Umfrage: Wie sicher fühlen sich Fahrgäste in Bus und Bahn während des Lockdowns?

Angst vor zu wenig Abstand einerseits, sowie Tiefenentspannung andererseits. Das geht Fahrgästen durch den Kopf, wenn sie im Lockdown täglich mit dem HVV unterwegs sind.
Von Christian Ohrens
Coronavirus, HVV, Hamburg, Maskenpflicht
S-Bahn-Fahrgäste mit Mundschutzmasken im Citytunnel in Hamburg.
Foto: Christian Hinkelmann


Ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeitet aktuell von zu Hause aus. Das hat eine repräsentative Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung ergeben, für die Ende Januar mehr als 6.100 Menschen befragt wurden (siehe hier). Hintergrund ist der aktuelle Corona-Lockdown.

Die Zahlen bedeuten aber auch, dass der Großteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterhin zur Arbeit fahren muss, weil Homeoffice nicht in jedem Berufszweig uneingeschränkt möglich ist, beispielsweise bei Verkäuferinnen und Verkäufern im Supermarkt, Ärzt:innen, Apotheker:innen, Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, Polizei und Feuerwehr.

Viele von Ihnen sind auf ihrem Arbeitsweg weiterhin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Auch Menschen, die zum Beispiel keine Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür haben oder zum Arzt müssen, nutzen weiter den ÖPNV.

Laut HVV sind derzeit immer noch rund 40 Prozent der üblichen Fahrgäste mit Bussen und Bahnen in Hamburg und Umland unterwegs. Für sie wird ein nahezu uneingeschränktes Fahrplanangebot aufrechterhalten.

Dazu kommen zahlreiche Hygienemaßnahmen, wie mobile Reinigungskommandos, die Haltegriffe und weitere Flächen desinfizieren und natürlich die allgemeine Maskenpflicht, die nach HVV-Angaben „intensiv“ kontrolliert werde und an die sich rund 95 Prozent der Fahrgäste halten. Zudem lässt die Hochbahn bei allen U-Bahnen und Bussen alle Türen an jeder Haltestelle automatisch öffnen. Bei der S-Bahn ist das bei den ganz neuen Zügen der Baureihe 490 ebenfalls der Fall.

Doch wie sicher fühlen sich die Fahrgäste in Bus und Bahn bei diesen Maßnahmen tatsächlich? Reichen ihnen diese aus? NAHVERKEHR HAMBURG hat mit sechs regelmäßigen HVV-Nutzerinnen und Nutzern darüber gesprochen, wie gut sie sich derzeit aufgehoben fühlen, aber auch, welche Ängste bei den Fahrten in Bus und Bahn mitschwingen.

Fahrgäste bemängeln zu wenig Mindestabstände

Es seien immer noch zu viele Menschen tagtäglich im ÖPNV unterwegs, fanden zumindest vier der sechs von uns interviewten Fahrgäste. Einige von ihnen bemängelten auch, dass der Mindestabstand – vor allem zu Stoßzeiten – weder im Bus noch in der Bahn eingehalten werden könne. Außerdem würden nicht an allen Bushaltestellen alle Türen aufgehen. Somit könne ein regelmäßiger Luftaustausch im Bus häufig nicht stattfinden, kritisierten andere. Daran ändere auch die vom HVV ausgesetzte Regel, dass auf fast allen Buslinien nur vorne eingestiegen werden darf, nichts.

Die meisten Befragten waren außerdem der Meinung, dass die Maskenpflicht von vielen HVV-Fahrgästen missachtet werde und Verstöße nur halbherzig kontrolliert und geahndet würden. Diese Unachtsamkeit würde diejenigen, die sich korrekt an die Maskenpflicht halten, verunsichern, so die einhellige Meinung der Befragten. „Viele Menschen wissen auch nach einem Jahr immer noch nich…

Auch interessant

ARGO AI-Deutschlandchef Dr. Reinhard Stolle, Christian Senger, Bereichsleiter Autonomes Fahren bei der Nutzfahrzeugsparte von VW und Moia-Chef Robert Henrich (v.l.n.r.)

In diesen Stadtteilen will Moia künftig autonom fahren

Der Fahrdienst Moia will noch in diesem Jahr mit den Vorbereitung für einen fahrerlosen Betrieb starten. Dazu hat sich die VW-Tochter ein ambitioniertes Testgebiet ausgesucht. Mit welchen Herausforderungen Verkehrssenator Tjarks rechnet und was mit dem bisherigen Moia-Dienst passiert.

3 Antworten auf „Umfrage: Wie sicher fühlen sich Fahrgäste in Bus und Bahn während des Lockdowns?“

Also meiner Beobahtung nach verhalten sich 99% aller Fahrgäste vernünftig!. Diejenigen, die es nicht tun, tun es häufig auch um andere zu provoziren. Aber im ÖPNV können mait Maske die Mindestabstände weit bessder eingehatlen werden, als z.B. beim Sonntagsspaziergang an der Alster, wo kaum einer maske trug. Dort ist es auch nicth zu einem massenhaften Corona-Ausbruch gekommen. Dass Busse recht eng sind, ist bekannt, daher ist dies ein weiteres Argument für die Wiedereinfahrung der Straßenbahn, die mehr Luftruam bietet und besser belüftbar ist als ein Bus. Und man vermeidet längere Aufenthalte in U-Bahnstationen, die häufig schlecht belüftet sind.

Da hätte ich doch glatt zwei Themen, zu denen ihr einmal bei den Zuständigen nachhaken könnt:😉

1. U-Bahn:
Bekanntlich soll in den Fahrzeugen immer gut durchgelüftet werden. Warum wurde bisher in den DT5-Fahrzeugen noch nicht das automatische Türschließen beim Stand in den Haltestellen außer Kraft gesetzt, zumal sich in diesem Typ auch nicht die Fenster öffnen lassen? Hier sollten während der Pandemie Änderungen vorgenommen werden: Sowohl sollten die Fenster zu öffnen sein, als auch die Türschließautomatik außer Kraft gesetzt werden.

S-Bahn:
Seit einiger Zeit erfolgt beim Redesign der BR 474 auch eine Erneuerung der Türautomatik, erkennbar an den neuen äußeren Türschließblinklichtern an Triebzug 4049 und den meisten umgebauten Zweisystemern. Plant die S-Bahn GmbH mit diesem Umbau auch die Möglichkeit des zentralen Öffnens der Türen dieser Baureihe ähnlich den DT4-Fahrzeugen? Wenn nicht, dann sollte dieses durch eine Softwaranpassung ermöglicht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.