Hamburger S-Bahnhöfe bekommen neue Anzeiger

Bahn ersetzt Fahrzielanzeiger an Hamburger S-Bahnhöfen durch neue Monitore. Flächendeckende Umrüstung soll mehrere Jahre dauern. Praxistest: Das sind die Stärken und Schwächen der neuen Geräte.
Christian Hinkelmann
Neuer Zugzielanzeiger am S-Bahnhof Holstenstraße in Hamburg
Neuer Zugzielanzeiger am S-Bahnhof Holstenstraße in Hamburg

An den 69 Stationen im Hamburger S-Bahn-Netz wird sich demnächst ein kleines aber wichtiges Detail ändern: Nach fast 20 Jahren tauscht die Deutsche Bahn die Zugzielanzeiger an den Haltestellen aus.

Statt der bisherigen LCD-Displays, die nur drei Textzeilen anzeigen konnten, werden jetzt extrabreite TFT-Monitore an den Haltestellen aufgehängt, die deutlich mehr Informationen anzeigen können.

An einigen ausgewählten Hamburger S-Bahnhöfen hängen bereits seit einigen Wochen die ersten neuen Geräte und laufen im Testbetrieb – beispielsweise am Jungfernstieg, an der Holstenstraße, in Hammerbrook und am Flughafen.

S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke sagte heute dazu: „Die Verbesserung des Informationsangebots für unsere Fahrgäste hat für uns oberste Priorität. Mit den neuen Zuganzeigern machen wir den nächsten Schritt. Insbesondere an Bahnhöfen mit mehreren S-Bahn-Linien sehen die Fahrgäste jetzt auf einen Blick, wann ihre Linie abfährt.“

NahverkehrHAMBURG hat einen kurzen Praxistest am S-Bahnhof Holstenstraße gemacht. Lesen Sie im weiteren Artikel, was aus unserer Sicht die größten Schwächen und Stärken der neuen Anzeiger sind und lesen Sie außerdem, bis wann die neuen Anzeiger auf allen S-Bahnhöfen installiert werden sollen und wie viel das kostet.

Erst einmal zeigen die neuen Zugzielanzeiger in dem laufenden Testbetrieb hauptsächlich das an, was auch schon die alten Geräte konnten: Fahrziel des nächsten Zuges inklusive Liniennummer, Halteposition am Bahnsteig und Minuten-Countdown bis zur Abfahrt 

Neu ist, dass die Liniennummern jetzt in der Farbe dargestellt werden, die sie auch im HVV-Übersichtsplan haben. Das erleichtert die Orientierung.

Neu ist auch, dass die zwei nachfolgenden Züge nun dauerhaft auf dem Bildschirm angezeigt werden und nicht mehr nur gelegentlich. Auch hier ein deutliches Plus in der Fahrgastinformation. 

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass viele Informationen zusätzlich auch in englischer Sprache angezeigt werden.

Schriftgrößen sind teilweise sehr klein

Darüber hinaus können die neuen Anzeiger auch zahlreiche Sondertexte anzeigen – und hier kommen wir zum großen Negativpunkt: Die Schriftgröße ist (zumindest auf dem Testgerät, das wir am Bahnhof H…

Alle Rechte vorbehalten.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, teilen Sie gern den Link.

Ihr Zugang ist persönlich und darf nicht geteilt werden. Sie dürfen Artikel oder wesentliche Teile davon nicht vervielfältigen, veröffentlichen oder weiterleiten (z. B. in Pressespiegeln, per E-Mail, Messenger oder als PDF). Für diese Nutzungen ist eine gesonderte Lizenz nötig.

Lizenzinformationen: info@nahverkehrhamburg.de

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Der U-Bahnhof Rödingsmarkt sollte vor Jahren mitsamt der ikonischen Viaduktstrecke unter die Erde verlegt werden. (Foto: Christian Hinkelmann)

Der vergessene U-Bahnhof am Hamburger Rödingsmarkt

Das berühmte U-Bahn-Viadukt zwischen Baumwall und Rödingsmarkt in Hamburg sollte vor Jahrzehnten unter die Erde verlegt werden. Laut Hochbahn wurde dafür vor 50 Jahren sogar schon ein kurzes Tunnelstück unter einem Geschäftshaus gebaut. So sah es damals auf der Baustelle aus.

Die Hamburgerin Mali-Janice Paede berichtet im Interview, wie Catcalling ihr Mobilitätsverhalten im Alltag beeinflusst.

Catcalling in Hamburg: Es passiert auf dem Rad, in der Bahn und mal eben im Vorbeigehen

Für viele Frauen und Mädchen sind anzügliche Blicke, Gesten und Kommentare über ihren Körper Teil des Alltags. Die Hamburgerin Mali-Janice Paede schildert im Interview, wie sie ihr Mobilitätsverhalten anpasst, um Catcalling zu vermeiden, warum die Sicherheitskampagne des HVV aus ihrer Sicht zu kurz greift – und was Hochbahn und Co. ändern müssten, damit Frauen sich in Bussen und Bahnen sicherer bewegen können.

6 Antworten auf „Hamburger S-Bahnhöfe bekommen neue Anzeiger“

Die genannten Punkte kann ich nur bestätigen. Was es m.M. nach schon vereinfachen würde wäre, wenn man die Hälfte, in der der aktuelle Zug steht immer nach links stellen würde. Dadurch zeigt sie zwar nicht immer zur entsprechenden Bahnsteigkante, aber ich denke, es wäre intuitiver und dadurch schon eine Ecke übersichtlicher.

Ich würde mir wünschen dass auch die U-Bahn mal Ihre Fahrziel-Anzeigen austauscht. Dort kann man noch immer nicht sehen, wann der folgende Zug kommt. das wäe aber oft hilfreich um zu sehen, ob es sich lohnt zu warten, wenn der Zug überfüllt ist. Bei der S-Bahn konnte man das schon bei den alten Anzeigen sehen (zumindest zeitweise).

Mich würde auch freuen, wenn die überhaupt anzeigen, wann der Zug kommt. Am Jungfernstieg (U2/U4) nervt es mich immer, wenn dort steht, Zug vom anderen Gleis kommt zuerst, denn ich will die U2 nehmen und dass die U4 zuerst fährt interessiert mich nicht, es sei denn die U2 hätte Verspätung, dann würde ich auch in die U4 einsteigen, aber das sehe ich ja wie gesagt nicht.

Die meisten heutigen „LED“ Monitore sind auch nur TFT Monitore mit LED Hintergrundbeleuchtung. Wirkliche LED Bildschirme werden meist nur auf Smartwatches und Handys verwendet oder sehr teuren Fernsehern. Da diese Bildschirme 24/7 im Betrieb sind, würde ich auch im Jahr 2020 nicht auf LED oder OLED setzen, da OLED zu schnell kaputt gehen und LED zu teuer sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner