Zahl der Schwarzfahrer bei Hochbahn und VHH im vergangenen Jahr gestiegen

Obwohl Busfahrgäste seit 2011 ihre Fahrscheine beim Fahrer vorzeigen müssen und die Strafen auf inzwischen 60 Euro gestiegen sind, gibt es bei Hochbahn und VHH immer mehr Schwarzfahrer.
Menschen warten auf U-Bahn am Rödingsmarkt in Hamburg
Menschen warten auf U-Bahn am Rödingsmarkt in Hamburg

Sind es die immer höheren Fahrpreise im HVV? Die Zahl der Schwarzfahrer bei der Hochbahn ist im vergangenen Jahr auf ein Rekord-Hoch gestiegen. 5,2 Prozent der Kontrollierten hatten in Bussen und Bahnen des städtischen Unternehmens keinen gültigen Fahrschein, schreibt das Hamburger Abendblatt und beruft sich dabei auf Angaben des Senats, die der CDU-Politiker Dennis Thering erfragt hatte.

Auch bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH), die in der Hansestadt zahlreiche Buslinien betreiben, stieg demnach die Zahl der Schwarzfahrer mit einem Anteil von 5,1 Prozent auf ein neues Zehn-Jahres-Hoch.

Im gesamten HVV bleibt die Zahl konstant hoch

Allerdings: Im gesamten HVV, zu dem auch die AKN, viele Regionalzüge der DB, der Nordbahn und des Metronom sowie viele Busbetriebe gehören, hat sich die Zahl der Schwarzfahrer im vergangenen Jahr nicht verändert: Sie lag dem Zeitungsbericht zufolge weiter bei 5 Prozent – wie auch schon im Jahr zuvor.

Insgesamt wurden laut Zeitung bei Hochbahn, Hadag, VHH, AKN und S-Bahn im vergangenen Jahr knapp 6,6 Millionen Euro Strafgeld an Schwarzfahrer verhängt – tatsächlich eingetrieben wurden aber nur 3,6 Millionen Euro.

HVV kämpft seit Jahren gegen Schwarzfahrer

Der Hamburger Verkehrsverbund kämpft seit vielen Jahren mehr oder weniger erfolglos gegen immer mehr Schwarzfahrer in seinen Fahrzeugen. Und obwohl Fahrgäste auf den meisten Buslinien seit 2012 ihre Tickets beim Fahrer vorzeigen müssen (siehe hier) und obwohl die Strafen für Schwarzfahrer i…

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18 Antworten auf „Zahl der Schwarzfahrer bei Hochbahn und VHH im vergangenen Jahr gestiegen“

Würde man die Zahl der Kontrolleure und auch das Bußgeld auf 100 bis 150 € erhöhen, würde das noch mal ein deutliches Signal senden.
Ebenso wäre es hilfreich, wenn die Unternehmen auch zu ihrem Personal stehen würden und ihm Rückendeckung geben.. Ich erinnere mich an eine Situation, da habe ich dem Busfahrer einen kleinen Hinweis gegeben, dass hinten gerade jemand scheinbar ohne Fahrschein eingestiegen ist und er hat mir erzählt, dass es ihm egal ist, denn er würde sowieso im Falle des Falles keinen Rückhalt von oben bekommen.

Und diese Aussage ließ oder lässt tief blicken.

Ja, der HVV ist teuer, das ist unbestritten. Aber das berechtigt deswegen niemanden, ohne Fahrschein zu fahren. Leistungserschleichung, allgemein auch als Schwarzfahren bekannt, sollte kein Kavaliersdelikt sein. Und so auch nicht behandelt werden.
Und zurzeit scheint es wohl nur so zu sein, dass es übers Portemonnaie geht.. Höhere Bußgelder, Konsequentes eintreiben. und mehr Kontrolle. Anders geht es wohl nicht. Schon traurig irgendwie.

Ich kanns mir leisten und bin zu bequem fürs Schwarzfahren. Ich habe also mein Ticke aber trotzdem nicht die geringste Lust, diese bei jeder Gelegenheit vorzuzeigen. Ich weiß, dass es genügend Leute gibt, die sich kein ticket leisten können und schon die 60 Euro nicht eingetrieben werden können und ich bin kein Unmensch.

ich habe auch als zahhlender Fahrgast kein Interesse an Kontrollen. am unglaublichsten sind diese kleingeistigen Wichtigtuer, die nicht aussteigen lassen, bis die neuen Fahrgäste an der vorderen Tür angelangt sind (erlebt!). Oft beim 5er abends am hbf die Leute am ganzen bus langlaufen lassen um an der nächsten Haltestelle ihren Eifer zu verlieren.

Schwarzfahrer stören mich nicht. ich habe Verständnis.

Am effektivsten bei der Bekämpfung des Schwarzfahrens dürften ständige ernsthafte Kontrollen in den Fahrzeugen und Stationen sein. Die Höhe der Strafe ist dabei eher unerheblich. Ich finde es ohnehin erstaunlich, wie selten man im ÖPNV kontrolliert wird.

