Welche HVV-Projekte haben auch ohne Olympia noch Chancen?

Hamburg hat sich entschieden: Die Mehrheit der Einwohner will keine Olympischen Spiele in der Stadt. Doch sind damit auch die umfangreichen Ausbaupläne im HVV vom Tisch? Nicht ganz. Ein Teil davon hat auch ohne Olympia Realisierungschancen. Für die U4-Verlängerung Richtung Süden dürfte es dagegen schlecht stehen. Eine Blitzanalyse.
Visualisierung: U4-Endhaltestelle Elbbrücken
Visualisierung: Die geplante U4-Endhaltestelle an den Elbbrücken
Foto: Hochbahn (gmp-Architekten)

Aus der Traum: Hamburg wird sich nicht für die Austragung der Olympischen Spiele 2024 bewerben. Eine knappe Mehrheit hat gestern bei einer Volksabstimmung gegen das Sportereignis votiert.

Abseits der sportlichen und politischen Dimensionen ist davon auch der Nahverkehr betroffen. Die umfangreichen Olympia-Ausbaupläne im HVV mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro sind damit erst einmal vom Tisch.

Allerdings: Einige HVV-Projekte haben auch nach dem Olympia-Aus noch gute Chancen auf Realisierung. Für die geplante U-Bahnlinie U5 könnte die Entscheidung sogar von Vorteil sein. Eine Blitzanalyse:

Die gute Nachricht: Das “Nein” zu Olympia dürfte keine direkten Auswirkungen auf die großen S-Bahn-Projekte der nächsten Jahre haben: Die neuen S-Bahnstrecken nach Bad Oldesoe (S4) und Kaltenkirchen (S21) sowie die neue Verstärkerlinie S32 zwischen Elbgaustraße und Innenstadt sind eh schon gesetzt und stehen nicht oder nur marginal mit Olympia im Zusammenhang. Auch die in den Olympia-Plänen erwähnte neue S-Bahn-Abstellanlage in Halstenbek dürfte zu Beginn des kommenden Jahrzehnts kommen, denn sie ist für diese neuen Linien voraussichtlich notwendig.

Auch die in den Olympia-Plänen genannte frühere Beschaffung von zusätzlichen S-Bahn-Fahrzeugen wird möglicherweise auch ohne das Sportfest Realität. Diese Züge sind nämlich für eine geplante S-Bahnstrecke nach Itzehoe und Wrist vorgesehen und müssen laut S-Bahn-Verkehrsvertrag bis Herbst 2018 verbindlich bestellt werden. Das bedeutet: Wenn sich Hamburg und Schleswig-Holstein für die neue S-Bahn—Strecke entscheiden, müssen die dafür nötigen Zü…

Auch interessant

Ein Linienbus mit zahlreichen gesperrten Sitzplätzen in der US-Stadt Portland. Droht so etwas bald auch in Hamburg?

Passagierlimit in Bus und Bahn? So funktioniert es im Ausland

Die Bundesregierung hat auf der Suche nach weiteren Infektionsschutzmaßnahmen den öffentlichen Nahverkehr in den Fokus genommen. Eine Idee ist offenbar ein Passagierlimit in Bahn und Bus. Wie so etwas funktionieren kann, zeigen sechs Beispiele aus dem Ausland.

Coronavirus, HVV, Hamburg, Maskenpflicht

Corona: Sachsen warnt vor ÖPNV-Nutzung – Mallorca verbietet Fahrgästen das Reden

Lange hat die ÖPNV-Branche behauptet, dass ihre Fahrzeuge Corona-sicher seien. Inzwischen stellen das offenbar immer mehr Städte und Länder infrage und reagieren mit Warnungen, gesperrten Sitzplätzen, Zugangskontrollen und sogar Redeverboten. Ein Überblick und eine Antwort auf die Frage, ob auch im HVV eine FFP2-Maskenpflicht kommt.

14 Antworten auf „Welche HVV-Projekte haben auch ohne Olympia noch Chancen?“

Vermute ich auch, das das Geld was eingeplant war nicht in dem Umfang für den HVV ausgegeben wird….
Schade! wenn doch dann bitte endlich zuverlässige Vollzugfahrten auf S2 und S11

Ich schließe mich WW an. Nolympia = mehr Geld für ÖPNV und Fahrrad. Na, wie wär’s mit einer Stadtbahn? Und die U4 dahin, wo sie gebraucht wird: zum Stübenplatz! Viele andere Städte bekommen guten Nahverkehr ohne Olympia hin. Hatte Kopenhagen je Olympia? Nein! Lyon? Nein. Bordeaux? Nein! Es ist so arm, so zu tun, als sei ohne Festivalisierung unserer Stadt kein Geld für vernünftige Verkehrsprojekte vorhanden.

