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Studie: Hier leben die meisten autofreien Haushalte in Hamburg

In Hamburg gibt es immer mehr PKW-Zulassungen. Lesen Sie hier, in welchen Bezirken die meisten Autobesitzer leben und wo mehr als die Hälfte aller Haushalte kein Auto hat.
Christian Hinkelmann
Parkende Autos in Hamburg
Parkende Autos in Hamburg

Obwohl die Staus auf Hamburgs Straßen gefühlt immer mehr zunehmen und auch die Zahl der zugelassenen Autos von Jahr zu Jahr steigt (siehe hier), gibt es viele Menschen in der Hansestadt, die komplett ohne eigenes Auto auskommen.

Genau 43 Prozent aller Haushalte in Hamburg besitzen kein Auto. Das geht aus der Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ des Bundesverkehrsministeriums hervor, deren Detailergebnisse für Hamburg erst vor einem halben Jahr veröffentlicht worden waren. 57 Prozent der Haushalte besitzen demnach einen oder mehrere Wagen.

Hamburg liegt mit diesen Zahlen deutlich hinter Berlin, wo mehr als die Hälfte aller Haushalte autofrei lebt.

Bezirke Nord und Mitte haben die wenigsten Auto-Haushalte

Die meisten autofreien Haushalte befinden sich laut der Studie in den Bezirken Nord und Mitte. Dort hat mehr als jeder zweite Haushalt kein eigenes Auto. Danach folgen Eimsbüttel mit einer Autofrei-Quote von 45 Prozent, Altona mit 43 Prozent und Harburg mit 42 Prozent.

Betrachtet man die Verteilung der autofreien Haushalte losgelöst von den einzelnen Bezirken, sind in den innenstadtnahen Stadtteilen („Kernstadt“) 55 Prozent aller Haushalte autofrei. Harburg und Bergedorf kommen mit 51 Prozent ebenfalls auf einen sehr hohen Anteil an autofreien Haushalten.

Bemerkenswert ist, wie viel weniger autofreie Haushalte im Süderelberaum (außer Harburg) und auf der Elbinsel Wilhelmsburg existieren. Dort sind es nur 38 Prozent.

MiD 2017

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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11 Antworten auf „Studie: Hier leben die meisten autofreien Haushalte in Hamburg“

„Die Studie belegt außerdem, dass Autobesitz vor allem mit finanziellem Wohlstand zu tun hat.“ halte ich für die elementare Feststellung.

„…bei den armen Haushalten mit weniger als 900 Euro Nettoeinkommen im Monat haben dagegen 78 Prozent KEIN eigenes Auto.“ halte ich für eine sehr erstaunliche Feststellung, denn es bedeutet im Umkehrschluss, dass 22 Prozent der Haushalte trotz Hamburger Mietpreise, deutscher Energiepreise, Hamburger Kfz-Versicherungshöhen, Kfz Steuersätzen und letztendlich Hamburger Werkstattkosten durchaus in der Lage zu sein scheinen, sich ein Auto zu leisten.

Selbst wenn die Karre nur für unrealistische Minimalsummen geleast sein müsste (wie überhaupt bei der finanziellen Reputation) werden in diesen Haushalten sicher auch irgendwelche Füllstoffe für die Figur in Form von Nahrung benötigt. Ich halte eine weitere realistische Betrachtung dieser finanziellen Unmöglichkeit für überflüssig und tippe einmal, dass die Fahrzeuge dieser Haushalte hochpreisige Fahrzeuge mit überwiegend goldener Effektlackierung und richtig breiten Puschen sind.

