Hamburger Polizei erwischt in sechs Stunden 483 Falschparker auf Radwegen

Die Hamburger Polizei hat gestern in nur sechs Stunden 483 illegal geparkte Autos auf Fahrradwegen erwischt. Nur ein Zehntel davon wurde abgeschleppt.
Falschparker steht auf Radfahrspur in der Grindeallee in Hamburg (2.10.2016)
Falschparker steht auf Radfahrspur in der Grindeallee in Hamburg (2.10.2016)

Sie blockieren Fahrradwege und zwingen Radfahrer zu teils lebensgefährlichen Ausweichmanövern in den fließenden Autoverkehr: Falschparker auf Radwegen und Fahrradspuren.

Wie groß dieses Massenphänomen in Hamburg ist, hat die Polizei gestern eindrucksvoll bewiesen: Bei einer Großkontrolle haben 53 Beamte in nur sechs Stunden 483 illegal auf Radwegen abgestellte Autos erwischt.

Nur ein Zehntel der Radwegparker wurde abgeschleppt

440 Fahrzeughalter kommen laut Polizei mit einem vergleichsweise milden Verwarngeld von 20 Euro davon, nur 43 Fahrzeuge, also knapp ein Zehntel, wurden direkt abgeschleppt.

“Falschparkern muss bewusst werden, dass sie mit ihrem Verhalten andere Menschen in Gefahr bringen”, schrieb das “Forum Verkehrssicherheit Hamburg” im Anschluss an die Aktion bei Twitter. Bei dem Forum handelt es sich um einen Zusammenschluss von 25 Organisationen, die sich für mehr Sicherheit auf Hamburgs Straßen einsetzen – auch die Polizei gehört dazu.

Erst vor wenigen Tagen hatte diese Organisation in Kooperation mit dem Radfahrerverband ADFC die Kampagne #radwegparker gestartet, mit der auf das Falschparker-Problem auf Fahrradwegen aufmerk…

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21 Antworten auf „Hamburger Polizei erwischt in sechs Stunden 483 Falschparker auf Radwegen“

das könnte man leicht abstellen, in dem durch entsprechende Speereinrichtungen wie vielleicht 30-50cm hoher Begrenzungseinrichtungen (gern aus hartplastik) ein Parken auf dem Fahrradstreifen unmöglich macht.) Das Problem sind nicht die Autofahrer, sondern das unzulängliche Fahrradwegkonzept des Senates.

Auf den Fotos ist eindrucksvoll zu sehen, dass die Radwege überfahren werden müssen um auf die Parkplätze zu kommen. Welchen Sinn hätten dort Speereinrichtungen?

Andere Städte haben das von Ihnen genannte “Problem” elegant gelöst:
Die Reihenfolge der Bereiche wird ganz einfach angepasst.
1. Fussweg, 2. Radweg, 3. Sicherheitsstreifen, 4. Parkstreifen, und 5. Fahrbahn
Immer unter beachtung ausreichend breiter Bereiche (Fussweg 1,5-2 m, Radweg 1,75-2 m, Sicherheitssterifen 0,5-1 m). Nur wenn diese Breiten vorhanden sind wird *kann* ein Parkstreifen angelegt werden. Dort wo kein Parkstreifen vorhanden ist parken Fahrzeuge auf der Fahrbahn oder auf den Grundstücken. In dem Fall kann problemlos im Bereich des Sicherheitsstreifens eine “Sperreinrichtung” installiert werden.

Also eignetlich genau so wie nach “alter” machart? Also bisher waren ja alle Wege so gestalltet. Ein Rad und Fußweg wobei der Fußweg und der Radweg andersfarbige oberflächen hatten zum unterschieden, dann gibt es eine Gehwegplattenbreite einen “Sicherheitsstreifen” dann kommt der Bordstein, dann Parkplätze und dann die Fahrbahn.
Leider laufen aber gerade bei dieser Bauart unfassbar viele Fußgänger auf den Radwegen rum (egal wie auffällig sie gestaltet sind) und auch das Problem des Parkens auf dem Radweganteil dem Sicherheitsstreifen aber auch dem Fußweg besteht dort ebenso. Dazu kommt, dass sie im Winter und Herbst nahezu garnicht geräumt werden.
Aber klar, Sperreinrichtungen KANN man dort verbauen, aber das wurde die letzten 100 Jahre ja auch eigentlich nie gemacht. Daher also eignetlich keine verbesserung

Einverstanden: Fußgänger nutzen häufig den Radweg. Nach meiner Beobachtung ist meistens dort wo Fuß- und Radwege sehr schmal sind. Ich habe ausdrücklich BREITE Wege (2m) beschrieben. Natürlich dürfen diese Fußwege NICHT für andere Zwecke mißbraucht werden (z.B. Geschäftsauslagen, Außengastronomie, …).
An der Kieler Straße kenne ich einige Bereiche an denen zu gunsten eines Parksterifens nur noch schmale Fuß- und Radewge existieren; dort kommt es tatsächlich wiederholt zu Konflickten zwischen Fußgängern und Radfahrern. Daher meine Priorität: 1. Fußweg BREIT, 2. Radweg BREIT. 3. Fahrbahn und erst zuletzt Parkstreifen. Die Überfahrhindernisse (Poller, Bügel oder Höhenunterschied) sollen sich zwischen Radweg und Fahrbahn bzw. Parkstreifen befinden, so dass die Fahrzeuge NICHT auf den Radweg kommen können.

