Fahrradklima-Test: Radfahrer geben Hamburg schlechte Noten

Trotz der Bemühungen des rot-grünen Senats sind die Fahrradfahrer in Hamburg weiterhin sehr unzufrieden. In einer deutschlandweiten Umfrage gab es schlechte Noten.
Regelmäßig ist der Fahrrad-Schutzstreifen im Mühlenkamp wegen Falschparkern unbenutzbar (25.3.2017)
Regelmäßig ist der Fahrrad-Schutzstreifen im Mühlenkamp wegen Falschparkern unbenutzbar (25.3.2017)
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Obwohl sich der Hamburger Senat seit einigen Jahren sichtbar um die Förderung des Radverkehrs bemüht, geben die Fahrradfahrer der Stadt weiterhin schlechte Noten.

In einer groß angelegten Online-Umfrage des Radfahrerverbands ADFC, dem so genannten “Fahrradklima-Test 2018” bekam die Hansestadt nur die Schulnote 4,2. Das ist dieselbe Note, wie beim vorherigen Fahrradklima-Test aus dem Jahr 2016.

Hamburg liegt deutschlandweit auf Platz 25 von 39

Im bundesweiten Vergleich der deutschen Großstädte mit über 500.000 Einwohnern liegt Hamburg damit auf Platz 25 von insgesamt 39.

Damit hat sich die Hansestadt im Vergleich zum vorherigen Fahrradklima-Test zwar um sechs Plätze verbessert, “allerdings nicht, weil sich das Klima in Hamburg verbesserte, sondern weil es sich in den anderen Städten verschlechterte”, stellt der ADFC fest.

Falschparker auf Radwegen sind der größte Aufreger

Am meisten bemängelten die befragten Radfahrer in Hamburg Falschparker auf Fahrradwegen und deren Kontrolle. Hier wurde im Test die Schulnote 5,2 vergeben.

Auch mit der Breite der Radwege waren die meisten Befragten unzufrieden und vergaben hier …

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9 Antworten auf „Fahrradklima-Test: Radfahrer geben Hamburg schlechte Noten“

Die Bilder des Artikels sprechen Bände und weisen exakt auf die Probleme hin. Ich bin keinerlei Freund von Radwegen, die eigentlich nur auf eine Autofahrbahn gepinselt wurden. Gilt auch für Busspuren. Ja, ja ich weiß, das geht ja ganz fix, kostet nicht so viel und wegen der besseren Sichtbarkeit und weil das auch Verkehrsforscher… und die haben das ja auch studiert…
Sowohl als Autofahrer (Pkw/Lkw) als auch als Radfahrer und letztendlich auch als Bürger denke ich, dass man verschiedene und so weit wie möglich baulich(!) voneinander getrennte Bereiche definieren muss. Upps das wäre natürlich teurer und wir müssen ja für andere wichtigere Dinge wie dem Frondienst unsere Energie aufbrauchen.
Diese baulich voneinander getrennten Bereiche würden nicht nur den unterschiedlichen Eigenschaften der Verkehrsträger nachkommen, sondern auch die Konflikte untereinander besser klären. Ja ich weiß, dass in der Straßenverkehrsordnung auch Räder und Kfz auf gleichen Fahrbahnen fahren sollen. Aber die ist gelinde aus einer Zeit, wo auf vielen Straßen gähnende Leere herrschte, weil nicht die ganze Bevölkerung gezwungenermaßen mit Umhertingeln beschäftigt war (sollte evtl. mal geklärt werden, wie man sich frei bewegen kann, aber deshalb nicht unbedingt muss, aber ist auch Vorgabe eines größeren Ganzen), der Inbegriff eines Sportwagens, der Porsche 356 noch um die 70 PS hatte und das Wort ´Kultur´ kein Abstraktum aus dem Duden war.

