Winterbilanz: S-Bahn nur an einem Tag weitgehend planmäßig

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-Nachrichten der Woche für Hamburg und Umland: Neue Senatszahlen zeigen das Ausmaß der S-Bahn-Probleme im Januar, Bahnfahren in Schleswig-Holstein wird teurer und Hamburger Elektrobusse sind deutlich günstiger im Betrieb als Diesel.
Christian Hinkelmann
S-Bahn im Schnee im Bahnhof Klein Flottbek in Hamburg (Foto: Christian Hinkelmann)
S-Bahn im Schnee im Bahnhof Klein Flottbek in Hamburg (Foto: Christian Hinkelmann)

Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir für Sie die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.

Winterbilanz: S-Bahn nur an einem Tag weitgehend planmäßig

Der Wintereinbruch im Januar 2026 hat bei der S-Bahn Hamburg zu einem fast zweiwöchigen Dauerkrisenmodus geführt. Das belegt eine aktuelle Senatsantwort auf Nachfrage der LINKEN, die NAHVERKEHR HAMBURG vorliegt.

Während U-Bahnen und Busse trotz Glätte weitgehend fuhren, herrschte bei der S-Bahn Ausnahmezustand: In der zwölftägigen Frostperiode vom 2. bis 13. Januar gab es nur an einem einzigen Tag (7. Januar) ein weitgehend planmäßigen Betrieb.

Besonders hart traf es Pendler der Linie S5: An zehn von zwölf Tagen fiel die Linie zwischen Elbgaustraße und Neugraben komplett aus oder wurde stark ausgedünnt.

Der Senat übt deutliche Kritik am Zustand der Infrastruktur: Der Bund und die Bahn hätten Investitionen jahrelang vernachlässigt.

Auch der On-Demand-Shuttledienst Moia musste vor dem Winterwetter kapitulieren. Fünf Tage lang lag laut Senat der komplette Betrieb still. LINKE-Verk…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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9 Antworten auf „Winterbilanz: S-Bahn nur an einem Tag weitgehend planmäßig“

Danke für den Überblick. Zu „Bahnsteigtüren“: Ich stoße mich daran, dass Sie die Tat von Wandsbek Markt zum „Tod zweier Menschen“ verkleinern. Das war ein schlimmer erweiterter Suizid, aus Sicht der 19-Jährigen und deren Familie eher ein Totschlag, wenn nicht gar Mord. Das sollten Sie m.M.n. beim Namen nennen, denn erst daraus ergibt sich auch die vollkommen richtige Antwort der Hochbahn. Gegen so ein Verhalten hilft keine Bahnsteigtür der Welt. Die schützt bei Gedränge, aber ein boshafter/verwirrter Mensch findet seinen Weg, um andere zu töten. Dann sucht er sich halt einen Fernbahnsteig, so zynisch das auch ist.

E-Busse im Winter: Kalt und nass. Und Akku-Züge der Nordbahn haben Schwierigkeiten oder fallen aus…. Der Senat in HH ist über die S-Bahn entsetzt. Warum, der Senat oder auch die HH-Behörden haben in diesem Winter auch heftig versagt. Schneeräumen z.B. um den Altonaer Bahnhof: Fehlanzeige, besser auf den Sommer warten. Selbst Schneeräumen um das Altonaer Rathaus, wer macht das eigentlich? Wir, die Bezirksverwaltung. Schnee und Eis am Teufelsbrückanleger, total vergessen. Die bisherige Winterbilanz in HH ist unter -5 . Und der Liebling des Verkehrssenators: Das Fahrrad fiel ganz und gar aus, er selbst kann sich aber auch immer gerne mit dem Dienstwagen abholen lassen. Das ist auch total ok. Nach dem Winter ab 21.03.2026 sollte das Thema Winter gemeinsam und gut aufgearbeitet werden.

Also ich habe keinen Unterschied in der Temperatur zwischen E-Bussen und Dieselbussen gemerkt. Eher umgekehrt, die VHH-E-Busse waren den ganzen Winter sehr gut. Aber Hauptsache mal irgendwas gegen Elektromobilität gewettert… (Wortspiel beabsichtigt).

Mich wundert, dass in der ganzen S-Bahn-Thematik (bzw. des negativen Trends) der Name Kay-Uwe Arnecke (bzw. dessen Ruhestand) gar nicht auftaucht.

Liebes NAHVERKEHR HAMBURG Team, ihr hattet vor einiger Zeit eine wunderbare Analyse dazu gemacht, warum die Situation bei der S-Bahn so ist, wie sie ist und zum großen Teil auch gar nicht anders sein kann, weil vieles „systemimanent“ ist. Also lasst doch bitte die Beiträge im Stil wie heute. Die kann ich mir auch im „anderen Forum“ abholen, mit den entsprechenden Kommentaren der einschlägig Bekannten.

