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Hamburger switchen ab heute zwischen Bus, Bahn und Auto

HVV-Stammkunden können ab heute günstig und unkompliziert zwischen Schnellbahnen und Mietwagen von Europcar und car2go umsteigen.
Christian Hinkelmann
Das Logo an einer Switchh-Mobilitätsstation in Hamburg
Das Logo an einer Switchh-Mobilitätsstation in Hamburg

Wirtschaftssenator Frank Horch und Hochbahn-Chef Günther Elste haben am Berliner Tor den ersten switchh-Punkt eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Mietwagenstation in direkter Bahnhofsnähe inklusive Fahrrad-Stützpunkt und Service-Center.

Und so funktioniert das neue System:

Wer eine HVV-Abokarte, Proficard oder ein Semesterticket besitzt, kann ab sofort für 10 Euro Grundgebühr im Monat eine switchh-Kundenkarte kaufen. Im Gegenzug bekommt der Nutzer monatlich 60 Freiminuten auf Mietwagen von car2go (Anmeldegebühr einmalig 9 Euro) und 20 Euro Rabatt auf jede Anmietung bei Europcar.

Die switchh-Kundenkarte kann online bestellt und gegen Vorlage eines Führerscheins im neuen Service-Center am Berliner Tor abgeholt werden.

Nach Eingabe von Start- und Zieladresse in der HVV-Smartphone-App oder auf der HVV-Website werden neben den üblichen Bus- und Bahnverbindungen nun auch alternative Reisemöglichkeiten per Mietwagen und Taxi angezeigt, die der Kunde dann direkt auswählen und vergünstigt nutzen kann.

Das Pilotprojekt switchh läuft nach Angaben der Hochbahn zunächst zwei Jahre. Neben dem ersten Stützpunkt am Berliner Tor sollen zahlreiche weitere Stationen entstehen. Aktuell laufen die Planungen für die U-Bahn-Haltestelle Wandsbek-Markt. Untersucht werden weitere Standorte an…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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33 Antworten auf „Hamburger switchen ab heute zwischen Bus, Bahn und Auto“

Sehr geehrter Herr Schmidt,
ich habe nicht geschrieben, dass die S-Bahn in M unter der Stadt durchdonnert, sondern, dass die S-Bahn dort die Stadt-zu mindest überwiegend- „nur“ durchquert, also quasi „durchdonnert“, wohingegen man das Stadtgebiet weitesgehend-und ja- feiner verastet als in HH, mit der U-Bahn erschliesst. In HH fahren ja auch einige S-Bahnlinien plus die AKN durch das Stadtgebiet und verschwenken dabei in mehrere Richtungen und übernehmen dabei sozusagen größere Teile von dem , was in M fast nur die U-Bahn macht. Insofern ist die höhere Anzahl der U-Bahnhaltestellen nicht 1:1 mit HH vergleichbar. Das ist es, was ich mit meiner Aussage erläutern wollte. Das sind nun mal Fakten, die nicht ungeachtet bleiben dürfen, wenn man die beiden Syteme in HH und M miteinander vergleicht .Am Ende bestreite ich auch nicht, dass man in M insgesamt ein bessers ÖPNV-System hat, als in HH.

Am Plan von M sieht man übrigens ganz eindeutig , dass der hauptsächliche Streckenast der S-Bahnen in Ost- WestRichtung verläuft. Klar werden von der S-Bahn auf diesem Ast Haltestellen im Stadtgebiet bedient, aber als „Verteiler“ fungiert die S-Bahn in M praktisch überhaupt nicht, was in HH deutlich anders ist.

@ Kevin Schmidt und @ Busfahrer:

Ausserdem bekommt die Münchner S-Bahn die 2.Stammstrecke für flauschige 2 Mrd. Euro !
Was allerdings stimmt, ist das die eine vorhandene Durchmesserlinie extrem überlastet ist. Sobald nur eine Verspätung bzw. Störung erfolgt, nagt diese am gesamten S-Bahn-Fahrplan, da sich 7 Linien (z.Zt.) durch den Stammstreckentunnel quelen. Da ist es schon hilfreich, dass die Haltestellen Hauptbahnhof, Stachus und Marienplatz jeweils auf beiden Seiten der S-Bahn-Züge Plattformen besitzen (Spanische Lösung).
Die 1. (heute existierende) Stammstrecke ist auf 30 Züge / Stunde ertüchtigt – also alle 2 Minuten eine S-Bahn pro Richtung.

Wen es interessiert, wie das Fahrplantechnisch aussieht sollte mal hierhin gehen:
http://s-bahn-muenchen.hafas.de/bin/help.exe/dn?tpl=livefahrplan

Die Münchener S-Bahn donnert nicht einfach unter der Stadt durch, Herr Busfahrer; betrachten Sie sich ab und wann auch selber unter dem Gesichtspunkt „nur Recht haben wollen“. Wenn man meinetwegen von „Laim“ bis „Rosenheimer Platz“ die Stationen zählt, kommt man auf ganze zehn Haltestellen, und davor und dahinter liegen auch nicht wenig Stationen auf Münchener Stadtgebiet – da donnert die Hamburg S-Bahn noch eher durch den City-Tunnel oder über die Verbindungsbahn…

