Sommerhitze: Mehr als 240 Klimaanlagen-Ausfälle bei Bahnen und Bussen

Der heiße Sommer hat in den Hamburger U-Bahnen und Bussen für erhebliche Klimaanlagenprobleme gesorgt. Allein im Juni und Juli gab es mehr als 240 Ausfälle.
Von Christian Hinkelmann
Viele Bahnen im HVV sind nicht klimatisiert
Viele Bahnen im HVV sind nicht klimatisiert

Wer in diesem Sommer mit dem Öffentlichen Nahverkehr unterwegs war, musste oft ganz schön schwitzen: Temperaturen von weit über 30 Grad waren in Bussen und Zügen keine Seltenheit – obwohl eigentlich große Teile der Bus- und U-Bahnflotte inzwischen mit Klimaanlagen ausgerüstet sind.

Doch die sind angesichts der ungewöhnlich hohen Temperaturen reihenweise ausgefallen, wie der Hamburger Senat jetzt auf eine Anfrage der LINKE-Verkehrspolitikerin Heike Sudmann eingeräumt hat (Drucksache 21/14028).

Demnach gab es in den 987 Bussen der Hochbahn und ihrer Tochtergesellschaft Süderelbe Bus allein im Juni und Juli 215 Komplettausfälle der Klimaanlagen.

Bei der U-Bahn mussten im selben Zeitraum 31 Züge der neusten Baureihe DT5 außerplanmäßig in die Werkstatt, weil die Klimaanlagen gestört waren. Das entspricht einem Drittel der gesamten DT5-Flotte. Als Ersatz entriegelte die Hochbahn die normalerweise verschlossenen Fenster in den neuen Zügen.

Die erst vor sechs Jahren in Betrieb genommenen DT5-Fahrzeuge sind die einzigen U-Bahnen in Hamburg, die überhaupt mit einer Klimaanlage ausgerüstet sind.

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7 Antworten auf „Sommerhitze: Mehr als 240 Klimaanlagen-Ausfälle bei Bahnen und Bussen“

Wohnen wir in Afrika? Nein. Sind Afrikaner grundsätzlich hohe Temperaturen gewohnt? Vermutlich ja. Also was für ein nutzfreier Kommentar

schon mal in Afrika mit dem Bus unterwegs gewesen? tja dann besser schweigen als solchen Quatsch zu schreiben. Klimanalagen sind nur sinnvoll, wenn diese auch funktionieren, wenn man sie braucht und das ist in der Regel bei Hitze der Fall. Und das diese nun ausgerechnet ausfallen, wenn man sie braucht macht Klimanalagen flüssiger als flüssig: Überflüssig!

Totaler Blödsinn dieser Kommentar ! Wir leben aber eben nicht in Afrika, und da ich Hitze nicht vertrage werde ich dort auch nie Urlaub machen, geschweige dort leben.
In anderen Ländern, wie Japan oder Singapur, ist es auch jeden Sommer sehr heiß (35 – 36°C) und zudem unheimlich feucht. Dort sind aber alle nach 1985 gebauten Bahnen (Eisenbahnen, Straßenbahnen, U-Bahnen,…) klimatisiert und zwar so, daß in den Fahrzeugen angenehme 22° herrschen, während es draußen weit über 30° sind. Und ich habe in Japan und Singapur nie, aber auch wirklich nie, eine defekte Klimaanlage erlebt. Ganz einfach bessere Qualität ! In den älteren Bahnen, von denen es in Japan noch jede Menge gibt, zum Teil noch aus den 1920er und 1930er Jahren, hängen riesige Ventilatoren an der Wagendecke und können sämtliche Fenster komplett heruntergezogen werden.
So habe ich es nie begriffen, warum es in den 472ern der 2. Serie komplette Abteile ohne Klappfenster gibt, während in dem nächsten Abteil alle 4 Fenster geöffnet werden können. Noch weniger verstehe ich, daß man diese Mißstände nie bei einer HU behoben hat, dabei wäre es doch einfach gewesen, die Fensterrahmen so auszutauschen, daß jedes 4er Abteil 2 Klappfenster gehabt hätte. Aber gut, diese Fahrzeuge sind sowieso bald Vergangenheit.

Die Temperaturangaben der Fahrgäste sind sicher übertrieben. Aber jetzt rächt sich, dass vor rd. 20 Jahren die S-Bahnzüge der BR 474 aus Spargründen nicht mit einer Klimaanlage bestellt wurden. Allerdings sind jetzt auch die Verbände gefragt: der Verband deutscher Verkehrsbetriebe (VDV) hatte mal festgelegt, dass die Klimaanlagen in Fahrzeugen des ÖPNV nur für eine Leistung auszulegen seien, die eineTemperaturdifferenz von 5°C (und nicht 3°C wie in der Meldung) gegenüber der Außentemperatur sicherstellen soll. Angesichts des Klimawandels ist das wohl überholt, weil das heißt bei 39°C Außentempratur ist es im Fahrzeuginnern noch immer 34°C warm! 10°C Differenz wären eher angemessen. Das man aus Gewichtsgründen keine stärkeren Klimaanlagen einbauen könne, gehört wohl ins Reich der Märchen. Eine leistungsstärkre Klimaanlage wiegt garantiert nicht mehr als 2 beleibte Passagiere.

Herr Liebscher scheint das Hamburger U-Bahn-Netz aber auch so gar nicht zu kennen! In seinem Tweet stimmt aber auch überhaupt nichts! Aber das sollte Ihnen, Herr Hinkelmann, als ausgewiesenem Kenner des Hamburger Nahverkehrs doch aufgefallen sein! Dann hätte man vielleicht besser einen anderen Tweet zur Verdeutlichung des Klimaproblems gewählt!

Herr Liebscher fuhr mitnichten in einem “Ersatz-U3 Kurzzug”, sondern in einem planmäßigen Kurzzug der U1. Dort verkehren insbesondere als Zwischenzüge, die in Farmsen enden, planmäßig Kurzzüge des Typs DT4 (4 Wagen). Die Klimaanlage kann nicht “aus” gewesen sein, da diese Züge überhaupt nicht klimatisiert sind – siehe den obigen Artikel und die sehr informative Foto-Zusammenstellung von Herrn Hinkelmann – vielen Dank dafür! Während der Streckensperrung der U1 Richtung Wandsbek Markt – und der Tweet vom 22.08.2018 fällt in diese Zeit – fuhr die U1 nämlich wieder auf der gesamten Strecke der Walddörferbahn von Großhansdorf bzw. Ohlstedt über Volksdorf und Farmsen nach Barmbek während die U3 nur den “originalen” Ring von 1912 bediente. Vermutlich um die Fahrgäste nicht zu verwirren, die zwischen Barmbek und Wandsbek-Gartenstadt auf dem Linienplan die gelbe U3 sehen, wurden die Züge der U1 auf diesem Streckenabschnitt als U3 beschildert. Dazu passt auch, dass Herr Liebscher schreibt: “oh Gott, der fährt als U1 weiter”.

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