Zwei Drittel aller Fahrgäste wünschen WLAN in Bus und Bahn

Ein Großteil der Bus- und Bahnfahrgäste im Norden nutzt mobiles Internet während der Fahrt und wünscht sich WLAN-Anschlüsse. Gleichzeitig sind die Kunden mit dem derzeitigen Mobilfunkempfang in den Fahrzeugen unzufrieden. Das hat eine neue Umfrage des schleswig-holsteinischen Verkehrsverbundes NAH.SH ergeben. Das Land will jetzt reagieren. Gestern wurde bereits das WLAN-Angebot im Hamburger ÖPNV ausgeweitet.
Bus in Hamburg mit Gratis-WLAN
Ein Bus der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) mit kostenlosem WLAN für Fahrgäste

Mal eben schnell die Tagesschau in 100 Sekunden angucken, Klamotten oder Lebensmittel shoppen und Mails abarbeiten: Mobiles und stabiles Internet in Bussen und Bahnen hat bei Fahrgästen inzwischen einen hohen Stellenwert.

Das hat eine neue Umfrage des schleswig-holsteinischen Verkehrsverbundes NAH.SH ergeben, bei der im vergangenen Dezember rund 1.000 Menschen in Regionalzügen und -Bussen sowie im Stadtverkehr Lübeck, Flensburg und Neumünster befragt wurden.

Die Ergebnisse sind deutlich und dürften in der ÖPNV-Branche aufhorchen lassen: 63 Prozent der Befragten würden demnach WLAN im Zug oder Regionalbus nutzen. Im Stadtverkehr sind es allerdings nur 36 Prozent.

Insgesamt 34 Prozent finden dabei schnelles und mobiles Internet wichtig bis sehr wichtig. Im Regionalverkehr ist der Wunsch sogar noch ausgeprägter: Dort liegt der Anteil bei 44 Prozent.

Die Umfrage zeigt aber auch: Das WLAN-Angebot muss kostenlos sein, wenn es genutzt werden soll. Nur 9 Prozent der Befragten würden dafür Geld zahlen.

Die Smartphone-Dichte bei den norddeutschen Fahrgästen ist unterdessen sehr hoch: Zwei Drittel der Befragten besitzen so ein Gerät und nutzen es auch intensiv. Knapp 40 Prozent verwenden es mindestens eine Stunde pro Tag für Internetdienste, 30 Prozent surfen täglich auch beim Zugfahren.

Ein Schwachpunkt ist allerdings die Verbindungsgeschwindigkeit im Regionalverkehr. Ständige Verbindungsabbrüche und langesame Ladezeiten machen die Nutzer unzufrieden. Sie…

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8 Antworten auf „Zwei Drittel aller Fahrgäste wünschen WLAN in Bus und Bahn“

Kostenloses WLAN hört sich zunächst sehr gut an.
Die WLAN-Versorgung der Fahrgäste gehört aber nicht zu den wirklichen Problemen im HVV, wo weiterhin die überfüllten Fahrzeuge die Beförderungsqualität sehr herab setzen. Ähnliches gilt auch für einige Stationen, allen voran den Hauptbahnhof. Dort wird die Situation auch durch Fahrgäste immer kritischer, die den Blick nicht von ihrem Telefon heben können und deswegen den Ausgang von Rolltreppen versperren oder langsam und unaufmerksam über den Südsteg schlurfen.
Nun werden wir vermutlich noch zusätzlich Fahrgäste bekommen, die ohnehin über eine Flatrate ÖPNV, sprich Monats- oder Abokarte, verfügen, aber gerade kein Internet zu hause verfügbar haben. Dafür ist zumindest hier in Wilhelmsburg / Reiherstiegviertel kein Platz in den Bussen. Das heißt dann, dass Kinderwagen, Rollatoren usw. nicht mehr mit kommen.
Die Fahrten auszuweiten scheint ja aus unerklärlichen Gründen nicht machbar.

Es wäre doch schön, wenn sich im HVV mal alle wieder um die sichere Herstellung Mobilität auf einem menschenwürdigen Niveau kümmern könnten.