Ein Fußgängerweg ist eben für Fußgänger. Da kommt weder das Wort Radfahrer, als auch Auto drin vor. Das gleiche gilt für den Radweg oder meinetwegen Pedelecfahrbahn und letztendlich der eigentlichen Autofahrbahn und einem Busfahrstreifen. Eine U-Bahn würde man ja auch nicht einfach so drin rumgurken lassen. Und an möglichst vielen Stellen muss ein Queren der jeweiligen Bereiche möglich gemacht werden.
Sehr viele Zeitgenossen (egal welche Fraktion) halten es zwar für cool oder gerissen, diese Regeln für den eigenen Vorteil zu missbrauchen (worin liegt nur die eigentliche Ursache dieses Phänomens – die sollte man abseits vom Verkehrswesen evtl. angehen, dann muss man nicht so viel in allen anderen Bereichen nachkorrigieren), aber durch bauliche Trennung würde das halt schwerer oder glatt unmöglich gemacht und ruh ist im Karton. Ist halt nicht nur konsequenter, sondern auch deutlich aufwendiger und würde so auch die gegenseitige Aufwiegelung der Verkehrsteilnehmer eindämmen. Warum wird das wohl nicht angegangen? Wäre durch ´Divide et impera´ zwar zu erklären, ist aber eine Verschwörungstheorie.

Das ist halt aber auch das Problem einer Stadt, wenn man eine sein will bzw. in einer leben will. Da treffen eben alle(!) aufeinander. Wem es nicht passt, dem steht genügend Lebensraum ´auf dem Lande´zur Verfügung. Und wer eine Stadt wie das ´auf dem Land´gestalten will, wird diese in letzter Konsequenz und mit allen daraus resultierenden Konsequenzen auch zu ´auf dem Land´machen.

Auf Bild 1 und 3 könnte dann definitiv kein Wagen stehen. Auf Bild 2 wäre zwar der Radweg dadurch zwar immer noch nicht geräumt, jedoch wäre die Stadt in der Situation, diesen Bereich extra (evtl. mit Spezialfahrzeugen) zu pflegen und diesen Bereich nicht nebenbei husch, husch… bzw. dann gar nicht zu machen. War ja so nur der Fehler des ´Räumdienstmitarbeiters´, da ist man doch als Verantwortlicher fein raus. Und die Situation in Bild 4 halte ich für gelinde gesagt Wahnsinn. Da treffen Kfz, die selbst wenn diese nur für Überlandgeschwindigkeiten von 80Kmh ausgelegt wären in ihrer Massigkeit auf Fahrräder und Pedelec mit ihrer Leichtbaustruktur direkt aufeinander. Komisch, das da einer immer den kürzeren ziehen muss(!) und auch dann noch einen sehr hohen Preis zahlen muss(!).
Schöne Grüße vom Abbiegeassistenten, der den Wahnsinn auch noch zementiert. Einfache Regeln: von den Hauszugängen die Geschwindigkeiten der Verkehrsträger steigern. Erst Fußgänger, dann Radfahrer, evtl. schon Nahverkehr (Bus oder eben Rumpelbahn) und dann Kfz und Lkw. Je nach Gegebenheit muss es dann individuell fest geklärt werden und eben nicht alles durcheinander. Das heißt für Bild 4, dass dadurch das man das Abbiegen schlichtweg untersagt solange Fußgänger und Radfahrer die Fahrbahn queren, kann man sich und den Menschen diesen Fahrbahnimpressionismus ersparen.

Jetzt könnte ich mich daran stören, dass auf diesem Wege den Menschen ebenso das Denken erleichtert werden würde, jedoch müsste man auch bei einer solchen Trennung auf genügend Dinge achten um andere als Verkehrsteilnehmer wahr zu nehmen. Denn Verkehr hat man so oder so immer mit anderen zusammen und niemals gegen andere, es sei den man ist Mitglied in der Church of Satan.

Und ich weiß auch, da ich schon oft sowohl in Amsterdam als auch den Niederlanden mit dem Auto (au weia) unterwegs war, dass das zwar dort ja auch klappt. Aber wir sind (auch wenn wir uns das auch noch so sehr wünschen) eben keine Niederländer und sind eben nicht so sozialisiert. Das Niederländische kann man nicht einfach so hopplahopp kopieren. Das ist eben so gewachsen. Und wachsen benötigt eben Zeit.

Ich bin Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer.

