Temporäre Fußgängerzone eröffnet: Hamburger erobern Straßenraum zurück

Seit gestern ist sie offiziell eröffnet: Die neue temporäre Fußgängerzone im Schatten des Hamburger Rathauses. Statt zugeparkter Straßenränder menschelt es dort jetzt.
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Viele Menschen erkunden Hamburgs neue (temporäre) Fußgängerzone am Rathaus

Was Paris vor 17 Jahren erstmals ausprobiert hat, gibt es jetzt auch in Hamburg: Innenstadtstraßen, die einige Monate lang für den Autoverkehr gesperrt sind, damit dort Fußgänger flanieren können.

Gestern wurde im so genannten Rathausquartier Hamburgs erste temporäre Fußgängerzone offiziell eröffnet. Seit vergangener Woche bis Ende Oktober sind dort zwei kurze Abschnitte der Kleinen Johannisstraße und der Schauenbur­gerstraße sowie einige Parkplätze am Dornbusch für Autos tabu.

Aus Parkplätzen werden kleine Gärten und Sitzecken

Wo noch vor wenigen Tagen alle Straßenränder zugeparkt waren, laden nun plötzlich Sitzmöbel vom Hamburger Künstlerkollektiv LU’UM, eine Tischtennisplatte, mobile Kleingärten und Außengastronomie zum Verweilen ein.

Ziel der Aktion ist, das bislang eher wenig beachtete Viertel im Schatten des Hamburger Rathauses mehr zu beleben.

Christian Hinkelmann | Dieses Foto hier kaufen: Bahn-Bus-Bilder.de
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25 Antworten auf „Temporäre Fußgängerzone eröffnet: Hamburger erobern Straßenraum zurück“

Hamburger erobern Straßenraum zurück? Waren das vorher Privatstraßen? Das ist doch wieder Quatsch so eine Polemik.

Offenbar ist diese Polemik aber notwendig, um zu verdeutlichen, wer bislang in diesen Straßen die Vorherrschafft hatte: Parkende Autos.
Dass aber parkende Autos nicht einkaufen gehen (und Umsatz generieren), haben offenbar inzwischen auch die ansässigen Händler begriffen.
Von der grundsätzlichen Frage mal abgesehen, ob der öffentliche Raum einer Stadt für Menschen oder für Blechkisten da sein sollte.
Also gerne mehr davon, gerne größer und länger.

Und ja: für Kranken- u. Behindertentransporte, für Umzüge u. Möbeltransporte, für Handwerkereinsätze und ähnliche Fälle lassen sich sicherlich gute Ausnahmeregelungen schaffen. Daran darf die Schaffung solcher (weitestgehend) autofreien Bereiche nicht scheitern. Also bitte nicht von vorgeschobenen Argumenten ablenken lassen.

Die autofreie Königstraße in Stuttgart, genauso die Fußgängerzonen in anderen Städten, haben längst die höchsten Mieten der jeweiligen Stadt, sind also die begehrtesten Lagen für die Geschäfte. Alle waren zuvor dicht von Autos befahren.

Die Parkhäuser liegen meist nur auf der anderen Seite der Gebäude und werden von den Parallelstraßen aus angefahren. Genauso die Tiefgaragen, die liegen direkt unter den Gebäuden. Also alles kein Problem, auf die wenigen dutzend Parkplätze entlang der Straßen kann leicht verzichtet werden, in den Tiefgaragen stehen hunderte bereit.

Und natürlich freuen sich auch die Nutzer der Öffis, hier also von U- und S-Bahn, über Räume mit mehr Aufenthalts-Qualität – also weniger Lärm, Stress und Abgase.

Und strömen zu hunderten oder gar tausenden herbei.

Not sure if stupid or just trolling ?
Ansonsten frag doch mal die Gerwerbetreiber am Mühlenkamp. Auch so ein „Erfolgsprodukt“ ideologiegetriebener „Neugestaltung“

Ah das Niveau steigt. Na hoffentlich kommen die jetzt alle aus Alt- und Neustadt. Nicht, dass sich da Auswärtige untermogeln.

Seh ich genau so. Hier wird nicht einmal der Versuch objektiver und neutraler Berichtetstattung angestellt. Es geht rein um Polemik und die Geschichte vom ach so bösen Auto ? Und darunter dann dieser Satz: „Dieser Artikel und der Fotoreportereinsatz sind allein durch die freiwillige finanzielle Unterstützung unserer Abonnenten ermöglich worden.“ Nichts für ungut, aber genau diese Art von „Journalismus“ auf dieser Seite ist der Grund dafür, dass ich hier niemals auch nur einen Cent zahlen würde ?

Polemik? Weil diese Seite es wagt, das Automobil nicht unreflektiert abzufeiern, wie die (von Anzeigenschaltungen der Fahrzeugindustrie abhängigen) Mainstream-Medien der großen Verlage?
Dass ich nicht lache. Zeig höchstens, wie ideologisch verbohrt Sie sind. Armselig. Ich bin froh, dass es diese Seite gibt, die vorbildlich zur Meinungsbildung und zur Medienvielfalt beiträgt.

Hmm ja, ich bin hier der ideologisch verbohrte…warte ?
Und ohne Frage betreibt diese Seite hier Meinungsbildung, indem sie „unreflektiert das Fahrrad abfeiert“. Nur leider tut sie es unter dem Deckmantel der Berichterstattung, statt offen als Meinung, wie es echte Journalisten tun würden. Aber das interessiert Sie natürlich nicht, weil es Ihnen auf dieser Seite eh nur darum geht, Bestätigung für ihre eigene Ansicht zu bekommen.

