CDU setzt auf Stadtbahn und U4

Rund ein Jahr vor der nächsten Bürgerschaftswahl fordert die Hamburger CDU den Bau einer Stadtbahn und einer U4-Verlängerung bis nach Wilhelmsburg.
Christian Hinkelmann
Fotomontage: Stadtbahn am U-Bahnhof Hoheluftbrücke in Hamburg
Fotomontage: Eine Stadtbahn am U-Bahnhof Hoheluftbrücke in Hamburg (Originalfahrzeug aus Le Havre, Frankreich)
Foto: Christian Hinkelmann

Die Bürgerschaftsfraktion präsentierte diese beiden Ideen nach einer Klausurtagung in Jesteburg, bei der es unter anderem um das Wahlkampfthema Verkehrspolitik ging.

Demnach soll die Stadtbahn zur “Anbindung von bislang vernachlässigten Stadtteilen” eingeführt werden, heißt es in einer Mitteilung.

Außerdem wollen die Christdemokraten die U4 bis nach Wilhelmsburg verlängern und die großen Verkehrsachsen durch Verlagerung der Pendlerströme von der Straße auf die Schiene entlasten. Dazu gehört laut dem CDU-Papier auch der Umbau der AKN-Strecke nach Kaltenkirchen zu einer S-bahn sowie eine S-bahn-Linie bis nach Lübeck.

Eine weitere Idee der CDU-Fraktion ist, Busspuren in Hamburg befristet für Elektroautos freizugeben.

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

So sahen die allerersten Busse 1926 nach Umrüstung auf Luftreifen und mit Wagennummer aus.

Vor 100 Jahren startete die Hochbahn ins Bus-Zeitalter

Am 5. Dezember 1921 nahm die Hochbahn ihre erste Hamburger Buslinie in Betrieb. Der Takt war dicht, die Fahrzeuge unbequem und nach nur zehn Monaten war das Experiment auch schon wieder beendet. Erst zwei Jahre später kam es zum Comeback.

Regionalbahn im Bahnhof Wandsbek in Hamburg

Bahnhof Wandsbek wird im Dezember geschlossen – für immer

Der Bahnhof muss für den Bau der zukünftigen S-Bahnlinie S4 weichen. Weil die Arbeiten schnell vorankommen, wird die Station zum kommenden Fahrplanwechsel geschlossen und abgerissen. So sieht es aktuell auf der S4-Baustelle aus. Ein Fotobericht.

10 Antworten auf „CDU setzt auf Stadtbahn und U4“

Die SPD plant nun U-Bahn-Linien, also will die CDU die Stadtbahn. Und in einem Jahr ist es wieder umgekehrt.
Nicht zu vergessen, dass zuerst die CDU und dann die SPD die Stadtbahn nacheinander abgewürgt haben – wegen Unfinanzierbarfkeit.
Und wenn es zum Regierungswechsel kommt, dann wird sowieso wieder alles verworfen und von vorn geplant.

Stadtbahn ja, U4 ja, aber was soll das mit den Elektroautos auf Busspuren? Auto bleibt Auto, egal ob elektrisch oder mit Verbrennung, kommt Bussen auf ihren Spuren genauso in die Quere. Großes Fragezeichen.

Das einzige was mir an dieser Meldung gefällt, ist die Fotomontage mit der Linie 5 früher M5, alles andere ist vielleicht ein Thema für die nächste Generation, die Stadtbahn werde ich nicht mehr erleben und die die es ewig propagieren natürlich auch nicht, also lassen wir doch diese Träumereien endlich und setzen mit aller Energie auf die Busbeschleunigung und Batterieautos….neue Schienenbahnen haben in Hamburg nur noch geringe Chancen!
Endhaltestelle der U4 wird 2018 erst einmal “Elbbrücken” sein.

Und wenn dann bald überall nur noch die heiligen E-Autos rumfahren, müssen wir wohl die alten Atomkraftwerke wieder in Betrieb nehmen. Oder neue bauen.
Herrlich!