Ihr Einwand wegen des Winterdienstes lasse ich nicht gelten. In Kopenhagen werden auf den Radwegen angepasste (schmalere) Räumfahrzeuge eingesetzt. Unsere Stadtreinigung müsste nur solche Fahrzeuge kaufen und EINSETZEN.

Das wünsche ich mir auch für Fußwege – damit die Radfahrer endlich da fahren, wo sie hingehören.

So gut ich die Aktion in HH finde – sie geht nur einen Teil des Problems an, aber ich als Fußgänger kann kaum um eine Hausecke gehe, ohne Gefahr zu gehen, von einem Radler gerammt zu werden.

Parken in zweiter Reihe und Parken auf dem Radweg zwingen Radler immer auf die Straße auszuweichen, und das schafft unfallträchtige Situationen. Wenn die Polizei wirklich alle >400 Falschparker abgeschleppt hätt, dann hätte dies einen entsprechenden Abschreckungseffekt. EUR 20,- steckt doch so ein SUV-Fahrer mal locker sweg, ist doch noch nicht einmal eine Viertel Tankfüllung!
In der Tat müssen Radwege nicht entlang der Hauptverkehrsstraßen geführt werden (alleien schcon wegen der Abgasbelastungen) sondern durch Nebenstraßen, die allerdings, wenn sie mit Kopfsteinpflaster belegt sind mit einem asphaltierten RAdwegestreifen belegt werden müssen.

Ihr Vorschlag die Radfahrer in Nebenstraßen “umzuleiten”, auch wenn dort gute Flächen für die Radfahrer vorhanden wären, lehne ich strickt ab.
Mein Grund: Ich habe ein paae hauptsächliche Nutzungen für mein Fahrad:
a) “Zum Einkauf in Wohnnähe”. Die Einkaufszentren und die meisten Geschäfte befinden sich an Hauptstraßen. Hier ist Ihr Vorschlag ungeeignet.
b) “Auf dem Arbeitsweg”: Würde ich die Hauptstraßen meiden müsste ich erhebliche Umwege fahren. Für die Einkäufe, die ich auf dem Rückweg mache möchte: siehe Punkt a. Auch hier ist Ihr Vorschlag ungeeignet.
c) Ob die Radwege in den NEbenstraßen weniger von Falschparkern versperrt wären möchte ich bezweifeln.

ergänzend zu oben:
d) Nebenstraßen haben häufig “Rechts vor Links” was ein ewiges abbremsen und wieder anfahren zur folge hätte (= klein flüssiges fahren)
e) Grundstückseinfahrten sind auch eher unschön
f) Nebenstraßen besonders in Wohngebieten sind meist kleiner und haben heute schon kaum platz für zwei begegnende Autos
g) Winterdienst und co fahren hier auch erst lang nachdem die Hauptstraßen erledigt wurden

Die Zahl der Verstösse ist umso erstaunlicher, wenn man sie mit der Fahrrad-Grosskontrolle Ende August vergleicht. Damals waren 140 Polizist_innen den ganzen Tag im Einsatz und haben 527 Verstösse geahndet.

Vielen Dank an die Polizei und das Forum Verkehrssicherheit Hamburg. Ich bitte Sie inständig, auch im Namen unserer Kinder, diesen Kurs weiter zu verfolgen und jeden Tag in allen Bezirken Hamburgs die Verkehrssicherheit wieder zu erhöhen. Wie Nahverkehr Hamburg am 01.06.2017 berichtete, haben Hamburger 26.678 private Anzeigen gegen Falschparker eingesendet, ich bin einer davon und solange es auf Hamburgs Straßen so viele rücksichtslosen Verkehrs-Rowdys gibt, kann ich nur jeden ermutigen mitzumachen.
Ich sehe außerdem täglich bei Fahrzeugführern Rotlichverstöße, Handy am Steuer, überhöhte Geschwindigkeit, Zebrastreifen überfahren und massive Abstandsunterschreitungen beim Überholen von Radfahrern.

Und ich sehe und “merke” täglich, wie Linksabbieger den ebenfalls grün habenden Fußgängern die Vorfahrt nehmen und in Zentimeterabstand mit aufbrausenden Motoren noch schnell am Fußgänger vorbeihuschen. Teilweise sehen die Autofahrer einen auch direkt in die Augen und wissen ganz genau, dass sie eigentlich warten müssten. Da ist allerdings überhaupt kein Gefühl für die Gefahr, die heraufbeschworen wird. Wenn die Fußgänger an der Kreuzung, wo übrigens direkt auch die Polizei sitzt und aus dem Büro diese Situationen beobachten sowie eigentlich auch ab und an mal einschreiten könnte, nicht immer so umsichtig wären und hin und wieder den Schritt verlangsamen oder anhalten, dann könnte man dort stündlich Unfälle aufnehmen.