So ergibt sich ein gravierendes Problem: zum einen kann man aus der Studie und einigen Kommentaren herauslesen, dass in schlecht ausgebauten ÖPNV Stadtteilen (geringer Bahnausbau), die Menschen (die es sich auch überhaupt finanziell leisten können) sich halt ein Auto leisten müssen, um ihre Fahrten zu erledigen oder für das, was sie transportieren müssen (das kann man auch im Städtevergleich (Berlin/München gegenüber Stuttgart/Köln) teilweise heraus erahnen). Das werden diese eben wegen fehlenden Ausbau so oder so. Sie werden halt nur immer mehr alternativlos zahlen müssen. Das ändert jedoch nichts an der Ausbausituation und so werden diese weiter Auto fahren.

Die anderen Haushalte, die sich ob der oben aufgeführten Kosten auch mehrere Autos leisten können, werden das auch zukünftig. Sie werden halt immer mehr alternativlos zahlen können. Aus dem Grunde alternativlos, da sie ihre Limousinen sicher nicht eintauschen, um unter zwielichtigen Sicherheitsbedingungen sich irgendwie mit dem gemeinen Pöbel um unbequeme, stark begrenzte Sitzplätze zu rangeln und so werden diese weiter Auto fahren.

Selbst die armen 22 Prozent der Haushalte, werden weiter ihre Autos fahren, da sie diese entweder ebenfalls halten müssen (ansonsten würde man sich nicht den Kostenberg des Autounterhalts an die Backe nageln – aber diese Fälle halte ich s.o. für absolut gering) oder weil man scheinbar trotz H4 Niveau noch reichlich Potential im Hintergrund hat. Da ich bezweifle, dass es sich in diesen Fällen um ´ehrliche´, sondern eher um ´unehrliche´ Armut handelt, befürchte ich auch in diesen Fällen, dass die jeweiligen Protagonisten weiterhin ihre Autos nutzen werden. Sie werden halt immer mehr alternativlos zahlen können. Aus dem Grunde alternativlos, da sie ihre Limousinen sicher wegen dem Status benötigen und über genügend fehlendem Interesse für den Rest der Gesellschaft verfügen.

Darum kann man Preise sicher ordentlich erhöhen, soviel Maut einführen wie man will. Die verbleibenden Luxus Kutschen werden größer und größer. Selbst bzw. gerade die E-Autos sprengen mittlerweile alle Größen. Und auch deren Fahrer werden sich halt alles leisten können, so lange das Spiel weiter läuft.

Aber für die sicher nicht unerheblich große Anzahl der Fahrer, die sich aus den Umständen heraus ein Auto leisten müssen, ob sie das fast noch können oder nicht, werden sicher sozialistische Träume wahr. Gleiches für alle. Gleiche Armut für alle.

Doch ich schaue auf die unzähligen Trecker, die hier zu oder von der jeweiligen Demo immer vorbei fahren (oder die in NL oder F). Auf die hier bestehende sehr breite Zustimmung dafür und ich denke wir werden gerade Zeugen eines sehr effektiven Zündfunkens für eine große Anzahl Probleme. Nach der Explosion werden eventuell alle Agrarwende- , Energiewende-, Verkehrswende- und sogar recht viele andere (EU-) Träume neu bewertet werden müssen. Da ja auch wohl viele Medien dann nicht mehr für diese Ziele trommeln können. Mal schauen wie diese, die immer stärker auftretenden Differenzen zwischen ihrer Darstellung und der scheinbar nicht existierenden ´Parallelrealität´, die sich mit immer mehr Fakten manifestiert, erklären versuchen.

Ordentlich die Preise für Parkraum erhöhen, eine gesalzene City-Maut einführen wie in London. Autofahren in der Stadt unattraktiver machen durch Rückbau von Strassen; Vorrang für Fussgänger, Radfahrer und öffentlichen Nahverkehr (und diese Verkehrsmittel massiv ausbauen)

So könnte man den schädlichen Autoverkehr in Hamburg zurückdrängen. Nur schade, dass es keine Partei gibt, die dies auf der Agenda hat.

