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Wochenrückblick: Moia und Sonderpendelzüge verstärken S-Bahn-Ersatzverkehr über die Elbe

Erleichterung für Fahrgäste, die über die Elbbrücken müssen: Ab sofort fahren Moias zur Veddel und von Montag an mehr Pendelzüge von und nach Harburg. Außerdem wird heute in der Innenstadt für ein verlängertes 9-Euro-Ticket demonstriert, in Buxtehude fahren jetzt Wasserstoffzüge und bei der Hamburger S-Bahn sind Dampfloks unterwegs. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.
Katrin Wienefeld
Nichts ging mehr in den vergangenen Tagen im Hamburger Hauptbahnhof. Wegen der S-Bahn-Ausfälle über die Elbe drängten tausende Menschen in parallel verkehrende Regionalbahnen, die hoffnungslos überlastet waren.
Nichts ging mehr in den vergangenen Tagen im Hamburger Hauptbahnhof. Wegen der S-Bahn-Ausfälle über die Elbe drängten tausende Menschen in parallel verkehrende Regionalbahnen, die hoffnungslos überlastet waren.
Foto: Frank Muth

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp und kompetent. Außerdem finden Sie hier die wichtigsten Baustellen und Fahrplaneinschränkungen für die kommenden Tage im HVV, damit Sie Ihre nächsten Fahrten besser vorplanen können.

Moia & Sonderpendelzüge fahren über die Elbbrücken

Auch in dieser Woche herrschten rund um die S-Bahn-Verbindung über die Elbe chaotische Zustände, nachdem ein brennender Lastwagen Anfang August ein Gleis der hochbelasteten Strecke unbenutzbar gemacht hatte. Der Ersatzverkehr reichte für die rund 15.000 Fahrgäste, die dort normalerweise pro Stunde unterwegs sind, nicht im Ansatz aus. Die sozialen Netzwerke sind voll von genervten Fahrgästen und Fotos, die hoffnungslos überfüllte Bahnsteige und Züge zeigen.

Deswegen hat der HVV noch einmal nachgebessert: Ab heute verstärken 15 Moia-Shuttles zum HVV-Tarif den Verkehr zwischen den S-Bahnhöfen Hammerbrook und Veddel – mit insgesamt 90 Sitzplätzen.

Google Maps zeigt für diese Strecke eine Fahrzeit von ungefähr 12 Minuten an. Das heißt: Rein rechnerisch können die Shuttles pro Stunde und Richtung ungefähr 360 HVV-Fahrgäste über die Elbe shutteln. Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.  Deutlich mehr Kapazitäten haben dagegen die Doppelstock-Pendelzüge, die das DB-Tochterunternehmen “Start Unterelbe” ab Montag im Berufverkehr zwischen Hauptbahnhof und Harburg fahren lassen will. Allerdings fahren diese Sonderzüge morgens und nachmittags nur zweimal pro Richtung im Abstand von 40 Minuten, was auch nicht besonders viel ist.

Außerdem fährt von heute an die MetroBus-Linie 13 (tagsüber alle 5 Minuten) von Wilhelmsburg über die eigentliche Endhaltestelle Veddel hinaus bis zum U-Bahnhof Elbbrücken, wo es dann alle 10 Minuten Anschluss an die U4 Richtung Innenstadt gibt. Und: Die Stadtbuslinie 154, die alle 20 Minuten zwischen Harburg und Berliner Tor fährt, wird zusätzlich verstärkt. Voraussichtlich wird es noch drei Wochen dauer…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Katrin Wienefeld arbeitet als freiberufliche Journalistin in Hamburg. Sie kennt ihre Heimatstadt als Autorin von Stadtführern aus dem Effeff, schreibt außer über Mobilität und Stadtplanung viel für evangelische Medien und würde nur aus einem Grund auf ihr geliebtes Fahrrad als Fortbewegungsmittel verzichten: Wenn es möglich wäre, durch Alster, Elbe und Bille von A nach B zu schwimmen.

