Test: Selbstfahrender Bus fährt ab 2018 durch die Hafencity

In der Hafencity soll ab dem kommenden Jahr Hamburgs erster selbstfahrender Bus unterwegs sein. Der Bund fördert das Projekt mit 3,7 Millionen Euro, die Strecke ist noch unklar.
Ein Bericht von Christian Hinkelmann
"Olli" - ein Kleinbus der Deutschen Bahn fährt bereits ohne Fahrer
"Olli" - ein Kleinbus der Deutschen Bahn fährt bereits ohne Fahrer
Foto: Deutsche Bahn

Ein Linienbus ohne Fahrer! Klingt wie Science-Fiction – ist aber offenbar schon in wenigen Monaten in Hamburg Realität.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 soll in der Hafencity Hamburgs erster selbstfahrender Bus unterwegs sein, berichteten Medien übereinstimmend und berufen sich dabei auf Angaben der Verkehrsbehörde und der Hamburger Hochbahn.

3,7 Millionen Euro hat das Bundesumweltministerium für das Projekt mit dem Namen HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) bewilligt.

Für den Ernstfall ist immer ein Mitarbeiter an Bord

Neben den Fahrgästen soll demzufolge aber auch immer ein Mitarbeiter an Bord des Busses sein, um im Gefahrenfall eingreifen zu können.

Wie viele Fahrgäste der autonom fahrende Bus mitnehmen kann und auf welcher Strecke er in der Hafencity eingesetzt werden soll, ist den Berichten nach noch offen.

“Ziel ist es, elektrische, autonom fahrende Fahrzeuge und Systeme für den Einsatz im normalen Straßenverkehr zu entwickeln, vorzubereiten, zu testen und einzusetzen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Hamburger Verkehrsbehörde.

Hamburg will neuartige Pendlerangebote für Weltkongress testen

Das HEAT-Projekt wird von der Hamburger Hochbahn geleitet und vereint neben mehreren Behörden und Institutionen der Stadt Hamburg auch Unternehmen aus Industrie und Wissenschaft – unter a…

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12 Antworten auf „Test: Selbstfahrender Bus fährt ab 2018 durch die Hafencity“

Klingt ganz spannend, vor allem mit Blick auf eine mögliche Ausweitung des Projekts bis 2021. So wie es aussieht handelt es sich jedoch nur um Level 3 oder maximal Level 4. Wirklich interessant dürfte das Thema werden, wenn wir Level 5 erreicht haben und die Fz ausgeliehen werden sowie elektrisch (ob Akku oder Wasserstoff sei dahingestellt) fahren können. Mit intelligenten Algorithmen ließe sich das mit Kleinbussen auch nachfrage- statt angebotsorientiert realisieren.

Zwei kleine Fehlerchen im Artikel. Der Weltkongress ist für ITS statt IST (kriegt mein Autocorrect auch noch nicht immer hin). Zum anderen stammt das Bild nicht aus der bayerischen Prärie, sondern aus der Hauptstadt bzw. Schöneberg. (erkennbar an der Architektur sowie dem kleinen “be berlin”- und dem “InnoZ”-Logo auf der hinteren Seitenscheibe)

Busfahrer brauchen spezielle Führerscheine, Ausbildungen etc., müssen sich an Lenk- und Pausenzeiten halten, das kostet alles Geld. Kontrolleur kann jeder.

Und um das bißchen Gehalt einzusparen, steckt man 3,4 Millionen Euro in das Projekt?
Hört sich nicht gerade wirtschaftlich an.

Aber für sowas ist Geld da. Wir investieren nicht in Arbeitsplätze, sondern in deren Abbau.
Und wundern uns hinterher, wenn der soziale Frieden im Land aus den Fugen gerät. Tja …

Zudem ist es derzeit noch eine gesetzliche Vorschrift und wir reden hier von einem Testbetrieb. Wenn letzterer ein paar Jahre wie erhofft läuft, kann man den Kontrolleur auch weglassen. Derzeit würde sich das kein Unternehmen antun. In der Bedenkträgerrepublik der Babyboomer wird technischer Fortschritt schon skeptisch genug gesehen. Also setzt man da jemanden rein, damit sich die Fahrgäste sicher fühlen können, obwohl der Mensch bei Verkehrsunfällen bekanntlich die Fehlerursache Nummer 1 ist. Das will er nur nicht hören.

Lass mal den Rechner in so einem autonomen Fahrzeug ohne menschlichen Fahrer ausfallen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem schlimmen Unfall kommt. Garantiert. Aber das wollen technik-hörige Leute nicht wissen. Da zählt nur, dass die Arbeitsplätze eingespart werden. Eine Entmenschlichung wird als “Zukunft” verkauft.

Über 3.500 Verkehrstote im Jahr aufgrund “menschlicher Ausfälle” und Sie warten nun darauf, dass irgendwann mal ein Blechschaden durch ein autonomes Fahrzeug verursacht wird? Die Perspektive erscheint mir tatsächlich extrem entmenschlicht. Erst gestern ist in Bönningstedt ein Autofahrer, der altersbedingt die Kontrolle über seinen Pkw verlor, in eine Gruppe Schüler reingekracht. Aber das ist ja nur im Regionalblatt auf Seite 17 und man nimmt es bei aller Liebe zur Menschheit und Abscheu zur Technik als Gewohnheit hin. Viel schlimmer sind da die autonomen Fahrzeuge, die gar nicht eingetreten sind, sondern nur ein fiktives Zukunftsszenario darstellen, während man stolz gar nicht weiß, welche Notfallsysteme es bei Teilausfällen der Sensorik oder der Assistenzsysteme gibt. Man will ja nichts damit zu tun haben, denn solch ein Wissen lässt einen ja “technik-hörig” erscheinen.

Wie kommen die bloß auf den Trip, zu glauben, dass Computer nicht mehr abstürzen!? Jemals selbst programmiert? Jemals vor Windows oder Android gestanden und funktionierte das Ding nicht mehr richtig? Warum musste die Darpa City Challenge abgebrochen werden? (Die Fahrzeuge konnten ihr eigenes Radar nicht mehr von dem anderer Fahrzeuge unterscheiden und begannen reihenweise Unfälle zu produzieren.)

Jemals darüber nachgedacht, wie Elektromagnetismus (auch Radar, Radioaktivität, etc.), Spannungsschwankungen, Wasser und Quanteneffekte einen Computer beeinflussen? Ein geändertes Bit genügt und das gute alte IBM-Großrechnerhandbuch sagte: “The results are unpredictable and can be catastrophic.”

Blöde Frage: Ist dieser Kleinbus auch für Rollstuhlfahrer zu benutzen? Schließlich ist kein Busfahrer mehr da, der eine Rampe ausklappen kann.

Hat jemand uns, die Bürger gefragt, ob wir diese Entwicklung und das 5g Mobilfunknetz (20 Gigaherz aufwärts) überhaupt wollen? Nein! Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass das eine neue Diktatur ist? K

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