Klare Bestätigung, wie mies der ÖPNV in den „Landbereiche“ von Hamburg ist. Wer in den Walddörfern lebt, fährt sicher nicht mit der chaotischen Regionalbahn und die U1 verbindet nicht immer mit den Zielen. Wer in Ahrensburg einkaufen will, nimmt nicht die U1 und läuft dort zwei Kilometer bis ins Zentrum. AEZ und Kücknitz sind auch nur mit Auto erreichbar. Sowie man in ländliche Bereiche kommt, werden die Verkehrsbedarfe vielfältiger und damit schlecher bündelbar. Der ÖPNV ist da nur mit Alibi-Verbindungen bezahlbar. Und weil keiner Bock hat, den Nachwuchs auf all diesen komplizierten Wegen zu chauffieren, bekommt der mit 18 ein Auto (= Drittwagen).

Leider zeigt die Studie nur Hamburg. Geht man nur wenige Meter über die Staatsgrenze, dann ist man gefühlt immer noch in Hamburg, aber die Anbindung sofort unterirdisch. Jeder Eimsbüttler Hippster, der Autofreiheit für alle fordert und alle paar Minuten Bus und Bahn vor der Nase hat, würde den Kreisverwaltungen da draußen den Stinkefinger zeigen, wenn die ihm nur eine einzige stündliche Verbindung mit einem Bus anbieten. Der hält dann noch an jeder Milchkanne, bevor man nach Umsteigen in einen zweiten Bus mal an eine U- oder S-Bahn kommt.

Jedes Wochenende, wenn die Städter aufs Land fahren: Volle Straßen, leere Bahnen.

Mal so nebenbei: Elbtunnel und Norderelbbrücken sind doch auch nicht vergnügungsteuerpflichtig, wenn man morgens (ohne großzügigste Gleitzeitregelung) nach Hamburg rein und abends raus will, oder? Das spricht noch nicht für ein Auto, eher dafür, sich einen Job auf der Elbseite zu suchen, auf der man wohnt (gelingt natürlich nicht immer).

Zudem sind die Harburger Probleme nur eine Facette der Probleme in ganz Hamburg. Hier zwei Beispiele:

Die S-Bahn ist auch von Bergedorf ein Totalausfall.
Die Regionalbahnen fahren auch aus allen Richtungen nach dem Motto: „Abfahrt in Anlehnung an die total unverbindlichen Empfehlungen des Fahrplans.“.

Und Wandsbek fällt zum wiederholten Male ausgesprochen negativ auf. Erinnert mich an das Sprichwort „Wat narms gelt, dat gelt to Wandsbeck“. Bagaluten wohin man sieht. Leider nimmt uns niemand den Bezirk ab.

Loki, Loki, Loki,
du hast’s aber gut, so während der Arbeitszeit lustige Kommentare ins Internet schreiben zu können.
Beneidenswerter Loki!

Es grüßt dich ein negativ auffallender Wandsbecker.

Wirklich neue Fakten kommen hier nicht hervor und indirekt wird leider bestätigt, daß der Nahverkehr über die Elbe einfach eine Katastrophe ist. Man könnte eher schreiben, wann die Bahn pünktlich ist, bei den ganzen Störungen kommt man mit dem Schreiben nicht hinterher. Aber es ist auch das traurige Resultat jahrelanger fehlplanung. Hamburg ist und bleibt leider eine autostadt.

Für die meisten Wilhelmsburger fängt das Problem ja nicht mit der Bahn, sondern bereits dem Bus an. Ich habe es als leidenschaftlicher Bus- und Schnellbahnfreund bzw. -genießer ja auch lange nicht glauben wollen, dass man die besten Nahverkehrssysteme nicht überall so grandios einsetzt wie nördlich der Elbe, sondern sogar massiv vernachlässigend und teilweise gezielt behindernd. Aber tatsächlich scheint es weiter südlich Bürger zweiter Klasse zu geben.