Bei mir in Stellingen gibt es einige Ampeln an denen das beschriebene Problem nicht mehr auftritt.
An diesen Ampeln wurde das Programm Fußgänger und Radfahrer freundlich geändert. Seit einiger Zeit bekommen die Autos erst etwa 5 Sekunden NACH den Fußgängern und Radfahrern grün. Zufuß bin ich dann schon einige Schritte auf der Fahrbahn. Kein Autofahrer kann sich “noch schnell” vorbei drängeln.

Für einige Autofahrer scheint die Situation ungewohnt. Jedoch habe ich seit der Änderung keine brenzlichen Situationen mehr erlebt.

Vielen Dank für diese Antwort!
Ich gehöre auch zu denjenigen die sich das Rücksichtslose Verhalten der Falschparker nicht mehr gefallen lassen. Mein Arbeitsweg beträgt ca 17 Km, von Wandsbek nach Norderstedt. Auf dieser Strecke zähle ich ca 80 +X Falschparker. Gegen alle kann ich mich schon aus Zeitgründen nicht wehren, die schlimmsten bekommen aber Post von der Bußgeldstelle. Da summieren sich dann die beschriebenen 20,-€ gerne mal auf 200,-€. Für alle Interessierten, einfach ein Foto der Situation mit Ort, Tatvorwurf, vollständiger eigener Adresse, Datum und Uhrzeit an die Mailadresse der Bußgeldstelle anzeigenbussgeldstelle@eza.hamburg.de senden. In der Anzeige sollte noch folgender Satz stehen: “Wenn aufgrund eines Einspruchs das einzuleitende Bußgeldverfahren von den Justizbehörden fortgesetzt werden sollte, bin ich bereit, als Zeuge auszusagen.”
Auf meinem Arbeitsweg zeigen die Anzeigen Wirkung!

Das Thema landet doch solange nicht in den Köpfen der Autofahrer solange Falschparker nur ein- bis zweimal im Jahr im Rahmen von Sonderaktionen belangt werden. Der normale Streifendienst ignoriert zugeparkte Radwege (eigene Beobachtung) und das sogenannte Parkraummanagement ist in zu großen Cyclen unterwegs. Radwege in Straßen ohne KFZ-Stellplätze werden mittlerweile auch als KFZ-Dauerparkplätze genutzt, da dort gar nicht mehr kontrolliert wird (eigene Beobachtung: Überseeallee)

Vielen Dank an die Polizei, ich hoffe auf baldige Wiederholung! Wenn man das jetzt mal auf die ganze Stadt hochrechnet, da kommt einiges zusammen.

Vielen Dank an die Hamburger Polizei für ihren wichtige Einsatz für die Verkehrssicherheit. 2 Vorschläge:

In den Niederlanden werden Fahrzeuge mit Kamera auf dem Dach für die automatisierte Parkraumüberwachung verwendet. Das ist effektiv und kostengünstig.

In Großbritannien hat die Polizei Busse eingesetzt, in denen Polizisten sitzen, die von der erhöhten Sitzposition Handynutzung am Steuer u. Ä. kontrollieren können.

Man kann sich immer nur wundern über die lächerlichen “Verwarngelder” in Deutschland für solch gefährdende Verhalten, die wohl seit 30 Jahren nie erhöht wurden. Was sollen 20 Euro denn bitte für eine Verhaltensänderung bewirken? Das Zehnfache wäre wohl angemessener.

An anderer Stelle wurde bereits auf SUV und ähnlich große Fahrzeuge hingewiesen, deren Besitzer dieses Ticket scheinbar “aus der Portokasse” bezahlen. In der “Preisliste” für Verwarn- und Bußgelder sollten nicht mehr “EURO” stehen, sondern Brutto-Tagessätze (d.H. vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben). Bei der Umstellung von EURO auf TS könnten die Zahlen um etwa 50%-75% gesenkt werden. Solange eine Person keinen Einkommensnachweis vorlegt werden Tagessätze von 100€ angenommen.
Aus Heute 20€ werden 5 TS = 500 €
Bei Wiederholung innerhalb von 12 Monaten jeweils eine Verdopplung.
Diese “Preise” (und die wiederholte Verdopplung) mögen etwas drastisch klingen, aber ich habe keine Ahnung welche Alternativen sonst denkbar sind. Noch drastischer äußerte sich einmal ein Busfahrer der wieder einmal nicht an die Haltestelle anfahren konnte:
(Sinngemäß) “Führerschein weg! Und Auto verschrotten!” (Ich denke das sagt alles)

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