Wochenrückblick: Ein Jahr lang keine AKN-Züge und Startschuss für S-Bahn-Ausbau im Hamburger Süden

Außerdem: Feuer in Elmshorn legt Bahnverkehr bis Sonntag lahm, Gratis-Deutschlandticket übertrifft Erwartungen und Radwegeausbau hinkt Senatszielen hinterher. Hier sind die wichtigsten Nachrichten der Woche zu Mobilität in Hamburg und Region.
Christian Hinkelmann
Blick auf die gesperrte AKN-Strecke in Ellerau. Im Hintergrund ist bereits der zweigleisige Ausbau erkennbar.
Blick auf die gesperrte AKN-Strecke in Ellerau. Im Hintergrund ist bereits der zweigleisige Ausbau erkennbar.

Hier fassen wir Ihnen alle wichtigen Mobilitätsnews der Woche für Hamburg und Umland zusammen.

Einjährige AKN-Vollsperrung gestartet

Seit Montag müssen Fahrgäste der AKN zwischen Ellerau und Burgwedel in Ersatzbusse umsteigen. Für den Ausbau der Strecke zur S-Bahnlinie S5 ist der Abschnitt rund ein Jahr lang voll gesperrt. Das wurde nötig, weil bei einer ersten Langzeitsperrung im vergangenen Jahr nicht alles fertig wurde und nun nachgeholt werden muss. Da der Ersatzverkehr mit Bussen damals sehr rumpelig lief und viel Kritik verursacht hat, hat die AKN dieses Mal nachgebessert – unter anderem mit einem Expressbus, der von Ellerau über die Autobahn bis Niendorf Markt fährt. Nach Medienberichten verliefen die ersten Tage auch recht reibungslos. Allerdings wartet schon der nächste ungeplante Ausfall auf dem Südteil der AKN-Linie A1 zwischen Burgwedel und Eidelstedt, wo eigentlich seit Montag wieder durchgehender Zugverkehr stattfinden sollte: Am nächsten Wochenende (ab 13.9.) fallen dort aus betrieblichen Gründen alle Zugfahrten aus.
Mehr hier: NDR, Abendblatt [€], AKN [Ausfall]

Feuer: Bahn bei Elmshorn voll gesperrt

Ein brennender Elektrobus, der sich in Elmshorn unter einer Bahnbrücke festgefahren hatte, hat am Donnerstag zehntausende Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer viele Nerven gekostet, denn der Zugverkehr rund um Elmshorn wurde komplett gestoppt. Die Sperrung soll mindestens noch bis Sonntag andauern.
Mehr hier: Deutsche Bahn

Startschuss für S-Bahn-Ausbau im Hamburger Süden und Osten

Nach vielen Jahren Wartezeit fällt am Freitag endlich der symbolische Startschuss für den Kapazitätsausbau auf den Hamburger S-Bahn-Strecken nach Harburg und Bergedorf. Die stark ausgelasteten Strecken werden bis Ende 2029 umfassend technisch modernisiert und mit neuer Strom-, Weichen- und Signaltechnik ausgestattet. Der Ausbau ist Voraussetzung für die geplante neue S-Bahnlinie S6, die ab Ende 2029 die Linien S3 und S5 zwischen Neugraben und der Innenstadt verstärken soll. Mehr Einzelheiten dazu werden im Laufe des Freitags bekanntgegeben.

Gratis-Deutschlandticket: Erwartungen übertroffen

Das kostenlose Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler aus Hamburg entwickelt sich seit seinem Start Anfang September zum Renner. Die Nachfrage ist laut HVV deutlich höher als erwartet. Seit Beginn des neuen Schuljahres wurden bereits 173.000 Tickets ausgegeben – 67.000 davon als Neu-Bestellungen, zusätzlich zu 106.000 bestehenden Schüler-Tickets. Der HVV berichtet, dass täglich über 1.000 neue Anträge eingehen und die geplanten 168.000 Tickets schnell überschritten wurden.
Mehr hier: NDR

Doppelte Abbuchungen in HVV-App

In der HVV-App ist es am 21. und 23. August zu Doppelabbuchungen bei Ticketkäufen gekommen. Betroffen waren vor allem Einzel- und Tagestickets. Der Zahlungsdienstleister „Logpay“ informierte die betroffenen Kunden per E-Mail und versprach eine Rückerstattung des zu viel abgebuchten Betrags. Laut HVV-Sprecher Rainer Vohl wurde der Systemfehler inzwischen behoben.
Mehr hier: Mopo

Nach Ausfällen: Metronom fährt wieder etwas öfter

Ab Mitte September fahren die Metronom-Züge wieder stündlich zwischen Bremen und Hamburg. In den letzten Monaten wurden Fahrpläne reduziert, da es zu wenig Personal gab. Besonders betroffen war die Strecke, auf der jeder zweite Zug nur bis Scheeßel (Landkreis Rotenburg) fuhr. Mit der Wiederaufnahme des vollständigen Betriebs passt der Landkreis Harburg ab dem 10. September die Fahrpläne von sechs Buslinien an.
Mehr hier: NDR

Verfehlt Hamburg schon wieder Radwege-Ausbauziel?

