Wochenrückblick: Gratis-Ticket startet – U4-Verlängerung stockt

Außerdem: Hochbahn verlängert Taktausdünnung bei Bussen, SPD-Politiker will HVV-Rabatt für bestimmte Gruppe, E-Scooter-Knöllchen werden seltener und Stadt im Umland will deutlich früher als Hamburg nur noch mit E-Bussen fahren. Hier sind die wichtigsten Nachrichten der Woche zu Mobilität in Hamburg und Region.
Christian Hinkelmann
Zwei Frauen kaufen ein HVV-Ticket in Hamburg.
Zwei Frauen kaufen ein HVV-Ticket in Hamburg.

Hier fassen wir Ihnen alle wichtigen Mobilitätsnews der Woche für Hamburg und Umland zusammen.

Gratis-Deutschlandticket für Schüler startet

Ab Sonntag können Schülerinnen und Schüler aus Hamburg vollkommen kostenlos deutschlandweit mit dem Öffentlichen Nahverkehr fahren. Dann gilt das neue Gratis-Schüler-Deutschlandticket, das der rot-grüne Senat zum neuen Schuljahresbeginn eingeführt hat.

Inoffiziell dürfen die rund 210.000 Schülerinnen und Schüler sogar schon jetzt kostenlos mit dem HVV fahren. Der Verbund drückt bei Kontrollen für die wenigen Tage zwischen dem ersten Schultag am Donnerstag und dem offiziellen Start des neuen Tickets am Sonntag ein Auge zu. Schulkinder aus Niedersachsen sollten sich übrigens keine Hoffnungen auf ein kostenloses oder zumindest vergünstigtes Deutschlandticket machen. Laut SPD-Verkehrsminister Olaf Lies hat das Land zu wenig Geld.
Mehr hier: NDR [HVV-Regelung] und NDR [Niedersachsen]

Hochbahn verlängert Taktausdünnungen bei Bussen

Eigentlich hatte die Hochbahn zu Beginn der Hamburger Sommerferien angekündigt, insge…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „Wochenrückblick: Gratis-Ticket startet – U4-Verlängerung stockt“

Schlimm, wie einfach, wenn das Geld knapp wird, Bustakte ausgedünnt werden und Zugverbindungen gestrichen werden. Warum sperrt man, um die Fahrbahnen zu schonen, nicht mal einige Straßen? Wie stark da wohl der Aufschrei wäre. Natürlich sind Fahrten in der Nacht vielleicht entbehrlich, aber dass kann ja auch der Anfang von mehr sein. Und nicht jeder kann aufs Auto umsteigen.
Und, wie hoch wäre der Aufwand fürs Schülerticket eine Einkommensprüfung einzuführen gegenüber der Einsparung?

Noch was zum Jobticket/Deutschlandticket/Freifahrtticket – bitte nur als Denkanstoß betrachten:

Soziale Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich sind sehr hohe Güter in unserer Gesellschaft. Das Aufhalten des Klimawandels könnte aber als noch wesentlicher erachtet werden. Da unsere Ressourcen aber begrenzt sind, müssen wir diese zielgerichtet mit höchstem Nutzen einsetzen.

Folglich sollten die Vergünstigung durch das Jobticket/Deutschlandticket bzw. die Freifahrttickets nur denjenigen zur Verfügung stehen, die dadurch möglicherweise auf die Nutzung von privaten motorisierten Fahrzeugen in einem nennenswerten Maß verzichten.

Das hieße also, dass Kinder und Jugendliche gerade nicht in den Genuss dieser Vergünstigungen kommen dürften. Der Umstieg vom Fahrrad in den Bus wäre ja nicht hilfreich. Dies gilt aber auch für Menschen, die sich keinen privaten PKW leisten können oder wollen oder aus anderen Gründen die Möglichkeit dazu nicht haben.

Einfache Lösung: Nur jeder, der Kfz-Steuer zahlt, kann ein Jobticket/Deutschlandticket erwerben bzw. ggf. ein Freifahrtticket erhalten.

So schön das kostenlose Deutschlandticket für Schüler in Hamburg ist – das kann nur das reiche Hamburg- so setzt es doch ein falsches Signal! Alles was es umsonst gibt, wird nicht wertgeschätzt. Und ein kostenlosesTicket für reiche Elbchaussee-Schüler ist rausgeschmissenes Geld. Man hatte das kostenlose Ticket an strikte Einkommensgrenzen binden müssen!
Dass der U-4 Bau technische Probleme bereitet, länger dauert und teurer wird, gibt einen Vorgeschmack darauf, was wir beim Bau der U5 zu erwarten haben.

Die große Frage, welche ich hier schon mal aufgeworfen habe: Handelt es sich beim Deutschlandticket um ein Klimaschutzprogramm oder um eine Sozialleistung? Sollte Ersteres gelten, so wäre es kontraproduktiv, den Preis nach Einkommensgrenzen zu staffeln.

Da jedoch Schüler kaum auf motorisierte Alternativen zurückgreifen können, jedenfalls nicht in einem relevanten Rahmen, würde ich dieses Freifahrtticket tatsächlich als nichts anderes als eine Sozialleistung betrachten.

Und hier tut sich das große Problem auf: Freifahrttickets generieren zusätzlichen Verkehr, was tendenziell der Umwelt schadet, vor allem dann, wenn es zu Taktverdichtungen führt.

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