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Hier empfängt Hamburg Fußball-EM-Fans aus der ganzen Welt

Seit 18 Jahren sind die Tunnelbahnhöfe der S-Bahn in der Hamburger Innenstadt eine Dauerbaustelle. Ganz besonders schlimm sieht es am Hauptbahnhof aus – dort, wo im Juni zehntausende Fans zu den Hamburger Fußball-EM-Spielen in der Stadt ankommen werden. Inzwischen ist sicher: Bis dahin wird der Bau nicht fertig. So sieht der aktuelle Zeitplan aus.
Thomas Röbke
Schaurig: In diesem Hamburger S-Bahnhof müssen im Sommer zehntausende Fußball-EM-Fans in die Züge zum Stadion umsteigen.
Schaurig: In diesem Hamburger S-Bahnhof müssen im Sommer zehntausende Fußball-EM-Fans in die Züge zum Stadion umsteigen.
Foto: Thomas Röbke

„Eine schier unendlich lange Bauphase soll in diesem Jahr enden: die Modernisierung der zehn Hamburger Tunnelstationen der S-Bahn. Das zumindest verkündet die Deutsche Bahn (DB) auf ihrer Webseite des Bauprojekts.“

Das waren gute Nachrichten zum Jahresbeginn. Nur stammen sie bereits aus dem Januar 2022, aus unserer damaligen, leider zu optimistischen Jahresvorschau. Denn wer heute, im April 2024, die Tunnelstation der S-Bahn am Hauptbahnhof betritt, sieht sich nach wie vor einem unübersichtlichen Baustellenchaos gegenüber.

Seit inzwischen 18 Jahren sind die Tunnelhaltestellen der Hamburger S-Bahn in der Innenstadt eine Baustelle, nachdem die DB aus Brandschutzgründen in sämtlichen Tunnelbahnhöfen die Deckenverkleidungen herunterreißen musste ­– so auch an den Gleisen 1 und 2 der S-Bahn-Station Hauptbahnhof. Dann passierte erst einmal rund elf Jahre lang nichts. Erst im Jahr 2017 ging die Deutsche Bahn das Projekt ernsthaft an und versprach für die sieben Citytunnel-Stationen, sowie die drei Tunnelbahnhöfe in Harburg eine Modernisierung, sowie ein helleres und zeitgemäßes Erscheinungsbild. Neue Bodenbeläge, Wandverkleidungen und digitale Werbeflächen sowohl in den Zwischenebenen als auch auf den Bahnsteigen selbst. 

Doch die Arbeiten kamen nur langsam voran. Immer wieder nannte die Deutsche Bahn Fertigstellungstermine, immer wieder wurden sie gerissen. Und so besticht auch die S-Bahn-Station unter dem Hamburger Hauptbahnhof noch immer mit einer einzigartigen Rohbau-Optik, die eigentlich längst nicht mehr sein sollte: P…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Thomas Röbke ist freier Redakteur in Hamburg und schaut bei der Arbeit direkt auf den ZOB. Nach Aussage seiner Mutter war sein erstes Wort „Bus”. Vorm Einschlafen schaut er gerne bei Youtube Videos mit Hamburger Straßenbahnen. Wenn er wach ist, schreibt er über alles außer Sport.

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10 Antworten auf „Hier empfängt Hamburg Fußball-EM-Fans aus der ganzen Welt“

Ich denke, den Fußballfans ist es ziemlich egal, wie die Decken der S-Bahnhöfe aussehen, sofern sie in dem Getümmel davon überhaupt was mitbekommen.

Selbst einige „fertige“ Bauabschnitte wirken arg dilettantisch: die erst 2020 montierten neuen Zugzielanzeiger Hbf Gleis 1/2 hängen so vor der neuen Abfertigerbude (IBN: 2024), dass man sie vom Bahnsteig hinter der Bude gar nicht mehr lesen kann.

Der Rest der DB-Tunnelbaustellen ist ohnehin legendär: die wirklich immer gewissenhaft aktualisierten Bauinfo-Plakate, die offenbar tatsächlich jemand alle paar Monate mit einer neuen Version mit neuem Termin versieht, die hingefrickelte Bahnsteig-Baubeleuchtung, wo es dann auch mal keinen juckt, dass mehrere Lampen hintereinander kaputt sind und es fast zappenduster ist, die rumhängenden Kabel,…

Ich denke die Stadt wäre besser bedient der DB mal die Gelder für die S-Bahn zurückzuhalten bis die Sachen da fertig sind

Eine Pressemitteilung von Prellbock Altona genau zu diesem Thema abzuschreiben, ohne die Quelle zu nennen, sondern sie als eigene Recherche auszugeben, das hat Nahverkehr eigentlich nicht nötig!

