Einbrechende StadtRAD-Nutzungszahlen: Sind E-Scooter daran schuld?

StadtRAD in Hamburg hat ein Problem: Große Teile der Flotte sind nicht einsatzbereit, die Nutzungszahlen sinken. Die LINKE vermutet, dass E-Scooter ein Grund sind.
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E-Scooter an einer StadtRAD-Station in Hamburg-Eimsbüttel

Die StadtRAD-Mieträder sind in Hamburg eine Erfolgsgeschichte: Seit Einführung des Systems im Jahr 2009 ist die Flotte von ursprünglich 800 auf inzwischen 2.766 Räder und 229 Leihstationen angestiegen. Ein Grund für den Erfolg dürfte die Tatsache sein, dass die roten Miet-Fahrräder der Deutschen Bahn in den ersten 30 Minuten Fahrzeit kostenlos sind und lediglich eine jährliche Grundgebühr von 5 Euro anfällt.

Doch im vergangenen Sommer hat das stetige Wachstum einen Dämpfer erhalten: In den Monaten Juli, August und September sind die Nutzungszahlen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich nach unten gegangen. Das geht aus einer Antwort des rot-grünen Senats auf eine Anfrage der LINKE hervor (Drucksache 21/18751).

Nutzungszahlen gingen im Juli um 14 Prozent nach unten

Demnach gab es im vergangenen Juli 303.120 Ausleihvorgänge, ein Jahr zuvor waren es im selben Monat noch 352.680 Leihvorgänge. Das entspricht einem Minus von rund 14 Prozent. Im August gingen die Zahlen um 3 Prozent nach unten (von 329.115 auf 320.274 Ausleihvorgänge) und im September um 11 Prozent (von 274.537 auf 244.140 Leihvorgänge).

Was sind die Gründe dafür? Neben dem extrem warmen und langen Sommer im vergangenen Jahr, der viele Menschen zusätzlich aufs Fahrrad gelockt haben dürfte, sorgen offenbar die neuen StadtRAD-Fahrräder, die Anfang dieses Jahres die alte Flotte komplett ersetzt haben, für Ärger und Ausfälle. Viele Räder seien im Sommer wegen kaputter Schlösser und anderer Defekte nicht ausleihbar gewesen, erklärte eine Sprecherin der Hamburger Verkehrsbehörde gestern dem NDR.

Bis zu 35 Prozent der StadtRAD-Flotte nicht einsatzbereit

Tatsächlich offenbart ein Blick in die Zahlen, dass ein großer Teil der neuen Stad…

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11 Antworten auf „Einbrechende StadtRAD-Nutzungszahlen: Sind E-Scooter daran schuld?“

Ich bin ja Verschwörungstheoretiker und habe dadurch kognitive Probleme mit den Worten ´Zufall´, ´überraschend´, ´plötzlich´und ´unkoordiniert´. Gibt oder gab es eigentlich Bestrebungen der Bahn in den ´E-Roller Markt´einzusteigen oder sich in absehbarer Zeit elegant aus der Stadtradnummer zu verdünnisieren?

Die beschriebene ´Verkehrsträgerkanibalisierung´ kam ja sicher vollkommen überraschend und welch ein Zufall, wenn die Bahn in dem Jahr, wo die neue Konkurrenz wissentlich an den Start geht, plötzlich unkoordiniert nix mehr auf die Kette bekommt… obwohl das ist ja wirklich nicht plötzlich. Andere Frage: wurden Mitarbeiter oder die Managementebene aus dem S-Bahn Bereich dort hin versetzt?

Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass die DB die mangelnde Verfügbarkeit der Stadträder mit Vorsatz herbeigeführt hat für sehr gering. Zudem hat der Autor das Problem ja eingangs erwähnt: Es lag vor allem an der neuen Flotte (wobei ich mich frage, wie das so schwer sein kann, die Entriegelungsfunktion vom Rad (des Fahrrads) an den Lenker zu verlegen.) Zudem greift mir die Anti-E-Roller-Kampange von die LINKE zu kurz. Die E-Roller haben es möglich gemacht bei kaputten oder nicht vorhandenen StadtRädern schnell einen E-Roller als Alternative zu nutzen. Ich selber musste dies einmal tun.

Och Mensch, ich hab versucht den obigen Beitrag mit einem Augenzwinkern zu schreiben und nur gedankliche Anregungen zu äußern bzw. zu wecken, die, egal ob auf den ersten Blick im Bereich des Möglichen (was ist das überhaupt) oder nicht, die äußeren Indizien zwar nicht wirklich erklären oder gar beweisen könnten (wie auch), sondern nur ´das Denken um die Ecke´ trainieren.

Ich mach mal mit dem Augenzwinkern weiter und versuche jetzt Begriffe wie Synchronizität, Sätze wie ´Gott würfelt nicht´und rein persönliche Erfahrungen, die jeder rationaler Erklärung immer und immer wieder strotzen, außen vor zu lassen, denn der Wecker klingelt bei jedem ganz individuell. Und die Katze vom Schrödinger bleibt auch in der Kiste.

