Schnellere Busse sollten eigentlich die Alternative sein zu einer neuen Hamburger Straßenbahn. Die hatte Hamburgs Ex-Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) vor vielen Jahren verhindert. Auch der aktuelle Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) lehnt sie als „altmodische Stahlungetüme“ grundsätzlich ab.
Doch aus der stattdessen 2011 versprochenen Beschleunigung von zehn Buslinien bis 2020 wurde trotz Millioneninvestitionen in der Realität: fast nichts.
NAHVERKEHR HAMBURG hat alte und neue Fahrpläne aller zehn Linien verglichen, die in den vergangenen Jahren durch Baumaßnahmen und optimierte Ampelschaltungen s…









16 Antworten auf „Trotz „Busbeschleunigung“: Die meisten Buslinien sind langsamer als früher“
Also ein paar Minuten zählen schon, auch bei Bussen. Denn es gibt immer Leute die so gerade an der Grenze sind, wo ob eine bestimmte Reise eher unter 20 Minuten oder eher über 20 Minuten zu unterschiedlichen Entscheidungen führt. Mathias Bölckow hat ja ein weiteres Beispiel angeführt.
Mich ärgert es auch wieviele mögliche kleine Maßnahmen einfach nicht durchgeführt werden. Auf der 1 stadtauswärts z.B.:
– Haltestelle Bleickenallee wieder vor die Kreuzung, mit ganz kurzer Busspur, Haltlinie für Autos 5-10m zurücknehmen (wie bei 15 Rathaus Altona)
– Haltestelle Kreuzkirche: Bucht abbauen
– Haltestelle Griegstraße: Vor die Kreuzung, Haltestellenbucht, Haltlinie für Autos zurücknehmen
– Haltestelle Othmarschen: Bushaltestelle rechts, entweder gegenüber jetziger Busanlage oder wieder am Beseler Platz
Von Windmühlenweg bis Knabeweg könnte man auch eine Busspur bauen selbst wenn man zwei Fahrstreifen für Autos, Parkplätze und Geh-. und Radwege so breit wie jetzt behalten will, alle Gebäude stehen weit genug weg.
Usw, usw, usw
Ich finde, dass dieser Artikel kleinliche Minutenzählerei betreibt. Wer fährt denn schon eine ganze Busstrecke komplett durch ?!? Wie andere schon schreiben, kommen es außerdem nicht auf die geplanten, sondern die echten Reisezeiten an. – Ich benutze Busse in Hamburg nicht oft, aber wenn, klappt es gut mit ihnen und sie sind pünktlich. – Ich möchte einigen Leserbriefschreibern hier und auch der Readaktion mal zu bedenken geben, dass das fortwährende Gemecker und die ständige Benutzung von Wörtern wie „marode“, „gescheitert“, „unattraktiv“ etc etc den politischen Kräften in die Hände spielt, die den ÖPNV kaputt kürzen wollen. – Man kann vieles am Hamburger ÖPNV verbessern wolllen, und ich hätte die Stadtbahn lieber gehabt als die teure U5, aber insgesamt ist das Angebot in Hamburg gut und nicht schlecht.
Wenig Berücksichtigung findet bei der Betrachtung, die wegen maroder Infrastruktur immer schlechter werdende Bahnanbindung ins Umland. Dann wird eben, trotz Kostenvorteil Deutschland-Ticket wieder Auto gefahren. Das sind die desolaten Zustände Elmshorn – Pinneberg, die jetzige Sperrung des Harburger S-Bahn Tunnels, unnötige Verzögerungen Anbindung Geestacht, Wegfall aller sinnvollen Bahnverbindungen nach Mecklenburg für viele Monate, so dass sich ein Auto gekauft werden muss.
Zudem wurden die niedrig hängenden Früchte bei der Busbeschleunigung nie geerntet. So könnte z.B. bei der 13 die Kreuzung Fährstraße / Georg-Wilhelm-Straße gut beschleunigt werden. Dort steht der Bus oft fast 90 Sekunden in der morgentlichen HVZ und es passieren in der Zeit 10 PKW, ein LKW un ein Kleinlaster. Der Bus bringt aber dann letztlich Verspätet und die S-Bahn verpassend sicher 60 bis 80 Fahrgäste zur Station Veddel. Einfach mal machen. Ohne Powerpoint und große Ankündigung.
Wieso verpasst man die S-Bahn, wenn der Bus zu spät zum Bahnhof kommt? Ich dachte, die S-Bahnen würden ebenfalls stets verspätet sein. Diesen Eindruck muss man zumindest gewinnen, wenn man stets die Kommentare hier auf nahverkehrhamburg.de liest. 🙂
Vielleicht sind 10 Prozent der Menschen unzufrieden. Aber die machen einen Lärm für 90 Prozent. Das gilt für alle gesellschaftlichen Belange.