Radfahren ist in Hamburg, wie in allen deutschen Großstädten eine Katastrophe. Ich kenne es aus eigener Anschauung, fahre ich doch (fast) täglich rund 2×13 km durch unterschiedliche Stadtteile in immer wieder verschiedenen Varianten – damit es mir nicht langweilig wird. Neben immer wieder genannter Respektlosigkeit zwischen den Verkehrsteilnehmern liegt eine Hauptursache der geschilderten Probleme auch in der ausgeprägten Ahnungslosigkeit der Teilnehmer. Wer weiß den noch wo er wann gehen, fahren, stehen oder parken darf, soll oder muss? Zahllose Taxifahrer kennen den Unterschied zwischen einem benutzungspflichtigen und einem nicht-benutzungspflichtigen Radweg nicht. Wann gilt welche Ampel für Radfahrer? Darf ich als Fußgänger während meines Gehens das Handy bedienen?

Ich habe keine Präferenz hinsichtlich der Lage des Radweges solange er “richtig” angelegt wurde, für alle erkennbar und leicht nutzbar ist (sofern benutzungspflichtig), d.h. zum Beispiel das er nicht im Bereich einer Bushaltestelle fehlt.

Um das Drama für Radfahrer zu konkretisieren kann man sich einmal die Luruper Chaussee/Hauptstraße zu Gemüte führen. Die Straße ist vor ein paar Jahren umfangreich erneuert worden (der Kreuzungsbereich Trabrennbahn ist aktuell Baustelle). Danach gab es in Zusammenarbeit mit dem ADFC eine Schilderkennzeichnung mit dem Hinweis (Rad fahren auf der Fahrbahn erlaubt). Selbst das hat einige Autofahrer nicht davon abgehalten zu Hupen, zu drängeln und anderweitige Aktionen gegen Radfahrer auszuüben. Nach drei Monaten wurde die Schilder wieder abmontiert, danach war ich als radelnder Zeitgenosse auf der Fahrbahn Freiwild… Die Autolenker meinten man dürfe nicht mehr auf der Straße fahren… ein echte Schuss-ins-Knie-Aktion des ADFC.

Im Bereich der Einmündung der Betrand-Russell-Straße wird der Radweg über die Straßenfläche neben der Abbiegespur geführt. Anschließend wird dieser nicht-benutzungspflichtige Radweg auf den Bürgersteig gelenkt. Raten Sie mal was ich mir anhören muss, wenn ich auf der Straße weiterfahre. Auch die Neuanlage dieser Wege hat damit keine Besserung gebracht.

Noch gibt es auch zu viele, denen das Auto persönlich nichts kostet. Die ganzen Flotten der Dienstwagen für deren Fahrer der ÖPNV keine Alternative darstellt. Apropos ÖPNV, dieser wird in HH regelmäßig teurer (aber nicht immer zwingend besser). Zur HVZ überfüllt und oft auch mit Leuten besetzt mit denen ich nicht mag (lautes Handygeplärre etc.). Was wollen die Leute in der (Innen-)Stadt, besser online kaufen (oder besser garnicht…). Warum überhaupt immer diese Mobilität, gibt es darauf ein Menschenrecht? Weg mit den Distanzen, Wohnen bei der Arbeit, Wege vermeiden – das Feld ist weit.

Immer teurer machen ist kein Weg, denn der grenzt auch viele Menschen aus.

Der Meinung, dass die Hamburger Radwege in katastrophalen Zustand sind und viele Neubauprojekte eher plan- lieb- und sinnlos wirken, schließe ich mich zu 100% an.

Hinzufügen möchte ich allerdings die Bitte, dass auch Radfahrer sich an die Verkehrsregeln und Gebote gegenseitiger Rücksichtnahme halten. Ich bin in Hamburg nur zu Fuß und mit den Öffentlichen unterwegs, wo mir täglich Radfahrer auffallen, die über rote Ampeln brausen oder (zum Teil mit Absicht) zu nah und schnell an mir als Fußgänger vorbeifahren. Das Unfallrisiko scheinen solche Radfahrer zum Teil regelrecht einzukalkulieren, schließlich bringen mehr Unfälle ja eventuell mehr Aufmerksamkeit für die Situation – Reine Spekulation an dieser Stelle. Ja, die Radwege sind eng und saumäßig, dafür können die anderen Verkehrsteilnehmer aber auch nichts.