Ist doch gut so. der Hamburger Senat hat nun 1,2 Milliarden Euro, die fest für Olympia verplant waren, übrig. Die neue U5 soll grob geschätzt 3,5 Milliarden kosten. Das heißt, Hamburg könnte jetzt mit einem Schlag ein Drittel der neuen Strecke bauen. das würde zumindest für die Anschlüsse von Bramfeld, Steilshoop, Osdorf und die Arenen reichen.

Jetzt werden wir sehen, wie wichtig rot-grün der U-Bahn-Ausbau wirklich ist!

Übrigens: Mit den 1,2 Milliarden könnte man auch mit einem Schlag ein komplettes Stadtbahnnetz bauen, für das der Bürgermeister nie Geld übrig hatte 😉

Leider sind fast alle Kommentatoren den Argumenten der Olympia-Gegner auf den Leim gegangen: es ist mitnichten so, dass mit dem Nein mehr Geld zur Verfügung steht. Im Gegenteil: das Geld, das eingeplant war, wird es nun gar nicht geben, da die Zuschüsse an die Olympischen Spiele gekoppelt waren. Man wird mühsam Regionalisierungsmittel beim Bund und der EU beantragen müssen und es fließt ein Bruchteil dessen, was man braucht; eine U Bahn auf der Metrobuslinie 5 hat unter diesen Umständen keine Chance, weil der Streckenverlauf als Parallelbetrieb zur U2 gewertet werden wird. Damit müsste Hamburg die U5 komplett selbst bezahlen und das wird nicht passieren.
Meine Prognose: sicher ist die Station Oldenfelde, relativ sicher ist die Ausweitung der U4 in Richtung Horner Geest. Ebenfalls relativ sicher ist der Rückzug der AKN auf der Linie A1 zugunsten der S21 – in diesem Fall muss man sich allerdings schon fast fragen, ob das nun wirklich noch sinnvoll investiertes Geld ist, denn es wird kein einziger Anwohner durch den Tausch AKN zur S-Bahn zusätzlich erschlossen. Sicher gestorben ist der Sprung über die Elbe – ein m.E. dramatisches Faktum für die Hamburger Stadtentwicklung. Und ich glaube, dass die S4 ebenso wie der Fehmarnbelttunnel nicht kommen werden (der Tunnel ist an dieser Stelle unabhängig von Olympia) und ich halte auch die U5 leider für ein Phantom – es wird sie nicht geben, allerhöchstens als Strecke zwischen Sengelmannstraße und Bramfeld und damit ist sie ein Anhängsel der U1 und die alternative Streckenführung über Barmbek für die Bewohner sinnvoller. Leider keine guten Aussichten für Hamburg und den Nahverkehr. Die Busse (möglicherweise schadstoffarm oder -frei) werden das Rückgrat des Hamburger Nahverkehrs bleiben und wir stehen fröhlich in übervollen Bussen, die im Verkehrskollaps stecken bleiben. Gute Nacht, Hamburg!

Glückwunsch an alle die mit NEIN gestimmt haben .
Anstatt den Ausbau , auf den kleinen Grasbrook , auf die lange Bank zu schieben .
Sollte nun möglichst schnell , ohne den Umweg über Olympia. Ein neuer Wohnbezirk errichtet werden .
Die Stadt braucht dringend neuen ( bezahlbaren ) Wohnraum in der Stadt .
Olaf Scholz darf nicht den Eindruck erwecken . Das zwar Geld für eine Olympiade besorgt werden kann .
Aber das für uns Hamburger , das Geld für neue Wohnungen nicht zur Verfügung steht .

Nach dem Aus für Olympia , müssen sich die Verkehrsplaner vorhalten lassen .
Das die Gelder für die U4 sinnlos verpulvert worden sind . Wenn man nicht zügig den neuen Stadteil Olympia Quartier realisiert.

@ Fahrgast:
Selten so etwas dämliches gelesen. Die Wahrheit ist: Die 1,2 Milliarden Euro waren erstens noch nicht fest verplant, und zweitens wären sie u.a. erst durch höhere Steuereinnahmen aufgrund olympischer Spiele erwirtschaftet worden.
Wo jetzt nichts Zusätzliches erwirtschaftet wird, gibt es auch keine 1,2 Milliarden Euro für was auch immer.
Weder für die Sanierung von Schwimmbädern noch für neue U-Bahnen noch für mehr Sozialwohnungen.