Lieber Herr Jung,
wenn wir uns anderer Quellen bedienen, nennen wir Sie stets auch. Hätten wir Ihre Pressemitteilung genutzt, wären Sie selbstverständlich auch genannt worden. In diesem Fall war es nur so, dass wir das Thema unabhängig von Ihnen schon länger auf dem Zettel hatten. Als „Prellbock Altona“ in der vergangenen Woche damit „um die Ecke kam“, waren unsere Fotos längst geschossen und der redaktionelle Text bereits fast fertig. Ein Zufall, der selten ist, aber passieren kann.

Beste Grüße

Christian Hinkelmann

Herr Jung, Sie wissen wirklich (nicht), we man Unterstützer für Ihre Anliegen findet. (Ihr Kommentar hätten Sie intern an Nahverkehrhamburg.de richten können bzw. sollen.

Man soll sich da nichts vormachen. Das die Deutsche Bahn lügt wie gedruckt, das ist ja eigentlich nichts Neues. Das hier offensichtlich aber mehr dahintersteckt, sollte allen Leuten mittlerweile klar sein: Man soll den Begriff Korruption nicht leichtfertig in den Mund nehmen aber anders läßt sich das nicht mehr erklären, was die Deutsche Bahn ja nicht nur in Hamburg treibt. Desaströs ist, daß die Politik schweigt mit dem albernen Hinweis, daß man sich die Deutsche Bahn nicht zum Feind machen möchte. Nur das die Nutzer des Systems die eigentlichen Feinde dieser Deutschen Bahn sind, das sieht z.b. der Hamburger Verkehrssenator nicht. Was bleibt, ist, daß sich Hamburg einmal wieder unsterblich blamiert, wenn es sich als Tor zur Welt (passender wäre Tor nach Pinneberg) präsentiert. Ach ja, der Aufgang zur S-Bahn ist übrigens auch noch nicht fertig.

Die Bahn ist sehr gut im Ankündigen als Simulieren von Tätigkeit. Obwohl sie aus Steuergeld finanziert wird, entzieht sie sich geschickt jeder Kontrolle durch die Bürger und deren gewählte Vertreter. Der Hauptbahnhof ist bundesweit nur eines von viele weiteren Beispielen für das strukturelle Desinteresse von Bahn und Politik an Fahrgästen und Bürgern. Sieht aus wie: „alles geht den Bach runter“!

Tjarks ist neben Winfried Hermann der einflussreichste Landespolitiker für eine Verkehrswende! Beide Grünen hätten klare Kante zeigen können beim Dauer-Desaster Stuttgart21 oder Hamburger Hbf. Sie werden wissen warum sie die Bahn gewähren ließen.

Die von den Klimaprotesten getragene Verkehrswende war die Jahrhundert-Chance, endlich die Bahn so zu organisieren, dass Kunden und Steuerzahler endlich im Mittelpunkt stehen. Inzwischen ist die politische Aufmerksamkeit schon weiter gezogen und nichts mehr zu erreichen. So bleibt die Bahn nun teils auf dem Niveau der Dritten Welt und steigert das Mitfahren die Sehnsucht nach dem eigenen Auto.

Der Zustand dieses Bahnhofs (und auch der des zweiten Bahnhofs zum Umsteigen vom Fern- in den Regional- und S-Bahnverkehr, Harburg) ist kaum zu beschreiben.
Seit Jahren ähneln sich die Fotos von halb-fertigen Bauabschnitten und die Ausreden der Bahn, die die Schuld hierfür nie bei sich, aber immer bei anderen sieht.

Aber letztendlich hat diese Trödelei für die Bahn ja auch keine Auswirkungen, denn den hvv und unseren Verkehrssenator kümmert es scheinbar nicht, was hier (nicht) fertiggebaut wird.

Im Gegenteil: trotz der schlechten Erfahrungen mit der Bahn bei den Tummelhaltestellen, der S4, dem Bahnhof Ottensen, Diebsteich, und den anderen desaströsen Großbaustellen der Bahn in der Republik, wie Stuttgart21, oder der Stammstrecke in München will der Verkehrssenator allen ernstes und freudig lächelnd auch noch den VET durch die Bahn bauen lassen — obwohl man schon jetzt davon ausgehen kann, dass Bauzeit und -kosten des VET aus politischen Gründen knapp gerechnet sind bzw. werden und die Bahn als Bauträger die Stadt über viele Jahre in eine Baustelle / Kostengrab verwandeln wird. Und das ohne Alternativen zu prüfen und ohne nennenswerten Vorteil für die Mobilität in der Stadt.

Aber zurück zum Artikel: Gerne hätte ich eine Stellungnahme des hvv oder aus der Verkehrsbehörde dazu gelesen – gab es dazu Anfragen seitens NahverkehrHamburg?

Ich wette jedenfalls, dass Herr Röbke Ende diesen Jahres einen ähnlichen Artikel mit ähnlichen Fotos und ähnlichen Ausreden der Bahn, warum es leider, leider doch nicht wie „geplant“ voranging, schreiben kann.

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