So will Hamburg U- und S-Bahn für Olympia ausbauen

Mehr Züge, kompletter Neubau des U-Bahnhofs Sternschanze, eine neue Linienführungsmöglichkeit für die U2 und zahlreiche neue Stationszugänge: Hamburg hat gestern seine Pläne präsentiert, wie der Bahn- und Busverkehr für die Olympischen Spiele bis 2024 ausgebaut werden soll. NahverkehrHAMBURG hat die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt.
Von Christian Hinkelmann
S4-Sonderfahrt im Hamburger Hauptbahnhof
Sonderfahrt auf geplanter Linie S4 im Herbst 2011 im Hamburger Hauptbahnhof

Hamburg rechnet zu den Olympischen Spielen 2024 mit 4 Millionen Besuchern, falls die Hansestadt den Zuschlag für das Sportereignis erhält. Ein Großteil davon soll mit Öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Täglich sollen rund 600.000 Menschen von einem Ort zum anderen gebracht werden.

Gestern hat Verkehrssenator Frank Horch ein umfassendes Mobilitätskonzept dazu vorgelegt. Darin wird erstmals detailliert beschrieben, wie der Bahn- und Busverkehr ausgebaut werden soll. NahverkehrHAMBURG hat die wichtigsten Maßnahmen daraus zusammengestellt.

So soll der Nahverkehr in Hamburg Olympia-fit werden

S-Bahn:

  • Die geplante neue S-Bahnlinie nach Bad Oldesloe (S4) ist laut Senat für Olympia zwingend erforderlich. Falls der Bau nicht rechtzeitig bis 2024 fertig werden sollte, soll er beschleunigt werden.
  • 15 bis 21 S-Bahn-Züge für eine mittelfristig geplante S-Bahn nach Itzehoe und Wrist (S4-West) sollen möglicherweise früher bestellt und bis 2024 ausgeliefert werden, um den Olympia-Verkehr zu verstärken. Danach könnten diese zusätzlichen Züge laut Senat auf den Nordbahn-Strecke zwischen Hamburg, Wrist und Itzehoe im S-Bahn-Vorlaufbetrieb fahren, bis S-Bahn-Strecke regulär in Betrieb gehen kann. Das wird vermutlich ab 2027 möglich sein, denn dann endet der Verkehrsvertrag mit der Nordbahn. Insgesamt wären so zu Olympia 258 bis 264 S-Bahn-Züge in Hamburg im Einsatz.
  • In Halstenbek soll eine bereits geplante Abstellanlage gebaut werden. Die Anlage ist zum einen sowieso im Zusammenhang mit der geplanten S-Bahn nach …

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23 Antworten auf „So will Hamburg U- und S-Bahn für Olympia ausbauen“

Das ist ja alles gut und schön. Und einiges davon (Berliner Tor, Sternschanze) wird ja jetzt schon umgesetzt. Das große Problem an den Vorhaben ist aber, dass es sich lediglich um Symbolhaftes, um Symptombehandlung, um Kleinigkeiten handelt und nicht Grundsätzliches angeht.
Vermutlich wird Hamburg recht bald der olympische Zuschlag verwehrt, da das Nahverkehrssystem mit dem Hauptbahnhof einen Schwachpunkt hat, an dem man den gesamten S-Bahn-Verkehr ohne viel Aufwand komplett lahmlegen kann. Ein großer Spass für Krawalltouristen und ein großes Hallo, wenn das während der Spiel passiert…

@Josef:

Was passiert denn an der Sternschanze?

Der Fußgängertunnel zwischen Mövenpickhotel und Messe wird seit fast 1,5 Jahren(!) schöner gemacht – “Investorentunnel”. Aber sonst?

Der Weg zwischen U- und S-Bahn bleibt weiterhin unverändert:
Erst treppauf, dann treppab, dann treppauf, inklusive dreier 90°-Ecken.
Und Aufzug? Fehlanzeige. Und das ist ja seit zwei Jahren DAS Hamburger ÖPNV-des-21.Jh-Ding, das sonst keine Stadt der Welt hat (merkt hier eigentlich keiner, das wir alle nach Strich und Faden verarscht werden?!).

