Trotz Corona: Metronom fährt vorerst weiter wie bisher

Eigentlich wollte die Bahngesellschaft Metronom ihren Verkehr ab diesem Wochenende wegen der Corona-Krise deutlich einschränken – doch dazu kommt er erst einmal nicht.
Christian Hinkelmann
Metronom-Züge in der HafenCity in Hamburg
Metronom-Züge in der HafenCity in Hamburg

Überraschende Kehrtwende: Noch vor einigen Tagen hatte die Bahngesellschaft Metronom angekündigt, ihre Fahrpläne wegen des Coronavirus deutlich auszudünnen (siehe hier) – jetzt will das Unternehmen aber weiterfahren wie bisher.

„Viele Menschen in Niedersachsen sind auf die Züge des Metronom angewiesen. Gerade im ländlichen Raum und an kleineren Haltestellen ist der Nahverkehr oft die einzige Möglichkeit, zur Arbeit oder wieder nach Hause zu kommen“, schreibt das niedersächsische Unternehmen auf seiner Website.

Deshalb habe man sich entschieden, „das vollständige Fahrplanangebot so lange zu fahren, wie es irgend geht“. Die Zahl der Fahrten soll vorsorglich nicht eingeschränkt werden.

„Solange wir ausreichend gesunde Mitarbeiter haben, die die Züge zuverlässig und sicher fahren können, werden wir das auch tun“, sagt Torsten Frahm, technischer Geschäftsführer des Metronom. Die Ansage gilt demnach auch für die Bahngesellschaften Erixx und Enno.

Nach eigenen Angaben können alle drei Bahngesellschaften noch weitgehend jeden Zug besetzten und fahren, es gebe nur sehr wenige krankheitsbedingte Ausfälle. Alle Kräfte seien mobilisiert, um dies möglichst lange aufrechterhalten zu können, heißt es.

[irp posts=“14503″ name=“Coronavirus: Moia stellt Shutttledienst in Hamburg und Hannover ein“][irp posts=“14453″ name=“Coronavirus: Einzelne Fähr- und Buslinien fahren nicht mehr“][irp posts=“14487″ name=“Corona: Zwei Hadag-Linien fallen mindest…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Fahrkartenkontrolle in einem S-Bahnhof. (Foto: Christian Hinkelmann)

Erfolgsrezept gegen Schwarzfahrer: Diese App macht Kontrollen effizienter

Wie lassen sich Fahrkartenkontrollen bei knapper Personaldecke optimieren? Der Rhein-Main-Verkehrsverbund zeigt, wie mit einer selbstentwickelten App die Prüfteams um 20 Prozent effizienter eingesetzt werden können. Hier erklärt ein Verantwortlicher, wie das funktioniert.

Wer hier vom Bus mal eben schnell zur S-Bahn will, braucht eine gute körperliche Fitness - vor allem mit Gepäck. (Foto: Christian Hinkelmann)

Dauerbaustelle Berliner Tor: Endausbau dauert noch Jahrzehnte

90 Stufen, keine Aufzüge, jahrelange Verzögerungen: Am Berliner Tor erleben Fahrgäste täglich eine der härtesten Umsteigesituationen Hamburgs. Wir zeigen, warum sich daran so bald nichts ändert und wieso der Bahnknoten noch lange unvollendet bleibt.

Diese Brücke hinter dem S-Bahn-Zug darf nicht mehr befahren werden - Ausfädelung der Bahnstrecke nach Diebsteich am S-Bahnhof Holstenstraße. (Foto: Christian Hinkelmann)

Holstenstraße: S-Bahn bleibt noch lange gestört

Marode Brücke an der Holstenstraße muss laut Bahn abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dass die DB dazu keinerlei Zeitplan nennt, lässt wenig Gutes erwarten.

Eine Antwort auf „Trotz Corona: Metronom fährt vorerst weiter wie bisher“

Es freut mich zu lesen, dass der Bahnverkehr erst einmal aufrecht erhalten wird. Anders kann die Abstandsregelung, die total gut begründet wurde, auch bei einem geringen Fahrgastaufkommen nicht sicher eingehalten werden.

Richtig Hammer wird sicher der Ausfall des RE 7 in der 17. KW. Ein Blick auf den Baustellenfahrplan für April zeigt schon, dass da massive Corona-Partys steigen werden – erst Recht, wenn dann auch die Fahrgastzahlen wieder ansteigen sollten, weil Deutschland genau dann aus dem Pandemie-Maßnahmen wieder ausschleichen will oder muss. Ich erwarte einen steilen Anstieg der Infektionszahlen längs der Bahnstrecke Hamburg-Kiel, wenn sich nur genügend Leute gezwungen sehen, dann da mitzumachen. Im schlimmsten Fall gibt es dann Anfang Mai den steilsten Anstieg der Fallzahlen in SH ever.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner