Auf dem geplanten neuen S-Bahnhof in Ottensen liegt offenbar kein Segen: Seit knapp 17 Jahren planen die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn die neue Haltestelle an den Linien S1 und S11 zwischen Altona und Bahrenfeld – ein einfacher oberirdischer Bahnsteig an einer bestehenden Strecke. Doch wirklich voran kommt das Projekt bis heute nicht.
Zwar liefen im vergangenen Jahr – nach mehreren Verzögerungen – endlich die ersten Bauarbeiten an, doch die für Ende dieses Jahres geplante Eröffnung der Haltestelle fällt aus. Der S-Bahnhof wird nicht rechtzeitig fertig, wie NahverkehrHAMBURG jetzt von der Deutschen Bahn erfuhr.
„Für die neue Station Ottensen haben sich neue Anforderungen ergeben, die jetzt in die Umsetzung der neuen Ausführungsplanungen einfließen. Leider kann aus diesen Gründen eine Inbetriebnahme der neuen Station Ottensen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 nicht gehalten werden“, erklärte die neue Hamburger Bahn-Sprecherin Franziska Hentschke auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir bedauern sehr, dass wir unser Versprechen nicht halten können.“ Die Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Station Ottensen sei „nun nicht vor Mitte 2021“ umsetzbar, so die Sprecherin.
Pläne für neuen Bahnhof müssen teilweise umgeschrieben werden
Auslöser sind laut Bahn Probleme beim Kabeltiefbau und in deren Folge auch bei der Entwässerung. Diese „neuen Anforderungen“ seien erst in der finalen Feinplanung der Haltestelle, der so genannten Entwurfsplanung, aufgetreten.
„Dadurch ist keine komplette Neuplanung notwendig, jedoch müssen wir umfangreiche Anpassungen vornehmen“,…
15 Antworten auf „Eröffnung des S-Bahnhof Ottensen verzögert sich um ein weiteres halbes Jahr“
Vielleicht sollte man in der Planung weniger auf prekär Beschäftigte zugreifen und den Auftrag nicht an den Billigsten vergeben. Die ungute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich im Ablauf solcher Projekte wider.
Die politischen Voraussetzungen sin ja fast wie in Berlin.
Warum soll denn der BER nicht früher fertig gestellt werden dürfen?
Wenn man einen kleinen S-Bahnhof nicht rechtzeitig fertig kriegt, kann es mit einer Verlegung eines Fernbahnhofs wie Altona auch doch nur total in die Grütze gehen. Nicht, dass diese Neubauten mir fehlen würden. Aber ich frage mich schon, wie dieses Land es geschafft hat, nach demzweiten Weltkrieg überhaupt eine über Wildwechsel hinaus gehende Infrastruktur zu bauen, wenn ich mir das Gewürge heute so ansehe.
Wow, Ottensen21. Best Practice für Wie zerlegt man die Verkehrswende. In ganz Deutschland hakt es massiv bei der Bahn. An so einer simplen Nachrüstung zeigt sich besser als an Stuttgart21, wie unrettbar kaputt das System Bahn inzwischen ist. Es ist mir ein Rätsel, wieso immer noch alle begeistert glauben, ausgerechnet damit das Klima retten zu können.
Warten wir mal ab, bis die Kipppunkte nach den australischen Großfeuern neu berechnet werden (Ausdehnung war übertragen auf Deutschland von Flensburg bis Göttingen und von Emden bis Rostock). Dann will das Volk SOFORT-Lösungen aber nicht sowas.
Warum gibt man heutzutage überhaupt noch irgendwelche Daten zur Eröffnung bekannt? Wird doch eh kaum ein Projekt planmäßig fertig, schon gar nicht bei der Bahn. Einfach bei jedem Projekt von Anfang an sagen „wenn’s fertig ist“ als Fertigstellungstermin und dann hat sich das ganze.
Weil die Menschheit neugierig ist und dauernd fragt: Wann isses denn fertig? Was kostet das?