Und alle U-Bahngäste müssen sich weiterhin über die viel zu enge Bahnsteigtreppe quetschen, statt daß die [xxx] bei Hochbahn & Stadt bereits beim UMBAU 2014 der Straße / Wendeschleife Sternschanze eine direkten Aufgang zum Straßenoberfläche herstellen – und wenn’s nur eine schmale Treppe ist – denn nicht alle wollen oder kommen von der S-Bahn.

Und jetzt kommen diese [xxx] von HHA, Stadt und Senat (Tief- und Tunnelbaumaßnahmen in Hamburg: Können wir nicht bzw. es wird sehr sehr kompliziert) und erzählen was von Olympia.

Mir wird schlecht.

[Editiert durch Admin. / Anmerkung: Keine Beleidigungen! Bitte halten Sie sich an die Nutzungsbedingungen. Danke.]

Ich gehe dann mal davon aus, dass U-Sternschanze, U-Landungsbrücken und U-Feldstraße auch gleich auf 120m verlängert werden, damit ein DT4-Vollzug dort halten kann? Natürlich sind dann noch ein paar andere Bahnhöfe auf der Strecke zu kurz (Baumwall, Rathaus, …), aber irgendwann muss man das ja mal angehen.

Alles Kleinigkeiten, die nur einen Teil der lange bestehenden Mängelliste abhelfen können. Es lässt sich natürlich gut argumentieren, dass Olympia ein Beschleuniger zur nötigen Optimierung ist.

Mag sein. Allerdings erkauft man sich diesen Punkt mit dem riesigen Zeitdruck, die seit Jahrzehnten verschleppten Maßnahmen binnen maximal 8,5 Jahren (ab heute gerechnet) planen und bauen zu müssen. Legt man erst mit dem eventuellen Entscheid für Hamburg im Sommer 2017 los, müsste man das Komplettprogramm binnen 7 Jahren durchziehen.

Was heißt das? Zeitdruck sorgt für tendenziell deutlich höhere Kosten und schlechtere Lösungen. Angesichts der desaströsen Leistung der Hamburger Nahverkehrsbetriebe in den letzten Jahren darf allgemein bezweifelt werden, dass sie das ohne Probleme hinbekommen. Ich erinnere an den noch recht simplen Umbau in Barmbek, wo 7 Jahre reine Bauzeit nicht ausreichen. Baubeginn war im Oktober 2009, die DB plant jetzt mit einem Abschluss “Ende 2016”. Entweder, da wurde in den letzten Jahren auf dem Rücken der Fahrgäste Bahn-Mikado von inkompetenten Mitarbeitern gespielt – oder sie können es einfach nicht besser!

Olympia: besser nicht.

Zu den Kapazitätsproblemen der Fern- und S-Bahngleise am Hbf finde ich irgendwie gar nichts. Ebensowenig zu den Fernbahngleisen Harburg. Ist da für Olympia wirklich nichts geplant? Gut dass ich mein Olympia-Nein abgeschickt habe …

Man macht sich doch das eigene Leben zu einem Trauerspiel, wenn man ausschließlich Dinge auszusetzen hat. Wenn jemand meint, DIE Politik, DIE Verwaltung, DIE HHA würde einen hinters Licht führen:

1. Informieren Sie selbst die Menschen, die Sie erreichen wollen.. Dann können sich die Hamburgerinnen und Hamburger in bester demokratischer Tradition selbst ein Bild machen.. haben Sie sich im Platon’schen Sinne schon gefragt, dass unter Umständen auch die Anderen Recht haben könnten??
2. Es gibt nicht DIE. In allen oben genannten Institution arbeiten viele fähige Menschen.. und viele Unfähige. Es ist einen Normalverteilung wie überall in der Gesellschaft.
3. Diese Maßnahmen mögen ohnehin erforderlich sein, aber wenn es (endlich) mal einen fixen Termin gibt, werden die Projekte auch fertig. Es ist wie bei allen Projekten in allen Firmen, die ich kenne: Wenn es keine Deadline gibt, wird es nicht fertig.