Die rot-grüne Koalition in Hamburg wird wohl auch in diesem Jahr weniger neue Radwege bauen, bzw. sanieren als zugesagt. Statt der versprochenen 60 bis 80 Kilometer pro Jahr wurden bis zum 21. August lediglich 22 Kilometer fertiggestellt, wie der Senat auf Nachfrage des CDU-Verkehrspolitikers Richard Seelmaecker eingeräumt hat. Damit wird das Mindestziel bis Jahresende nur noch schwer zu erreichen. Bis Dezember will die Behörde noch rund 32 Kilometer Radwege schaffen – darunter in der Budapester Straße, Königstraße, Max-Brauer-Allee, Rugenbarg, Fersenweg, Marschbahndamm und Vierländer Bahndamm. In den vergangenen Jahren verfehlte die Verkehrsbehörde die Marke von 60 Kilometern immer wieder: 2022 wurden nur 53 Kilometer erreicht, 2023 waren es 57 Kilometer. Allerdings betonte Senator Tjarks auf X: „In den letzten 4 Jahren haben wir über 250 km neue Radwege gebaut – eine Verdreifachung im Vergleich zur Legislatur 2011-2014.“
Mehr hier: Abendblatt [€], Taz, X

Das sind Hamburgs schlimmste Radwege

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat erneut die gefährlichsten und unzumutbarsten Radwege in Hamburg identifiziert. Besonders kritisiert werden die Bereiche rund um den Hauptbahnhof, die Palmaille in Altona, die Buxtehuder Straße in Harburg und der Poppenbütteler Weg in Wandsbek. Auch im Neubaugebiet Fischbeker Reeder fehlt es an sicherer Radinfrastruktur.
Mehr hier: T-Online

Name für U-Bahn-Station auf Grasbrook gesucht

Noch ist die geplante Verlängerung der Hamburger U-Bahnlinie U4 im Hamburger Hafen bis zum Grasbrook noch längst nicht in trockenen Tüchern, aber die Hochbahn sucht schon einmal öffentlichkeitswirksam nach einem Namen für die geplante neue Haltestelle. Bis zum 16. September können alle Interessierten online ihre Vorschläge einreichen. Die Hochbahn prüft sie dann nach Kriterien wie Lesbarkeit, keine lebenden Personennamen, Verortung und technische Eignung. Eine Jury aus HVV, Bezirken, Behörden und Stadtteilen wählt bis zu drei Vorschläge aus. Im November entscheiden die Hamburgerinnen und Hamburger über den neuen Haltestellennamen. Die U4-Verlängerung im Hafen soll im günstigsten Fall ab Anfang der 2030er Jahre zum Grasbrook fahren.
mehr hier: Hochbahn

Pendelbetrieb auf der U3

Vom 10. bis 26. September verkehren die Züge der U3 zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Barmbek nur im Pendelbetrieb. Grund sind notwendige Bauarbeiten zur Erneuerung von Gleisen und Weichen. Die Züge fahren im 15- bis 20-Minuten-Takt, an beiden Endhaltestellen ist ein Umstieg erforderlich.
Mehr hier: Hochbahn

Bleiben Sie mobil und kommen Sie gut ins Wochenende.

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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5 Antworten auf „Wochenrückblick: Ein Jahr lang keine AKN-Züge und Startschuss für S-Bahn-Ausbau im Hamburger Süden“

Die einfachsten Dinge werden nicht bedacht. Leider leider leider !

Es braucht keine s6. Man sieht tagtäglich wenn in veddel ein RTW einsatz ist wie alles zusammenbricht und Züge nicht mehr fahren können oder wenn gebaut wird und Züge wieder mal nur bis Hauptbahnhof oder Hammerbrook fahren. Es braucht ne zweite querung und kein VET oder S6

es braucht beides…Und wenn die digitalen Neandertaler, die die Deutschen (ich habe 20 Jahre in London gelebt, daher „die“) endlich in dem Zeitalter ankommen, dann funktioniert das auch. Aber ja die U4 muß JETZT in Richtung und Harburg geplant werden (gerne als Viadukt, wenn preiswerter und sicherer), dazu gehört auch die Umwandlung von brachliegenden bzw. Industriegebieten an einer möglichen Strecke in Wohnraum.

Was hat die Hochbahn denn gegen den Namen Grasbrook? Dieser Name geht auf eine Zeit zurück, als dort noch Kühe weideten – eine schöne Erinnerung an die frühe Hamburger Geschichte. Ich würde diesen Namen am liebsten zur Wahl stellen …

Beim Radwege Ausbau ist so viel in Bewegung und im Bau. Als Radfahrerin stelle ich immer wieder Erleichterungen fest, da sind für mich die reinen Zahlen nicht die oberste Bewertungskategorie. Ich war in der Vergangenheit politisch tätig und habe in den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts erlebt welchen Stellenwert der Ausbau von Radwegen, Radstreifen für die CDU, und leider auch die SPD hatte, nämlich genau 0 bis -0, da wundert es mich schon, dass man sich in der CDU überhaupt dazu äußert. Die äußern sich doch sonst nur wenn Parkplätze wegfallen. Aber wir alle wissen, es stehen Wahlen an und das wird sicher ein Thema werden. Populisten sind halt so, weil die eigenen Ideen fehlen.

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