U- und S-Bahnhöfe sind zu über 70 Prozent barrierefrei ausgebaut

Seit sieben Jahren baut Hamburg U- und S-Bahnstationen verstärkt barrierefrei aus. Über 70 Prozent sind schon fertig. Die Zeit für die restlichen Stationen drängt. Grund ist ein Gesetz.
Bauarbeiten für den barrierefreien Ausbau der U-Bahn-Station Hagendeel
Bauarbeiten für den barrierefreien Ausbau der U-Bahn-Station Hagendeel

Hamburg investiert seit sieben Jahren kräftig in den barrierefreien Ausbau von U- und S-Bahnhöfen. Allein in diesem Jahr rechnet der rot-grüne Senat mit Ausgaben in Höhe von 31 Millionen Euro – nur für Planung und Bau an U-Bahn-Stationen.

Die Fortschritte sind für HVV-Pendler inzwischen deutlich sichtbar: Insgesamt sind auf Hamburger Gebiet aktuell 59 von derzeit 82 U-Bahn-Stationen der Hamburger Hochbahn komplett barrierefrei zugänglich, teilte die Verkehrsbehörde auf NahverkehrHAMBURG-Anfrage mit. Dazu kommt der U-Bahnhof Jungfernstieg, bei dem bislang nur die Bahnsteige der Linien U2 und U4 stufenlos erreichbar sind. Der Haltestellenteil der U1 fehlt noch. Damit hat die Hochbahn rund 70 Prozent aller Hamburger U-Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut. 

Bei der Hamburger S-Bahn sind 46 der 56 Stationen barrierefrei ausgebaut, was einem Anteil von rund 80 Prozent entspricht.

In diesem Jahr sollen fünf weitere U-Bahnhöfe barrierefrei werden

In diesem Jahr sollen laut Verkehrsbehörde noch fünf weitere barrierefrei ausgebaute U-Bahn-Haltestellen auf Hamburger Gebiet dazu kommen – darunter auch der ganz neue U-Bahnhof Elbbrücken, der im Dezember eröffnet werden soll.

Voraussichtlich noch in diesem Halbjahr will die Hochbahn den barrierefreien Ausbau der Stationen „Alter Teichweg“, „Lübecker Straße“ (U1) und „Straßburger Straße“ beginnen. Die beiden erstgenannten Haltestellen sollen im kommenden Jahr fertig werden – an der „Straßburger Straße“ soll der Bau bis 2020 dauern. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage der LINKEN-Verkehrspolitikerin Heike Sudmann hervor (Drucksache 21/13029).

Demnach läuft an den U-Bahn-Stationen „Klein Borstel“, „Fuhlsbüttel Nord“ und „Landungsbrücken“ derzeit die …

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6 Antworten auf „U- und S-Bahnhöfe sind zu über 70 Prozent barrierefrei ausgebaut“

Optisch würde es zwar nicht so gut aussehen, aber gerade die Stationen Rathaus und Mönckebergstraße ließen sich mit einem Lift ohne Probleme ausrüsten.

Neben den Treppenaufgängen ließe sich seitlich eine Ausbuchtung für die Fahrstühle errichten, da beide Stationen aber einen Außenbahnsteig haben, werden entsprechend auch jeweils 2 Fahrstühle benötigt, was natürlich auch etwas teurer wird.

Bei den Landungsbrücken wird man wohl die Bahnsteige in Richtung Hafentor verlängern müssen, um dort ebenfalls 2 Fahrstühle am Zugang Hafentor installieren zu können.

Um ehrlich zu sein ist 70% mehr als dürftig. Als Mama mit 2 kleinen Kindern war ich ehrlich schockiert, dass es U-Bahn und S-Bahnstationen, vor allem auch an sehr zentralen Punkten der Stadt gibt, die 0 Entgegenkommen für Kinderwägen oder Rollstühle haben. Ich habe mir vorgestellt wie schlimm das für jemanden sein muss, der mit Rollstuhl unterwegs ist, oder bewegungseingeschränkt ist. Wenn derjenige an so einer Station aussteigt und kommt nicht runter vom Bahnsteig, was ist dann wenn der in Not gerät? In Wien z.B. sind alle Stationen zu 100% barrierefrei und in der heutigen Zeit ist es einfach indiskutabel, das nicht nachzurüsten. Zumal die Preise für die Öffis hier 3x so teuer sind wie anderswo.

Leider gibt es noch viele Stationen, die nur einen Ausgang haben und deshalb die Umgebung nicht optimal erschließen. Es wäre schön, wenn die Chance genutzt werden würde, die Aufzüge an zusätzlichen Ausgängen zu schaffen (bspw. Hagendeel) und ggf. die Bahnsteige zu verlängern (bspw. Mönckebergstr.). Und auch zusätzliche Ausgänge ohne barrierefreie Erschließung wären schön, ich denke da vor allem an S Wandsbeker Chaussee, U Alsterdorf und U Feldstr.

Bloß nicht mit Aufzügen neue versuchen zu schaffen! Aufzüge sind in der Regel für Leute mit Gehbehinderung, Mütter mit Kinderwagen und nicht für Leute die zu faul sind die Treppen zu nutzen. Ich sehe es immer wieder bei uns am Bahnhof, der Fahrstuhl liegt in der Mitte von der Station und wird immer wieder von Leuten genutzt die am liebsten von der Station direkt ins Wohnzimmer gebracht werden wollen und der Rollstuhlfahrer muss zugucken und warten, nur weil der Bequeme nicht kurz auf dem Rollstuhlfahrer warten konnte und wollte.

Die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen (Holstenstraße, Berliner Tor, Rothenburgsort, Landwehr, Lohmühlenstr., Sierichstr., Borgweg…). Bei der Feldstraße liegt der Ausgang ja immerhin in der Mitte.

Es bleibt nur zu hoffen, daß man nicht auf die Schwachsinnsidee kommt, die bis zum Stichtag noch nicht barrierefreien Stationen zu schließen, nur um gesetzeskonform da zu stehen. Dies wäre ein wirklicher Schildbürgerstreich.

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