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Die erst im Jahr 2004 neu gebaute AKN-Station Eidelstedt Zentrum ist ein großer Knackpunkt in der S-Bahn-Planung. Obwohl ein S-Bahn-Betrieb damals schon intensiv diskutiert wurde, plante die AKN die Haltestelle ohne spätere Upgrade-Möglichkeit. Die Folge: Die Bahnsteige sind zu kurz für S-Bahnen und die Brücken zu niedrig für eine Oberleitung. Diese Kurzsichtigkeit muss jetzt teuer bezahlt werden. Die Gleise müssen im Bereich der gesamten Station um 20 Zentimeter abgesenkt werden, damit dort eine hängende Stromschiene installiert werden kann (benötigt weniger Platz als eine herkömmliche Oberleitung). Eines der beiden Gleise ist dafür schon entfernt. Außerdem ist eine Verlängerung der Bahnsteige am Nordende der Station nötig.

Kommt die S-Bahn Richtung Kaltenkirchen schon früher?

Wegen der massiven Bauverzögerungen gibt es in Hamburg Überlegungen, den S-Bahn-Betrieb schon vorzeitig teilweise aufzunehmen. Das sagt die Verkehrsbehörde dazu, dieser Knackpunkt müsste dafür aus dem Weg geräumt werden und diesen Vorteil hätte die Idee vor allem für die Menschen in Schnelsen.

Letzte regulärer Betriebstag der Hamburger Straßenbahn: Am 30. September 1978 kommt vom Gäsenmarkt ein ganzer Konvoi an Zügen zum Dammtorbahnhof gefahren. Zur Orientierung: Hinter der Brücke links steht jetzt das Cinemaxx-Kino.

Vor 45 Jahren fuhr die letzte Straßenbahn durch Hamburg

Am 1. Oktober 1978 war endgültig Schluss. Hamburgs Straßenbahn wurde mit einem großen Fest verabschiedet. Die Stilllegung verlief mit großer Eile. Nur wenige Stunden nach dem letzten Zug wurden die Gleise herausgerissen. Für die Umwandlung in eine Bustrasse gab es damals Fördergeld. Ein Rückblick mit vielen Fotos.

3 Antworten auf „Wochenrückblick: Moia und Sonderpendelzüge verstärken S-Bahn-Ersatzverkehr über die Elbe“

Im Artikel zu den Baustellen muss es natürlich S21 und S2 oder andersherung heißen. Auch wenn die S2 ja gern schnell komplett geschtrichen wird, hat sie doch eine eigene Nummer.

Hallo zusammen,

ich lese immer wieder, dass der 154er verstärkt werden soll, habe aber noch nichts Konkretes dazu gefunden. Weiß jemand, wie sich das auswirkt und ob die Fahrten ggf, in der Fahrplanauskunft angezeigt werden?

Zum Thema Sternbrücke:
Grundsätzlich ist der vorgesehene Neubau eine ästhetische Katastrophe und ich habe viel Sympathie dafür, wenn ein Ingenieur hier bessere (umsetzbare?) Ideen hat.
Aber auch hier gilt: Auch wenn eine Brücke sicherlich einfacher zu konstruieren ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung für eine U Bahn zu erstellen, bleibt es leider immer noch nur die Idee eines nicht mit allen Details vertrauten Einzelkämpfers.
Deshalb bin ich bei solchen Alternativ Entwürfen generell skeptisch.
Ein anderes Thema ist auch die Aufmerksamkeit: Wenn ich in Barmbek sehe, wie man mit einer überdimensionierten Bogenbrücke – die „nur“ S-Bahnen tragen – das Industriedenkmal U3 Brücke nach Habichtstrasse in optische Mitleidenschaft gezogen hat, dann bleibt schon zu fragen, warum in Hamburg Protest eigentlich nur in den hypen Bezirken wie der Schanze oder eben auch Winterhude und Eppendorf wirklich ernst genommen bzw. medial aufbereitet wird. Ich glaube, daß in Billstedt oder Steilshoop eine solches Brückenmonstrum noch viel eher durchgezogen würde als scheinbar jetzt in der Schanze und Proteste dagegen den Weg in die Medien gar nicht finden würden.

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