„Hamburg hat noch Luft nach oben“
Das ist mal ne Aussage, die man so stehen lassen kann. Im Übrigen kann man mit den Zahlen eh rumspielen, wie man lustig ist. Hamburgs Zuwächse im ÖPNV beruhen ja stark auf die Bevölkerungszuwächse von Außen (Zugezogene, insbesondere Studenten) und der Trend zum urbanen (Stadt) Leben nimmt weiter zu.Das Wachstum in M ist eh deutlich höher, weil man wirtschaftlich gesehen noch interessanter ist, als HH (Dienstleistungsunternehmen) und so mehr „Zuwanderung“ erhält.
Die jüngere Bevölkerung ist auch bereit auf das eigene Auto zu verzichten und nach und nach wird sich so der PKW-Anteil in der Stadt reduzieren. Das Problem zur Zeit ist aber immer noch die Tatsache, dass 40% mit dem Auto zur Arbeit fahren. Dieser Zustand wird sich meiner Ansicht nur dann merklich ändern, wenn man den Autoverkehr durch politische Maßnahmen-sagen wir- einschränkt. Die Ampelvorrangschaltung ist dazu ein Beispiel, wenn sie denn konsequent in Betrieb geht. Innenstadtsperrungen an Samstagen und Reduzierung von Parkraum würden ebenfalls was bringen. Freiwillig, so meine Meinung, wird sich da sonst nichts ändern, auch nicht wenn eine Stadtbahn käme oder man die Preise im ÖPNV senken würde. Auch ohne Ausbau der U-Bahn-Trassen hat man hier noch Potential. Schon im nächsten Jahrzehnt wird man alle 100Sek fahren können und so den „fahrerlosen Betrieb“ einführen

Zu den Fahrgastzahlen:
Die Zahlen von Hamburg und Wien entstanden durch einfache Aufsummierung von U-Bahn, Bus und im Falle von Wien Tram, während die MVG die Umsteiger abzieht. Addiert man nach diesem Schema so kommt man für die MVG auf 663 Mio. Fahrgäste.

Klar kann man noch die innerstädtischen S-Bahn-Fahrgäste dazu addieren.
In Hamburg dürften rund 200 Mio. der 260 Mio. innerstädtisch fahren, in München sind es rund 80 Mio. von 240 Mio. und in Wien sollten es ca. 35 Mio. von 90 Mio. sein…

In Summe:
Wien: 940 Mio. – 55 Mio. auf 100.000 Einwohner
Hamburg: 633 Mio. – 37 Mio. auf 100.000 Einwohner
München: 743 Mio. – 53 Mio. auf 100.000 Einwohner

So ist eine deutlich bessere Vergleichbarkeit gegeben.
Die Grundaussage stimmt jedoch nach wie vor: Hamburg hat noch Luft nach Oben – erst mit ca. 50% mehr Fahrgäste kommt die Hansestadt in die Liga von Wien und München, was die Fahrten pro Einwohner betrifft.

@ Richard
die Hochbahn erbringt 55% der Fahrgastbeförderung. „Fairerweise die VHH..zB noch die S-Bahn, die nicht wie in M nur quer durchdonnert) Die anderen Verkehrsunternehmen einfach mal weglassen, was? So gehts ja nun auch nicht. Der Wachstum in HH ist aussergewöhnlich hoch. Nämlich um etwa 2,4 % pro Jahr. Der Bundesdurchschnitt lag seit 2006 (oder 2008..bin grad nicht sicher) bei 1,7%.
Und noch was: Immer Wien. Die bekommen die Karten fast geschenkt. DIese Vergleiche sind unsinnig und manipulativ. Wenn man Vergleiche zieht dann auch mal begründen. Stelle man sich mal vor, HH würde so hoch subventionieren, wie Wien. Wenn man dann belastbare Zahlen errechnet, kann man mal wieder den Vergleich herstellen. Im Übrigen hat man in anderen Städten auch Kapazitätsprobleme, wenn der Trend weiter anhält

Kleine Randbemerkung noch:

Hamburgs ÖV-Fahrgastzuwachs ist mitnichten außergewöhnlich. Mal anhand der Beförderungsfälle der städtischen Verkehrsbetriebe zwischen 2005-2012:

Hamburg (Hochbahn): 373,3 Mio -> 432,8 Mio. (+ 15,9 %)
München (MVG): 460 Mio. -> 560 Mio. (+ 16,5 %)
Wien (Wiener Linien): 746,8 Mio. -> 906,6 Mio. (+ 21,4 %)

Hamburgs ÖV wächst bestenfalls durchschnittlich, wenn man nicht Hintertupfing, sondern andere aufstrebende Metropolen als Maßstab nimmt. Erstaunlich, denn in Hamburg ist das Ausgangsniveau viel niedriger. Besonders, wenn man bedenkt, dass Hamburg von den drei Städten die größte (!) ist. (Fairerweise sollte man bei HH noch die VHH dazurechnen, aber auch damit kommt man nicht an die Werte der MVG ran, die viel weniger potentielle Kunden hat!).

