Ausbleibende Fahrgäste: HVV geht mit neuer Werbekampagne in die Offensive

HVV startet Imagekampagne gegen Fahrgastschwund. Dem Verbund fehlen wegen Corona 40 Prozent seiner Passagiere. Hochbahn rüstet ältere U-Bahnen für automatisches Türöffnen um.
Coronavirus, HVV, Hamburg, Maskenpflicht
Fahrgäste mit Mundschutz auf dem S-Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof
Foto: Christian Hinkelmann

Bei den Verkehrsunternehmen im HVV wächst die Sorge, dass die Fahrgäste, die in der Corona-Krise verloren gingen, zum Teil langfristig ausbleiben könnten. Zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen hat der HVV gestern öffentlichkeitswirksam für mehr Hygiene in seinen Fahrzeugen und Haltestellen geworben.

Hamburgs neuer Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne), HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner, sowie die Chefs von Hochbahn, S-Bahn und VHH präsentierten am Montag die neue Werbekampagne „Eine Sorge weniger“, mit der der Öffentliche Nahverkehr das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen will.

Der Druck, der auf den bisher erfolgsverwöhnten Unternehmen lastet, ist groß. Anfang April waren laut Hamburger Abendblatt 76 Prozent weniger Fahrgäste mit Bahnen und Bussen unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Inzwischen soll das Fahrgastniveau wieder bei 60 Prozent liegen, was bedeutet, dass dem HVV derzeit immer noch 40 Prozent seiner üblichen Fahrgäste fehlen. In absoluten Zahlen ausgedrückt heißt das: Derzeit sind täglich 1,5 Millionen statt üblicherweise 2,6 Millionen Menschen mit dem HVV unterwegs.

„Wir wollen mit dieser Kampagne zeigen, dass die Fahrgäste sicher mit ihrem HVV unterwegs sein können. Dafür setzen wir zahlreiche Maßnahmen um“, kündigte HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner laut Abendblatt bei der Präsentation am Montag an.

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6 Antworten auf „Ausbleibende Fahrgäste: HVV geht mit neuer Werbekampagne in die Offensive“

Mit Maskenpflicht und (nach schlimmer) Wackelstellwerken in Elmshorn und Pinneberg, deren elektronische Bauteile schon aufgeben, wenn der DWD auch Gewitter bzw. UV-Warnungen auch nur herausgibt, wird das nix. Und die Reinigungsteams kan sich der HVVauch an den Hut stecken. Wenn ich die Wohnung oder Arbeitsstelle erreiche wasche ich mir eh’ die Hände, unabhängig von Corona. Aber immerhin ABM für ein paar Reinigungskräfte.

Inzwischen weiß doch jeder, dass es die Aerosole und Tröpfcheninfektion sind, die die Inefktion besorgen. Und da hilft im ÖPNV nur und ganz ausschließlich Pünktlichkeit, Pünktlichkeit und nochmal Pünktlichkeit! Wenn man Züge ausfallen lässt und andere Züge oder SEV mit 200% Auslastung dann stundenlang durch die Landschaft juckeln lässt, ist das Autowerbung pur! 30°C und Maske und trotzdem alle Aerosole ausgetaucht! Degegen ist jeder Autowerbespot doch kalter Kaffee. Und wenn der Stau dann 40 km lang ist, egal, denn immerhin mit Klimaanlage und Maskenverbot! Benzin ist auch noch recht günstig.

Da gebe ich dir vollkommen recht.
Das sind ähnliche Erfahrungen, wie ich sie auch gemacht habe. Dazu kommt noch das Klientel, dass sich an keine Corona-Regeln hält. Auf das Kaputtmachen meiner Gesundheit habe ich keine Lust, deshalb fallen für mich jetzt RB81, Linie 9, U1, U3 und co. aus. So leid mir das tut.

Ihr in Elmshorn habt es trotzdem noch ein Stückweit besser: Wenn bei euch wieder mal ein Twindexx ausfällt, bekommt ihr roten Dosto-Ersatz von meiner Bahnlinie. Der betreffende Zug fällt dann bei uns aus (“Wegen einer technischen Störung an einem anderen Zug”).

Am Endr der Tage wird die Wirtschaftlichkeit entscheiden. Wenn nicht jetzt, wann dann wäre der rechte Zeitpunkt zur Einführung des 365 EUR Jahrestickets für das gesamte Hamburger Stadtgebiet (und EUR 500,- für das HVV-Gesamtnetz). dies böte einen deutliche materiellen Anreiz wieder Bahne und Busse zu nutzen und das private Auto stehen zu lassen. Im Moment sind die Straßen voller als zu Vor-Corona-Zeiten. Das beeinträchtigt die Luftqualität massiv und hält auch viele davon ab, aufs Rad zu steigen. Leider veröffentlicht die Verkehrsbehörde keine Zahlen zur Nutzung des Rades als wichtigste Verkhersmittel im Umweltverbund. Angeblich gibt es über 2.000 Zählstellen für dne Autoverkehr aber nur 20 für die Radverkehr. Warum werden keine tagesaktuellen Zahlen über den Radverkehr veröffentlicht? Auch könnte der HVV durch die Schaffung von mehr und besseren Radabstellplätzen an S- und U-Bahnstationen Anreize schaffen die Öffis wieder mehr zu nutzen.

“Hamburgs neuer Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne), HVV-Geschäftsführer Lutz Aigner, sowie die Chefs von Hochbahn, S-Bahn und VHH präsentierten am Montag die neue Werbekampagne „Eine Sorge weniger“, mit der der Öffentliche Nahverkehr das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen will.”
Und warum wurde kein Vertreter von DB Regio SH und Nah.SH eingeladen?

Dieser Artikel bestätigt wieder einmal haargenau das was ich gerade erst zum HVV und zur RB81 geschrieben hatte.
hier in der Antwort zu DirkHamburg: https://test.nahverkehrhamburg.de/fahrgast-rekord-2019-war-das-beste-jahr-in-der-hvv-geschichte-15038/
hier auf den Post von A. Müller-Goldenstedt: https://test.nahverkehrhamburg.de/hamburgs-neuer-verkehrssenator-nennt-immer-wieder-eine-zahl-was-meint-er-damit-15056/

Es ist genau so, wie ich es immer thematisiere: Der HVV interessiert sich “einen feuchten Kehrricht” für die Zustände auf der RB81. Er will nur unser Fahrgeld haben.
Diese Werbeaktion ist der blanke Hohn auf die Fahrgäste der RB81: Wenn für alle anderen etwas getan wird (und sei es nur mit Werbeaktionen), wird genau für uns Ost-Wandsbeker demonstrativ das Gegenteil gemacht: Seit Montag ist für mindestens 1 1/2 Monate der Verkehr der RB81 aus Baugründen auf den halbstündlichen Grundtakt reduziert, und das, wenn die Fahrgäste eigentlich Abstand halten sollen.
https://bauinfos.deutschebahn.com/docs/norden/infos/RE8_RB81_1406-30062020_fahrplan.pdf
https://bauinfos.deutschebahn.com/docs/norden/infos/RE8_RB81_0107-31072020_fahrplan.pdf

Herr Aigner, Herr Tjarks, kümmern Sie sich um eine Verbesserung der gerade in Corona-Zeiten untragbaren Zustände auf der “S-Bahn-Ersatzlinie” RB81!

Es wäre schön, wenn das Nahverkehrhamburg-Redaktionsteam dieses Thema bei den zuständigen Personen und Stellen skandalisieren würde.

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