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Werbekampagne soll mehr Lust auf Radfahren in Hamburg machen

Radfahren in Hamburg soll sich moderner und hipper anfühlen sowie sicherer werden. Dafür will die Stadt im Herbst 2018 eine fünfjährige Werbekampagne starten.
Christian Hinkelmann
Fahrradstraße Leinpfad in Hamburg
Fahrradstraße Leinpfad in Hamburg
Foto: Christian Hinkelmann

Hamburg will mehr Lust aufs Fahrradfahren machen und für mehr Sicherheit im Straßenverkehr werben. Dafür soll im September 2018 eine groß angelegte Marketingkampagne starten.

„Die Kampagne soll positiv auf das Mobilitätsverhalten als Teil der Lebenskultur ausstrahlen ohne zu belehren oder zu moralisieren“, heißt es in der europaweiten Ausschreibung, an der sich Werbeagenturen bis zum vergangenen Montag beteiligen konnten.

Radfahren in Hamburg soll „hipp“ werden

Ziel sei es, die Hamburger auf kurzen bis mittleren Strecken in der Stadt zum Radfahren zu motivieren, das Gemeinschaftsgefühl aller Verkehrsteilnehmer auf den Straßen zu verbessern und das Radfahren in der Metropole Hamburg als urbaner Lebensstil zu positionieren.

Mit anderen Worten: Fahrradfahren in Hamburg soll sich in Zukunft „hipp“ und modern anfühlen.

Die groß angelegte Werbekampagne wird von der Hamburg Marketing GmbH in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde geplant und soll bis Ende 2021 laufen. Neben klassischer Online- und Offline-Werbung sollen auch Messen und Veranstaltungen mit in die Kampagne einbezogen werden. Das Budget liegt bei 1,5 Millionen Euro jährlich, wie aus den Ausschreibungsunterlagen hervorgeht (siehe hier).

Politische Reaktionen fallen unterschiedlich aus

„Veränderungen brauc…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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20 Antworten auf „Werbekampagne soll mehr Lust auf Radfahren in Hamburg machen“

Von dem Geld ein paar Ordnungshüter*innen einstellen, die die Fahrradstreifen von parkenden Autos befreien. Dann läuft das von allein!

Ich pendle täglich die B75 von Tötensen nach Harburg mit dem Rad. Täglich ein neues Abenteuer. Schlaglöcher, Wurzeln, unachtsame Autofahrer, Poller mitten auf dem Radweg. Teilweise komplett unbeleuchtet! Die sollten erstmal Geld in die Hand nehmen, sanieren und dann erst eine Kampagne starten!

Auf die Kampagne sollte komplett verzichtet werden. Das ist rausgeschmissenes Geld! Wenn die Rad-Infrastruktur besser wäre, würde Werbung schon allein durch die Nutzer funktionieren, die Positives zu berichten hätten.

Die beste Werbung fürs Fahrradfahren sind gute Radwege. Die sind für jeden sichtbar, für Fußgänger, Autofahrer und ÖPNV-Nutzer, und damit eine bessere Werbung als dümmliche Lifestyle-Plakate. Wenn man die 4,5 Millionen Euro in den Ausbau der Radinfrastruktur stecken würde, hätte man wesentlich mehr und wesentlich länger davon. Kleiner Tipp an den Autor: für das Wort „hip“ und andere Wörter, die er nicht kennt, einfach mal online beim Duden nachschauen.

@Spacelord
Falls Sie mal in den Senat einziehen, dann denken Sie bitte an mich. Ich möchte dann als „Kontrolleur“ eingestellt werden. 50.000€ Jahresgehalt nehm ich ohne zu murren 🙂

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, für die 1,5 Mio. pro Jahr Kontrolleure durch die Stadt zu schicken, die ausschließlich Falschparker auf Radwegen bzw. Radstreifen „abzockt“. Und zwar so „abzocken“, dass es richtig weh tut, d.h. sofort abschleppen. Dann kostet der Latte Macchiato halt mal 250 Euro. Setzt man mal ein Jahresbruttogehalt von 50.000 Euro pro Kontrolleur an, dann wären das immerhin 30 Leute. Die sollten dann selbstverständlich auch ein Dienstfahrrad bekommen 🙂

Was soll die Kampagne? Die Leute, die heute nicht Radfahren werden dann genau einmal das Rad herausholen. Nach der ersten Fahrt werden dann die meisten von ihren Nahtoderlebnissen zu berichten wissen, sei es durch belagbedingte Stürze, Kollisionen mit anderen Radlern oder geschockt durch eng überholende oder hupende Autos.
Aber Hauptsache heiße Luft erzeugen…
Wie wäre es einfach mit einer für HH kostenlosen Fahrradförderungsmaßnahme? Wie wäre es, wenn HH die Räumpflicht im Winter nicht auf einen 1 Meter breiten Streifen beschränkt sondern auf den ganzen Bereich von Hauswand bis Bordsteinkante/Fahrbahn ausweitet. Das wäre nur eine Satzungsänderung und fördert den Radverkehr mehr als irgendwelche Plakate und Spots.

An anderer Stelle hatte ich einen ähnlichen Satz schon mal geschrieben:
Das PR-Gequatsche ist leider wichtiger geworden als die tatsächliche Sache.

Schade, dass der Satz auch für andere Themen Gültigkeit hat.