@ TransitPlanner
1804 beruhten solche Ansichten auch auf Fakten und Wissen der entsprechenden Epoche. Es ist ja nun auch nicht so, dass ALLE Argumente gegen die Stadtbahn haltlos sind.
Zu Frankreich sei gesagt, dass dort, was u.a. den ÖPNV betrifft, sozialistische Zustände herrschen und man fast alles über Schulden macht. Wo die Stadtkassen einfach immer wieder mit Steuern vollgeschüttet werden, kann man eben alles machen und politisch durchsetzten. Nicht ohne Grund verlassen immer mehr „reiche“ Frankreich, weil sie eben um diese Problematik wissen. Bezahlen könnte HH natürlich auch eine Stadtbahn. Man hat aber während dsr Feststellungsverfahrens (und auch schon deutlich vorher) gesehen, mit welch massiven Widerständen gegen die Stadtbahn aufmaschiert wurde Da wo „Opferbringen“ und „Eigenes Betreffen“ beteiligt war, wurde sofort mit Klagen und Widerständen gedroht, die Presse hat fast ausnahmslos negativ über die Planungen berichtet und fast alles in der Luft zerrissen. Kurzum. Der Bürger, die Wirstschaft und die Presse haben neben den größenwahnsinnigen Politikern, die nur wahltaktische Gründe hatten, den Bau der Stadtbahn verhindert. Heute lesen sich die Zeitungsberichte und die Meinungen der Bürger in genau gegenteiliger Argumentation von damals. Das zeigt mir persönlich ganz klar, dass es gar nicht um die Frage vom Nutzen und Finanzierbarkeit geht, sondern um persönliche Interessen. Das ist nicht nur beim Politiker oder Lobbyisten, sondern auch beim „kleinen Bürger“ an der Ecke so, der seine Meinung wichtiger findet (also sein subjektives RECHThabenWollen) als die objektiven Fakten und Notwendigkeiten, die dieser Mensch meist gar nicht kennt.

Die Stadtbahn wird für Hamburg immer zu teuer sein.
Egal ob Saarbrücken eine Stadtbahn mitsamt Umlandbahn einführt, ob in Frankreich inzwischen die meisten Städte ab 100.000 Einwohner eine neue Stadtbahn einführen konnten – für Hamburg ist alles immer unerschwinglich, in Hamburg gelten stets andere Gesetze, hier fließt das Wasser die Elbe hoch statt runter – und das beeinflusst alles.

Lasst Wien und Berlin ruhig ihre 160 km Straßenbahn haben, in Hamburg geht das nicht.

Schon Engelbert E. von Hoffnungslos erkannte in seinem bahnbrechenden, grundsätzlichen Artikel im Wandsbecker Boten (Wandsbek wurde da so geschrieben) schon 1804: Innert Hamburgh wird fürderhin es stets unmöglich sein, dasz einst Gefähtre mit dem wunderlichen Namen Stadtbahn durch den Bereich den Großhamburger Frieden fahren mögen, denn dies ist gantz wieder der hanseatischen Nathur und sollte als höchst schädlich gesehen werden…

@Falkplan 63
du bist ziemlich gut informiert. Hier kann ich ja noch was lernen! Kannst du vielleicht auch was zu den Kosten der Stadtbahn sagen?. Hier wurde zuletzt immer von 2Mrd€ geredet (Aussage u.a. Herr Scholz)
Gem den Zahlen, die man uns als Hochbahnmitarbeiter mitteilte, einer Abhandlung auf Wikipedia und den Zahlen die auch die BSU angab, ist immer die Rede von knapp 1Mrd€. Wenn jetzt die gesamten Fördermittel (inkl Entflechtung usw) eingetreten wären, (bei 1,18 wirtschaftlichkeit wären sie mit Sicherheit geflossen) betrüge diesen Rechenbeispielen zu Folge der Eigenanteil der Stadt HH „nur“ rund 400Mio€. Das sollten die Gesamtkosten für die 4 geplanten Streckenabschnitte sein, die sich zudem auf 10Jahre verteilt hätten. Die Beschaffung des Fuhrparks und den Bau des Betriebshofes hätte die Hochbahn sogar selbst übernommen. Ich habe mich erstens immer gefragt, woher man plötzlich auf 2Mrd€ gekommen ist und zweitens gibt man jetzt knapp 260Mio€ aus, um die Busse zu beschleunigen. Jetzt kommt hinzu, dass diese Maßnahmen nur knapp 10 Jahre lang Nutzen tragen werden und dann wieder an der Kapazitätsgrenze angelangt sind, sofern die Fahrgastzahlen weiter um knapp 2%p.a. steigen . Nun finde ich es in Anbetracht dieser Fakten (sofern ich denn die richtigen Zahlen habe) nicht unbedingt nostalgisch für eine Stadtbahn zu sein, auch wenn sich zugegebener Weise einige nostalgisch veranlagte in diesem Forum bewegen. Ich selbst bin ja nun Busfahrer und würde dennoch für die Stadtbahn stimmen, weil sie komfortabler, schneller, leiser, efiizienter und umweltgerechter unterwegs ist, als Busse. Nun ist man zwar im Busbetrieb dabei den Dieselmotor auszumustern, aber noch weit entfernt von dem Ziel „Null Emissionen“. Insbesondere auf der 5, wo die Doppelgelenkbusse fahren, wird gerade der Hess-Hybrid getestet mit dem Zwischenergebnis, dass die Technik nicht zuverlässig funktioniert und man im Moment weit davon entfernt ist, selbige anzuschaffen. Auch die Wasserstoffbusse haben erhebliche Probleme mit der Zuverlässigkeit. Der BusBus fährt jetzt recht zuverlässig, spart aber kaum 20% Treibstoff. Diese Zahlen finde ich ehrlich gesagt absolut enttäuschend. Die Entwickler habens natürlich nicht eilig, weil man weiss, dass der Preis für Diesel extrem steigen wird und man so natürlich null Zeitdruck vom Kunden bekommt. Selbst bei 20% rechnet sich nämlich schon die Anschaffung!!Traurig aber wahr.Kurzum: so gerne ich auch Bus fahre, eine Stadtbahn halte ich fü insgesamt besser und vernünftiger, wobei ich allerdings gleichzeitig der Meinung bin, dass das Bussystem mehr Potential hat, als viele hier bereit sind anzuerkennen.