Und noch eine Sache: Würden alle diese Maßnahmen bis 2024 realisiert, wäre der Schienennahverkehr in Hamburg vergleichsweise gut aufgestellt. Natürlich nie so gut wie in Städten, die nicht erst 1937 zu vernünftigen Gebietskörperschaften verschmolzen wurden oder die einen fetten Haushalts-Überschuss jedes Jahr erwirtschaften. Aber man könnte alle Anstrengungen danach auf die Realisierung der U5 setzen. Das S-Bahn Netz wäre quasi fertig. Das ist doch auch mal eine gute Nachricht.

@ Kasimir Herzog: Guter Kommentar.
Und was Olympia betrifft kann man sagen, dass die Organisatoren es bislang tatsächlich geschafft haben, sehr informativ zu berichten. Damit ist es möglich, sich ein umfassendes Bild von Maßnahmen und Kosten zu machen.

Das gab es meines Wissens für ähnliche Großvorhaben so noch nie – und ist auf jeden Fall ein Pluspunkt FÜR Olympia.

Etwas bleibt mir unverständlich:
Es wird für die U-Bahn eine weitere Elbbrücke gebaut, die aber nur als Fußgängerbrücke genutzt werden soll. 1936 in Berlin und 1972 in München wurden S- Und U-Bahnen bis zum Stadion gebaut. Warum nicht in Hamburg?

In dem Papier steht an keiner Stelle definitiv wann die U-Bahn tatsächlich weiter gebaut werden soll. Es könnte genau so ein (nie genutztes) Werk werden wie die zweite Ebene der Freihafen-Elbbrücke, die ursprünglich für eine Freihafen-U-Bahn vorgesehen war.

Kann mir irgend jemand erklären warum es keine Olympia-Station geben soll?
Ich habe irgendwo einmal den Begriff “Sicherheit” gehört. Sind da irgendwelche Paranoiker am Werk oder was ist der wirkliche Grund?

@Kasimir Herzog: Dass es im ehemals preußischen Teil des heutigen Hamburg bislang keine U-Bahnen gibt, insbesondere nicht in Altona & Osdorf sowie südlich der Elbe, lässt sich meines Erachtens nicht mehr damit entschuldigen, dass die Schaffung der heutigen Verwaltungsgrenzen “erst” 80 Jahre zurückliegt. Was sollen da andere Großstädte sagen, z.B. auch solche, in denen eine solche Gebietsarrondierung nie stattgefunden hat (Paris z.B.)? Die Situation hat schlicht mit dem Versagen oder dem Desinteresse verschiedener Senate in der Nachkriegszeit zu tun, angefangen spätestens mit Hans-Ulrich Klose.

Hamburg sollte sich fragen, was von Olympia am Ende wirklich bleiben würde. Realistisch wohl nichts außer Schulden.

Einen wirklichen Ausbau von U/S-Bahnlinien wird es in Hamburg wohl in absehbarer Zeit nicht geben, hier meine ich eine Erweiterung des Liniennetzes und nicht eine Service-Verbesserung, wie vom Senat angekündigt.

Sollte die Olympiade 2024 an Hamburg vorbeigehen, zweifele ich auch an laufenden Projekten wie S4 und S21.
Endstation der U4 ist dann Elbbrücken. Die U5 bleibt dann wohl ein ewiger Traum. Hamburg schafft es leider nicht…darum ein klares nein zu Olympia. :-(((

Kosten: HSH-Nordbank und Flüchtlingsthema werden den Haushalt in Hamburg in den nächsten Jahren an die Wand fahren.

