Rund drei Wochen nach dem Kauf meiner BahnCard 100 habe ich jetzt endlich das langersehnte schwarze Plastikkärtchen im Briefkasten gehabt!
Die BahnCard steckte in einem quadratischen schwarzen Couvert aus Pappe. Hätte ich von der Deutschen Bahn nicht so edel und aufwändig erwartet. Definitiver Pluspunkt!
Stolz wie Bolle riss ich den Umschlag noch direkt am Briefkasten auf: Wow! Da war sie! Meine kleine schwarze Bahn-Flatrate! Meine Eintrittskarte in den Club der Vielreisenden! Mein Ticket, dass mir jederzeit jede Bahn-Tür öffnet!

Marketing-Heft soll BahnCard 100-Besitz emotionalisieren
Neben der BahnCard 100 war in dem schwarzen Couvert noch ein Begleitheft enthalten, das die Netzkarte und das anstehende „Kilometer abreißen“ emotionalisieren soll: „Wir verwandeln Entfernungen in Erlebnisse“, heißt es da auf hochwertigem Kartonpapier, oder: „Ganz gleich, wohin ihre Reise Sie führt – wir sind immer für Sie da“, steht da in schönen Marketing-Hülsen – dazu edel wirkenden Mobilitätsmotive in schwarz-weiß.
Apropos Schwarz: Ich bin doch erstaunt, wie sehr die Deutsche Bahn in ihrer BahnCard 100-Kommunikation mit diesem Attribut spielt: Schwarze BahnCard, schwarzes Couvert und im schwarzen Marketing-Heft steht dann auch noch: „Willkommen in der Welt der schwarzen Karte“. Aus Marketing-Sicht gut durchkomponiert! Man erkennt immerhin einen…schwarzen Faden 😉

So fühlt sich eine Ticketkontrolle mit BahnCard 100 an
Und wie fühlt es sich bei Fahrkartenkontrollen an, nur noch kurz die BahnCard 100 zücken zu müssen? Hervorragend! Ich konnte es am vergangenen Wochenende auf dem Weg zu einer Hochzeit von Hamburg nach Kulmbach in Bayern gleich mehrfach ausprobieren.
Erste Kontrolle im ICE: „Ah, die große Schwarze“, meinte der Zugbegleiter lächelnd. Im nächsten Zug wurde die Karte mit einem breiten Grinsen quittiert. Läuft!

Warum wird die BahnCard 100 nicht digital gescannt?
Was mir nur aufgefallen ist: Nie wurde die Karte bei der Kontrolle digital erfasst – dabei könnte die Bahn doch somit – aus ihrer Sicht – wunderbare „Bewegungsprofile“ ihrer BahnCard 100-Kunden erstellen und abschätzen, wann, wo und wie oft sie fahren.
Und wenn die Bahn erst einmal solche Daten hat, könnte sie in nächster Konsequenz vielleicht bestimmte und sehr überfüllte Verbindungen für BahnCard 100-Besitzer sperren oder nur gegen Aufpreis verfügbar machen.
Ein Traum für jeden Betriebswirten – und für mich eine extrem gruselige Vorstellung!
BahnCard 100 wird in der Regel nur per Sichtkontrolle geprüft
Glücklicherweise ist all das wohl derzeit nicht geplant, obwohl es Ende vergangenen Jahres entsprechende Gerüchte und große Aufregung unter BahnCard 100-Nutzern gab. Ab Januar 2018 würde die Deutsche Bahn jede BahnCard 100 bei Kontrollen elektronisch erfassen und damit Bewegungsprofile der Kunden anlegen, wurde in Internetforen kolportiert.
Glücklicherweise stimmte das nicht ganz, wie die Website Zugreiseblog.de durch eine kurze direkte Nachfrage bei der Deutschen Bahn herausgefunden hat.
Demnach erlaubt die DB ihren Zugbegleitern seit Januar 2018 lediglich, die BahnCard 100 bei Kontrollen IN AUSNAHMEFÄLLEN auch mit mobilen Lesegeräten digital zu erfassen, um im Verdachtsfall einen Missbrauch besser zu verhindern.
Sichtkontrollen sind demnach bei der BahnCard 100 weiterhin der Regelfall. Gut so! Ich hoffe, es bleibt dabei!
Über den Autor:
NahverkehrHAMBURG-Redakteur Christian Hinkelmann besitzt seit Juli 2018 eine BahnCard 100 und hat sich damit (neben der beruflichen Notwendigkeit) einen Lebenstraum erfüllt: Ein Jahr lang freie Fahrt in allen Zügen der Deutschen Bahn und in vielen Verkehrsverbünden! Nie wieder Tickets kaufen, am Fahrkartenautomaten stehen oder sich durch Online-Schnäppchen wühlen. Über seine Erfahrungen und Eindrücke schreibt er in diesem Blog – meist direkt aus dem Zug.
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