Ungewohnte Meinungen zum Hamburger ÖPNV anstelle der üblichen Stadtbahn-Jubeleien! Ein paar Sachen müssen etwas präzisiert werden. Die alte U4 scheiterte 1974 an der Hamburger Finanzkrise für die der kürzlich verstorbene Peter Schulz zurücktreten musste. Hamburg musste viel früher als andere Länder große Streichungen hinnehmen, denn die Stadt hatte sich übernommen. Die Diskussion über S-Bahn nach Lurup war vorher und die Idee mit der Insel-U4 ab Altona nach Lurup war auch vorher, weil man schon sah, dass das Geld knapp wird. Gleichzeitig wurde bis 1981 die City-S-Bahn gebaut. Mehr ging nicht.

Der HVV zog aus der Krise den Schluss, dass man die Straßenbahn schneller einstellen sollte. Eigentlich sollte sie bis 1985 fahren, weil dann die U4 und die Anbindung von Niendorf fertig sein sollten. Dann wären die wichtigsten Linien 1 und 2 durch U-Bahn ersetzt gewesen. Der Betrieb mit Schaffner war teuer und einige Renovierungen wären auch nötig gewesen. Darauf wurde verzichtet und zuerst die Beiwagen und Schaffner abgeschafft. Der Ersatz der kurzen Vierachser V6 durch Gelenkbusse war eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit und durch die eigene Busspur für den Bus 102 kamen auch mehr Fahrgäste als bei der Straßenbahn.

Die Einstellung der Straßenbahn wurde durchgewinkt, weil die Niendorfer die U3 als Ersatz bekamen. Ein politischer Kompromiss und auch weil eine U-Bahn auf der Strecke der Linie 2 über Grindel oft fahren musste, dass sie nicht in die ausgelastete U1 eingefädelt werden konnte, und weil die U2 im Westen noch Fahrgäste aufnehmen konnte. In der Zeit konnte Hamburg keine andere U-Bahn bauen. Die Reihenfolge der Strecken war durch ein Gutachten festgelegt: Niendorf, Mümmelmannsberg, Steilshoop, Winterhude. Für die Baukosten der U2 von Hagenbeck bis Niendorf Markt hätte man die Linie 2 nicht sanieren können und durch die Verlängerung bis Niendorf-Nord wurde neues Gebiet erschlossen. Hätte Hamburg auch die Linien 1 und 11 saniert, wäre das teurer geworden als die U3 bis Mümmelmannsberg, die es dann nicht geben würde. Mit den Verlängerungen ist die U2 heute besser ausgelastet und wirtschaftlicher als nur die Strecke Hagenbeck – Merkenstraße. Außerdem wurde wenigstens ein sozialer Brennpunkt gut an die U-Bahn angeschlossen.

Die alte U-Bahn mit der Ringstrecke war nicht optimal um das radiale Straßenbahnnetz zu ersetzen. Der Westring passte dafür nicht und darum kam die Neubaustrecke von Schlump nach Jungfernstieg noch vor der Strecke nach Altona, die schon in den 1950ern geplant war aber nur als City-S-Bahn verwirklicht wurde.

Die Stadtbahnpläne waren eine Illusion und Nostalgie weil die Anfangskosten für ein eigenes System viel zu hoch sind. Das hatte Egbert A. Hoffman schon im Abendblatt-Jahrbuch von 1978 erkannt. Das war intern auch immer bekannt, aber einige Politiker wollten mit dem Kopf durch die Wand und ich wollte das damals auch nicht hören, wenn Leute das sagten, die es besser wussten. Den Kompromiss mit der U-Stadtbahn wollten CDU/GAL nicht, obwohl man damit Bramfeld, Lohbrügge und Jenfeld schnell anschließen könnte.

Zu den vollen Bussen und Bahnen im Hamburger ÖPNV. In der Verkehrsspitze sind natürlich gewisse Teilstrecken extrem ausgelastet, das ist richtig. Nun ist das in anderen Städten aber auch nicht anders. Nehmen wir am besten wieder die M5. Dort ist es zwischen Dammtor und Grindelhof (teilweise auch bis Hoheluftbrücke) extrem voll und es kommt nicht selten vor, dass man an bestimmten Haltestellen sogar Fahrgäste stehen lassen muss. Das betrifft aber nur die genannte Teilstrecke und „nur“ die Rushhour. Ansonsten funktioniert es fast völlig reibungslos. Ähnlich sieht es auf den anderen hochfrequentierten Buslinien (4,6,20,25) aus. Klar wäre da ne Stadtbahn besser, sag ich ja imnmer wieder, nur glaube ich nicht, dass die Stadtbahn wesentlich dazu beitragen würde, die Autofahrer anzulocken. Dazu ist der Benzinpreis noch lange nicht hoch genug und die Staus noch nicht lang genug. Die 5 steht ja i.d.R. nicht im Stau und die Bahn auch nicht. Jetzt will man zu dem mehr Fahrten leisten, indem man durch einen Ampelvorrang, die BUsse beschleunigt. Warten wir mal ab, obs umgesetzt wir. Ich kenne die Pläne und wenn es so gemacht wird, wie geplant, dann hält die 5 zwischen Dammtor und Niendorf Markt nur noch an den Haltestellen. Das ganze würde ohne Frage ne Menge bewirken. Hierbei sehe ich aber 2 wesentliche Probleme.
1) in ca 10 Jahren ist man hier wahrscheinlich auch schon wieder an der Grenze und
2) weiss man noch gar nicht, mit welchen Bussen man das machen will, weil die VanHoolBusse nichts taugen und bis 2016/17 ausgemustert werden, der Hess-Hybrid(2 Testfahrzeuge für 2 Jahre) im Moment auch ewig in der Werkstatt steht und der neue CapaCity von Mercedes noch in der Entwicklung ist. Bei Mercedes und MAN (Lions City)kommt noch hinzu, dass man mit dem Fassungsvermögen „schummelt“. Hier rechnet man nämlich mit 6 Fahrgästen/m² was wohl kaum machbar ist. Demzufolge kommt der CapaCity nie und nimmer auf die angegebenen Fahrgastzahlen. Bleibt uns weiter viel Raum zum Spekulieren und Diskutieren:-)