Nur durch den Einstieg in die Wahrscheinlichkeits(!)theorie(!) haben wir doch den Begriff Zufall wieder im Spiel. Ist es schlimm, wenn ich nicht nachvollziehen kann, was z.B. ein Würfel (wahrscheinlich) mit einem durch Management gezielt gesteuerten Konzern verbindet?

Es ging eben keineswegs um die ´offizielle´ Erklärungen, die ich durchaus ebenso dem Artikel entnehmen kann.
Da ich seit endloser Zeit das Medium Fernsehen nicht mehr nutze, kann ich bei der wöchentlichen ´Tatort´ oder ´Soko´ Predigt eigentlich gar nicht mehr mitreden, aber früher war es immer so, dass es jedes mal eine ´offizielle´Erklärung für die jeweiligen Vorgänge gab und dann akribisch die wirklichen Vorgänge und Taten herausgearbeitet wurden, was den eigentlichen Inhalt all dieser Filme darstellte.

Um also wirklich zu wissen, wie ´wahrscheinlich´dütt oder datt ist, müsste man komplett und ausnahmslos alle Informationen bzgl. eines Themas haben. Herr Hinkelmann leistet sicher hervorragende Arbeit in seinem Thema, jedoch kann er auch nur das weitergeben und in begrenzten Rahmen kritisch aufarbeiten, was ihm zuvor ´offiziell´erklärt wurde. Es wäre sicher erhellend, wenn er eben nicht nur Presseveranstaltungen besuchen dürfte(!), sondern mal irgendeiner Sitzung hinter verschlossenen Türen (warum ist das wohl so) beiwohnen könnte. Das Obige nennt man übrigens heute Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations oder (Eigen)Werbung, weil der Begriff Propaganda im Kopf immer so blöde Bilder erzeugt.

Wir bekommen halt etwas erzählt und es war sicher noch niiieee so, dass sich das im Nachhinein oder bei genauer Betrachtung als Falsch herausstellte.
Und das, wo ich doch gerade letztens in einem Beitrag das Thema ´The table has tilted, folks. The game is rigged. And nobody seems to notice. Nobody seems to care.´bzw. der Würfel ist gezinkt hatte. Wo kommt da das Wort Zufall drin vor oder wie steht es in diesem Bereich mit der Begriff ´Wahrscheinlichkeit´?
Und selbst diejenigen, die etwas erzählen, müssen schlussendlich nicht wirklich einen korrekten Überblick bzgl. der Situation haben. Berühmtestes Beispiel wäre aktuell ein gewisser Erich H. am 14.08.1989 in Erfurt: „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.” Obwohl irgendwie hatte er ja doch recht, aber das ist eine Verschwörungstheorie…

Davon abgesehen kann man einen Vorsatz eben nur belastbar beurteilen, wenn man die verlässliche Information hätte, welches Ziel letztendlich überhaupt erreicht werden soll. Haben wir diese Information wirklich? Wir haben nur einige ´Merkwürdigkeiten´und eine ´offizielle´ Erklärung.
Egal wo man in irgendeiner ´Wissenschaft´ auch nachforscht (man belügt sich eben immer über die benutzen Worte): überall hängt hinten der fast unscheinbare Begriff ´Theorie´dran.

P.S.: ich wünsche Ihnen bei Ihrer Kandidatur vollen Erfolg. Ich kenne Sie zwar gar nicht, jedoch bin ich überzeugt, dass es bis auf den einen oder anderen ´Wunschkandidaten´(von wem eigentlich) nach der aktuellen Darstellerin nur noch bergauf gehen kann. Zwinker, Smiley, Grins.
Nur leider könnte ich Sie lediglich nur über meine Person autorisieren, denn wie Matthias Claudius, der alte Wandsbeker bezüglich eines jeden Menschen formulierte:
Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist.
Doch wer ist das bei diesen Verhältnissen schon.

Ich war regelmäßiger Nutzer des Stadtrads…nur seit dem Sommer wird es immer schwieriger eine Station zu finden an der auch nur irgendein Fahrrad steht. Und wenn eines mal dort stehen sollte, ist es meist defekt. Inzwischen checke Ich schon gar nicht mehr. E-Scooter sind mir zu teuer und Ich krieg nen Einkauf schlecht damit transportiert. Stadtrad fühlt sich langsam so unzuverlässig an wie die S-Bahn hier…

Naja.

Das Jahr 2018 war ein besonders starkes Jahr für den Radverkehr, besonders auch im Juli. Das sieht man gut an den Zahlen der Radverkehrszählsäule an der Alster (Quelle: https://klara.bike/radzaehler/ bzw. Geoportal). Das aktuelle Jahr 2019 ist hingegen eher im normalen Rahmen, zumindest laut den Zahlen dieses einen Zählers.

Normiert man die Ausleihzahlen mit Hilfe der Radzählerdaten, ist die Differenz nur noch bei 4,3 %. Von einem Einbruch kann also kaum die Rede sein.