Wichtiger als eine Werbekampagne wäre den Belag der z.T. völlig maroden bestehenden Radwege zu erneuern. Denn dieser ist in vielen Fällen absolut unfallträchtig. Sind die Radwege gut, dann kommen die Radler von alleine. Die Werbekampagne ist eine der Hamburg typischen Verkaufsshows, ohne dass sich grundlegend etwas ändert!

Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele. Vielfach sind die Fahrradwege wirklich zu unebenen und engen Rumpelpisten geworden (vom Grünschnitt fange ich lieber gar nicht an). Die Wegeführung ist auch nicht immer klar nachvollziehbar. Auch die Abstellmöglichkeiten sind vielerorts noch lange nicht optimal.

Das Geld sollte zuerst in die Instandsetzung und Ausbau von vorhandener und ggf. in Neubau von Fahrradinfrastruktur gesteckt werden.

Aber eine Kampagne macht halt mehr her als irgendwo eine Baustelle…

Ach, es ist doch immer das Gleiche:
Statt um ein zukunftsfähiges Nahverkehrssystem (in allen! Stadtteilen) zu kämpfen, werden wieder PR-Aktionen gemacht, die hauptsächlich auf die Pflege des eigenen Klientels hinauslaufen.
Bündnis 90 / Die Grünen haben nichts, aber auch gar nichts von ihren Wahlzielen beim Scholzomaten durchgebracht, nur dieses wage „Fahrradstadt“ als gönnerhaftes Trostpflästerchen bekommen. Und von diesem Versagen soll nun wieder abgelenkt werden. (Wäre man ehrlich und nicht machtbesessen gewesen, hätte man damals gesagt: „Liebe SPD, du gestehst uns keines unserer ureigensten Anliegen zu zu verwirklichen? Dann suche dir bitteschön einen anderen Partner.“)

Mal sehen, ob sich Bündnis 90 / Die Grünen auch für eine lebenswerte Umwelt und für Radfahrerbelange im autobelasteten Bezirk Wandsbek einsetzt, oder ob es wieder nur um die Quartiere ihres Klientels geht?

@ Christian Schmidt
die Kampgne läuft ja über mehrere Jahre, da ist der Monat nicht so entscheidend.

Die Sache ist ja so, dass HH die Luft sauberer bekommen muss, weil sonst Klagen drohen, die sogar persönliche Konsequenzen für bestimmte politische Entscheider haben könnten. Wie krieg ich jetzt die Leute dazu, ihr Auto aus freien Stücken öfter einmal stehen zu lassen? Nun, da hatte man jetzt diese glorreiche Idee und ich würde sagen: schauen wir mal. Jedenfalls wird man sehr vorsichtig sein, um ja keine Wähler zu verprellen. Die Wahrheit will ja sowieso keiner so genau wissen 😉

Das es nochmal soweit kommt, dass ich der CDU Recht geben muss. Steuerverschwendung ist dabei noch zurückhaltend formuliert. Veruntreuung und Korruption kommt der Wahrheit vielleicht näher. Auf jeden Fall gewinnt man durchs Geldausgeben Freunde. Die Ausschreibung passt da vielleicht auch wie Faust auf Auge auf eine Werbeagentur die gerade dringend mal beschäftigt werden muss, oder?

Wieso riecht die Angelegenheit für mich so nach Alibiaktionismus? Hmm…

Vielleicht, weil nach dem Schneefall am Montag die KFZ-Spuren der Fuhle schon frühmorgens schneefrei und abgestreut waren, allerdings die Radspuren an der Fuhle bis zum Abend nicht geräumt wurden? (Und schreibe keiner, bei dem Wetter würde niemand radfahren – da eierten dauernd Radfahrer durch die von ein- und ausparkenden PKW festgefahrenen Schneereste.) Oder weil sich immer noch niemand in Polizei und Politik für die Blockierparker auf den Radwegen dieser Stadt interessiert? Oder weil es immer noch keinen Meter regulariengerechten Radschnellweg in dieser Stadt gibt?

Hmm… Warum riecht Ganze für mich nach Alibiaktionismus? Vielleicht deshalb:

„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen, nicht an ihren Worten.“

Ausbaukampagne soll den Ausbau und Neubau sinnvoller Bahnstrecken vorantreiben!
So und nicht anders.

S4 im 10 Minuten Takt, U5, S21, S32, kompletter Vollzugeinsatz S3, U4 Wilhelmsburg -> Harburg, U4 Jenfeld, U2 Bergedorf, mögliche U2 Verlängerung bis Burgwedel, Verknüpfung S4 und U1 in Ahrensburg West, und und und

Also die U2 nach BUrgwedel halte ich mal für zu kurz gedacht. Oberirdisch bis nach Quickborn macht Sinn.

Und wenn wir schon dabei sind, Die U2 nach Garstedt, die Flughafen S1 nach Quickborn mit einem Kreuzungs-Umsteigebahnhof Höhe Gutenbergring/Norderstedt bei Tesafilm.

Burgwedel und Niendorf-Nord kann man gut mit einem (Schnell-) Bus verbinden, der ausschliesslich am Mode-Centrum hält. Das dauert auch icht mehr als 8 Min. Und fahren muss er auch nur alle 20 Minuten…

Ausserdem halte ich persönlich die U2 am anderen Ende nach Oststeinbek und Glinde für weitaus sinnvoller.

So ist es. Aber auf U5, S21, S32, Verlängerungen U2, U4, neue Wagen für S3… das braucht doch keiner, genau wie gute Radwege. Hamburg sollte alles in eine Straßenbahn investieren. Mehr braucht man nicht.

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