Ich mutmaße nur, aber könnte es der Hamburger ÖPNV überhaupt verkraften, wenn die genannten 40 % vom Auto auf den Bus & die Bahn umsteigen würden? Die Busse und Züge sind doch heute schon sehr stark ausgelastet, teils auch deutlich überlastet, da braucht es mit dem jetzigen Stand an leistungsfähigen Systemen eigentlich nicht noch mehr Fahrgäste. Und wenn man hier kurz etwas weiter denkt, erklärt sich in meinen Augen auch, warum nach wie vor viele das Auto bevorzugen: es liegt nicht zu geringem Teil an dem, was da so geboten wird. Ich kenne in Hamburg jemanden, der aus Klein Flottbek tagtäglich mit dem Auto nach Horn und wieder zurück fährt, begründet damit, dass er sich die Fahrt mit dem Bus zur S-Bahn-Haltestelle, dann die (zu) volle S-Bahn und letztlich die U-Bahn nicht antun möchte. Und persönlich: ich fahre auch wahnsinnig ungern z.B. mit dem M5 oder auch dem M6, selbst die S3 und S31 ist mir ab und wann zu viel; so manches Mal wäre mir da ein Stehen im Stau mit dem Auto tatsächlich lieber gewesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht wenigen Menschen ebenso geht. Aber das sind wie gesagt nur Mutmaßungen, wissen kann ich das natürlich nicht sicher…

Ich denke auch, dass dort, wo ein guter ÖPNV besteht, viele Leute auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Je besser das Angebot, desto mehr Fahrgäste sind zu verzeichnen. dafür gibt es viele Beispiele. Insgesamt ist der Verzicht auf die Stadtbahn ein Irrweg, da Busse indirekt mit dem Privatauto gleichzusetzen sind. Verpestete Luft, verstopfte Straßen und mangels Kapazität ein teurer und unsinniger „Spaß“. Leidtragende sind die Bewohner Hamburgs, die durch eine verbohrte und verkehrte Verkehrspolitik täglich erleben müssen, dass es in anderen Städten viel besser läuft. Sicherlich gibt es einen Rest Unverbesserlicher, die auch um die nächste Ecke noch mit dem Auto fahren, aber ein Großteil der Bewohner einer Großstadt bevorzugen den ÖPNV, wenn er denn stimmt. Da angeblich nur ein 40 km Stadtbahnnetz rentabel sein soll, wäre mit der geplanten kürzeren Strecke berits der Einstieg geschafft worden und der weitere Ausbau wäre irgendwann bei wenigstnes 40 km angekommen. So wird alles noch teurer und andere Städte können froh sein, dass sie ihre Stadtbahn ausgebaut haben.

Busfahrer, niemand – auch nicht München wohlgemerkt – hat Hamburg daran gehindert, die sehr sinnvollen U-Bahn-Erweiterungsplanungen in die Tat umzusetzen. Die Ringlinie ist hierbei kein Hindernis sondern war und ist ein exzellenter Ausgangspunkt. Davon abgesehen hat auch München die Freie und Hansestadt Hamburg nicht gezwungen, ihren Straßenbahnbetrieb einzustellen, während er anderswo ausgebaut wurde.

Und zu Deiner These, dass niemand die Hamburger aus ihrem Auto kriegt:
Natürlich steigen die Leute um, sobald das Angebot stimmt. Gerade München hat mehr Autos pro Einwohner/Haushalt als Hamburg und dennoch fährt man dort mit dem Nahverkehr, wo es U-Bahn und Straßenbahn gibt.