Jörg: Einfach mal ins Mobilitätskonzept reinschauen. Die Stadt hat es doch für jeden zugänglich gemacht. Klar, mit Anhängen über 1.000 Seiten, das ist etwas viel Lesestoff, aber man kann sich ja die Kapitel heraussuchen, die einen interessieren. Dann stellt man fest, dass da sehr viele Prognosen/Berechnungen für den Fernverkehr durchgeführt wurden und man entsprechende Maßnahmen entwickelt hat, um dies zu lösen. Aber gegen Olympia zu sein, weil einem keine neuen Fernverkehr-Strecken präsentiert wurden, ist natürlich auch ‘n Argument. Mich deucht nur, dass es ohne sie eine ähnliche Privatentscheidung gäbe. 🙂

@Holger:
Inzwischen ist es modern, zwischen Station und Stadion etwa 1000m Fußweg anzulegen, weil dies die Besucherströme speziell nach Veranstaltungsende deutlich entzerrt, besonders deutlich in München zu sehen, wo die U-Bahn fast direkt an der Allianz-Arena vorbeiführt, der Fußweg aber -mit voller Absicht- deutlich länger ist…

@ Holger

Das kann ich dir erklären. Es wirkt auf den ersten Blick in der Tat absurd.

Die Haupterklärung liegt tatsächlich in der Sicherheit. Der Kleine Grasbrook ist gewissermaßen eine Halbinsel. Würde von Osten her etwas “Großes” passieren, wäre der Restteil der Insel “gefangen” – ähnlich gefangener Räume bei Brandschutzgutachten.

Dazu kommt noch eine verkehrlich durchaus schlüssige Erklärung: der VDV empfiehlt einen Abstand zu großen Veranstaltungsstätten von mindestens 600 m, um eine Entzerrung der Besucherströme zu ermöglichen. Die Halteseilen Hafencity Uni, Elbbrücken und Veddel liegen zwar ein bisschen weiter weg, dafür aber alle fast gleich weit. Daher hofft man, dass sich das Besucheraufkommen flüssig auf die drei Stationen verteilt. Hätte man eine zentrale, nahe Station auf dem KG, dann würden alle Besucher hierüber an- und abreisen wollen.

Direkt nach Olympia sollen die baulichen Vorleistungen abgeschlossen und die Verlängerung der U4 vollendet werden. Anderes als bei der Freihafenbrücke gibt es dann eine zu erschließende Wohnbevölkerung.. Von daher bin ich guter Dinge, dass das auch wirklich passieren wird.

Ich hatte gestern mal wieder das “Vergnügen” in einer völlig überfüllten S3 von Harburg zum Hbf zu fahren… und das um 15 Uhr – also noch vor der “Rushour”!! hallo Senat: macht endlich was!! Bestellt neue S-Bahn-Züge – und nicht nur ein, zwei Dutzend!! Wir brauchen tagsüber dringend den 3-Minuten Takt mit Vollzügen auf diesem Abschnitt – und nicht erst in 2024!! S32 SCHNELLSTMÖGLICH!!

Für die Sicherheitsaspekte für eine Station ganz nahe bei den Wettkampfstätten gibt es vermutlich telefonbuch-dicke Vorschriften. Das hat mit Paranoia nichts zu tun.

Wenn die U4 bis Grasbrook führe, dann würden alle Gäste zuerst die U4 benutzen und sogar ein 100-Sekundentakt nicht reichen (und Messehallen könnte nichts fahren). Man müsste die Station Grasbrook viel größer bauen, als sie danach zur Erschließung des Wohngebiets sein müsste. So verteilen sich die Fahrgäste auf mehrere Haltestellen und viele werden direkt Elbbrücken in die S-Bahn einsteigen.

Spannend sind die die Prognosen für “ohne Olympia” in 2024: Auf der U4 werden bis Überseequartier mehr Fahrgäste erwartet als auf dem Westring, bis Elbbrücken immerhin noch 18.000/Tag. Dannerallee wird nur 6000/Tag haben, also auf dem Niveau von den Niendorfer Haltestellen.

Auf der Verbindungsbahn werden westlich vom U3-Westring mit der S-Bahn 113.000 Fahrgäste fahren und im City-Tunnel 121.000. Ich hätte gedacht, dass die Verbindungsbahn viel weniger Fahrgäste hat.

