Die Planungen für eine U-Bahn in die Hamburger Stadtteile Osdorf und Lurup werden konkreter. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) stellten gestern – ohne den freigestellten Hochbahn-Chef Robert Henrich – eine aktualisierte Machbarkeitsuntersuchung für den neuen Streckenabschnitt vor.
Darin ging es um die Frage, auf welcher Strecke die neue Tunneltrasse gebaut werden soll, nachdem der Senat im Herbst vergangenen Jahres beschlossen hatte, doch keine S-Bahn in die beiden Stadtteile bauen zu wollen.
Die nach einer mehrmonatigen Untersuchung gestern präsentierte Vorzugstrasse ist keine Überraschung: Sie entspricht genau der Linienführung, die der Hamburger Senat bereits im Jahr 2019
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7 Antworten auf „U5 West: So sieht die Linienführung in Lurup und Osdorf aus“
Man stellt im Jahre 2026 fest dass die Planung von 2019 richtig war, auch schön.
Ich denke es wird nie eine S-Bahn von Holstenstraße zur Bahrenfelder Chaussee geben. Das war von Anfang an eine Schnapsidee (schon wegen der Ausfädelung). Mal sehen wann das offiziell begraben wird, wem dann die Schuld gegeben wird, und was für eine Alternative man dann aufwärmen wird.
Was macht Hamburg nur, wenn das IOC so fies ist und Hamburg die Olympischen spiele 2036 in die Schuhe schiebt? Dann ist nichts mit fertiger U5. Und zu glauben, dass der Bund die exorbitanten Baukosten von 16,5 Mrd. Euro für die Zickzack-U-Bahn zu 80% übernimmt, ist schon ein wenig naiv. Denn parallel dazu soll für die Olympiade ja noch die S6 zum Olympischen Dorf und die U4-Verlängerung über die Elbe zum Kleinen Grasbrook gebaut werden. Von anderen Megaprojekten wie Erneuerung der Eisenbahnelbbrücken, der Erweiterung des Hauptbahnhofs, der A1-Verbreiterung, Neubau der Norderelbbrücke, der Köhlbrandbrücke, Elbtower ganz zu schweigen. Diese gesamte Projektkollektion dürfte auch mit Olympia kaum zu finanzieren sein, zumal Hamburg sich noch immer der Einsicht verschließt, dass man viele Verkehrsbedürfnisse durch ein Straßenbahnsystem (mehr Zugangspunkte, garantierte Barrierefreiheit) besser und vor allem zu 20% der Kosten eines U-Bahn-Baus abwickeln könnte. Und auch oder gerade Straßenbahnen können locker im 90 Sekunden Takt fahren! Dass die Bürger gegenüber den regelmäßig verkündeten Megaprojekten kritisch gegenüber stehen, ist nur zu verständlich, müssen sie am Ende doch die Rechnung bezahlen, über höhere Ticketpreise oder die Kürzung von Sozialleistungen.
Ach Herr Jung, denken Sie doch einfach mal etwas weiter.
Wenn ein bestimmtes Großprojekt gestrichen würde, was Ihnen sowieso nicht gefällt, dann wäre doch genug Geld übrig für die U5-Verlängerung im Westen und die S6 und sogar noch für eine Straßenbahn im Hamburger Westen. Und man kann den Straßenraum in Ihrem Viertel so schön hipp gestalten, wie vor der weiß-lachsfarbenen Supergrundschule mit dem tollen Ornament an der Seite. Das wäre dann ein wahrer FREIRaum (oder war’s freiRAUM?).
(In meiner Gegend sind Grundschulen und sogar Gymnasien meist „Zweck-Flachbauten“ oder so.)
Es lohnt sich also für den Prellbock zu kämpfen.
Was mich bei den derzeitigen Fortkommen der U5 massiv stört, ist, dass man vor allem so plant, dass man möglichst hohe Förderbeträge vom Bund bekommt. Ich habe mir gestern einmal den Jux gemacht und bin die Strecke von den Arenen nach Osdorf nachgeradelt. Die Haltestelle am Einkaufscenter Lurup finde ich nicht optimal, da es dort relativ wenig Wohnbebauung gibt (viele kleine Mehrfamilienhäuser). Auch möchte ich nicht wissen, was die Bewohner des Lüttkamps sagen werden, wenn ihre kleine Straße – sei es bei einer offenen Bauweise ganz oder beim Schildvortrieb für den Bau der Notausgänge – aufgerissen wird.
Weiterhin bin ich schon erstaunt, dass Hamburg befürchtet, nicht genügend? bzw. nicht rechtzeitig Gelder aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungstopf abschöpfen zu können – ohne Olympia. Wird man in dem Fall zwischen finanzieren oder will man den Bau dann bis ins Jahr 2050 verschieben? Immerhin wird seit zehn Jahren geplant, und gerade diese Frage hätte längst geklärt werden müssen. Zum Verkehrssenator Tjark: Dieser sollte sich in Olympia-Werbesenator umbenennen, das passt besser zu seinen derzeitigen Aktivitäten.
Natürlich mag es niemand jahrelang eine Baustelle vor der Haustür zu haben – aber ohne geht der Bau einer U-Bahnhaltestelle eben nicht.
Und was die Lage angeht: man sollte nicht nur gucken wie viele Leute in unmittelbarer Umgebung wohnen sondern auch wie gut die Haltestelle mit dem Bus angebunden werden kann um eine einfache Anbindung der entfernteren Wohngebiete zu erreichen. Da ist eine Lage an der breiten Luruper Hauptstrasse mit den Buslinien nach Schenefeld schon günstig.
Wird die Haltestelle Lurup Mitte so geplant, dass dort in der Zukunft eine S-Bahn-Haltestelle ergänzt werden kann, falls die S6 nach Schenefeld verlängert werden sollte und somit die U5 dort kreuzen würde?
Die S6 soll nur bis Trabrennbahn gebaut werden, die Verlängerung nach Norden ist durch die U5 gestrichen. Die Option nach Schenefeld hat ja auch die U5. Daher wird wohl keine Bauvorleistung für eine S6-Verknüpfung geplant werden. Obwohl ich ja sonst an die Realisierung der Schienenprojekte glaube (@Herr Ruhe: auch an die S4), vermute ich aber, dass der S6-Neubau ohne Olympia nicht kommen wird.
Noch eine Anmerkung zu Herrn Jung (schade, dass er darauf nicht eingehen wird): Eine Straßenbahn bis 2036 falls Olympia so früh kommt, ist doch auch nicht realistisch. Kiel plant bereits und will 2034 eröffnen. In Hamburg müsste man von 0 anfangen, da das alte Stadtbahnkonzept nicht zu den geplanten Sportstätten passt. Eine Stadtbahn baut sich ja auch nicht von jetzt auf gleich. Die Straßenerneuerung der Elbeaustrasse zieht sich für einen kleinen Abschnitt ca. 2 Jahre mit zahlreichen Verkehrseinschränkungen. Die Straßenbahn erfordert solche Sperrungen mal 50(?). Bedenken sollte man dabei, dass man durch den Stadtbahnbau die Straßenkapazitäten einschränkt (stärker als beim U-Bahnbau). Wenn man rund um Trabrennbahn (olympisches Dorf) die Luruper Chaussee sperrt, um eine Straßenbahn zu bauen, muss man sich überlegen, wie die ganzen Baufahrzeuge für das olympische Dorf fahren sollen. Das halte ich für schwierig.