@Mr.C
eben WEIL München erst so spät anfing, hatte man meiner Meinung nach bessere Möglichkeiten. Nicht zuletzt wegen der besseren Technologie.
Die heutige U3 war doch damals (1912!!!) als Ringlinie schon fertig. Davon musste man doch bei weiteren Planungen immer ausgehen. Außerdem hat man 1912 nicht wissen können, dass Hamburg derart stark in Richtung Norden und Westen wachsen würde. In München wusste man seinerzeit besser, wohin die Reise gehen würde. Man sieht auch an der früheren Weiterentwicklung der Hamburger U-Bahn, wo zuerst erweitert wurde. Natürlich hätte man trotzdem die von dir genannten Gebiete (zb Osdorf Lurup usw) später noch erschliessen können und nach heutigen Gesichtspunkten wäre das natürlich wesentlich besser gewesen. Eine U-bahn ist natürlich das beste ÖPNV-Verkehrsmittel, das man haben kann und wenn man früher anders „gedacht“ hätte, in HH, hätten man heute weniger Probleme, da stimme ich dir auch voll zu.
Tja, bleibt wieder die Politik: In HH war das Auto ja damals (trotz der Ölkrise) das tollste Verkehrsmittel für unsere Wirtschaft und für unsere Freiheit, so die damalige Mainstream. Noch heute fahren über 40% der Bevölkerung Hamburgs mit dem eigenen Wagen zur Arbeit. Und jetzt mal meine Meinung dazu: Nicht der angeblich so schlechte ÖPNV in HH ist daran Schuld, sondern die Einstellung der Menschen. Man kriegt die Leute nicht aus den Autos, auch wenn man noch weitere 200 U-Bahnhaltestellen gebaut würden oder die Satdtbahn. Nicht mal ein ausschliesslich steuerfinanzierter ÖPNV (also zum Nulltarif für Jedermann) würde das PKW-Aufkommen wesentlich mindern. Die Politik muss sich gegen die „Innenstadtmafia“ endlich durchsetzten und verhindern, dass jeder Hans und Franz mit dem Wagen direkt in die Innenstadt fahren darf. Außerdem muss man endlich die späteren Abendstunden besser mit dem ÖPNV bedienen und auch in Randbezirken noch häufiger Busse oder Bahnen fahren lassen. (Hier verstehe ich einzelne Leute, die nicht auf ihren PKW verzichten) Die Zustände, wie man sie insgesamt in Hamburg vorfindet, habe ich so extrem kaum woanders gesehen. Haltestellen, Busspuren und Radwege sind Dauerparkplätze und daran wird sich auch nichts ändern, wenn das nicht konsequent sanktioniert wird. Ich war sehr viel in Berlin in den letzten Jahren und da weht ein ganz anderer Wind. Da steht keiner länger als 10Min im absoluten Halteverbot oder in Busspuren, bis der am Haken ist. Das hab ich dort mehrfach beobachtet. In HH kommt erst der Abschlepper, wenn die Strasse unpassierbar ist oder nach 21:00 Uhr, wenns eh schon egal ist. Kurzum und jetzt auch zum letzten Mal: In HH kackt sich jeder Politiker in die Hose, den Individualverkehr zu beschränken und die Leute zum Umdenken zu „zwingen“ Deswegen spart man auch am ÖPNV, weil sich keiner traut, 2Mrd abzusegnen für eine Stadtbahn, die sich gem Gutachten erst ab 40km Strecke lohnen soll.Man wahr ja vor kurzem sehr nah dran, aber was passiert ist, ist ja bekannt.

Ich gehe hier mal insbesondere u.a. auf die Kommentare von @Busfahrer und @Kevin Schmidt ein:

Was soll das heißen, in Hamburg war die Infrastruktur wesentlich verbauter als in München. Habe leider schon lange nicht mehr so einen Quatsch gehört. Sorry (!).

In München hat man den U-Bahn-Bau erst lange nach dem Krieg beschlossen, nämlich zur Olympiade 1972 ! Das ist gerade mal 41 Jahre her, wo die erste U-Bahnlinie (heute ein Teil der U6) in Betrieb genommen wurde. München war damals zwar kleiner als Hamburg, aber die damals alte Tram bimmelte bis dahin auch lange nur so vor sich her durch München. Doch mit dem Münchener Beschluss des U-Bahn-Baus, hatte man von Anfang an ein Zielnetz geplant und über 41 Jahre lang konsequent – bis heute – verfolgt !!!

In Hamburg hatte man zwar andere Voraussetzungen, aber wenn man mal ehrlich ist, viel bessere !
In Hamburg gab es ja schließlich 1972 bereits die U-Bahn, aber leider bereits auch die meisten U-Bahn-Strecken die man heute kennt. Die Hansestadt hat seit dem – also 41 Jahre !!! – fast nichts mehr in Sachen vernünftigen U-Bahn-Bau getan.

Doch wie kam es dazu: In Hamburg geht und ging es schon immer ums Geld (komischer Weise nur nicht bei solchen Leuchtturmprojekten wie bei der Elbphilharmonie) !
Es gab in den 50er Jahren eine Vorstellung von einem U-Bahn-Zielnetz, was sich bereits in den 60er Jahren doch deutlich geändert hatte. In den 70er Jahren entstand dann das Zielnetz, wonach sich bis zum heutigen Tage auch der Flächennutzungsplan – wenn auch nicht vollständig – richtet.
Nur gebaut wurde von dem in den 70er entstandenem Zielnetz nicht absonderlich viel.

Die Planung der damaligen U4 sah vor, Osdorfer Born, Lurup, Bahrenfeld, Altona, Neustadt, Jungfernstieg, Hbf, St.Georg, Hohenfelde, Mundsburg, Winterhude, City Nord, Sengelmannstr, sowie eine Abstellanlage in Lurup und östl. der Sengelmannstr. zu realisieren (da wo der Betriebshof für die Stadtbahn noch vor wenigen Jahren hinkommen sollte).
Ich glaube aber, dass die bereits getätigten BVL den meisten hier wohl auch bekannt sind.
1973 kam dann das große Aus für die Linie wegen der Ölkrise. Die Kassen waren was ? LEER ! Zumindest wurde es dem Bürger in Hamburg von der Politik so verkauft und es würde nicht mehr viel gebaut, im Gegensatz zu München und vielen anderen Städten.

Diskutiert wurde die Luruper Linie dann noch tausende male hin und her, ob man auf Grund des City-Tunnels doch lieber eine S-Bahn von Altona nach Osdorf bauen sollte, oder wenn doch eine U-Bahn, dann müsse diese erstmal ohne Verbindung zum Restnetz auskommen (ähnlich wie die heutige U55 in Berlin) und und und…

Es wurde praktisch alles dann nur noch tot geredet. Ich bin der Meinung es war dann auch die FDP, die später die Luruper U-Bahn verhindert hatte und dafür die Anbindung nach Niendorf durchgesetzt hat. Aber Ursprünglich sollte das auch die Streckenführung der heutigen M5 sein. Doch man hat auch hier lieber kleine Brötchen gebacken und deswegen fährt die U-Bahn von Niendorf heute über Hagenbeck. Nebenbei gesagt, auch die Hts. Hagendeel hätte es fast aus Kostengründen nicht gegeben.