Und meiner Meinung nach, kommen die Themen Radverkehr und Fußgängerverkehr hier viel zu wenig vor. Vor allem zu Fußgängern finde ich hier fast nichts und beim Radverkehr, bei dem so viel in Hamburg im Argen liegt, sind mir die Berichte hier manchmal zu wenig “pro Fahrrad”. So gesehen machen die Macher hier wohl alles richtig 🙂

Aber im Ernst: Nur, weil hier einzelne Berichte nicht mit ihrem persönlichen Weltbild übereinstimmen, sofort “Populismus” zu rufen, ist schwierig.

Zitat CDR:
“unter dem Deckmantel der Berichterstattung”
“echte Journalisten”
“interessiert Sie natürlich nicht, weil es Ihnen eh nur darum geht, Bestätigung für Ihre eigene Ansicht zu bekommen”

…also für mich sind Sie hier der Einzige, der Polemik verbreitet.

Wie niedlich. Jetzt hetzt die Autoindustrie scheinbar ihre Bots schon auf diese kleine Seite los. Zeigt umso mehr, wie wichtig eure Berichterstattung ist. Macht bitte weiter so!

Nee, dafür bauen wir ja lieber eine U Bahn Station barrierefrei aus, für einen Betrag, für den man einen KM Stadtbahn bauen könnte.
Aber das interessiert Sie ja eh nicht, HH hat ja Geld wie Heu und Hauptsache die Kfz haben genug Platz.
Ach ja, und ohne die Abgase würde uns ja auch etwas fehlen….

Ich wüsste nicht, dass in dem obigen Artikel den Kfz viel Platz eingeräumt wird. Eigentlich das Gegenteil. Macht nichts. Für eine Pöbelattacke reicht es ja wieder.
Vielleicht sollte man seine ideologischen Parolen überdenken, bevor man sie stupide wiederholt.

Ich habe den Artikel gelesen und weiß was drin steht.
Sie haben doch kürzlich geschrieben, dass die Stadtbahnbefürworter nur dem Kfz den Platz wegnehmen wollen. Das war eine Replik auf ihren mal wieder geistreichen Beitrag. von 11:50 h Hat es nun geklickt ?

Wenn die Hamburger erst einmal erkennen wie wenig es bedarf um eine menschliche Innenstadt aus einer toten Blechwüste zu erschaffen, dann hätte diese Stadt tatsächlich Potential.
Nächstes Jahr bitte ruhig etwas mutiger sein: Eine durchgehende Fußgängerzone von der Alster über die Innenstadt bis in die Hafencity.!

Für Fahrräder – dazu zählen auch Pedelecs – ist es hier frei gegeben.
Gilt aber nur, wenn das Zusatzschild angebracht ist.
In reinen Fußgängerzonen, also ohne das Zusatzschild,
müssen Fahrräder geschoben werden.

Aber E-Scooter sind
– wie die E-Bikes analog zu Mofas –
motorisierte Fahrzeuge, haben ein Kennzeichen
und eine Versicherungspflicht.
Diese Kategorien sind nur auf Straßen erlaubt.
Dass sie so leise sind, weil elektrisch, macht keinen Unterschied.
So ist die Rechtslage.

E-Scooter und E-Bikes
kosten da ein Bußgeld.
Bitte das beachten!

Man darf sie aber durch die Fußgängerzone schieben.
Dann kostet es kein Bußgeld –
und man tut noch was für die Fitness.

WW:
Das Wort Auto komm im Artikel aber schon sehr häufig vor, denn lesen kann ich noch, keine Lust jetzt aufzuzählen wie oft.
Lieblingswörter von anderen kommen eigentlich nicht vor…..Straßenbahn, Stadtbahn, U-Bahn, Bus und S-Bahn…Ahh Fahrrad und Roller fehlt…..

Sehr guter Ansatz und hoffentlich Vorbild für weitere Innenstadtstraßen. Die Sitzmöbel, Kunstrasengärten und Tischtennisplatten sind allerdings spießig und deplatziert. Das “kreative” Piktogramm wirkt mit seiner wahrscheinlich unbeabsichtigten sexuellen Komponente unfreiwillig komisch und sehr dilettantisch.

Ich kann hier auch keine Polemik erkennen. Die hier veröffentlichten Fotos zeigen Tatsachen: Fußgänger, die Verkehrsraum in Anspruch nehmen, der Ihnen vorher viele Jahre lang aufgrund einer autozentrierten Verkehrspolitik nicht zur Verfügung gestellt wurde. Ob die verwendete Vokabel “zurückerobern” nun die Richtige ist oder nicht, darüber mag man diskutieren. Aber angesichts der Tatsache, dass Fußgänger aufgrund der bisherigen Verkehrspolitik über Jahrzehnte auf schmale Bürgersteige verbannt wurden und nur einen Bruchteil des Verkehrsraums nutzen durften, mag diese Vokabel vielleicht sogar ganz passend sein. Ich würde zumindest jedem User, der sich hier an diesem Wörtchen aufhängt, unterstellen, dass er von der wahren Diskussion ablenkt: Eine Neuverteilung des Verkehrsraums in Hamburg.

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