StadtRad legt zu – aber bleibt weit unter bisherigen Erfolgszahlen

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-News der Woche für Hamburg und Umland: StadtRad-Verleihzahlen verbessern sich nur auf niedrigem Niveau, eine Bundestagsabgeordnete will die parlamentarische Beratung zum Bau einer neuen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover stoppen lassen und aus diesem Grund wollen viele Supermarktbetreiber ihre Parkplätze nachs nicht zum Parken freigeben.
Christian Hinkelmann
Völlig überfüllte StadtRAD-Station am Alsterufer. (Foto: Christian Hinkelmann)
Völlig überfüllte StadtRAD-Station am Alsterufer. (Foto: Christian Hinkelmann)

Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir für Sie die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.

StadtRad legt zu – aber bleibt weit unter bisherigen Erfolgszahlen

1,854 Millionen Mal wurden im vergangenen Jahr die roten StadtRäder in Hamburg ausgeliehen – rund 200 000 Mal öfter als im Jahr zuvor, teilte die Verkehrsbehörde mit. Das entspricht einem Anstieg von 12 Prozent.

Trotz der Zunahme liegt das StadtRad aber noch immer weit hinter den Ausleihzahlen der vergangenen Jahre. Kleiner Vergleich: 2016 wurden die Räder 3,044 Millionen Mal vermietet. 2020 erreichte das System noch immer mehr als 2 Millionen Ausleihen. So gesehen haben sich die Zahlen im vergangenen Jahr auf niedrigem Niveau verbessert.

Im Vergleich zu anderen deutschen Städten liegt das StadtRad weit zurück. Das städtische Radverleihsystem in Köl…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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7 Antworten auf „StadtRad legt zu – aber bleibt weit unter bisherigen Erfolgszahlen“

Was mir beim NahverkehrHamburg-Newsletter gut gefällt sind die Links zu 10-Jahre-alten Artikel. Man Stelle sich vor für diese Wochenübersicht wären die News zu „Falsche S-Bahn-Störungsinfos: Bahn verspricht Verbesserungen“ als Gesamtüberwchrift gewählt worden – man könnte dann anhand der Überschrift nicht erkennen ob dass jetzt die neue Wochenzusammenfassung wäre oder der 10-Jahre-alte Artikel!

So unterschiedlich ist eben die Wahrnehmung einer S-Bahn, die vom Takt und der Erschließung her eine U-Bahn ist, je nach dem wo man in Hamburg wohnt.
Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht das ständige Gejammere über die S-Bahn nachvollziehen, vor allem wenn, wie in Altona, die S-Bahnen dauernd fahren. Einfach, weil ich in meinem direkten Wohnumfeld nie in den Genuss einer dicht getakteten gekommen bin. Seit ich 2001 nach Hamburg Tonndorf gezogen bin, wurde uns immer wieder eine S-Bahn versprochen. Jetzt ist es mir auch egal. Ich habe mich inzwischen mit der unzuverlässigen RB81 abgefunden, die gegenwärtig nur jede Stunde fährt, und auch mit den ganzen Busnotlösungen bei uns.
Übrigens spricht im anderen Forum ein Kommentator das Thema an, was mit der Zuverlässigkeit des S-Bahn-Netzes passiert, wenn die S4 hinzu kommt.

Ich denke nicht, dass noch viel Geld, Arbeit und Boden in neue Strecken der Bahn investiert werden sollten. Die Bahn ist ein veraltetes Verkehrsmittel mit vielen Nachteilen. Das Bauen der Fahrwege ist extrem aufwendig, der Bremsweg ist irrsinnig lang, eine Möglichkeit für spontane Ausweichmanöver gibt es nicht und der Fahrbetrieb ist extrem laut. Das wirkt für mich wie aus der Zeit gefallen.

Dazu kommt, dass die Bevölkerungszahl in unserem Staat seit rund 50 Jahren stagniert und in Zukunft eher mit einer Abnahme zu rechnen ist. Wachstum war also vorvorgestern! Und der Schlüssel für eine „Klimawende“ bzgl. Mobilität liegt bekanntlich nicht im Wechsel der Verkehrsmittel, sondern in der Vermeidung von Mobilität!

Es ist völlig unverstädnlich, warum die DB so einen Druck auf die Umsetzung der Neubausgtrecke Hamburg-Hannover entfacht, der aber auch von den Grünen mit unterstützt wird. Daher ist die Initiative der CDU Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis zu unterstützen die parlamentarische Fassung vorerst auszusetzen und die ganz offensichtlich frisierten, jüngst veröffentlichte „verbesserte“ Nutzen Kosten-Analyse erneut überprüfen zu lassen. Die DB sollte erst einmal alle Maßnahmen des von ihr mitararbeiteten ALPHA-E-Konzepts umsetzen. Sollte dann die Kapazität nicht ausreichen, kann man gerne erneut über eine Neubaustrecke Hamburg-Hannover nachdenken. Entscheidend ist, dass mittels kleinteiliger Maßnahmen jetzt schnell Verbesserungen erreicht werden und nicht erst, wenn 2045 vielleicht eine Neubaustrecke in Betrieb gegangnen ist.

naja wir Beide werden die NSB nicht mehr erleben, aber sie ist alternativlos. Wer das bestreitet, der will als Initiative für eine echte Verkehrswende nicht ernst genommen werden.

Auch wenn es vermutlich hier nur die Wenigsten interessiert, aber der Vollständigkeit halber:
Die RB81 fährt nächste Woche nur einen Stundentakt der Oldesloer Züge, auch während der HVZ.

Aber, wie gesagt, für unseren grünen Verkehrssenator liegt ja selbst das Wandsbeker Kerngebiet „am Stadtrand“…

Tatsächlich ist es den Kunden nicht vermittelbar, wieso die S-Bahn noch an Tag drei nach den Schneefällen mit Problemen zu tun hatte und nach Notfahrplan fuhr. Man stelle sich das mal auf den Straßenverkehr bezogen vor, und wir hätten eine drei Tage lang vom Schnee blockierte Ost-West-Straße: undenkbar.

Die Störungskommunikation ist bei der S-Bahn schon seit Jahren schlecht – schon vor Corona war die S3 / S31 in Hammerbrook im Feierabendverkehr regelmäßig gestört, und auf den Anzeigetafeln, in der App, auf (damals noch) Twitter war davon nichts zu lesen.

Am Mittwoch morgen dieser Woche musste ich ab Hbf mit der S-Bahn fahren, und Gleise 3 und 4 waren wegen eines Notarzteinsatzes gesperrt, es fuhren keine S-Bahnen stadtauswärts.

Es gab keine Durchsagen im Hbf, wie lange die Sperrung dauert, kein Hinweis, ob der Verkehr stattdessen über Gleis 2 abgewickelt wird, auf den Anzeigen war nichts, und in der App ebenfalls nichts zu finden.

Die S-Bahn verspricht seit Jahren Verbesserungen in der Kundenkommunikation – folgenlos.

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