Was dann noch nach 1973 kam war die Verlängerung (wieder die kostengünstigere und nicht die von Billstedt) nach Mümmelmannsberg sowie die Verlängerung nach Norderstedt im Jahr 1992, aber die hat nichts mit Hamburg selber zu tun.
Über die Hafencity-U-Bahn ist nur zu sagen, dass diese eine reine Investoren-Linie ist.

Auch die Ring U-Bahn von Altona nach Burgstrasse – was wurde draus ? – richtig: NICHTS ! Genauso wenig, wie mit der Anbindung von Dehnhaide über Steilshoop nach Bramfeld: NICHTS ! Auch die mit der Hafencity hervorgebrachte U4-Anbindung und veränderte Planung zum Bramfeld-Dorfplatz: NICHTS !
Nichts als (so muß man es schon nennen) : Politische Bürgerverarsche !
Wer dann noch an den großen Sprung über die Elbe glaubt, insbesondere für die heutige U4, der sollte sich die letzten 40 Jahre Hamburger U-Bahngeschichte nochmal auf der Zunge zergehen lassen !

Das Argument mit den Kriegsschäden ist sowieso Quatsch, den 1972 / 73 war das schon lange her und müsste eigentlich jedem hier einleuchten.

Nun mal zum Argument die Stadtbahn würde wenig neue Kunden auf der Strecke der Metrobuslinie 5 bringen.
Ja Hallo ! Geht’s noch ????
Der HVV ist ein Verbund des ÖFFENTLICHEN Nahverkehrs und nicht ein Verbund der Privatwirtschaft !!! Hier ist nicht einmal die Stadtbahn ausreichend, wie es @Kevin Schmidt sogar auch feststellt.

Diese ganze Stadtbahngeschichte ist ohnehin nichts als heiße Luft !
Als ich vor ca. 20 Jahren in der Baubehörde – Abteilung Schnellbahn- und Tunnelbau- tätig war (damals gab’s diese noch; ich war da aber auch nicht sehr lange), war damals schon so gut wie sicher, dass die Stadtbahn nie kommen würde, da man erst einen neuen Fuhrpark bräuchte und ein ganz neues Depot bauen müsste und das galt damals schon als praktisches und ganz klares Ausscheidungskriterium. Nur wenn der wirkliche politische Wille und politische Entscheidung dazu gekommen wäre, hätte man diese damals natürlich realisiert – nichts anderes galt wohl auch zu Zeiten der neusten / letzten Stadtbahn-Planung.

Und ja, ich wünsche mir die Stadtbahn NICHT !
Ich wünsche mir endlich die konsequente Umsetzung des in den 60er bzw. 70er Jahren geplanten Zielnetzes, bei dem nicht nur die U-Bahn eine Art Zielnetz besaß, nur mal so nebenbei gesagt.
Die Stadtbahn ist aus meiner Sicht ein ganz fauler Kompromiss. Auf Hauptästen haben weder Buslinien noch Straßenbahnen was zu suchen. Diese können nur durch wirklich leistungsfähige Systeme wirtschaftlich (und zwar VOLKSWIRTSCHAFTLICH, falls mich hier einer wieder festnageln will !) betrieben werden. (Aber den kleinen Kurs von VWL kann ich hier ggf. für @Busfahrer sonst auch gerne mal runterdudeln, das ist nämlich was anderes als das, was der H V V zZt. verfolgt – zugegeben politisch gezwungener Maßen).

Nu‘ nochma‘ zu dem ganz so tollen Car-Dingsda:
Ist es nicht jämmerlich anzusehen, dass man so etwas am Berliner Tor installiert, ja offensichtlich installieren muss.
Mitten im innerstädtischen Bereich ist das Nahverkehrssystem offensichtlich so überlastet und offensichtlich in keinster Weise leistungsfähig, dass man dort so’n Car2Dingsda installieren muss. Ich meine, wenn man so etwas am Rande des Tarifgebietes installieren würde oder in schwachen Regionen, OK, aber im inneren der Stadt ?
Doch wer nutzt denn das Car2Dingsda (speziell am Berliner Tor)?
Es werden wohl die Leute sein, die aus der Innenstadt bequem – und nicht in überfüllten Zügen und Bussen (!)- bequem an ihren Zielort gelangen wollen. Oder umgekehrt mit dem Auto bequem und direkt in die Stadt fahren wollen ohne für einen teuren Parkplatz viel Geld zu bezahlen, von der Parkplatzsuche mal ganz zu schweigen.
Traurig, traurig dieses Eingeständnis des HVV. Aber wen wundert’s überhaupt noch, wir leben ja in Hamburg.

