Warum die S4 trotz Bahnsperrung nur langsam vorankommt

Zugausfälle von Mittwoch bis Ende April und eine Vollsperrung über Ostern zwischen Hamburg und Ahrensburg sollen Freiraum für den Weiterbau der S4 schaffen. Doch die Bahn plant nur kleinere Fortschritte und hat einen größeren Meilenstein sogar auf unbestimmte Zeit verschoben.
Christian Hinkelmann
Blick auf die Spundwände und die angefangene Auskofferung am geplanten Ausfädelungsbauwerk der S4 am Bahnhof Hasselbrook im März 2025.
Blick auf die Spundwände und die angefangene Auskofferung am geplanten Ausfädelungsbauwerk der S4 am Bahnhof Hasselbrook im März 2025.

Fahrgäste auf der hochbelasteten Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck benötigen in den nächsten zweieinhalb Wochen noch stärkere Nerven als normalerweise. Ab Mittwochabend fallen viele Zugfahrten bis zum 25. April ganz oder teilweise aus. Am Osterwochenende ist die Strecke auf einem Teilstück sogar komplett gesperrt.

Der Grund: die neue S-Bahnlinie S4. Nachdem es dort auf der Baustelle in den vergangenen Monaten kaum sichtbare Fortschritte gegeben hatte, will die Deutsche Bahn nun wieder verstärkt tätig werden und die kommenden Wochen nutzen, um mehrere Einzelprojekte entlang der S4-Baustelle voranzubringen. Allerdings: Ein wichtiges und seit zwei Jahren andauerndes Teilprojekt wird während der Vollsperrung nicht abgeschlossen.

NAHVERKEHR HAMBURG zeigt, was an der S4 jetzt im Detail gebaut wird, welche Projekte weiter auf sich warten lassen – und wie stark Bahnfahrgäste zwischen Hamburg und Lübeck betroffen sind. Dazu: aktuelle Bilder vom Bau.

Diese Ausfälle sind in den nächsten Wochen geplant

Die Ausfälle und Einschränkungen, die die Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Lübeck angekündigt hat, sind umfangreich und betreffen alle drei Regio-Linien, die auf diesem Abschnitt unterwegs sind. Die Linie RE 80 fällt von Mittwoch, 9. April (22 Uhr), bis Freitag, 25. April (22 Uhr) zwischen Hamburg Hbf und Ahrensburg vollständig aus. Die RB 81 verkehrt in diesem Zeitraum nur stündlich und nur bis Ahrensburg – der Abschnitt weiter bis Bad Oldesloe entfällt vollständig.
Der Regionalexpress RE 8 fährt als einzige Linie nach Fahrplan, hält aber zusätzlich in Ahrensburg – montags bis freitags vormittags (9–14 Uhr) und abends ab 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen frühmorgens (5–9 Uhr) sowie ebenfalls abends.

Am Osterwochenende verschärft sich die Lage nochmals: Von Freitagabend, 18. April (22 Uhr), bis Montagmorgen, 21. April (5 Uhr), wird die Strecke zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Ahrens…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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10 Antworten auf „Warum die S4 trotz Bahnsperrung nur langsam vorankommt“

Die Schließung des Bahnhofs Wandsbek war bereits Mitte Dezember 2021. Aber bei diesen Ewigkeiten für das bisschen Trara, das bisher erledigt wurde, ist es kein Wunder, dass die Jahreszahlen ungenau werden.
Langsam wird es mir egal, was hier geschieht. Meinetwegen kann der S4-Bau eingestellt werden und dafür eine S-Bahn, U-Bahn und Straaaßenbaaaahn!!!! direkt zum Prellbock gebaut werden.
Wenn der Stadt etwas an der S4 gelegen wäre, dann würde sie dafür sorgen, dass es voran geht. Tut sie aber leider nicht. Lächelnde Verkehrssenatoren an super duper Lärmschutzwänden zählen dabei für mich nicht.

Hallo Herr Ruge,

danke für Ihren Hinweis zur Schließung des Bahnhofs Wandsbek. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Die Sperrungen zeigen deutlich die ganze Unsinnigkeit des S4-Projektes, das nur um den Preis realisiert wir, dass der ganze Skandinavien-Güterverkehr durch das Hamburger stadtgebiet gezogen wird. Da sich die Fehmarnbeltquerung sowieso um 5 Jahre verschiebt, besteht keinerlei Zeitdruck die S4 fertigzustellen. Eine Gleichstrom S-Bahn auf separaten Gleisen bis Rahlstedt ist das einzige, was an dem Projekt Sinn macht und könnte bei ein bisschen Anstrengung der DB auch bis 2027 fertiggestellt sein. Alles weitere darüber hinausgehende sollte man schleunigst vergessen und sich auf eine Stabilisierung und frequenzverdichtung des RE/RB- Verkehrs nach Lübeck und Ahrensburg konzentrieren!

Wir brauchen die S-Bahn bis Ahrensburg.. selbst die alte S4 fuhr bis nach Ahrensburg also hören sie bitte auf mit dem Unsinn.

Herr Jung wird niemals aufgeben. Also noch einmal zum Mitschreiben Herr Jung: Der viergleisige Ausbau bis Ahrensburg ist eigentlich viel zu wenig, es muesste mindestens bis Bad Oldesloe bzw. Lübeck viergleisig gehen bzw. mit Ihrer angedachten Alternative. (entlang der A1 für den Güterverkehr). Wenn der Fehmarnbelt bzw. – sund Tunnel fertig sind, wird Hamburg mit einem Bahntsunami aus Skandinavien „beglückt“ werden. Das werden Sie oder ich wahrscheinlich nicht mehr erleben wahrscheinlich, aber zukünftige Generationen werden es uns danken, das wenigsten bis Ahrensburg ein viergleisiger Ausbau erfolgt ist. Und ob das nun als Oberleitung oder als Drittschiene elektrifiziert wird, ist doch egal, allerdings laesst die Oberleitung mehr Trassenflexibilität zu. Ich freue mich schon auf den 17. April und bringe jede Menge Popcorn mit.

„Es besteht keinerlei Zeitdruck die S4 fertigzustellen“ – genau, die ganzen Baustellen mit ihren Einschränkungen, wie z.B. an der Unterführung in der Bovestraße, können noch jahrelang weiterbestehen. Stört ja auch niemanden. Wäre es Altona wäre es was anderes, da sind ja bekanntlich schon Einschränkungen von wenigen Wochen eine „unzumutbare Frechheit“.

Die RB81 nach Bargteheide fährt ab 9.4. aber lt. der verlinkten DB-Seite. Es fallen nur die Züge nach Bad Oldesloe ab Ahrensburg aus (warum auch immer)

Hallo Stefan,

so steht es ja auch im obigen Artikel: „Die RB 81 verkehrt in diesem Zeitraum nur stündlich und nur bis Ahrensburg – der Abschnitt weiter bis Bad Oldesloe entfällt vollständig.“

Bei den Verspätungen die derzeit auftreten wäre es meines Erachtens an der Zeit, dass der Senat anfängt, Druck auf die Bahn auszuüben. Man bekommt den Eindruck, dass die Bahn gar keine Lust mehr hat, dieses Projekt überhaupt fertigzustellen. Was alleine die Baumverzögerungen für Steuergelder kosten mögen, will ich mir aktuell noch gar nicht ausmalen.

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