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Bahnhof Diebsteich: Wiedereröffnung verschiebt sich um fast ein Jahr

S-Bahn-Station Bahnhof Diebsteich bleibt viele weitere Monate gesperrt. Bahn nennt gewichtige Gründe. Wann die Haltestelle wieder ans Netz gehen soll, was die Verzögerungen für die Eröffnung des Fernbahnhofs bedeuten und welche geplante S-Bahn-Großsperrung deswegen jetzt verkürzt wird. Die Einzelheiten.
Christian Hinkelmann
Vom künftige Bahnsteig an der S-Bahn-Haltestelle Diebsteich stehen bis jetzt erst einzelne Teile. (undatiertes Bild der Deutschen Bahn, aufgenommen zw. Januar und Juli 2023)
Vom künftige Bahnsteig an der S-Bahn-Haltestelle Diebsteich stehen bis jetzt erst einzelne Teile. (undatiertes Bild der Deutschen Bahn, aufgenommen zw. Januar und Juli 2023)
Foto: Deutsche Bahn

Seit fast einem Jahr ist die S-Bahn-Station Diebsteich im Hamburger Westen gesperrt. Die Züge der Linien S21 und S3 passieren die Station seit letztem Oktober ohne Stopp. Der Grund: Die alte Haltestelle wurde abgerissen, um Platz für den neuen Fernbahnhof Altona zu schaffen.

Die S-Bahn-Station Diebsteich wird in diesen neuen Verkehrsknotenpunkt integriert und erhält neben drei weiteren Plattformen für Fern- und Regionalzüge einen eigenen Bahnsteig.

In knapp sieben Wochen, Mitte Oktober, sollte die einjährige S-Bahn-Pause am Diebsteich eigentlich enden. Dies war die Ankündigung von Deutsche Bahn und HVV, auf die sich Anwohnende und Fahrgäste verlassen hatten. Doch daraus wird nichts. Am vergangenen Mittwoch hatten wir exklusiv berichtet, dass die Wiedereröffnung erst einen Monat später, Mitte November, stattfinden soll. Die Bahn sprach von einem Kommunikationsfehler und betonte, dass die Neueröffnung von Anfang an im November geplant gewesen sei. Bloß wurde das bisher nie an die Fahrgäste kommuniziert. Auf den Websites der Deutschen Bahn und dem HVV war stets von Mitte Oktober die Rede.

Die Deutsche Bahn sprach in ihrer bisherigen Fahrgast-Kommunikation im Zusammenhang mit dem gesperrten Bahnhof Diebsteich immer von einem Ende am 16. Oktober 2023. (undatiertes Bild der Deutschen Bahn, aufgenommen zw. Januar und Juli 2023)
Deutsche Bahn Die Deutsche Bahn sprach in ihrer bisherigen Fahrgast-Kommunikation im Zusammenhang mit dem gesperrten Bahnhof Diebsteich immer von einem Ende am 16. Oktober 2023. (undatiertes Bild der Deutschen Bahn, aufgenommen zw. Januar und Juli 2023)

Doch das ist nichts gegen das, was die Bahn heute nachschob. Es wird nämlich noch deutlich später. Um viele Monate, wie eine Sprecherin gegenüber NAHVERKEHR HAMBURG erklärte.

Das sind die neuen Zeitpläne und diese Begründung nennt die DB für diese massive Bauverzögerung.

Bahnhof ist noch kaum sichtbar

Wer in den vergangenen Wochen an der Großbaustelle am Diebsteich vorbei ging, konnte es sich ohnehin kaum vorstellen, dass das noch pünktlich funktionieren wird. Dort, wo nach bisherigen Ankündigungen schon in wenigen Wochen wieder S-Bahnen halten sollten, dominieren noch riesige Sandberge. Lediglich Teile des künftigen Bahnsteigs sind dort zu erahnen. Die Züge der Linien S3 und S21 fahren in einem großen Bogen auf provisorischen Gleisen an der Baustelle vorbei. Selbst eine Eröffnung im November, wie zuletzt angekündigt, schien bei diesem Anblick für Laien am Bauzaun höchst ambitioniert.

Wiedereröffnung frühestens im August 2024

Und seit heute ist Gewissheit: Es wird noch deutlich später. Am Diebsteich werden mindestens noch ein Jahr lang keine Züge halten können! „Trotz intensiver Bemühu…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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13 Antworten auf „Bahnhof Diebsteich: Wiedereröffnung verschiebt sich um fast ein Jahr“

Planung ala DB, wie gehabt. Aus den Kommentaren ist auch zu entnehmen, dass niemand sich darüber wundert. Ich hatte bereits die Verlegung und Aufgabe von Altona als Fehler angesehen. Zum Umsteigen ist ein Kopfbahnhof immer besser. Wenn ich mir die Fahrstühle an den Bahnhöfen der DB ansehe, Ausfälle, dann frage ich mich wie mensch mit Gepäck gut und schnell umsteigen wird. Ich hatte mal im Scherz vorgeschlagen, die Planung des ÖPNV , in Hamburg, generell in die Hände der Hochbahn zu legen. Die DB schafft es einfach nicht.

Ihr Parteikollege Martin Bill hat kürzlich umfangreich und nicht scherzhaft begründet, warum nur die DB die S-Bahn S32 nach Osdorf bauen könnte. Was heisst das jetzt? Wird es diese Linie je geben?

War nicht anders zu erwarten, alle Projekte von der S-Bahn Hamburg sind aufs Neue immer ein Desaster und für eine Clownshow bereit. Komisch das es bei der Hochbahn nicht der Fall ist und die auch hin und wieder mal sogar etwas früher fertig werden…

Naja, strenggenommen ist es ja DB Netz, die hier daneben liegt. Da kann die S-Bahn Hamburg selbst nichts dafür. Die EVUs aus dem DB Konzern sind intern auch nicht immer gut auf die Infrastruktursparte zu sprechen 🙂

Prellbock-Altona hatte schon vor Wochen angesichts der bloßen in Augenscheinnahme der Baustelle gesagt, dass ein Eröffnugnstermin im November höchst unwahrscheinlich sei. Dass die DB jetzt diesen Termin jetzt auf Ende August 2024 verschiebt, erinnert voll an die Posse um den Bau der S-Bahn-Station Ottensen. Und es sei darauf hingewiesen, dass seit dem 1. Spatenstich am 5.7.2021 die DB eigentlich völlig freie Bahn hatte alles abzureißen und zu bauen. Kein Kläger, keine Bürgerintitiave hat sie gestört. Einfach hausgemachte Unfähigkeit. Gleichermaßen wie Verspätungen im Zugverkehr mittlerweile zur DNA der DB gehören, sind Verzögerungen im Bauablauf Bestandteil des Bahnkonzerns. Da stellt sich eigentlich nur die Frage, wann wird endlich dieser Vorstandschef rausgeschmissen?

weil der Vorstandschef nur ein Symbol wäre und klar, natürlich müßte er wie seine Vorgänger, die eigentlich seit Mitte der achtziger Jahre alle nicht tragbar gewesen sind, rausgeworfen werden. Aber das Problem Deutsche Bahn liegt woanders: Es handelt sich bei diesem Verein weder um einen Verkehrsbetrieb noch interessiert die Nachhaltigkeit wirklich. Es geht nur darum, diesen Laden profitable zu machen: Dazu werden die Einnahmen – der cashflow – genommen, um sachfremde Investitionen zu tätigen, die einfach nur mehr Profit versprechen. Wie man das ändern kann? Wahrscheinlich nur dadurch, daß man den ganzen Verein renationalisiert, also verstaatlicht. Diese Deutsche Bahn ist nicht reformierbar! Wirklich schlimm ist, daß der Hamburger Verkehrsenator aus Sprüchen wie – man soll sich die Deutsche Bahn nicht zum Feind machen – wenig bis nichts tut, um endlich eine Verbesserung zu erreichen. Es geht aber nicht darum, daß die Deutsche Bahn kein Feind sein sollte, sondern darum, daß die Deutsche Bahn praktisch seit der Privatisierung die Nutzer des Systems zu Störenfrieden umfunktioniert hat und die Politik sieht zu (weil das Autoland Deutschland davon profitiert und weil man selbst viel zu dicht mit der Deutschen Bahn verwebt ist.)

Na das war doch abzusehen. Ist halt die Deutsche Bahn. Selbst der Bahnhof Holstenstraße ist immer noch nicht fertig saniert. Heimfeld sieht auch schon seid vielen Jahren trostlos aus. Und alles was denn irgendwann wirklich mal fertig gestellt wird, sieht hässlich aus und ist nach kürzester Zeit wieder beschmiert und von Tauben voll gekackt. Ich wette, der neue Fernbahnhof Altona wird nicht vor 2035 fertig. Und denn auch erstmal nur provisorisch. Wer wettet mit?

Nun ja, mich wundert es nicht. In alten Unterlagen aus vor 2020 war immer die Rede von etwa 18 bis 20 Monaten Bauzeit für den S-Bahnsteig. Nur die Kommunikation der Verantwortlichen und Beteiligten dazu ist eine reine Katastrophe.

Na, dann wissen wir ja auch, wann wir mit der Eröffnung des ersten Teils der S4 rechnen können: nicht vor 2030.
Vielleicht fällt es der Bahn ja auch noch ein, den S4-Bau am Ende des PFA1 (ver)enden zu lassen, weil kein Geld, kein Material, keine Leute oder so. Ich kann mich entsinnen, dass sogar mal aus der Politik der Vorschlag kam, hinter der Systemwechselstelle auf die zwei Bestandsgleise zu wechseln. Da wäre für Tonndorf und Rahlstedt nicht mal ein Blumentopf gewonnen, nur für Claudius- und Bovestraße, aber die haben ja eigentlich schon die U1.

Ärgerlich. Wahrscheinlich ein Anfängerfehler. Ein erfahrener Planer kommuniziert durchaus einen bestimmten Monat als Ziel bzw. Bauende, aber keine Jahreszahl. Das erspart solch Frustration und entspannt zugleich die Arbeit. So einfach ist das.

Ganz ehrlich, es ist mir unbegreiflich wie so etwas passieren kann. Es wird ohnehin schon alles zu tode geplant und dann muss man mitten in der Bauphase plötzlich wieder alles umplanen? Wie kann es sein das jedes einzelne von der DB geplante Projekt im Großraum Hamburg zu einem ausgewachsenen Desaster wird. Seien es die Aufgänge am HBF, S-Ottensen, Sanierung City-Tunnel oder jetzt der Fernbahnhof Altona.

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