Nicht die Höhe des Strafmaß schreckt ab, sondern die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Die Strafe kann auch 150 Euro kosten, solange man wochenlang keiner Kontrolle ausgesetzt ist, schreckt das nicht ab. Die Lösung ist Senkung der Fahrpreise auf ein Maß, das Schwarzfahren unsinnig macht.

Busfahrgäste müssen eben nicht immer ihre Fahrscheine beim Einstieg vorzeigen. Zumindest nicht auf den von mir häufig genutzten Buslinen 5 und 6, dort wird generell auf die Kontrolle verzichtet und der Einstieg ist ebenfalls durch die hinteren Türen erlaubt. Finde ich aber ok, weil ich Schwarzfahren ebenfalls ok finde und sowieso der Meinung bin, dass der ÖPNV für alle kostenlos sein sollte.

Ich finde auch die Begünstigung von Banken durch Spd Senatoren und die Rolling Stones Affäre durch Spd Bezirksamtsmitarbeiter verwerflicher.

Die Regelung, dass beim Einsteigen im Bus die Karten vorzuzeigen sind, mag auf dem Papier noch existieren, de facto findet das aber nicht mehr statt. Dort, wo die Busse eingesetzt werden, werden generell alle Türen geöffnet (am WaMa regelmäßig zu beobachten), an Haltestellen mit etwas mehr Passagieraufkommen ebenfalls, und selbst wenn man vorne einsteigt, schauen die Busfahrer fast schon demonstrativ weg, wenn man die ProfiCard vorzeigt.
Dieser Aspekt der Schwarzfahrer-Bekämpfung wird also nur vereinzelt umgesetzt.
Und das, obwohl bei den Kontrollen der mobilen Kontroll-Trupps und bei den Kontrollaktionen am WaMa am Endpunkt der Buslinien beim Aussteigen, die ich bisher mitbekommen habe, eigentlich immer vergessliche Fahrkartenbesitzer usw. gefunden werden.

Man könnte ja nach und nach Ticketbarrieren aufstellen, wie zum Beispiel in London oder in der Stockholmer Innenstadt. Die Kontrolleure könnte man dann als Servicekräfte an den Sperren einsetzen, falls die es mal nicht richtig tun. Dann gibt es irgendeine Card für jeden, womit sich auch der ganze Papierticketwahnsinn erledigt hätte. HH will ja modern und fortschrittlich sein…

Hallo zusammen,
liegt es vielleicht daran das mehr Gelenkbusse eingesetzt werden. Bei vier Türen verleitet das Einsteigen in den anderen Türen als beim Fahrer und das vorzeigen entfällt..

Zur Reduktion der Schwarzfahrerquote sollte die nachhaltige HVV-Erfolgsstory “Einstieg vorn” schnell auf die Schnellbahnen ausgedehnt werden.

Die wichtigsten Vorteile laut den Ergebnissen der HVV-Begleitforschung:

+ Mehr Sicherheit durch direkten Kontakt mit dem Fahrer
+ Direkte Beratung und Fahrkartenkauf beim Fahrer, Zahlung zukünftig mit der modernen und innovativen GeldKarte und anderen breit akzeptierten bargeldlosen Systemen möglich
+ Schnellerer Fahrgastwechsel, weil es ein Einbahnsystem gibt: nur noch vorn einsteigen und schnell ans Ende des Langzugs durchrücken, nur hinten aussteigen
+ Fahrer kann in Ausnahmefällen (hoher Andrang) auf die Sichtkontrolle verzichten
+ Reduktion der Einnahmeausfälle auf Null (Plusminus)
+ Dadurch ist es möglich, die nächste Preiserhöhung von Ende Dezember 2020 auf Anfang Januar 2021 zu verschieben.

Die Nachteile:
– keine

Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass viel zu wenig kontrolliert wird. Für eine Teilzeit-Monatskarte AB zahlt man aktuell schon mehr als 60 EUR. Da jemand der darauf verzichtet niemals 12x im Jahr kontrolliert wird, geht die Rechnung mit dem schwarz fahren schon auf.

Ab der dritten *positiven* Kontrolle innerhalb 12 Monaten wird angezeigt.
Ja und dann ist man 180€ bereits an den HVV los und bekommt einen schönen Strafbefehl da können dann auch Mal gerne 30 Tagessätze fällig werden. Oder schnell auch Haft wenn es dann doch etwas öfter war.

In dieser Kosten-Nutzen-Rechnung fehlt aber was ganz Entscheidendes: der eigene Beitrag zum funktionierenden ÖPNV. Schwarzfahren ist nämlich unfair.

Wenn an allen Schnellbahnstationen (U-Bahn, S-Bahn, AKN und Regionalbahnen) vor dem Eingang Kontrollschranken installiert werden, die elektroisch auf gekaufte Karten oder Abokarten prüfen, muss in den Bahnen zumindest nicht mehr kontrolliert werden. So könnten dann das Prüfpersonal sich nur noch die Busse und Hafenfähren tätig werden.

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