Wo man ohne Auto kaum zum Weihnachtsmarkt kommt

Wie lang Menschen in und Hamburg zum nächsten Weihnachtsmarkt brauchen, unterscheidet sich je nach Wohnort sehr. Mobilitätsarmut gibt es selbst in der reichen Millionenmetropole. Hunderttausende Menschen verzichten deshalb unfreiwillig auf Wege im Alltag, wie eine exklusive Auswertung zeigt.
Paul Meerkamp
Weihnachtsstimmung und HVV-Busse am Hamburger Rathausmarkt.
Weihnachtsstimmung und HVV-Busse am Hamburger Rathausmarkt.

Glühwein, gebrannte Mandeln oder kleine Geschenkideen – für viele Menschen in Hamburg gehören Weihnachtsmärkte im Winter einfach dazu. Doch um das festliche Ambiente genießen zu können, muss man die Weihnachtsmärkte erst einmal erreichen. Und das fällt – je nach gewähltem Verkehrsmittel – und Wohnort selbst in Hamburg manchen Einwohnerinnen und Einwohnern schwer.

Im Umland sieht es noch düsterer aus. NAHVERKEHR HAMBURG zeigt, wo die Mobilitätsarmut in und um Hamburg vor Weihnachten am größten ist und was die Verkehrsbehörde dagegen unternehmen will. Die Rückmeldung vom Hamburger Verkehrsverbund fällt hingegen überraschend kurz aus.

Das Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität hat mit dem Projekt Mobi.Mapr am Mittwoch die Erreichbarkeit von Weihnachtsmärkten unter die Lupe genommen. NAHVERKEHR HAMBURG lagen die Ergebnisse exklusiv vorab vor. Im bundesweiten Vergleich schneidet die Freie und Hansestadt gut ab. Durchschnittlich brauchen Menschen hier nur 14 Minuten, um ohne Auto den nächsten Weihnachtsmarkt zu erreichen.

Weihnachtsmärkte sind in Hamburg änhnlich schnell ohne Auto erreichbar wie in anderen Stadtstaaten. Karte: BWIM/Mobi.Mapr Hintergrundkarte: CARTO/OSM
Weihnachtsmärkte sind in Hamburg änhnlich schnell ohne Auto erreichbar wie in anderen Stadtstaaten.

Karte: BWIM/Mobi.Mapr Hintergrundkarte: CARTO/OSM

Der Kopf hinter diesem Artikel

Paul Meerkamp besitzt, seit er zehn Jahre alt ist, eine ÖPNV-Dauerkarte. Der Politik- und Datenjournalist wohnt in Kiel. Nach der Arbeit düst er gerne mit dem Rad oder der Fähre zum nächsten Strand. Seine Recherchen drehen sich oft um Statistiken und Gesetzesänderungen.

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5 Antworten auf „Wo man ohne Auto kaum zum Weihnachtsmarkt kommt“

Auch dieser Artikel zeigt: Die Hamburger Verkehrspolitik bekommt nichts gebacken. Die Rolle rückwärts mit dem populistischen Parkplatzmoratorium ist dann nur noch das i-Tüpfelchen oben drauf. Gerade die wichtigsten Weihnachtsmärkte sollten gut mit den Öffis oder dem Umweltverbund erreichbar sein. Dann ist es besonders peinlich, wenn die Performance der S-Bahn in diesen Tagen mal wieder massiv einbricht und es nicht ausreichend beleuchtete Fahrradparkplätze an den Weihnachtsmärkten gibt. – Aber vielleicht sollte man auch weniger Weihnachtsmärkte genehmigen, die ja im Innenstadtbeeich und in Altona häufig weniger als 500 Meter auseinanderliegen. Aber das passt ja nicht zu Hamburg, das sich ja gerne als Hauptstadt der Eventkultur inszeniert…..

Okay, dieser Beitrag passt sehr gut in die Jahreszeit. Aber es gibt Wichtigeres, als auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen. Ich persönlich hasse Weihnachtsmärkte: ungesundes Essen, Alkohol, Kitsch, Menschengedränge und vor allem diese unerträgliche Raucherei.

Danke schön für diese Untersuchung.

Da steht ja meine Gegend (und auch Rahlstedt) mit ihrer RB81 und Linie 9 gar nicht so schlecht da.
Umso wichtiger ist es, dass diese Holons und wie sie alle heißen endlich aus der Hafencity herauskommen und dort fahren, wo sie wirklich gebraucht werden. Dort, wo die weißen, rosafarbenen und hellgrünen Flecken sind.

Danke schön für eure Arbeit im alten „Mobilitätsjahr“ und viel Erfolg fürs neue.

Euch und allen Leser*innen ein frohes, friedvolles Weihnachtsfest.🎄🌠

Danke für diese anschauliche Betrachtung und die schönen Karten. 🎄 Als bekennender Weihnachstmarktmuffel bin ich froh, wenn ich den drei Märkten auf meinem Arbeitsweg ausweichen kann.
Ich würde an dieser Stelle übrigens eher bei der Raumstruktur ansetzen, anstatt das Verkehrsangebot hochzuziehen. Wann schaffen wir endlich obligatorische Budenstandards in der Fläche? 20 Liter Glühwein/Abend auf 100 Einwohner, verteilt an fußläufig erreichbaren Orten im ganzen hvv-Gebiet. In spärlich besiedelten Landkreisen ggf. direkt beigemengt im Trinkwasser?
Bei aller Ironie erkenne ich natürlich an, dass finanzielle Armut ziemlich bescheiden ist. Ich habe ja selbst eine ähnliche Karte mit Lebensmittel-Tafeln gebaut (vor dem D-Ticket), siehe Link hinter meinem Handle.

Danke für eure stets informative – und oft auch unterhaltsame – Arbeit, liebes Team! Ich wünsche euch stets einen erreichbaren Glühpunsch in det Redaktion und ruhige & gesunde Feiertage!

Mit dem ÖPNV kommt man vom Weihnachtsmarkt auch wieder zurück. Mit dem Auto nicht, jedenfalls nicht legal nach einem Besuch der sich auch gelohnt hat 😉

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