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U-Bahn durchs Nirgendwo – deswegen wurde sie gebaut

Sie hat nur wenige Fahrgäste, fährt in Holstein durch Wald und Wiesen und um die einzige größere Stadt macht sie einen großen Bogen: Die U-Bahnlinie U1 zwischen Volksdorf und Großhansdorf ist ein kurioses Unikat im HVV. Deswegen wurde sie vor 111 Jahren absichtlich um Ahrensburg herum gebaut und darum gab es Überlegungen, dort Lastwagen auf…

Avatar von Frank Muth
Einsame eingleisige U-Bahnstrecke mitten im Wald zwischen Wulfsdorf und Ahrensburg West.
Einsame eingleisige U-Bahnstrecke mitten im Wald zwischen Wulfsdorf und Ahrensburg West.

Die Stimmung ist romantisch unweit des Bio-Bauernhofs Gut Wulfsdorf in Schleswig-Holstein: ein kleiner See, saftige Wiesen, grasende Pferde, schattenspendende Wälder. Herrliches Landidyll hinter der Hamburger Stadtgrenze.

Und dann kommt plötzlich … eine U-Bahn angesaust! Irgendwo versteckt hinter Bäumen auf einem einsamen Gleis. Und auch, wenn es hier auf dem Dorf nicht so aussieht: Der Takt ist großstädtisch. Alle zehn Minuten fährt hier morgens und nachmittags ein Zug. Am restlichen Tag immerhin noch alle 20 Minuten.

Doch für wen? Die Züge sind oft fast leer. Es gibt kaum Häuser am Gleis. Und um die einzige Kleinstadt in der Nähe macht die U1 einen großen Bogen. Nirgendwo sonst im HVV fahren so wenige Menschen mit der U-Bahn wie dort. Eine Fehlplanung? Oder Weitsicht?

NAHVERKEHR HAMBURG erzählt die Geschichte hinter dieser kuriosen Wald-und-Wiesen-U-Bahn, warum sie vor 111 Jahren überhaupt gebaut wurde, wieso sie absichtlich an Ahrensburg (heute 34.200 Einwohner) vorbeifährt, wo eigentlich noch zwei weitere Stationen geplant waren, was die Strecke schon damals mit der Überlastung des Hamburger Hauptbahnhofs zu tun hatte, warum dort mal Lastwagen auf Schienen fahren sollten und wie Planungsfehler von damals in den nächsten Jahren korrigiert werden.

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Christian Hinkelmann, Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG

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