Die Busse sind heute auf einigen Linien langsamer als vor zwanzig Jahren. Aber gilt das nicht auch für den privaten Autoverkehr? Ich kann diese Frage nicht beantworten, aber ich fände es nicht unerheblich, um die längeren Fahrzeiten der Busse besser einordnen zu können.
Eines ist gewiss: Der Radverkehr auf den vorwiegend von vollmotorisierten Fahrzeugen genutzten Teilen der Straßen hat deutlich zugenommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass manch ein Bus nur schwer an langsameren Radfahrern vorbeikommt.
Vorab vielmals Dank für Ihre Recherchen und den interessanten Artikel. Gleichwohl gibt es methodische Schwächen, die Sie zu nicht belastbaren und validen Rückschlüssen verleitet.
Zum einen bauen Verkehrsunternehmen bewusst zeitliche Puffer in Fahrpläne ein, um die Stabilität ihres Angebots zu erhöhen. Bei dem Vergleich der Fahrzeiten wäre es ergo wichtig, auch die Pünktlichkeitswerte von damals und heute miteinander zu vergleichen.
Hinzu kommt Ihre Conclusio, dass der erhöhte Autobestand – noch dazu in der Metropolregion und nicht aufs Stadtgebiet begrenzt (!) – zu langsameren Bussen führen würde. Das ist schon insofern ein Zerrbild, als mehr Autobesitz nicht zwingend zu mehr Autobenutzung führt. In Hamburg ist die Verkehrsmenge sogar deutlich zurückgegangen, wie aus der „Strategie Mobilitätswende“ des Senats zu entnehmen ist:
„Die Verkehrszählungen zeigen, dass die Kfz-Verkehrsmengen (inkl. Schwerverkehr) im Stadtstraßennetz bereits seit dem Jahr 2000 rückläufig sind. Räumlich betrachtet stellt sich die Entwicklung im Kfz-Verkehr differenzierter dar. Der Rückgang betrifft insbesondere Straßen innerhalb der City (Ring 1) und der Kernstadt (Ring 2). Auf den Autobahnen und an Verkehrszählstellen in der Nähe der Landesgrenze ist hingegen eine leichte Zunahme des Kfz-Verkehrs bis zum Jahr 2019 zu verzeichnen. In den von der COVID-19-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 reduzierte sich der Kfz-Verkehr gegenüber 2019 sehr deutlich. Der Verkehr ist im Jahr 2020 um elf Prozent und im Jahr 2021 um weitere drei Prozent zurückgegangen. Auch im Jahr 2022 wurde das Vor-Corona-Niveau nicht wieder erreicht. Die Verkehrsmengen lagen noch etwa zwölf Prozent unter dem Niveau von 2019, was perspektivisch für einen anhaltenden Trend spricht.“
Zugleich hat sich der Anteil des Umweltverbundes im Modal Split von Hamburg deutlich erhöht und der des Autos ist zurückgegangen. Wurden 2008 noch 39% aller Wege mit dem Auto zurückgelegt, waren es 2022 nur noch 32%. Der Anteil im ÖPNV stieg im selben Zeitraum von 19% auf 24%.
Vor diesem Hintergrund erscheint die von Ihnen suggerierte Korrelation zwischen steigendem Autobesitz und langsameren Bussen jedenfalls nicht evident.
So what? Sie schreiben hier über wenige Minuten plus/minus im 10 bis 20 Jahres-Vergleich. Ernsthaft? Muss man den ÖPNV so offensichtlich gegen den Senat politisieren? Vor dem Hintergrund der Zunahme des Autoverkehrs hat sich die Fahrzeit der Busse aufgrund ergriffener Maßnahmen gut bis noch besser gehalten. Und die schnellen ergänzenden X-Busse verschweigen Sie so nebenbei ganz.
Für mich ist wichtig, dass die Busse überwiegend pünktlich kommen. Und das tun sie. Die Fahrzeit ist halt so wie sie ist und sie ist ok und ich kann damit planen.
Dieser theoretisierende und offensichtlich verwöhnte Zeigefinger in Ihrem Artikel nervt mich, ehrlich gesagt. Gucken Sie sich mal den Busverkehr woanders an.
Zum Glück widmet sich Ihre Redaktion ansonsten realen Herausforderungen im ÖPNV.
