Wochenrückblick: Marode Brücke stoppt S-Bahn, HVV-Hop-Ausbau geplatzt

Das sind die wichtigsten Mobilitäts-News der Woche für Hamburg und Umland: Eine plötzlich entdeckte kaputte Brücke stoppt den S-Bahn-Verkehr in Hamburgs Innenstadt, die geplante HVV-Hop-Ausweitung in Harburg fällt vorerst aus und die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin startet.
Christian Hinkelmann
S-Bahn in Altona Nord in Hamburg
S-Bahn in Altona Nord zwischen Diebsteich und dem Bahnhof Altona in Hamburg

Was war diese Woche im Hamburger Verkehrssektor wichtig? Hier fassen wir Ihnen die relevantesten Nachrichten zusammen, damit Sie den Überblick behalten und Zeit sparen.

Marode Brücke blockiert S-Bahnverkehr auf unbestimmte Zeit

Diese Woche war für S-Bahn-Fahrgäste wahrlich nicht einfach: Erst musste eine Baustellensperrung zwischen Altona, Dammtor und Hauptbahnhof spontan um zwei Tage verlängert werden, dann wirbelten am Donnerstag eine Signalstörung und eine Stellwerksstörung sämtliche Fahrpläne durcheinander (bis zu 60 Minuten Verspätung!) und zusätzlich kam auch noch die Nachricht, dass DB bei einer Routineinspektion eine marode S-Bahn-Brücke an der Holstenstraße entdeckt hat, die ab sofort nicht mehr befahren werden darf. Damit ist kein S-Bahnverkehr vom Dammtor Richtung Altona mehr möglich. Wie lange? Das ist unklar. Die Brücke müsse umfangreich untersucht und instand gesetzt werden, heißt es von der Deutschen Bahn. Dafür müsse ein Zeitplan erarbeitet werden. Die S2 fährt ab sofort nur noch im zehn-Minuten-Takt und verkehrt in der Innenstadt im Ringverkehr: Von Altona nach Bergedorf fahren die Züge über Dammtor, in der Gegenrichtun…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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3 Antworten auf „Wochenrückblick: Marode Brücke stoppt S-Bahn, HVV-Hop-Ausbau geplatzt“

In einer halben Stunde geht’s los:
https://www.lok-report.de/news/deutschland/verkehr/item/60371-deutsche-bahn-generalsanierung-der-metropolen-verbindung-zwischen-hamburg-und-berlin-gestartet.html

„… – mit schnellen Anschlüssen an U- und S-Bahn, und zwar nicht nur am Hauptbahnhof, sondern schon an der Landesgrenze, zum Beispiel in Wandsbek und nahe Glinde.“
Interessant, dass der Grüne Martin Bill Wandsbek „an der Landesgrenze“ sieht (so wie Steinfurter Allee, was er wohl mit „nahe Glinde“ meint). Aber auch nicht verwunderlich, denn schließlich sind wir ja nicht „das Gelbe vom Ei“ (oder die grüne Banane).😉

Und, naja, dass Frau Sudmann sich nur für Diebsteich und co. interessiert, und nicht etwa auch für die S4, die ebenfalls verspätet sein wird, ist ebenso nicht verwunderlich. Und aus dem Wandsbeker Bezirksverband hört man auch kein „Uns gibt es auch noch!“ Muss wohl wegen dem „großen Ganzen“ (oder so) so sein. Habe wohl doch zur Bürgerschaft falsch gewählt… (Bloß, dann wüsste ich in Hamburg keine Partei mehr, die für mich noch wählbar wäre.)

Fassen wir also die Wohltaten, die die Deutsche Bahn den Hamburger Pendlern und Pendlerinnen in den letzten zwei Wochen bescherte, kurz zusammen: Die S4 verzögert sich um mindestens ein Jahr, Diebsteich und die Fehmarnanbindung auf unbestimmte Zeit, Sperrungen dauerten länger, oder werden spontan (und ebenso auf unbestimmte Zeit) eingerichtet.
Dazu die Sperrung der Stecke nach Berlin, die praktischerweise mit einer Sperrung der SEV-Zubringer-S-Bahn nach Bergedorf einhergeht.

Es macht schon etwas fassungslos, mit welcher Ignoranz die Bahn sich erlaubt, machen zu können, was sie will, ohne dass sie auch nur die geringste Nachfrage oder Druck seitens des Senats befürchten und ohne dass sie sich, die Probleme und deren Lösungen auch nur ansatzweise in der Öffentlichkeit erklären müsste.

Stattdessen Schweigen beim Verkehrssenator und bestenfalls floskel-reiche Mitteilungen seitens der Bahn, die ChatGPT nicht hätte blumiger schreiben können.

Und jede schlechte Nachricht müssen Presse und Opposition der Bahn erst mühsam aus der Nase ziehen. Eine Woche wird noch felsenfest behauptet Diebsteich sei im Plan, obwohl längst alle wissen, dass das eh nichts wird. Und erst wenn es sich gar nicht mehr leugnen lässt, wird zähneknirschend zugegeben „Jaaa ihr habt ja Recht.“

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