrei erreicht werden: S3 von Norden und Citytunnel, S1 von Westen und Citytunnel, S2 von der Verbindungsbahn.
Diebsteich wird nur aus dem Norden und die beiden Stammstrecken angeschlossen sein. Menschen aus dem Osten haben davon überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil: heute könnten sie mit der S1 und S2 direkt nach Altona fahren. Nach Diebsteich wird man weder mit der S1, S2 noch der S4 kommen. Es profitieren also weder der Osten noch der Westen.

Der Osten profitiert sowieso von nichts, was irgendwo in Altona passiert. Und leider scheint sich wohl auch hier niemand mehr für den zu interessieren, nicht mal für den „akzeptierten Osten“ (den des Bezirks Mitte). Denn ich hatte diese Woche eigentlich einen Bericht zur Zwischeninbetriebnahme von Horner Rennbahn erwartet, nun gibt es schon den zweiten in Folge zu Diebsteich/Altona. Herr Jung und sein Prellbock können sich doch eigentlich gar nicht beschweren, so, wie ihre Themen und ihr Stadtbezirk im Mittelpunkt stehen.
Leider hat hier das Ungleichgewicht bezüglich der Verteilung der Themen und Stadtregionen zugenommen. Und dabei akzeptiere ich ja sogar ein gewisses Übergewicht des Westens/Nordwestens, da dort nunmal die Mehrheit der „ÖPNV-Engagierten“ wohnt. Aber jetzt kommen fast nur noch Berichte von dort.
(Vielleicht wohne ich für einen „ÖPNV-Engagierten“ ja wirklich im falschen Stadtbezirk oder müsste mich am ADAC-Forum beteiligen. Dort hat bestimmt Wandsbek die Mehrheit. 😒)

Hallo Herr Ruge,

danke für das Feedback. Selbstverständlich versuchen wir, im Jahresmittel immer alle Hamburger Regionen gleich im Blick zu behalten, was natürlich auch bedeutet, dass wochenweise mal eine Region mehr im Fokus steht als andere. Wir schauen ja beispielsweise immer wieder intensiv auf die S4 im Bezirk Wandsbek, hatten neulich den Bahnhof Berliner Tor ausführlich im Fokus und haben auch die angedachten Streichungen beim S-Bahn-Takt nach Aumühle berichtet, um nur ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zu benennen.

Über die Wiederinbetriebnahme des U-Bahnhofs Horner Rennbahn hatten wir am vergangenen Freitag im Wochenrückblick berichtet. Für einen vertiefenden Artikel gab uns das Thema nicht genug her: Die U-Bahnen fahren dort nach einem Jahr wieder. Diese Info und Bildmaterial aus der Station sind in anderen Medien bereits breit geteilt worden, sodass wir keinen Mehrwert darin sahen, dies ebenfalls zu tun.

Grundsätzlich achten wir in der Redaktion immer darauf, nicht nur ganz Hamburg im Blick zu haben, sondern unseren zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten einen wirklichen Mehrwert zu liefern, den es in anderen Medien nicht gibt.

Herzliche Grüße

Christian Hinkelmann

Der Mehrwert für den Regional- und Fernverkehr ist meines Erachtens erheblich, weil Kiel und Flensburg und im Fernverkehr auch Sylt vom neuen Bahnhof Altona direkt erreichbar sind. Vorher ging das nur vom Hbf oder vom Dammtor aus (oder mit Umsteigen in Elmshorn o.ä.). Insofern ist Altona-Neu auch eine Entlastung des Hauptbahnhofs. Ich könnte mir vorstellen, dass man dann noch weniger Züge in Dammtor halten lässt, weil es endlich eine weitere Alternative zum Hbf gibt. Für mich persönlich eher Schade, aber insgesamt ist jede Entlastung der Verbindungsbahn zu begrüßen.

Ich halte den neuen Bahnhof für so überflüssig wie einen Kropf. Klar , die Leute aus der Umgebung sind schneller dort ( Binsenweisheit) , aber für andere verlängert sich der Anfahrtsweg. Gibt es noch einen echten Vorteil? Was sich aber verfestigt ist: Die Bahn baut und die Verzögerung der Fertigstellung liegt zwischen einem Jahr und Unendlich. Die Eröffnung der U-Bahnhaltestelle Horn liegt im Zeit- und Finanzplan. Vielleicht sollte die Hochbahn endlich mal die Bahn in die tiefen Geheimnisse von Planung und Bau einweihen.

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