Wochenrückblick: S32 kommt mit viel Verspätung und Bahn-Chaos durch 9-Euro-Ticket befürchtet

TU Hamburg fürchtet Imageschaden durch S-Bahn-Stationen, Pop-Up-Radwege in HafenCity bleibt dauerhaft und in Glückstadt klappt die HVV-Erweiterung nicht so richtig. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.
Thomas Röbke
Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 490 am Bahnhof Elbbrücken in Hamburg
Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 490 am Bahnhof Elbbrücken in Hamburg

Jeden Freitag fassen wir Ihnen hier alle wichtigen Mobilitäts-News der Woche für Hamburg zusammen – kurz, knapp und kompetent.

S32 soll mit 16 Jahren Verspätung kommen

Als dritte Linie in den Hamburger Süden soll die zur Entlastung seit Jahren sehnsüchtig erwartete S32 zum Fahrplanwechsel 2027/28 den Betrieb aufnehmen. Das kündigten Vertreter der Hamburger S-Bahn im Stadtentwicklungsausschuss der Harburger Bezirksversammlung an. Für den Streckenabschnitt auf der Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Holstenstraße bedeutet dies: Ab Mitte Dezember 2027 fahren vier Linien die Bahnhöfe je Richtung im Zweieinhalb-Minuten-Takt an. Von Neugraben bis Altona soll die S32 verkehren, eines Tages weiter bis Osdorfer Born. Bis Dezember 2027 müssen nun Stellwerke und Signaltechnik digitalisiert werden, es braucht Überholgleise und eine verstärkte Stromzuführung. Ausführlich berichten die Kollegen vom Hamburger Abendblatt hier. In verschiedenen Varianten ist die S32 seit Jahren ein Dauerthe…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Thomas Röbke ist freier Redakteur in Hamburg und schaut bei der Arbeit direkt auf den ZOB. Nach Aussage seiner Mutter war sein erstes Wort „Bus”. Vorm Einschlafen schaut er gerne bei Youtube Videos mit Hamburger Straßenbahnen. Wenn er wach ist, schreibt er über alles außer Sport.

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Eine S-Bahn am Hamburger Bahnhof Elbbrücken.

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Fahrgäste warten auf eine S-Bahn im Hamburger Hauptbahnhof.

Diese Strafen muss die S-Bahn für ausgefallene Fahrten zahlen

Wenn eine S-Bahn-Fahrt in Hamburg ausfällt, muss die Bahn dafür Strafen zahlen. Auf diesen Linien sind Ausfälle am teuersten, auf diesen Verbindungen kommt die Bahn mit den niedrigsten Strafen davon und deswegen gelten ausgefallene Fahrten offiziell manchmal nur als verspätet.

17 Antworten auf „Wochenrückblick: S32 kommt mit viel Verspätung und Bahn-Chaos durch 9-Euro-Ticket befürchtet“

Ich hoffe ja, dass wenigstens die Solidarität der S-Bahn GmbH mit den Menschen in der Ukraine von den notorischen S-Bahn-Bashern anerkannt wird. Aber vermutlich nicht.

Was das 9-Euro-Ticket betrifft, dann wird dieses sämtliche Erfolge im Kampf gegen die Pandemie zunichte machen. Da nützt auch kein Weiterbestehen der Maskenpflicht, die sowieso nicht kontrolliert und durchgesetzt wird. Wenn man als Fahrgast einen Maskenmuffel darauf hinweist, muss man sich von diesem Gewalt androhen lassen (wie mir vor nicht allzu langer Zeit geschehen). Den Busfahrer hatte es nicht interessiert.
Also die einzige Alternative bezüglich des ÖPNV in der betreffenden Zeit: meiden, meiden, meiden.

