
Seit fast 25 Jahren wird im Hamburger Umland über die Reaktivierung einer kurzen Bahnstrecke zwischen Wrist und Kellinghusen nachgedacht. Doch das Projekt kommt kaum vom Fleck. Jetzt gibt es weitere Verzögerungen. Das sind die Gründe.

Außerdem: Hochbahn informiert Busfahrgäste intransparent, zunehmende Rad-Unfälle und neue Dauersperrung auf HVV-Strecke. Hier sind die wichtigsten Nachrichten der Woche zu Mobilität in Hamburg und Umland.

Bahn-Reaktivierungen, ein neues ÖPNV-Ticket, viel Geld für den Straßenbau und wenig grüne Akzente: Das steht im neuen Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein zum Thema Verkehr – und diese Themen fehlen darin komplett.

Doch keine Online-Abstimmung zur Sternbrücke, wie es um den Radwegeausbau steht und warum weiterhin kein Zug nach Kellinghusen fährt. Das war diese Woche im Hamburger Mobilitätssektor los.

Seit sieben Jahren wartet die schleswig-holsteinische Kleinstadt auf einen versprochenen Bahnanschluss nach Hamburg. Zuletzt wurde eine Inbetriebnahme bis 2025 angepeilt, doch auch das Datum ist nicht mehr zu halten. Das sind die Gründe und der neue Zeitplan.

Zehn Jahre lang wurde geplant – im nächsten Jahr soll aber nun endlich das Genehmigungsverfahren für den Wiederaufbau der Bahnstrecke in Schleswig-Holstein beginnen. So sieht der aktuelle Zeitplan aus.

Die Reaktivierung der abgebauten Bahnstrecke zwischen Wrist und Kellinghusen in Schleswig-Holstein ist wieder deutlich wahrscheinlicher geworden. Landtags-Ausschuss in Kiel gibt grünes Licht.

Der Wiederaufbau der Bahnstrecke zwischen Wrist und Kellinghusen in Schleswig-Holstein wird offenbar deutlich teurer: Angeblich sind die Kosten um mehr als das Dreifache gestiegen.

Nachdem das Land Schleswig-Holstein beschlossen hat, Kellinghusen und Geesthacht wieder an das Bahnnetz anschließen zu wollen, ist die Freude in beiden Städten groß. Wann die ersten Züge fahren, ist aber noch völlig offen.

Nachdem Schleswig-Holstein angekündigt hat, jährlich 30 Millionen Euro zusätzlich in den Nahverkehr zu investieren, fordert Kellinghusen einen schnellen Wiederaufbau seines Bahn-Anschlusses.

Neue Tarifangebote, WLAN im Zug und neue Bahnstrecken: Schleswig-Holstein will jährlich 30 Millionen Euro zusätzlich in den Nahverkehr stecken – dank höherer Zuschüsse des Bundes.

Gute Nachricht für den ÖPNV: Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt, dass die Länder für den Betrieb des Schienenpersonennahverkehrs künftig mehr Geld bekommen. Ab Januar wird der Bund statt 7,3 dann 8 Milliarden Euro an die Länder auszahlen. Danach steigt die Summe jährlich um 1,8 Prozent. Offen ist aber die Verteilung des Geldes.

Trotz Einigung mit dem Bund über mehr Nahverkehrs-Geld will Schleswig-Holstein noch nicht entscheiden, wohin die zusätzlichen Millionen fließen sollen. Erst soll die genaue Höhe der Mittel feststehen. Kellinghusen und Schönberg werben bereits um die Gelder und wollen damit zwei alte Bahnstrecken reaktivieren.

Kellinghusen und Schönberg fordern vom Land eine schnelle und klare Entscheidung zum Bau von zwei neuen Bahnstrecken. „Wir erwarten kurzfristig konkrete Fortschritte in der Umsetzung“, heißt es. Auch Kaltenkirchen drängt mit deutlichen Worten auf einen S-Bahn-Anschluss. Hintergrund ist, dass der Bund den Ländern ab 2016 deutlich mehr Geld für den Nahverkehr zugesagt hat.

Mehr Geld für den Nahverkehr! Der Bund erhöht ab dem kommenden Jahr seine Zuschüsse für den Betrieb von Zügen und Bussen. Schleswig-Holstein profitiert davon überdurchschnittlich. Mit dem zusätzlichen Geld könnten jetzt zwei stillgelegte Bahnstrecken in Kellinghusen und Schönberg reaktiviert werden. Auch für zwei geplante S-Bahnlinien dürften die Chancen steigen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat den Bundestag aufgefordert, mehr Geld für den regionalen Bahnverkehr zu zahlen. Der Bund soll die so genannten Regionalisierungsmittel, mit denen die Länder den laufenden Nahverkehrsbetrieb finanzieren, erhöhen – von derzeit 7,3 auf 8,5 Milliarden Euro.

Schleswig-Holstein hat in den vergangenen 17 Jahren 34 neue Bahnstationen eröffnet. Das geht aus einer neuen Übersicht des landesweiten Verkehrsverbundes NAH.SH hervor. Die meisten neuen Bahnhöfe waren große Erfolge. Es gab nur einen Flop – und der wurde inzwischen wieder geschlossen.

Geesthacht, Lauenburg, Buchholz, Itzehoe und Uetersen: Das Hamburger S-Bahn-Netz könnte in Zukunft deutlich wachsen und weit bis ins Umland reichen. Die Deutsche Bahn hat Pläne vorgestellt, welche neuen Strecken langfristig hinzukommen könnten – darunter auch einige Überraschungen.

In einer Podiumsdiskussion in Kellinghusen haben mehr als 200 Bürger und Verkehrspolitiker des Landes über die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke nach Kellinghusen diskutiert. Dabei waren nach einem Medienbericht offenbar auch zahlreiche Gegner vor Ort.

Dem Bahnverkehr im Norden droht möglicherweise der Rückwärtsgang – zudem droht mehreren geplanten Projekten offenbar das Aus. Der Grund: Der Bund will die Fördergelder für den Betrieb des Schienennahverkehrs nicht erhöhen. Schleswig-Holstein und Niedersachsen schlagen nun Alarm.