Wegen Corona: HVV sagt kostenlose Samstage im November ab

Eigentlich wollte der HVV an den vier Samstagen im November kostenlose Fahrten im ganzen Netz anbieten. Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen fällt die Aktion nun aus. Wann wird sie nachgeholt?
Christian Hinkelmann

Es sollte eigentlich eine stark verspätete Reaktion auf die seit Juli vorübergehend gesenkte Mehrwertsteuer sein: An den vier Samstagen im November wollte der Hamburger Verkehrsverbund seinen Kundinnen und Kunden ganztags unbegrenzt viele Freifahrten im ganzen HVV-Netz anbieten – als Ersatz dafür, dass die regulären Fahrpreise trotz des um 1,9 Prozent gesunkenen Steuersatzes auf altem Niveau blieben.

Angekündigt wurde die Maßnahme bereits Mitte August (siehe hier), als die Corona-Fallzahlen in Hamburg noch deutlich geringer waren als heute.

Inzwischen sind die Werte so stark gestiegen, dass der Hamburger Senat und der HVV gestern die Notbremse gezogen und die Freifahrt-Aktion im November kurzerhand abgesagt haben. „Aufgrund der aktuell dynamischen epidemiologischen Lage sind alle Menschen grundsätzlich aufgerufen, Kontakte zu reduzieren sowie auf nicht zwingend notwendige Bewegungen im öffentlichen Raum zu verzichten. Vor diesem Hintergrund halten der Hamburger Senat und der HVV kostenlose Sonnabende derzeit für nicht zielführend“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Verbund und Verkehrsbehörde.

Noch kein Nachholtermin festgesetzt

Wann die zugesagten Freifahrten nachgeholt werden sollen, ist noch offen. Der Verbund spricht von einer Verschiebung der Aktion ins kommende Jahr und erklärt: „Unter Berücksichtigung der Entwicklungen in der Pandemie wird der HVV geeignete Nachholtermine mit allen Beteiligten abstimmen, um auch diesen Teil des Pakets der Mehrwertsteuersenkung entsprechend weiterzugeben.“

Auch auf Nachfrage von NahverkehrHAMBURG, ob sich der Zeitraum, in dem die Aktion nachgeholt werden soll, etwas näher eingrenzen ließe, äußerte sich der Verbund nicht viel konkreter: „Sobald die Pandemie hinter uns liegt“, hieß es dazu nur von Verbundsprecher Rainer Vohl.

Weitere Mehrwertsteuer-Angebote bleiben bestehen

Unberührt von der Absagte der Freifahrt-Samstage im November bleiben die weiteren Sonderangebote, die der HVV aufgrund der vorübergehend gesenkten Mehrwertsteuer derzeit seinen Kundinnen und Kunden anbietet.

So können Zeitkarteninhaber noch bis Jahresende täglich ab 11 Uhr eine Person beliebigen Alters und zusätzlich auch noch drei Kinder bis 14 Jahren kostenlos auf ihrem Ticket mitnehmen. Außerdem hat der Verbund den Rabatt auf alle Einzel- und Tageskarten, die per App, Online-Shop oder HVV-Card gekauft werden, von 3 auf 7 Prozent erhöht – und zwar dauerhaft.

Hinweis in eigener Sache: Normalerweise sind unsere Berichte und Recherchen kostenpflichtig. Wenn Sie unsere News rund um nachhaltige Mobilität in Hamburg regelmäßig lesen möchten, können Sie hier ein Abo abschließen. Vielen Dank.

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Eine Hamburger U-Bahn vom Typ DT5 fährt auf einem Viadukt im Hafen, während sich unten der Autoverkehr staut

Wie die Auto-Zwickmühle die Hamburger Verkehrswende torpediert

Verkehrssenator Tjarks freut sich zu früh über den 2025 gesunkenen Autobesitz. Weite Teile der Hamburger haben zu wenig Vertrauen in Bus, Bahn und Carsharing als Alternative zum eigenen Auto. Der Senat müsste dringend nachsteuern, wenn die Verkehrswende gelingen soll.

Ein Radweg in der finnischen Stadt Oulu. Der Winterdienst gilt dort gilt weltweit als Vorbild.

Schlechter Winterdienst auf Hamburger Radwegen? So geht es besser

Viele Hamburger Radwege sind im aktuellen Wintereinbruch schlecht geräumt. Dass das mit vertretbarem Aufwand auch deutlich besser laufen könnte, zeigt eine Großstadt in Finnland. Sie setzt auf strenge Vorgaben, hohe Strafen, ein innovatives Feedback-Modell und Schwarmintelligenz. So sieht ihr Erfolgsrezept im Detail aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner