Auslieferung der neuen Hamburger S-Bahnen soll bis November abgeschlossen sein

Die Produktion der neuen S-Bahn-Baureihe 490 kommt bald vorläufig zum Ende. Weitere Fahrzeugbestellung für neue Strecken nach Bad Oldesloe und Kaltenkirchen steht bevor.
Christian Hinkelmann
Eine Hamburger S-Bahn der neuen Baureihe 490 an einem regnerischen Abend am Bahnhof Diebsteich
Eine Hamburger S-Bahn der neuen Baureihe 490 an einem regnerischen Abend am Bahnhof Diebsteich

Nach einem verstolperten Start und Lieferproblemen läuft die Produktion der neuen S-Bahn-Baureihe 490 aufs vorläufige Ende zu. Bis November sollen alle 82 bisher bestellten Fahrzeuge ausgeliefert sein. Das erklärte Hamburgs S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost. Demnach sind inzwischen 72 Züge vom Hersteller Bombardier ausgeliefert – die zehn weiteren Fahrzeuge sollen in den nächsten drei Monaten folgen.

Nach vollständiger Auslieferung aller bisher bestellten Fahrzeuge wird die S-Bahn Hamburg dann insgesamt 194 Einheiten der Baureihen 490 und 474 auf dem bestehenden Netz einsetzen können. Das sind 30 Fahrzeuge mehr als bisher. Damit dürfte dann auch das Ende der letzten Züge der alten Baureihe 472 aus den 1970er Jahren schon bald bevorstehen.

BR472, Bahn, DB, HVV, Hamburg, Herbst, Nahverkehr, S-Bahn, Tiefstack, Umweltverbund, Zug, ÖPNV, Öffentlicher Nahverkehr
Ein alter S-Bahn-Zug der Baureihe 472 am Bahnhof Tiefstack

Züge für S4 und S32 sollen bald bestellt werden

Außerdem plant die Hamburger S-Bahn bereits die nächste Großbestellung: „Anfang kommenden Jahres werden wir wohl die Option ziehen, 64 weitere Züge der Baureihe 490 zu bestellen“, so Arnecke zu der Zeitung. Dazu müsse man sich aber noch mit der Stadt Hamburg verständigen.

Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die unter anderem für die künftige S4 nach Bad Oldesloe und die geplante Verlängerung der S21 nach Kaltenkirchen benötigt werden. Die Bestellung wäre ein starkes Signal, dass beide Projekte in den kommenden Jahren auch wirklich realisiert werden.

Laut der Bestelloption, die die Stadt Hamburg, die Deutsche Bahn und der Hersteller Bombardier verhandelt hatten (siehe hier), sind 19 Einheiten für die geplante S-Bahn nach Kaltenkirchen (S21) und die damit in Verbindung stehende S32 geplant, 35 weitere Fahrzeuge sind für die künftige S4 nach Bad Oldesloe vorgesehen, zehn weitere Bahnen könnten für „weitere Maßnahmen“ nachbestellt werden.

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Ein PKW überholt eine Radfahrerin in der Osterstraße in Hamburg mit sehr geringem Abstand.

Deswegen sind Radfahrer in Hamburg und ÖPNV-Fahrgäste im Umland so unzufrieden

Miese Werte für Hamburgs Fahrradwege und schlechte Noten für die Bus- und Bahnanbindung im ländlichen Norden: Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Umfrage von mehreren Verbänden. Hat sich der Hamburger Senat bei seiner Radverkehrspolitik verrannt? Und wie könnte der ÖPNV auf dem Land besser werden?

Verkehrswende? Obwohl an der Bushaltestelle Straßburger Straße eine vielgenutzte Metrobuslinie hält, fehlt dort ein Wartehäuschen, das die HVV-Fahrgäste vor Regen schützt. Offiziell ist dort kein Platz - während der Autoverkehr vier breite Spuren hat. In Hamburg kein Einzelfall.

Warum der HVV seine Fahrgäste (manchmal) im Regen stehen lässt

Nur die Hälfte der Bushaltestellen in Hamburg hat einen Wetterschutz. Selbst an viel frequentierten Stationen stehen die HVV-Fahrgäste mancherorts im Regen. Warum das so ist und wie Bürokratie den Bau solcher Unterstände erschwert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.