Die Ursachen für den leichten Rückgang kenne ich nicht. Vielleicht die technischen Probleme, vielleicht irgendwas anderes. Eher unwahrscheinlich klingt dagegen, dass diese Roller für 18 Euro die Stunde mit dem Stadtrad konkurrieren sollen.

und selbst die verfügbaren Räder konnten dann oft nicht gebucht werden ich hab das x-fache erlebt. Es gab wohl auch ein Problem mit der Datenbank so dass sie zu einem Zeitpunkt alle Standorte verloren haben

Ein Paradebeispiel dafür, was Populismus ist und nicht vernünftige argumentationsfeste Politik.

Die Konstruktion eines dermaßen starken nicht-kausalen Zusammenhangs sollten die Linken unterlassen, wenn sie Ernst genommen werden wollen.
Nichtmal “unter Brüdern” würde ihre Interpretation Stand halten.

E-Roller gehen wieder von alleine. Oder sie bleiben. Wir leben in einem freien Land.

Ohne zu nahe zu treten, würde mich schon interessieren, worin denn das ´Paradebeispiel für Populismus´ zu sehen ist. Geht´s auch kleiner oder bin ich zu desensibilisiert? Ich war tapfer und habe sogar direkt auf der Seite der Linken nachgeforscht. Habe meine Sozialismusallergie (sowohl nationale als auch internationale) im Griff gehabt und den Gender_innen Slang ignoriert.
Wie oben im Artikel dargelegt steht nirgendwo eine Verbotsforderung für E Roller. Und ohne gleich dort Parteimitglied zu werden, finde ich die Argumentation durchaus nachvollziehbar. Im touristisch Umkämpften Innenstadtbereich, wo es weniger um Cent genaue Kalkulation, als um Urlaubserlebnis geht, bringen die teilw. globalen Anbieter einen größeren Kundenstamm mit, als das Hamburger Stadtrad. Das Roller einem Hamburger im Vergleich zu teuer sind, gehe ich daccord. Und das diese eben auch z.B. Einkäufe und nicht nur sich selbst transportieren, wie z.B. Touris ist unbestritten. Das die Wetterkapriolen des wohl in die Geschichte (jedoch nicht wegen den Temperaturen) eingehenden Sommers 2018, die Zahlen kolportieren, kann ich ebenso nachvollziehen, da es immer blöd ist in der BWL wenn man seine aktuellen Jahreszahlen mit einem bombigen Vorjahr vergleicht.
Auch kann ich ja meine eigene VT (siehe oben) beiseite wischen, würde man den Wurm alleine nur in der Software sehen und so aufzeigen, dass man dort ohne Vernetzung, sowohl in Ausleihe, Bereitstellung und Wartung/Reparatur organisatorisch sofort in der Steinzeit agiert. Nur über die Abrechnung hat sich komischerweise niemand beklagt. Wenn es um das Bezahlen geht, funktioniert die Software prima.
Aber eben daneben auch neue Räder mit neuen Schlössern gerade zum Einstieg einer möglichen Konkurrenz? Zu viele verschiedene interne(!) Punkte kommen zu den externen Herausforderungen hinzu. Schon komisch. Aber sei es drum.

Trotzdem hört sich der Beitrag über die “Brüder” mit dem ´starken nicht-kausalen Zusammenhang´ eher nach einem outgesourceten Vorwahlkampf an, um eine böse gegnerische Partei weg zu beißen. Darum widert mich auch die gesamte(!) Parteienlandschaft auf allen Ebenen in Germany so an, hat eben nichts mehr mit den eigentlichen Problemen zu tun. Artikel 21(1) GG: ´Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.´ Von ´sind mit sich selbst beschäftigt´ steht da nichts.
Und ich bin zwar Verschwörungstheoretiker und sehe das mit dem kommen und gehen von E-Rollern ähnlich, aber die Nummer mit dem freien Land ist selbst mir zu schräg.
Ansonsten mehr Klimaanlagen und Crushed Ice für Hamburg zum runterkühlen, sonst wird´s bis zum Februar eng.

Aha, jetzt hab ich es verstanden. Sie arbeiten nur an Ihrem Karma. Trotzdem danke für die detaillierte Antwort. Und schön, dass ich so nah am Zentrum der Welt sein durfte.

Die neuen Stadträder sind Mist. Sie sind unbequemer, und man hat das Gefühl, mit gleichem Kraftaufwand langsamer voranzukommen. Dass sie oft defekt sind, wurde ja schon erwähnt. Ein eklatanter Nachteil ist außerdem die Stationsbindung. Dazu kommt, dass in diesem Sommer erstmal jeder die E-Scooter ausprobieren wollte. Der Hype wird sich aber legen, wenn die Scooter so teuer bleiben. Dass die E-Scooter den Stadträdern nicht dauerhaft die Kunden wegnehmen werden, zeigt ein einfaches Rechenexempel: 30 Minuten Stadtrad kosten 0 Euro, 30 Minuten E-Scooter kosten über 10 Euro.

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