Ich glaube jetzt wird so gut wie gar nichts mehr für den ÖPNV ausgegeben. Es geht nun mehr Geld als eh schon geplant in den MIV. Schade schade:(

Mit dem derzeitigen Bürgermeister sehe ich den Ausbau des ÖPNV auf dem Abstellgleis…

Aber genau jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt mit dem nun frei gewordenen Geld ein großes und leistungsfähiges Stadtbahnnetz aus dem Boden zu stampfen, das Entlastung vom Bestandsnetz bringt!

In Hamburg hat sich eine breite Neinsager-Mentalität verfestigt, die zusammen mit dem chronischen Geldmangel des Stadtstaates zur Erstarrungs-Mentalität zu werden droht. Wenn große Ideen in einer Stadt nicht mehr umzusetzen sind, dann sind die jungen, kreativen und leistungsbereiten Menschen schon bald auf der Suche nach einem anderen Ort, wo man zukunftsorientierter ist. Die entsprechende Apps gibt es, um einem in Sekunden zu zeigen, wo man hier und heute besser leben kann. Ohne diese jungen Menschen kann keine Stadt eine Spitzenstellung im Wettbewerb der Metropolen behalten!

Olympia war vielleicht die letzte Chance, um im Windschatten dieses Projektes eine Menge in Hamburg zu bewegen. Jetzt aber muss der Senat gegen das Image kämpfen, “da geht nichts mehr.” Das könnte auch die U5 betreffen (und nur ganz naive Leute glauben, dass man dann stattdessen doch noch eine Stadtbahn bekäme; die würde nämlich genauso abgelehnt).

Ja, viele ÖPNV-Maßnahmen für Olympia wirkten auf den ersten Blick kleinteilig und provinziell, manches auch mit heißer Nadel gestrickt. Die Hochbahn-Pläne waren dagegen gut durchdacht, aber leider hat niemand den Menschen erklärt, warum z.B. diese kleinen Umbauten an der U-Bahn neue Zukunftsoptionen geschaffen hätten: Bahnhofsneubauten am Ring hätte man nutzen können, um zu 50 Prozent das historische Problem zu kurzer Bahnsteige anzugehen. Was für ein betriebliches Hemmnis die sind, wissen die meisten Fahrgäste leider nicht: Man braucht in Hamburg nur deshalb immer zwei verschieden lange U-Bahnfahrzeuge. Das ist unnötig teuer.

Der Rück-Rück-Bau der Kurve von Schlump nach Christuskirche hätte eine zusätzliche U-Bahnlinie von Eimsbüttel wieder zum Knoten Sternschanze möglich gemacht und einen betrieblichen Bypass für die künftig am stärksten belastete Strecke Jungfernstieg – Burgstraße (U2, U4) geschaffen. Bei Pauli-Spielen und Hafengeburtstag hätte diese Verbindung auch ihren Nutzen gehabt. Sternschanze werden künftig vier S-Bahnlinien mit über 100.000 Fahrgästen halten, ein hochattraktiver Umsteigepunkt, den man endlich optimal ausgestaltet hätte…..

@Fahrgast
Es ist ja nicht so, dass kein Geld für die Stadtbahn da ist, da die U Bahn ja ein vielfaches ( ca. 5 fach) kostet. Es sind bei Scholz und seiner Wirtschaftsclique ( Handelskammer + Cons) ja ideologische Gründe. Ansonsten würde er ja nicht das dumme Zeuge reden, dass eine Stadtbahn die Stadt auf 200 km durchschneiden würde. Sprach’s und baute auf der Kollaustr. im Rahmen der Busbeschleunigung eine Autospur mehr anstelle einer Busspur ( Höhe Niendorfer Str.).

Das kann man wirklich alles nicht mehr ernst nehmen.

P.s. Kürzlich mal wieder mit dem Zuckelbus M 5 gefahren. Hält vor jeder Ampel, wie vorher auch.

Ich persönlich sehe in der weiteren Planung der S21 nach Kaltenkirchen keine “gute Nachricht”, sondern lediglich ein weiteres Projekt mit massiver Steuergeldverschwendung, welches ebenfalls verhindert gehört.

@Hafenlöwe:

Betrifft M5

Das ist so, also die Dritten Zähne darfst Du in der Wippe nicht haben….
5 Minuten Ersparnis von Burgwedel nach Hauptbahnhof ist erbärmlich, zumal es völlig egal ist,
denn nur absolute Vollpfosten fahren die gesamte Strecke, und Vollpfosten ist es nunmal egal,
ob es 55 Minuten oder 60 Minuten dauert….

Gruß
Jan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.