Ich finde das darum gut, dass Sternschanze eine bessere Umsteigemöglichkeit bekommt und in der Hauptzeit vielleicht auch wieder ein Verstärker von Hagenbeck auf den Ring wechselt. Damit erhielten Eimsbüttel und Niendorf eine viel bessere Verbindung zu den S-Bahnlinien S11/S21/S31/S32. Das zweimalige Umsteigen von S-Bahn zur U3 und dann Schlump zur U2 ist unattraktiv und lässt viele heute lieber über Jungfernstieg fahren.

Ich will ja nicht mit der Elphi ankommen, ist ja ein Verkehrsforum hier, aber wenn ich an die völlig aus dem Ruder gelaufenen Kosten des Neubaus des Bergedorfer ZOBs (damals noch unter schwarz/grün) oder die Dauerbaustellen Barmbek/Sternschanze denke, weiß ich daß diese Pläne so nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Temporäre Kapazitätserweiterungen, welche nach 16 Tagen Spaß zurückgebaut werden müssen sind pure Steuergeldverschwendung.
In Altona dauert der Umbau des Zwischengeschosses ewig und da geht’s nur um Geschäfte..
Die U-Bahn-Station Landungsbrücken kann man wegen der vielen (älteren) Touristen dort, die der Stadt auch so viel Geld einbringen ohnehin schon jetzt barrierefrei ausbauen.
Wie will man in Altona 20% mehr Platz für Überleger schaffen? Häuser wegsprengen?
Die angeblichen “Sicherheitsgründe” am Grasbrook verstehe ich auch nicht. Was ist da anders als im Volksparkstadion ? Passieren kann mir auch was beim HSV oder Helene-Fischer-Konzert.
Wie gut daß ich mit “NEIN” abgestimmt habe. Scholz kann ja nicht mal schlüssig erklären wie er die 11,2 Mrd € auftreiben will und wich neulich im “Hamburg-Journal” der entsprechenden Frage aus.
Und die Frage von wo die ohnehin gut ausgelasteten Tiefbau- Elektro- und Gleisbaufirmen ihre personellen und technischen Kapazitäten hernehmen wollen bleibt ebenfalls unbeantwortet.

Danke zunächst an die Redaktion für die Zusammenfassung und Bereitstellung der Punkte!

Ich muss feststellen: Es sind viele Punkte, einige gute, die aber bei weitem nicht ausreichend sind. Und vor allem sind dies alles Investitionen, die (bis auf den Bau eines 72km langen Zaunes(!)) ohnehin notwendig und teilweise bereits im Gange sind (Bau der S4, Barrierefreiheit durch Fahrstühle, etc).
Wenn man berechtigte Einwände der Vorredner bedenkt (Bsp.: 7 Jahre Umbauzeit für S/U Barmbek, die U4 Grasbrook als einzige neue Haltestelle), dann muss man ehrlicherweise feststellen, dass hier überhaupt nicht weit genug gedacht wird.

Was ich schmerzlich vermisse:
– Ein Konzept zur Vergrößerung, Entlastung und Stabilisierung des Hauptbahnhofs für S-Bahn (Nahverkehr), Regional- und Fernverkehr
– Ein Konzept für die Stabilisierung des Betriebsablaufs im gesamten innerstädtischen S-Bahnnetz (Beispiel: Person im Gleis sorgt für Stromabstellung vom Dammtor, HBF bis in den Citytunnel, Notrufsäulen sind nicht mehr erreichbar, vermutlich ist dann auch Harburg betroffen). Polizei- und Rettungseinsätze gibt es täglich und führen leider auch täglich zu starken Verspätungen und teilweise Chaos im gesamten Netz.

– Entlastung des Citytunnels. Die Frequenz der Bahnen ist ausgeschöpft, da Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen. Es braucht zusätzliche Gleis-Abstellflächen, Linien müssten ausgefädelt werden. So denkbar z.B. eine Linie S1 Wedel — Altona Altona – Airport, entsprechende Aufteilung der S3.