Und statt ganze Filme mit Gigabyte an Daten herunter zu laden, sollten lieber die aktuellen Positionen der Busse und Bahnen im Internet verfügbar gemacht werden, wo dann Kilobyte (allso ein Millionstel der Gigabyte) genügen, um die Nutzer darüber aufzuklären, wo der erwartete Bus oder die Bahn gerade steckt.

Die Daten existieren in Echtzeit, die Schnittstellen sind, wie ich hörte, auch bereits programmiert, es ist nur noch nicht klar, wer das Geld und das Lob dafür bekommt.

Gruß, Mathias

Wer nur wegen des WLANs aus Spaß Bus fährt, hat entweder eine Abokarte oder zuviel Geld. In jedem popeligen Café mit WLAN, auch im Reiherstiegviertel, gibt es für die € 6,20 wenigstens zwei Getränke

Die angesprochene Digital-Inkompetenz der Hamburger stimmt natürlich. Man spottet in Digital-Fachkreisen nicht zufällig von der “Analogbahn” mit dem Verkehrsverbund aus dem “Steinzeitdamm”. Vorzeigbar ist wenig, dafür der Rückstand groß. Echtzeitinformation fehlt und gereicht dem Verbund nunmehr wirklich zur peinlichen roten Laterne, die Smartphone-App setzt den Mindeststandard um, und zwar schlecht, der Vertrieb ist zur Hälfte in den 90ern steckengeblieben: nicht einmal mit EC-Karte kann man am Automaten zahlen und die Abokarte lässt sich im Onlineshop erst für nächste Woche statt für “sofort” ordern.

Immer schön Rumdaddeln in den asozialen Netzwerken!

Eigenerlebnis:
Hbf Süd Zugang zum U1-Bahnsteig. Junge Frau geht vor mir daddelnd auf ihrem Smartphone die Treppe hinunter. Auf der vorletzten Stufe gerät sie ins Stolpern. Ich kann sie gerade noch am Arm festhalten, damit sie nicht hinstürzt. Sie daddelt wie im Trance weiter. Von einem Dankeschön ganz zu schweigen. Vermutlich hat sie gar nicht realisiert, dass sie beinah hingestürzt wäre.

Immer schön Rumdaddeln in den asozialen Netzwerken!

@ HVV-Kennxperter:
In Ihrere Aufzählung fehlt, dass es Monatskarten nur für ganze Kalendermonate gibt. Folge: am Monatswechsel gibt es immer schöne Schlangen an den HVV-Läden. Das ist sowas von 80er!

@ HVV-Kritiker:
Schade, dass Sie sie aufgefangen haben. Denn nur durch blaue Flecken lernt der Mensch wirklich schnell. Allerdings: wollen wir wirklich in einer Welt leben, in der uns z.B. stützende Menschen egal sind? Insofern war es schon richtig, dass Sie helfend zur Seite waren.

@Josef: Das ist nicht (mehr) korrekt, die Monats- und Wochenkarte sind seit diesem Jahrzehnt gleitend ausstellbar.

@HVV-Kx:
Eine Abokarte ist oft ohnehin vorhanden. Im Reiherstiegviertel ist die Bevölkerungsdichte viel zu hoch, als dass auch nur jeder 3. ein Auto haben könnte. Uni und Zeitarbeitsfirmen bieten Studenten- bzw. Jobticket an. Die Ämter sind fast alle weg von der Insel, so dass sich auch in vielen andern Fällen ohnehin sozial geföderte CC-Karten lohnen. Falls wirklich keine Fahrkarte vorhanden ist: S Veddel – S Wilhelmsburg und retour sind 3 EUR und defacto ist nicht kontrollierbar, wenn mehrfach gefahren wird.

@Matthias:

Ich glaube trotzdem nicht, dass die Bewohner des Reiherstiegviertels lieber den Tag im Online-Stehbus mit maximal 29 Minuten Internetzeit verbringen als an vielleicht etwas bequemeren Orten. Wenn es am Geld liegt: gibt es im Viertel keinen Gemeinsinn, um mal im Vergleich lächerlich wenige Euro für einen Internetzugang zu teilen und oder ggf. per Freifunk den von Ihnen erkannten Bedarf zu decken?

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