Hier muss ich sogar einer Linie recht geben, die ansonsten sehr weit weg von meiner Linie 9 ist. 😉
Genau, wie das ständige Thematisieren von „Unzulänglichkeiten“ bei der S-Bahn (man sollte mal die Pünktlichkeitswerte der S-Bahn Hamburg GmbH mit anderen S-Bahn-Systemen Deutschlands vergleichen…) erscheint mir diese kleinliche Minutenzählerei bei den Bussen wie ein Luxusproblem aus den „Westhamburger schnellbahnprivilegierten“ Gegenden.
Mir reicht schon das Gemecker im anderen Forum, wenn ellenlang über einen Wasserrohrbruch in der Kollaustraße oder den Ausfall mal eines Zuges nach Aumühle oder die angebliche marode S-Bahn oder von anderen wiederum über die ebenfalls angeblich marode gewordene AKN gejammert wird.
Sind das die Probleme des „westlichen Nordens“, während es im Spätsommer/Frühherbst vermutlich in zwei Ländern des „östlichen Nordens“ zur Katastrophe kommen wird?
Tja, der Lärm der Meckernden erreicht die Leichtgläubigen, die dann als Konsequenz die Bauernfänger wählen. Aber die von Ihnen erwartete Katastrophe könnte auch zu einer Entzauberung führen.
Bestellter Jubelkommentar aus der Hochbahn oder BVM-Chefetage. Aber das ist typisch für die Hamburger Realitätsverweigerung. Was leider in dem Artikel fehlt ist ein Verweis auf eine mögliche Straßenbahn, die genau das Übel angehen könnte. Denn eine Straßenbahn kann schneller beschleunigen, hat wegen ebenerdiger Einstiege einen schnelleren Fahrgastwechsel und bietet einen höheren Fahrkomfort als die schaukelnden und ungleichmäßig fahrenden Busse.
„Bestellter Jubelkommentar aus der Hochbahn oder BVM-Chefetage.“
Yes Sir, und ich wurde fürstlich entlohnt 🙂 Oder etwa doch nicht … ?
Strassenbahn, die 100ste. Gäääähn! Ich schreibe gern mal etwas Interessantes für Sie, falls Ihr Nischenverein sich mich leisten kann.
An manchen Stellen, wo es mit einem 18m-Gelenkbus schon eng wird, frage ich mich, wie da eine 30m-Straßenbahn durchpassen soll…
wenn man 260 Mio ausgibt, um etwas zu beschleunigen und tatsächlich wird das Gegenteil erreicht, dann kann mschon. die Frage stellen, warum man das überhaupt gemacht hat. Und mit der Ausrede zu kommen, daß ohne das Programm wohl alles noch viel schlimmer wäre, müßte dann halt belegt werden.
Liebe Linie 15,
Das Busbeschleunigungsprogramm war im vergangenen Jahrzehnt ein großes Versprechen des damaligen Hamburger Senats an die Hamburgerinnen und Hamburger. Es war mit einem großen Invest und der Abkehr von einer alternativen Verkehrsplanung (Stadtbahn) verbunden.
Wir weisen in diesem Artikel nach, dass ein großer Teil dieses Versprechens nicht eingelöst wurde, bzw. die Maßnahmen quer durch die Stadt wenig nachhaltig waren. Das ist aus unserer Sicht keine Kleinigkeit. Dies transparent öffentlich zu machen und den Finger in die Wunde zu legen, sehen wir als unsere journalistische Aufgabe.
Beste Grüße
Christian Hinkelmann
Was nützt die besten Bausbeschleunigung, wenn man dann wegen Hausbauarbeiten Busspuren wie die Ecke Luruper Chaussee/von Sauer-Straße jahrelang sperrt?
Ergänzend: Was die 2 betrifft: Ist der nicht 2016 in Ottensen die „kurze Strecke“ über Fabrik gefahren und nicht über Hohenesch? Wer wirklich mal erleben will, was ein Metrobus nicht ist, sollte mal einen ganzen Tag von Bf. Altona nach Bornkampsweg und zurück fahren. Gruselig
Fairerweise muss man aber sagen, dass niemand im M1 die komplette Strecke von Blankenese nach Altona fährt und da täglich sieben Minuten Lebenszeit verliert
Wichtiger Beitrag. Ich habe das vor einigen Jahren hier auch schonmal in ähnlicher Weise analysiert und eingeordnet:
https://www.arnewitte.de/ein-busbeschleunigungsprogramm-das-buslinien-nicht-beschleunigt/
Es ist sehr schade, dass das Potential von Busverkehren für die Verkehrswende nicht ausreichend genutzt wird. Es wäre verhältnismäßig einfach, sehr starke Angebotsverbesserungen zu ermöglichen, wenn man nur wollte.