– Erhöhung der Frequenz der sog. Verstärkerlinien (S11, S2) in den Randzeiten, um die Verknüpfung von HBF, Dammtor,
Sternschanze und Altona zu verbessern

– Erweiterung des Knotenpunktes U/S-Jungfernstieg, der jetzt schon völlig überlastet ist. Die einzige und kleine Treppe zwischen S-Bahn und U1-Gleisen ist schon heute unzureichend dimensioniert

– Anbindungskonzept des bis dahin hoffentlich fertiggestellten Fernbahnhofs Stellingen nach Altona und zum Stadtzentrum

Ich befürworte Olympia als Ereignis und Bereicherung für die Stadt Hamburg, und es ist wünschenswert wenn es hier Investitionserleichterungen gibt. Allerdings müssen die Verbesserungen dem Großteil der Hamburger zu Gute kommen. Hier scheint es zu einer ungleichen Mittelverwendung zu kommen, die in erster Linie den “Sprung über die Elbe” mit dem Ausbau der U4 berücksichtigt. Mit dem Ausbau des Kleinen Grasbrook aber nur eine neue Haltestelle geschaffen. Die Behauptung, mit diesem “Sorung über die Elbe” hätte man eine Verbesserung des ÖPNV in Hamburg erreicht, ist blanker Hohn.
Was zählt ist ein gesamtheitliches Konzept, das nicht nur 3000 neuen Bewohnern zu Gute kommt, sondern möglichst allen Hamburgern.

Hier noch der Link zum 400-Seiten-PDF der FHH
http://www.hamburg.de/contentblob/4632952/data/mobilitaetskonzept-langfassung.pdf

@ georg:
Viel, was Sie “schmerzlich vermissen”, ist doch im Verkehrskonzept vorhanden.
– Hbf erhält neue Abgänge von der Steintorbrücke
– Stabilisierung des Betriebsablaufs durch Verkleinerung der Stromschienenabschnitte
– Anbindung von Altona Neu nach Altona Alt und ins Stadtzentrum durch S-Bahn gegeben
u.v.m.

Auch meines Erachtens sind diese Maßnahmen nicht wirklich ausreichend. Aber behandelt werden sie im Verkehrskonzept, so dass Sie sie eigentlich nicht vermissen dürften.

Alles schöne kleine Schönheitskorrekturen ohne den großen Wurf.
Wer heutzutage zu Stoßzeiten den HBF benutzt wird fast erdrückt. Die Situationen an den Bahnsteigen der S-Bahnen sind teilweise bedrohlich, geradezu Lebensgefährlich bei einfahrenden Zügen.
Der HBF schreit nach Entlastung.
Wie ich finde, hat es die Stadt über viele Jahre versäumt, den Verkehr auch alternativ zu führen.
Wer vom Süden Richtung Osten (Bergedorf) oder Norden (Airport, Poppenbüttel möchte, muss immer am HBF umsteigen.
Eine Entlastung böte sich, wenn man eine neue S-Bahn Linie von Neugraben/Harburg nach der neuen Station Elbbrücken ausfädeln und nach Rothenburgsort und dann weiter parallel der Güterbahn Richtung Wandsbeker-Chaussee zum Airport führen würde.
Sicherlich eine Überlegung wert.

@ Jörn Müller: “Alles schöne kleine Schönheitskorrekturen ohne den großen Wurf. Wer heutzutage zu Stoßzeiten den HBF benutzt…” Jetzt unke ich mal ein wenig:

Genau das ist der Grund, weshalb Hamburg den Zuschlag nicht bekommen wird – sofern das Referendum überhaupt positiv ausfällt.

hallo. olympia hin oder her, die größte katastrophe ist die fehlende s-bahn-anbindung in richtung nordosten (insb. für alle pendler). daher muss oberste priorität in das projekt s4 gesteckt werden, wenn es mit dieser stadt irgendwie weitergehen soll. die taktraten müssen hoch sein, b75 und a24 sind morgens völlig überlastet. 2024 ist eigentlich viel zu spät. hier muss (!) etwas passieren.
vg

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