Ich weiss nicht ob ich jetzt lachen oder heulen soll ?? !! ??
Nur wenn ich heulen sollte, dann bestimmt nicht vor Freude.

Es ist schon unglaublich für wie dumm die Parteien (Querbeet allesamt) ihre Bürger in Hamburg nach wie vor halten.

Armes und doch so reiches Hamburg !

Und noch was: Warum eigentlich nicht gleich eine S-Bahn nach Kopenhagen, wenn man dann praktisch mit der Anbindung schon fast dort ist (Lübeck) ???
Das müsste mir die CDU mal bitte erklären !

S-Bahn nach Lübeck könnte ich glatt befürworten, wenn sie schon bis Bad Oldesloe geplant ist. Wenn Lübeck jemals eine S-Bahn bekäme, dann könnte man beide S-Bahnen verknüpfen. So gesehen zwischen Leipzig und Halle.

Wenn die CDU wirklich ernsthaft glaubt, eine Stadtbahn in Hamburg gegen die Bürger durchsetzen zu können, dann muss man wohl davon ausgehen, dass die Proteste gegen die Busbeschleunigung alle von der CDU inszeniert werden. Wie sonst kommt diese Partei auf die Idee, dass sich die jetzt sichtbaren Proteste gegen S4 und Busoptimierung nicht mit hundertfacher Wucht gegen die Stadtbahn wiederholen? Es gibt in Hamburg außer der Buslinie 5 keine einzige Trasse, die nicht nach zwei oder drei Kreuzungen auf Engpässe treffen würde, wo sich ganze Straßenzüge gegen eine Stadtbahn verbünden würden. Der ADFC ist ja auch noch da, der Radwegen haben will, die auf Kosten eines eigenen Bahnkörpers gehen würden.

Aber weil die CDU natürlich keine Proteste bestellt, muss man wohl eher annehmen, dass sie solche Vorschläge nur macht um die Grünen zu locken und die CDU-Politiker tatsächlich ganz genau wissen, dass die Grünen die Stadtbahn mit ihrer Volksbefragung und auf zehn Jahre veranschlagten Planung dann sowieso wieder vor die Wand fahren.

Im Klartext heisst die Ankündigung also, wir wollen auch in den nächsten Jahren nur in Ruhe unsere U4 verlängern und kein Geld für Stadtbahnen ausgeben.

Mit der S-Bahn nach Lübeck? Die Lübecker werden sich sicher sehr freuen, wenn sie ab Bargteheide über die S-Bahngleise zuckeln dürfen, anstatt non-stop bis Hauptbahnhof durchzufahren. 20 Minuten mehr Fahrzeit je Richtung mindestens. Super. Nein, wirklich liebe CDU. Besser hättet Ihr nicht beweisen können, wie weit ihr euch von den Sorgen der Bürger schon entfernt habt.

Ja, in Kiel ist es umgekehrt. Alle Parteien jeglicher Couleur lehnen alle Vorschläge aus Prinzip ab, weil sie vom politischen Gegner kommen. Hier ist die SPD für die Stadtbahn, CDU und FDP sind natürlich dagegen.

Die Stadtbahn kann nur kommen, wenn es in einer Volksabstimmung entschieden wird. Ich glaube nicht mal, dass es überhaupt eine Abstimmung darüber geben wird. Falls doch habe ich außerdem Zweifel, dass es zu einer Mehrheit pro Stadtbahn kommen würde.
Die Parteien wechseln außerdem innerhalb einer einzigen Legislaturperiode ihre Meinungen, sodass man eigentlich aus Protest bei der nächsten Wahl zu Hause bleiben müsste. Lediglich “Die Grünen” sind diesbezüglich bei ihrer Linie geblieben, was allerdings nicht über die ganzen Gründe hinweghilft, diese Partei nicht zu wählen :-))
Ein Volksentscheid ist das einzig Richtige, was man machen kann, weil es dann einen klaren Auftrag gibt, was zu tun oder zu lassen ist PUNKT!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.