Das jetzt vorrangig z.B. die Walddörfer Stadtrad-Stationen bekommen, hängt bestimmt damit zusammen, dass es dort vermutlich bisher kaum welche gegeben hat. Ich kann mich nicht entsinnen, dass es jemals Lastenräder mit der Aufschrift “Heimathafen Wandsbek” gegeben hätte.

Und zu guter Letzt: Könntet ihr bitte mal beim >hvv nachfragen, warum dort zwar öfters Fahrplanänderungen und Baustellen der RB61 und RB71 (und anderen Linien) veröffentlicht werden, aber niemals zur RB81? Offensichtlich werden ja Meldungen zum Regionalverkehr nicht per se abgelehnt.
Vielen Dank im Voraus!

Allen ein schönes Wochenende!

Planung, Bau und Betrieb bei der S-Bahn also wie folgt:

2011: in 7 Jahren
2022: in 5 Jahren
2033: in 3 Jahren
2044: in 1 Jahr
2049: Eröffnung im Sommer

Nur eine kurze Anmerkung: Die TUHH hat sich schon vor Jahren in “Technische Universität Hamburg” umbenannt. Das “Harburg” haben sie damit im Namen gestrichen.

Was wäre denn mit dem Pop-up-Radweg passiert, wenn er den Autoverkehr beeinträchtigt hätte?
Willkommen in Hamburg in 2022…

Ist das so? Ist das irgendwo nachvollziehbar dokumentiert?
Ich fahre da nahezu täglich zu den Stoßzeiten vorbei und sehe da nie irgendwelche Probleme.
Für mich war das immer ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Dinge einfach einrenken, wenn man einfach mal macht und dem MIV den Platz wegnimmt. Wäre schade, wenn mich mein Eindruck trügt.

Habe selber nochmal nachgeschaut. Die Aussage, die Popup Bikelane behindere PKW und Busse massiv, ist offenbar schlicht Unfug. Der Evaluierungsbericht kommt jedenfalls zu einem nahezu durchweg positiven Fazit und spricht auch von einer nahezu gleichbleibend guten Qualität im Kfz-Verkehr.
“Die durchschnittlich Fahrtzeit für Kfz durch die Straße „Beim Schlump“ hat sich durch die Reduzierung auf einen Fahrstreifen etwas verlängert. Die aktuelle Verkehrsstärke lässt sich allerdings immer noch gut abwickeln.”

Lediglich die VHH sehen teilweise Probleme im Busverkehr, die vor der Umwandlung nicht da waren. Die Hochbahn hingegen sieht keine wesentliche Veränderung zur Situation vorher.

Magst du die Frage, ob das irgendwo nachvollziehbar dokumentiert ist, noch beantworten oder deine Aussage diesmal sonst irgendwie belegen? Oder ist das wieder nur so ein inhaltloses Gebelle? Woher nimmst die Info?
Wie gesagt, ich fahre da regelmäßig, auch zu den Stoßzeiten, vorbei und kann auch aus meinen persönlichen Beobachtungen außerhalb von Lockdowns keine massiven Beeinträchtigungen dort erkennen. Klär uns gerne auf und lass uns an deinem endlosen Wissen teilhaben. Ich lasse mich gerne überzeugen, auch von einem Lokstedter, wenn die Argumente stimmen. Ansonsten lass das Rumgetöse doch vielleicht einfach irgendwann mal sein.

Ohne jetzt Lokstedter verteidigen zu wollen: Was jede/r als “Rumgetöse” empfindet hängt immer von der eigenen Einstellung dazu ab. Für mich ist es z.B. “Rumgetöse” wenn jemand meint, dass in einer bestimmten, ÖPNV-seitig weniger gut erschlossenen Stadtregionen die Menschen weiterhin Nachteile hinnehmen sollen (“irgendeinen Tod muss man immer sterben”), nur weil diese bisher nichts Besseres kannten. Gegen solche Sichtweisen hilft oft ein Perspektivwechsel: Sich mal aus der eigenen ÖPNV-Komfortzone heraus bewegen.

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