Die aufgepinselten Radspuren, und dazu noch zu eng, sind wirklich nur ein Notbehelf, aber keine langfristige Lösung. Man muss wenig befahrene Nebenstraßen miteinander verknüpfenund die zu Radvorrangstraßen erklären (in Holland heißt es dann für die Autofahrer “Hier sind wir nur zu Gast”). Die Radstraße Leinweg ist nur ein zaghafter Anfaang. In den Niederlanden hätte eine solche Straße rechts und links zwei kräftig rot markierte Radwege und in der Mitte eine Autospur. Die Autofahrer dürfen dann auf den Radweg ausweichen, wenn dort keine Radler sind. Das bremst deren Geschwindigkeit enorm und zeigt klar, dass die Radler hier Vorrang haben. Generell wären rot eingefärbte Radwege auch ein klares Signal an die Autofahrer. Zudem müssten die Bestandradwege mal gepflegt werden. Alle 10 Meter ein anderer Belag, Schlaglöcher, nicht beschnittene Sträucher, usw. das ist die Realität für Radler in Hamburg und zwingt die Radler auf die Straße. Ein systematisches Achsenkonzept für die Radwege und ein nach Nutzerfrequenzen abgestuftes Baukonzept, so etwas gibt es nicht in Hamburg. Es wäre doch mal ein Versuch wert, ein niederländische Radwegeplanungsbüro ein prioritäre Radwegenetz für Hamburg planen zu lassen, auch mit auotmatischen Zähleinrichtungen für Radler, damit man weiß, wo die am meisten frequentierten Radrouten in Hamburg verlaufen. Natürlich müssten auch einige Autoparkplätze geopfert werden, aber an diese heilige Kuh wagt sich der Rot/Grüne Senat nicht heran.

Die Radwege sind nicht so viel schlechter geworden. Jedoch haben die Hochglanzbroschüten des Senats und die vollmundigen Versprechen der Politik Erwartungen geweckt, die die halbherzigen Taten bei Weitem nicht erfüllen konnten. Dafür gab’s nun die Quittung. 25 Jahre Veloroutenplanung mit dürftigen Ergebnissen, viele Berichte über Planungen, die dann doch nicht umgesetzt wurden, und Radwege mit Winterdienst, die bestenfalls nicht mit Schnee von anderen Straßenteilen zugeschmissen werden, haben viel Frust erzeugt.

Solange Radverkehr in Hamburg nicht als fließender Verkehr wahrgenommen wird, wird er nicht einmal die ihm gesetzlich zustehenden Vorrechte ggü. Parkplätzen durchsetzen können. Denn es gibt genug Platz in Hamburgs Straßen, nur wird er unter Verstoß gegen § 16 Abs. 1 Satz 3 des Hamburgischen Wegegesetzes für Parkplätze verschwendet. Ohne Parkplätze wäre es übrigens auch herzlich egal, ob man Radverkehr auf Radwegen oder Radfahrstreifen führt.

Was gehen Falschparker wirklich hilft (offizielle Antwort des EZA):
“Für die Verfolgung von Privatanzeigen sind folgende Daten zwingend erforderlich

(bitte direkt im E-Mail-Text, keine Dateianlagen – außer Beweisfotos im JPG-Format):
– Tattag
– Tatzeit
– Tatort
– Kfz-Kennzeichen
– konkreter Tatvorwurf
– vollständiger Name und Anschrift des Anzeigenden
– Beweisfotos aus denen Kennzeichen und Tatvorwurf klar erkennbar hervorgehen im JPG-Format
Bitte nutzen Sie für jede Anzeige eine separate E-Mail und senden Sie diese an:
anzeigenbussgeldstelle@eza.hamburg.de (‘FP BIS E6 Privatanzeigen’)

Bin ich da jetzt empfindlich, wenn gerade in einem Artikel der vom Hauptproblem Falschparker auf Radwegen handelt, folgende Werbung erscheint: Legal EU-Führerschein ohne MPU…“?

Hallo RadlerHH,
das ist in der Tat ärgerlich – alleridngs haben wir keinen Einfluss auf den INhalt der werbeanzeigen, die automatisch über unseren werbevermarkter Google Adsense eingeblendet werden und bei jedem User unterschiedlich sind (u.U. auch von Suchverhalten des jeweiligen Users).

Die Werbung ist mir noch nie erschienen, aber ich habe ehrlich gesagt auch noch nie zu diesem Thema etwas gesucht. Stattdessen wird mir regelmäßig eine Uhr angezeigt bzw. beworben, die ich gerade an meinem Handgelenk trage. 😐

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