Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet die Stadt Hamburg an einem Velorouten-Netz: Zwölf gut ausgebaute und ausgeschilderte Pisten, die sternenförmig vom Rathausmarkt in die Vororte führen, dazu noch zwei Ringrouten als Querverbindung. Auf diesen Fahrrad-Hauptverkehrsstrecken sollen vor allem die Menschen schnell und sicher vorankommen, die das Rad alltäglich und für die Fahrt zur Arbeit nutzen. 280 Kilometer ist das Netz insgesamt lang. Ein wichtiger Baustein für die Mobilitätswende in Hamburg.
Soweit die Theorie. In der Praxis ist das Netz aber ein bis heute kaum erkennbarer bunter Flickenteppich: Hier und da gibt es ein paar erkennbar ausgebaute Abschnitte, auf denen es sich gut radeln lässt, dazwischen folgen aber immer wieder uralte Holperpisten oder manchmal sogar gar keine Radwege. Manche Fahrt endet so unvermittelt im Nirgendwo.
Und als zusammenhängendes Netz erkennbar sind die Velorouten in Hamburg eher für Insider, denn die winzig kleinen und nicht unbedingt selbsterklärenden Hinweisschilder am Straßenrand sind unscheinbar und nach 20 Jahren oft verdreckt.
Eigentlich wollte der rot-grüne Senat das Velorouten-Netz bis zum Jahr 2020 komplett fertiggestellt haben – so stand es im rot-grünen Koalitionsvertrag von 2015. Doch davon ist die Hansestadt derzeit noch meilenweit entfernt. Bis Ende vergangenen Jahres waren gerade einmal 71 Prozent der Velorouten fertig ausgebaut – ein Jahr zuvor lag der Wert mit 70 Prozent fast auf dem gleichen Level. Schaut man sich die absoluten Zahlen an, fällt auf, dass das Velorouten-Netz im vergangenen Jahr offenbar sogar geschrumpft ist.
Ende 2021 waren 195 Kilometer Velorouten fertig ausgebaut, Ende 2022 aber nur noch 193 Kilometern. Ein Minus von zwei Kilometern.
Deswegen ist das Velorouten-Netz geschrumpft
Wie kann das sein? Ist…
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