Täglich 900 Busfahrten in Hamburg unpünktlich

Im vergangenen Jahr waren jeden Tag 900 von insgesamt rund 14.500 Hochbahn-Busfahrten mindestens fünf Minuten verspätet. Das entspricht einer durchschnittlichen Quote von sechs Prozent, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg hervorgeht (Drucksache: 20/6763).
Christian Hinkelmann
Busse aus der Volgelperspektive am Stephansplatz in Hamburg
Mehrere Busse aus der Vogelperspektive an der Haltestelle Stephansplatz. Diese Haltestelle ist baulich so angelegt, dass dort später auch eine mögliche Straßenbahn/Stadtbahn halten könnte.

Demnach waren die häufigsten Gründe Baustellen im Straßennetz, Umleitungen, Stau, nicht auf den Busverkehr abgestimmte Ampelsteuerungen sowie Behinderungen durch Falschparker.

9.831 Hochbahn-Busfahrten waren im vergangenen Jahr laut Senat komplett ausgefallen. Das entspricht einer Quote von 0,2 Prozent.

Der dichteste Fahrplantakt in Hamburg wird zurzeit auf der Metrobuslinie M6 und der Eilbuslinie E86 gefahren. Während der Hauptverkehrszeiten kommt hier weniger als alle fünf Minuten ein Bus

Nach Senatsangaben ist ein stabiler und pünktlicher Busbetrieb bei einem Takt von weniger als fünf Minuten möglich, wenn die Linienlänge überschaubar ist und wenn konsequente Beschleunigungsmaßnahmen umgesetzt werden.

Eine generell gültige Aussage, wie dicht ein Fahrplantakt im Hamburger Busverkehr maximal sein darf, um noch als zuverlässig zu gelten, trifft der Senat aber nicht.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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5 Antworten auf „Täglich 900 Busfahrten in Hamburg unpünktlich“

Die 6 % sind überraschend gut, ja. Andererseits sind die Fahrzeiten ohnehin bereits sehr großzügig bemessen. Zur Erinnerung: auf der M5 geht es selbst im Südabschnitt, auf dem weitgehend eine eigene Spur vorhanden ist, auf schlappe 15-16 km/h Durchschnittstempo laut Fahrplan zurück. Das ist lächerlich, im internationalen Maßstab selbst für Busse peinlich wenig, und lockt keinen hinter dem Ofen vor. Zudem gibt der HVV für die Schnellbahnen die Verspätung auf Basis einer >180-Sekunden-Schwelle an. Es riecht, nein, stinkt nach Statistiktricks, für die Busse eine viel großzügigere Schwelle (> 5 Minuten) zu nutzen. Busse sind im Hamburger Konzept des Gebrochenen Verkehrs oft bloß Zu-/Abbringer zu den Schnellbahnen bei planmäßígen Übergangszeiten von 5 Minuten Verspätung des Busses real für den Fahrgast schnell > 10 Minuten am Ziel, weil der Schnellbahntakt verpasst wird.

ich finde, dass die Quote mit knapp 6% noch überraschend gering ist. Das ist nicht schlechter, als zB die S-Bahn letztes Jahr erreicht hat. Da beim Vergleich zwischen Bus und Bahn der Bus logischerweise deutlich schlechter abschneiden müsste, überrascht es doch, dass man hier so ein Ergebnis erreicht hat. Was hier noch hätte erwähnt werden müssen ist, dass die Fahrgäste teilweise selbst die Fahrzeit der Busse unnötig verlängern (vor allem durch das unkooperative Verhalten beim Fahrgastwechsel-Türen frei; durchgehen, Kleingeld bzw Karte bereit halten, pünklich an der Haltestelle sein usw) Man sieht hier auch am Verhalten, dass der FG teilweise gar nicht weiss, wann die Busse an ihrer Hst abfahren. Da die Busse auf den meisten Linien sehr dicht getaktet sind, kommt man einfach irgendwann, da man ja weiss, dass die Busse so oft fahren. Was die Stadt aber umgehend in den Griff bekommen muss, ist das “Falschparken”. Ich als Busfahrer sehe es täglich live, wie dreist einige ihren PKW aus den niedersten Gründen einfach mitten in die Hst fahren und ihr Fahrzeug dort abstellen nur um zum Bäcker zu gehen. Teilweise müssen wir dann den Fahrgastwechsel auf der Fahrbahn durchfüheren und mobilitätseingeschränkte Personen können dann mitunter ohne fremde Hilfe nicht einmal mehr aus den Bus steigen. Das ist auf vielen Linien NICHT die Ausnahme, sondern die Regel. (zB auf der M4). Wenn die Stadt dieses Problem nicht sehr bald regelt, werden alle anderen “Beschleunigungsmaßnahmen” scheitern. Im Übrigen ist das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer untereinander in einem sehr schlechtem, ich würde beinahe sagen asozialem Zustand. Insbesonder Radfahrer fallen extrem durch ihr Verhalten auf (Rote Ampeln, Vorfahrt nehmen, rechts überholen, Misachtung der Radweg-Benutzungspflicht, fehlende oder mangelnde Beleuchtung). Ich will mich nicht auf die Radfahrer einschiessen, aber auch der Polizei ist bekannt, dass hier ne Menge im Argen liegt.

davon ist wohl auch ein Großteil die Metrobuslinie 23 und die Buslinien 213,160 zwischen Horner Rennbahn und Wandsbek-Markt, die merkwürdiger Weise an drei von fünf Tagen in der Woche zwischen 7 und 9 Uhr im Stau stehen.
Ampelschaltung auf dem Ring 2 unterschiedlich ?!

Und es sind nur die Hochbahn-Busse…
Interessant wäre so eine Quote auch für die VHH mit ihren notorisch verspäteten Linien 3 und 21.

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