Die S-Bahn fährt einmal schnurstracks durch die Elbinsel, aber kaum ein Wilhelmsburger lebt in der Nähe der beiden Bahnhöfe Veddel und Wilhelmsburg. Das StadtRad ist faktisch inexistent, um als Zu- bzw. Abbringer zur S-Bahn zu dienen…. außer man hat Lust vom Zentrum des Viertels erstmal 5-10 Minuten in die falsche Richtung zu laufen, um anschließend die Strecke wieder mit dem Rad zurückzulegen, über fünf Ampeln allein beim Knoten Harburger Chaussee/Veddeler Straße direkt hintereinander und unabgestimmt zu warten, um anschließend den S-Bahn weit zu umfahren und dort das Rad abzustellen, um wieder zurückzulatschen. So braucht man für eine kurze Strecke ziemlich viel Zeit, obwohl einen weder Staus noch Signalstörungen im Wege sind.

Die Linie 13 fährt bereits mit Gelenkbussen im 5-Minuten-Takt und ist hoffnungslos überlastet sowie unzuverlässig. Kein Vergleich zur Premiumlinie 5, die nicht grundlos die mit Abstand beliebteste Linie Deutschlands ist. Türen schließen nicht (weil voll oder kaputt, weil man die fehleranfälligen Busse dann halt dort einsetzt), Zweite-Reihe-Parker bringen Stillstand in schmalen Straßen (mit weiter folgendem Chaos bis sich die Normalität einpendelt), der Fahrkartenkauf frisst viel Zeit des Busfahrers (Automaten an Haltestellen mit Hotels und Monteurszimmern in der Nähe? Och nö! Nicht südlich der Elbe…), Vorrangschaltungen sowie hinter Ampeln verlegte Bushaltestellen kann man lange suchen und zack, brauchte man inkl. Wartezeit und Fahrt keine zehn, sondern meist 20 oder auch mal 30 Minuten bis man überhaupt bei der S-Bahn ankommt; im Zweifel kann man so lange auch laufen. Und dann beginnt das Roulette-Spiel, ob man sich noch in die — vielleicht irgendwann kommende — S-Bahn reinquetschen kann oder ob man nochmal ein, zwei (oder auch mal drei) Bahnen abwartet. Oder man wartet 20 Minuten und fährt mit der Linie 154 zum Berliner Tor. Dann hat man eine gute Stunde rum für gute 5 km Luftlinie.

Man könnte natürlich auch mit dem Schnellbus über die Elbe, aber die Linie 34 ist eine der wenigen, die zuschlagspflichtig geblieben sind. Heißt bei einem Profiticket also gut eine Verdoppelung des Monatspreises. Für den Durchschnittswilhelmsburger also kein Problem. Der Stadtteil ist ja für finanzstarke Bürger bekannt. Deshalb gibt es dort auch so viele Fahrkartenkontrollen wie man sie sonst nur in… öhm… ach nee, Mist, in den Walddörfern, Elbvororten und rund um die Alster wird ja so gut wie nie kontrolliert… egal, nächstes Thema.

Man sollte auch nicht annehmen, dass es zumindest in der Ferienzeit besser wird. Verständlicherweise (!) finden dort zum einen Baumaßnahmen statt, aber der miserable SEV sorgt dafür, dass man nicht von der Insel wegkommt. So ein Solobus alle zehn Minuten ersetzt schon mal S3 und S31 als Lang- oder Vollzug komplett, oder? Und wochenends fährt die Fähre nicht einmal bei S-Bahn-Sperrungen. Wäre ja extrem teuer, wenn man zumindest an diesen Tagen mit geplanten Fahrplanänderungen mal zumindest eine Fähre pro Stunde über den halben Tag fahren lässt. Dann lieber Express- und Tourilinien nach Finkenwerder.

