Wie ein Hamburger Start-up den einsamen Beifahrersitz zum Geschäftsmodell macht

Mit leeren Autositzen clever Geld verdienen, ohne sich mit Mitfahrern unterhalten zu müssen. Ein Hamburger Startup vermittelt Mitfahrgelegenheiten für Gegenstände. Mitgründerin Katharina Kreutzer verrät, wie es funktioniert, was man verdienen kann und welche Gegenstände überraschend oft transportiert werden.
Christian Hinkelmann
Katharina Kreutzer hat das Hamburger Start-up MUVN gegründet - Mitfahrgelegenheiten für Gegenstände. (Foto: MUVN)
Katharina Kreutzer hat das Hamburger Start-up MUVN gegründet - Mitfahrgelegenheiten für Gegenstände. (Foto: MUVN)

Mal eben im Internet ein gebrauchtes Fahrrad in Dresden bestellt, eine Bücherkiste von Freunden aus München oder ein geerbtes Möbelstück aus dem Schwarzwald, das nach Hamburg soll.

Wer solche Einzeltransporte benötigt, muss meist horrende Preise an Speditionen zahlen – oder selbst fahren.

Ein Start-up aus Hamburg will diesen Transportmarkt revolutionieren und dafür ungenutzte Kapazitäten in Fahrzeugen nutzen. Denn: Jeder zweite Pkw in Deutschland ist leer unterwegs. Autofahrer können somit Geld verdienen, ohne sich auf langen Strecken mit Mitfahrern unterhalten zu müssen.

Im NAHVERKEHR HAMBURG-Interview erklärt die Wahl-Hamburgerin Katharina Kreutzer, wie sie auf die Idee gekommen ist, wie das Geschäftsmodell funktioniert, was der Versand kostet und wie viel man als Autofahrer damit verdienen kann.

NAHVERKEHR HAMBURG: wie ist die Idee zu Ihrem Start-up MUVN entstanden?

Katharina Kreutzer: Die Idee entstand aus einer ganz persönlichen Beobachtung, die mich frustrierte. Als ich von Regensburg nach Hamburg zog, fiel mir auf, dass klassische Logistikunternehmen private Sendungen oft gar nicht annehmen oder wenn doch, dann nur zu horrenden Preisen. Also überlegte ich, wie ich meinen Umzug kostengünstig und nachhaltig gestalten kann. Immer wenn mich Freunde aus meiner Heimat in Hamburg besuchten, lud ich ihr Auto einfach voll mit den Dingen, die ich für mich oder andere transportieren wollte. Sie sagten darauf immer nur, ich könne mitgeben, was ich wolle, solange sie dabei mit niemandem sprechen müssten. Im Gegenzug lud ich sie zum Essen ein – also ein Win-Win. Da kam mir schließlich die Idee, daraus ein Geschäftsmodell zu machen: eine Mitfahrgelegenheit für Gegenstände.

Ich kenne in meinem Bekanntenkreis viele Menschen, die keine Lust auf herkömmliche Mitfahrge…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Eine Antwort auf „Wie ein Hamburger Start-up den einsamen Beifahrersitz zum Geschäftsmodell macht“

Danke für das Interview. Bemerkenswert ist für unsere Branche die Beobachtung, dass junge Leute seit Corona offenbar weniger Lust auf Mitmenschen haben (Stichwort: Desozialisierung). Das ist für den ÖV ein Problem, aber auch für klassische Ridesharing-Dienste. Hier braucht es Antworten, wenn der Shift weg vom eigenen Auto in Hamburg anhalten soll.

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