Ein Jahr Vollsperrung auf der U3 – deswegen lehnt Hochbahn Bauarbeiten unter rollendem Rad ab

Die U3 wird in der Hamburger Innenstadt ab Ende Januar mehr als ein Jahr lang voll gesperrt. Aus Fahrgastsicht wäre ein eingleisiger Betrieb neben den Bauarbeiten wohl bequemer. Aus diesen Gründen hat sich die Hochbahn dagegen entschieden.
Menschen steigen in U-Bahn am Bahnhof Rathaus in Hamburg
Menschen steigen am Bahnhof Rathaus in Hamburg in eine U-Bahn der Linie U3
Foto: Christian Hinkelmann

Auf Hamburgs Bahn-Pendler:innen  kommen in den nächsten Monaten harte Zeiten zu: Ab Ende Januar wird die U-Bahnlinie U3 in der Innenstadt 14 Monate lang nicht mehr fahren – bis zum Frühjahr 2022.

Die Hochbahn saniert in dieser Zeit Hamburgs ältesten U-Bahn-Abschnitt von Grund auf und macht ihn fit für die nächsten Jahrzehnte.

Los gehen die Sperrungen am Donnerstag, den 28. Januar. Ab 21 Uhr abends wird erst erst einmal der Abschnitt zwischen den Haltestellen St. Pauli bis Berliner Tor dicht gemacht, von Freitag, den 29. Januar bis Sonntag, den 31. Januar folgt dann eine Vollsperrung des Abschnitts zwischen den Stationen St. Pauli und Hauptbahnhof Süd. 

Von Montag, den 1. Februar an beginnt dann die langfristige Vollsperrung der Innenstadtstrecke zwischen Baumwall und Hauptbahnhof Süd, die voraussichtlich bis zum 27. März 2022 andauern soll.

Komplettabriss im Mönkedammfleet

In diesem Zeitraum packt die Hochbahn gleich ein ganzes Bündel an Baumaßnahmen auf dem über 100 Jahre alten Streckenabschnitt an. Das größte Teilprojekt ist der Neubau der Tunnelausfahrt zwischen Rödingsmarkt und Rathaus, die mitten im Mönkedammfleet liegt und in einer scharfen Kurve verläuft.

Laut Hochbahn weisen die tragenden Holzpfähle deutliche Erosionserscheinungen auf und müssen ersetzt werden. Nach fünf Jahren V…

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8 Antworten auf „Ein Jahr Vollsperrung auf der U3 – deswegen lehnt Hochbahn Bauarbeiten unter rollendem Rad ab“

Ich denke, Nahverkehr Hamburg darf sich nicht zum “Pressesprecher” des HVV, der S-Bahn oder der HHA machen.
Das ist nicht der Job von Nahverkehr Hamburg.
Ich würde mich über mehr umfassende Kritik freuen.
Die neues Verkehrsbehörde ist eben nicht nur eine Fahrradwerkstatt sondern sie muss sich viel viel viel mehr um die starke Schiene kümmern.
Jetzt so mal plötztlich die U3 zu sperrren klingt nach “Upps, das hätten wir fast vergessen- da müssen wir schnell mal informieren”
Natürlich kann ich von Landungsbrücken mit der S-Bahn weiter.
Aber Baumwall braucht wohl Ersatzverkehr.
Würde ja genügen, wenn ein Shuttlebus vom Baumwall zum Landungsbrücken pendelt.Aber im Takt der U3.
Und ich habe >> gefühlt << in den letzten 5 Jahren bestimmt 3-4 längere Sperrungen auf der U3 erlebt.
Hätte HHA nicht alles zusammen durchführen können.
Eine satte Sperrung, und alles auf dieser Strecke wird erledigt.
Ich werde meine U3 auf dieser Strecke für eine Zeit nachweinen, aber hoffe, dass Nahverkehr die BVM kritischer behandelt.
Ein mehr kritischer Nahverkehr Hamburg ist wichtiger denn je.

Baumwall wird doch weiterhin von der U3 aus Richtung Landungsbrücken angefahren. Wozu braucht es da noch einen Ersatzverkehr zwischen Landungsbrücken und Baumwall?

Die Wege des Herrn sind unergründlich.

Aber daran erkennt man, dass die bei der Hochbahn ja alle keine Ahnung haben und ihren Job schlecht machen.