Bauverzögerungen sind bei der DB eher die Regel als die Ausnahme., Aber auch Konsequenz der Tatsache, dass die DB von vornherein das Projekt – um mehr öffentliche Gelder abzugreifen – falsch geplant hat. Für die S-Bahnstation hätten es zwei Außenbahnsteige getan, die man, was andere Bahnverwaltungen hinbekommen, aus Fertigteilen binnen weniger Monate errichten kann. Die DB wollte aber einen Mittelbahnsteig, um sich dadurch die Sanierung/Neubau der Brücke über die Daimlerstraße aus Steuergeldern bezahlen zu lassen. Solange die Stadt, d.h. hier SPD und Grüne nicht endlich mal das Heft des Handelns in die Hand nehmen, sondern sich weiterhin von der DB vorführen lassen, wird sich an solchen Bauverzögerungen /Kostenüberschreitungen nichts ändern. Ebenso gibt dieses Projekt ein Vorgeschmack davon was auf die Fahrgäste zukommt, sollte – was zu verhindern ist – die DB mal den Bahnhof Diebsteich bauen. Es ist allerhöchste Zeit, dass das S-Bahnetz in Hamburg unter die Regie der Hochbahn kommt, um das Baustellenmißmanagement bei der S-Bahn zu beenden.
Meines Erachtens ist das Baustellen-Management der Hochbahn zwar besser als das der S-Bahn, von Traumzuständen sind wir da aber auch weit entfernt. Die katastrophalen Situationen beim U1-Schienenersatzverkehr im Sommer schon vergessen? Und der flächenverbrauchende Neubau des Betriebshofs an der Sengelmannstrasse, der wie aus der Zeit gefallen wirkt? Nicht zu vergessen, die Verkehrsprognosen der U4, wo einer Haltestelle an der Elbphilharmonie (die U-Bahn fährt quasi untendurch) eine Absage erteilt wurde weil nur 400 (in Worten VIERHUNDERT) Fahrgäste sie am Tag benutzen würden. Ups … die Millionenattraktionen Miniaturwunderland und Plaza und die paar Büros und Wohnungen kann man ja mal vergessen!
„…seien erst in der finalen Feinplanung der Haltestelle, der so genannten Entwurfsplanung, aufgetreten…“
Die „finale Feinplanung“ ist ganz bestimmt nicht die „so genannte Entwurfsplanung“. Dieses Bauvorhaben scheint ja nicht nur in der Planung kompliziert zu sein, sondern auch in der Sprache.
Welche Partei hat in der Verkehrsbehörde nochmal genau das Sagen?
Und wer plant das ganze? Hier noch mal zum Nachlesen: Kritik an der Bahn kommt aus der Politik. “Es fällt schon auf, dass die Hochbahn bei ihren Planungen sowohl was den Zeit- als auch den Kostenrahmen betrifft, fast immer im Soll bleibt, die Bahn aber nicht. So war es an den Elbbrücken, so ist es nun auch hier.“
Ja, welche wohl? Na, die, die behauptet, die ganze Stadt im Blick zu haben. 😉
Also z.B. die „Wirtschaft“ und die Autofahrer. Und für sozial Schwache gibt’s ein paar Busse.
Ich habe da lieber den Klimaschutz im Blick. 🙂
Der Senator der BWVI ist parteilos und von Rot-Grün mehrheitlich gewählt worden. Für die Planung der Haltestelle ist die Behörde aber nicht zuständig. Übrigens auch nicht die Straßenverkehrsbehörde, die gerne mit der BWVI verwechselt wird. Warum auch immer. Vermutlich hat manch einer nur sein Viertel im Blick.
Der Wirtschaftssenator ist parteilos (ob man als ehemaliger Handelskammer-Vize das wirklich sein kann lass ich mal dahin gestellt), aber um den Verkehr kümmert sich Staatsrat Andreas Rieckhof (SPD). Das ist übrigens auch der mit der erfolgreichen Busbeschleunigung.
das ist doch ein einziger Skandal. Es wird Zeit, der Bahn die Planungsbefugnisse wegzunehmen. Dass es ein Mittelbahnsteig sein muß, hat doch nur damit zu tun, daß Hamburg die Renovierungskosten für die Brücke tragen muß und nicht die Bahn (bei Seitenbahnsteigen). Das Ganze stinkt nach Korruption auf Kosten der Allgemeinheit.