Unverständlicherweise wird dann in der Ferienzeit das Angebot (u.a. bei besagter Linie 13) so ausgedünnt, dass die Überlastung ein Dauerzustand bleibt. Spart Geld und die Bürger sind nun nicht welche, die sich gut organisieren, reichlich Zeit haben sowie gute Kontakte zur Presse, um medialen Druck zu machen wie irgendeine Flitzpiepe, die sich im Regionalblatt XY auf einer Seite über eine mehrwöchige Straßenbaustelle beschweren kann. Oder wie die SUV-Boomer aus Moorburg, die jede Öffentlichkeitsveranstaltung in Wilhelmsburg lauthals okkupieren und die Anwohner nicht zu Wort kommen lassen.

Tja, selbst schuld, oder? Und das Reiherstiegviertel wird in den nächsten zehn Jahren von heute ca. 30.000 auf dann ca. 45.000 Einwohner anwachsen, wenn die IBA-Projekte an Spreehafen und auf der alten Reichsstraße wie geplant umgesetzt werden. Aber immerhin haben HVV und Hochbahn angekündigt, dass irgendwann einmal Gelenkbusse fahren sollen, die einen Meter länger sind. Das sollte dann reichen. S32, U4 oder zumindest eine klitzekleine Buslinienoptimierung? Die braucht dann keiner mehr.

Schon komisch, dass noch nicht einmal der Teproll aus Neugraben das Thema aufgreifen möchte, sondern sich lieber mit Fressbudenpavillons auf der Alster oder Moos auf Bushaltestellendächern beschäftigt.

Und in Bergedorf beklagt man sich weltschmerzvoll und aggressiv, wenn man ein, zwei Minuten vor dem Hbf in einer halb vollen S21 sitzend (!) warten muss bis das Gleis frei ist… und in Altona, wenn man drei Minuten mit der S-Bahn zukünftig zum Fernbahnhof fahren muss… kann man sich nicht ausdenken.

Persönlich finde ich es ziemlich schade, denn an sich ist Wilhelmsburg ein richtig schöner Stadtteil mit pulsierenden Vierteln mit einer hohen Diversität an Gastro und Kultureinrichtungen, vielen grünen Erholungsorten sowie zahlreichen Zugängen zum Wasser und schönen Ausblicken auf Hamburg. Wäre der ÖPNV nicht eine solche Katastrophe und müsste ich aus dem besten Stadtteil Hamburgs wegziehen, wäre Wilhelmsburg definitiv in der engeren Auswahl.

Aber immerhin ein Trostpflaster: es gibt keine Straßenbahn. Wenn sowas durch die Straßen marodierenden zieht, schützen einem auch die besten U- und S-Bahn- sowie Bus- und Fährverbindungen nicht. (Mit dieser Aussage möchte ich keine Personen bösartig und polemisch beleidigen, auch wenn manch einer emotional sehr aufgewühlt wird und fehlende Predigten als abscheulichste Form der Blasphemie ansieht, die es zu bekämpfen gilt.)

Oha, Loki kritisiert die Hamburger Verkehrspolitik, woran seine Parteifreunde ja nicht ganz unbeteiligt sind.
Wenn er dann noch die Rumpelkommentare über die auch dort sinnvolle Stadtbahn gelassen hätte, hätte ich doch wirklich an eine Läuterung geglaubt, aber so…..

Bei dieser schlechten Anbindung des Süderelberaums und Wilhelmsburg wundert es mich nicht, dass die Haushalte genötigt sind, an ihrem Auto festzuhalten. Schließlich ist die S-Bahn ein tägliches Lotteriespiel und die einzige verlässliche Alternative bleibt das Auto. Ich kenne Menschen, die lieber zwei Stunden früher mit dem Auto über die Elbe zur Arbeit fahren (egal ob von Nord nach Süd oder umgekehrt), anstatt sich auf S-Bahn oder Regionalverkehr zu verlassen. Die Trennwirkung der unzuverlässigen Elbquerung im Nahverkehr ist zudem Hauptursache für die Unbeliebtheit des Süderelberaums als Arbeitsort. Wer hier arbeitet, muss auch hier wohnen, sonst geht wertvolle Lebenszeit beim täglichen Pendeln verloren.

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