Jetzt lass diesen extrem eng getakteten Plan um zwei Tage länger dauern. Dann werden wir nächstes Jahr wieder ein “Das wusste ich von Anfang an!!!” zu hören kriegen.

Ich vermisse in diesem Bericht allerdings eine wirklich konkrete Begründung warum man sich bei der Hochbahn gegen eine Verlängerung der Bahnsteige entschieden hat. Denn eigentlich hätte das durchaus Sinn gemacht. Die einzige wirkliche Alternative wäre (wie auf der geplanten U5) ein automatisierter Fahrbetrieb der einen deutlich höheren Takt erlaubt. Und den sehe ich in absehbarer Zeit auf der U3 nicht kommen. Die U5 wird nicht vor 2027 in den betrieb gehen udn man wird sicher erst die dortigen Erfahrungen abwarten, bevor man das System eventuell ausweitet. Was sind denn die Alternativen, an der die Hochbahn “dran ist”? Mein Vorredner hat schon recht – hier bin ich von NahverkehrHamburg eigentlich auch eine detailiertere und kritischere Berichterstattung gewöhnt. Und Recht hat mein Vorredner auch damit, dass in der Verkehrsbehörde zuviel Fahrrad und zuwenig ÖPNV stattfindet. Die sogenannte Verkehrsoffensive wurde jetzt nach der Wahl ja auch wieder erheblich gestutzt.

Sind nicht auch noch viele andere U3 Stationen “zu kurz”? Dann hätte man ja alle verlängern müssen, bevor ein einziger 120m Zug fahren kann. Das war u.a. ein Grund 2009 U2 und U3 zu tauschen. Auf dem Westring gibt es vor allem auch noch zu kurze Tunnelstationen. Und mit Mittelbahnsteig sind sie viel schwieriger zu verlängern als Mönkebergstraße und Rathaus.
Die ominösen “Maßnahmen” beziehen sich wahrscheinlich auf schrittweise Ausdehnung enger Taktung. Viel mehr als 24 Züge pro Stunde werden da nicht drin sein…

Naja, ich glaube soviele mehr sind es nicht – Sternschanze und St.Pauli noch. Da dürfte es tatsächlich auch schwierig werden, aber irgendwo muss man ja anfangen und hier bietet es sich jetzt einfach an. Als Olympia für Hamburg im Rennen war, war es für Olaf Scholz ja auch plötzlich kein Problem mehr die Haltestelle Sternschanze ganz neu zu bauen.

Es ist komplett unverständlich, wieso man für durchaus überschaubare Baumaßnahmen 14 Monate Totalsperrung braucht. Vermutlich wird nur einschichtig gearbeitet. In der Innenstadt, wo es so gut wie keine Wohnungbebauung gibt wäre auch ein 24/7-Baubetrieb möglich. Dann könnte man in der Tat die Vollsperrung auf 6 Monate begrenzen. Fener ist komplett unverständlich, warum diese Maßnahmen nicht zusammen mit der Erneuerung des U3-Viaduktes vor wenigen Jahren zwischen Rödingsmarkt und Baumwall durchgeführt wurden. Damals war die U3 auch für Moante gesperrt, ebenso im letzten Jahr bei der Sanierung der Station Landungsbrücken. Sieht alles ein wenig unkoordiniert aus. Leider fragt Nahverkehr hier zu wenig nach, sondern mutiert immer mehr zu einem Organ zur Verteidigung der Senatsplanungen, statt die Bedürfnisse der Fahrgäste mehr im Fokus zu haben.

Ich verstehe nicht, warum man die U1 in dem Bauzeitraum nicht verstärkt. Die Innenstadthaltestellen sind ja recht nah zu denen der U3. Zudem könnte man aus Richtung Barmbek Fahrgäste, die in die Innenstadt wollen schon an der Lübecker Straße in die U1 umsteigen lassen, um nicht die Station Hauptbahnhof Süd vollkommen zu überlasten.

Zudem scheint es wohl auf der gesamten U3 im Bauzeitraum keinen 2,5 min-Takt im Berufsverkehr zu geben. Das könnte sicherlich auch auf den übrigen Streckenabschnitten für Überfüllung sorgen.

Vorausgesetzt es gibt eine Normalisierung bis nächsten März.

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