Mich würde viel mehr interessieren, ob der Endetermin der Generalsanierung eingehalten wird, ob ich im Mai zum Beispiel wieder mit dem RE1 Richtung Stralsund fahren kann, oder doch lieber weiterhin die A20 nehmen sollte.
Wisst ihr dazu schon etwas oder könntet ihr dazu evtl. auch einmal recherchieren?
Ich zweifele das aufgrund dieses harten Winters sehr an. Der wird der Generalsanierung so richtig ins Kontor geschlagen haben. Bezeichnend war ja schon, dass die „Halbzeit“ von der DB bejubelt wurde, als die tatsächliche Halbzeit schon längst überschritten war. Danach wurde es ganz still um dieses Thema.

Hallo Herr Runge,
danke für Ihren Kommentar. Vielleicht zur Einordnung: Wir arbeiten bei NAHVERKEHR HAMBURG ganz bewusst mit zwei unterschiedlichen Formaten, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken.

Der Wochenrückblick, in dem der von Ihnen kritisierte Beitrag erschienen ist, ist ein reines Überblicks-Gefäß. Er richtet sich an alle, die unter der Woche wenig Zeit hatten und sich am Ende der Woche schnell und komprimiert darüber informieren wollen, was wichtig war. In diesem Format veröffentlichen wir Kurznachrichten ohne Vertiefung, bewusst „frontal“ und faktenorientiert. Genau dafür ist der Wochenrückblick da.

Daneben – und das ist der zweite, mindestens genauso wichtige Teil unserer Arbeit – veröffentlichen wir in der Regel ein- bis zweimal pro Woche Analysen, Hintergrundberichte, Interviews und längere Recherchen. Dort gehen wir genau auf die systemischen Fragen ein, die Sie ansprechen: warum Dinge so laufen, wie sie laufen, welche Zwänge es gibt, wo politische Verantwortung liegt und wo nicht. Die von Ihnen erwähnte Analyse zur S-Bahn gehört genau in diese Kategorie.

Bei uns hat also beides seinen Platz:
– der schnelle Überblick für den Alltag
– und die tiefe Einordnung für alle, die verstehen wollen, warum etwas so ist.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Die Unzuverlässigkeit der S-Bahn wäre noch erträglich, wenn die Fahrgast-Information zumindest gut funktionieren würde.

Aber steigende Unzuverlässigkeit im Betrieb kombiniert mit der Unzuverlässigkeit der Fahrgast-Informationen (egal, ob am Bahnsteig oder in der App) macht die S-Bahn absolut unattraktiv.

Bei beidem verspricht die S-Bahn seit Jahren immer und immer wieder Besserung. Und ebenso seit Jahren ändert sich nichts substanzielles zum Guten – keine zuverlässigen Live-Daten, kaum Infos bei spontanen und kurzfristigen Störungen.

Bahnsteigtüren und hoher Aufwand: Das ist natürlich Quatsch und eben auch typisch Deutsch. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. In Japan sind fast alle U Bahnstrecken (gut ich bin nicht alle abgefahren) mit Bahnsteigtüren ausgestattet. Diese sind allerdings lediglich 1.5 Meter hoch; In Buckarest behillft man sich als Barriere mit Bändern. Der Anlass für Bahnsteigtüren sollte allerdings nicht diese furchtbare Untat eines Menschen sein, sondern mehr die Idee, daß das Fehlen von Bahnsteigtüren eine potentielle Gefahr darstellt, die z.b bei Massenpaniken zum Ausdruck kommen kann.

Eine Massenpanik ist sicherlich auch kein alltägliches Phänomen, dem nun überall etwas entgegengesetzt werden muss – erst recht keine verschlossenen Bahnsteigtüren, die selbst zur Falle werden könnten.

Man muss hier evtl. etwas von der Vollkasko-Mentalität wegkommen. Weltweit sind auch hoch-frequentierte Bahnhöfe ohne Bahnsteig-Barrieren ausgerüstet, und dennoch kommt es – zum Glück! – sehr selten zu Unglücken welcher Art auch immer.

Die Argumente der Hochbahn gegen Bahnsteigtüren sind nachvollziehbar, und eine absolute Sicherheit bzw. ein Schutz vor einem (erweiterten) Suizid oder anderen Unglücken kann bedauerlicherweise nie erreicht werden.

Selbst auf Hauptbahnhof Nord U2/U4 sind keine Bahnsteigtüren geplant, und dort sehe ich besonders großes Problem, da diese engen Bahnsteige nicht erweitert werden sollen und die Haltestelle trotzdem dann eine der großen Umsteigestationen sein wird. Darauf habe ich schon mehrfach hier und im Hochbahnblog hingewiesen. Es wird sich nichts daran ändern.

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