HH kann sich natürlich mit anderen Städten messen lassen und tut dies ja auch. Dann eben weiter mit Vergleichen… Ich hatte ja auch schon mehrfach gesagt, dass man hier vieles besser machen kann. Nun muss man aber bei der Wahrheit bleiben. Hamburg schneidet immer wieder ziemlich gut ab, wenn es um Kundenbefragungen im ÖPNV geht. HH ist zwar nicht immer an Platz 1 in Deutschland, aber immer oben mit dabei. Jetzt kommen diese Aussagen von den Kunden selbst und nicht von irgend jemand, der von positiven Kritiken profitieren würde. Es haben auch schon neutrale Vereine und Institute Bewertungen abgegeben und da siehts ebenso aus. Mir ist allerdings schon seit längerem aufgefallen, dass man dieses Forum gerne als Motz-Zentrum nutzt. Ich selbst war schon in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Köln. Ich persönlich finde, dass es in diesen Städten in keinem Fall besser ist, als in HH. Besonders Berlin ist, was insbesondere den Busbetrieb anbelangt, im Vergleich zu HH beinahe amateurhaft., Die Fahrer waren im Schnitt äußerst unfreundlich, inkompetent und auch fahrtechnisch weit unter Hamburger Niveau. Ganz ehrlich. Die meisten Leute, die da fahren, wären bei der Hochbahn nach 8 Wochen rausgeflogen!! Ausser im Ostteil der Stadt,da ergab sich ein deutlich besseres Bild. Die U-Bahnwaggons in Berlin waren gefühlt so alt, wie Methusalem und total ungepflegt und die Bahnhöfe völlig verdreckt. Ich habe es nirgends sauberer gesehen, als in HH.In Köln fand ichs noch am besten und in etwa so, wie in HH. Ganz schlimm war Frankfurt. Da gruselts mich noch immer. Ohne Worte. Naja, jeder hat wohl andere Wahrnehmungen. Wenns denn hilft, bitte immer weiter motzen. Die Stadtbahn kommt deswegen trotzdem nicht, Leute:-)

Nun ja, in Entwicklungsländern sind derzeit Bus-Systeme der große Hit.
Nehme mal an, Hamburg orientiert sich in alter Seefahrtstradition halt mehr an Batavia (Jakarta) und Bogota (leider ohne Hafen). In China hingegen baut man derzeit in einer größeren Geschwindigkeit die Kilometer U-Bahnen als Hamburg überhaupt Ampeln bauen kann. Aber China zählt nicht, so reich ist Hamburg nicht.

schwichh, klemmte denen die Tastatur? Können wir nicht auf Anglizismen verzichten? Ist das nicht ein Versuch den dringenden Ausbau des ÖPNV auf die lange Bank zu schieben? Wer will schon ÖPNV und Auto kombinieren?

Den einzigen Nutzen sehe ich wirklich darin, dass am Berliner Tor endlich mal neue Pflastersteine verlegt wurden…

Solange Hamburg eine Weltstadt und Millionenmetropole ist (und ist schwer davon auszugehen, dass dies der Fall bleiben wird), muss es sich mit anderen Städten messen und auch vergleichen lassen. Und ob es Hamburg und seine Regierung nun will oder nicht – der ÖPNV ist dahingehend kein banales, wenig beachtenswertes Thema. Insofern: Vergleiche werden so oder so weiter stattfinden, und – wenn Hamburg nicht irgendwann den Dreh zu einer vernünftigen Verkehrspolitik kriegt – weiterhin auch negativ ausfallen. Es nützt auch nichts, wenn Hamburg von irgendwelchen „Experten“ bescheinigt wird, es habe einen guten öffentlichen Nahverkehr; wenn es wirklich nur darum geht, ist das ziemlich primitiv. Die Stadt sollte sich auf ihre Einwohner konzentrieren und diese nicht jahrelang mit irgendwelchen Versprechen sowie unwahren Aussagen hinhalten. Es ist leicht, sich als „schönste Stadt der Welt“ zu titulieren – man muss aber auch etwas für diesen Ruf tun. Betont sei hier noch mal, dass sich meine Aussagen auf die Verkehrspolitik Hamburgs und nicht allgemein auf die ganze Stadt beziehen.

In diesem Sinne… ein schönes Wochenende.

@Kevin
wenn die Stadtbahn nur auf der jetzigen Trasse der 5 fahren würde, würde sie weniger Fahrgäste hinzugewinnen können, als wenn man die Bahn noch auf weiteren Trassen fahren würde. Das ist doch logisch, weil man dann auch mehr Gebiet erschließen würde.Hier sei als Beispiel nur mal die Gegend Bramfeld, Steilshoop genannt Was die wirtschaftlichkeit angeht, so hat die Hochbahn das bei der Planung errechnet und halt angeraten, es eben nicht NUR auf dieser Trasse zu machen, weil Kosten und vokswirtschaftlicher Gewinn nicht im angemessenen Verhältnis stehen würden Auf Grund dessen hat der Senat damals die Hochbahn beauftragt mit den entsprechenden, wesentlich weitreichender, Planungen zu beginnen. Die geplante Trasse ist ja bekannt. Was dann passierte, wissen wir ja alle: es wurde alles abgenickt und dann kam das Desaster mit der Regierungsauflösung. Wenn die Grünen damals nicht durchgedreht wären, wäre ein Teilstück der Stadtbahn schon fast fertig. Bei längerer Trassenführung also, wäre das demzufolge deutlich wirtschaftlicher. Sicher könnte man auch hier eine bauen und die Doppelgelenkbusse wären dann überflüssig, aber es wurde halt errechnet, dass es wie gesagt unwirtschaftlich wäre. Und Vergleiche mit anderen Städten sollten wir jetzt echt mal lassen, weil man immer andere Vorraussetzungen und finanzwirtschaftliche Prioritäten hat.Da wir nun beide keine Experten in Stadtplanung sind, bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als zu glauben, was selbige angegeben haben:-)
Und nochmal….ich selbst wünsche mir auch die Stadtbahn

Wobei die Stammstrecke der S-Bahn in München auch aufgrund dieses dichten Takts – obwohl die einzelnen Linien nur im 20 Minuten-Takt fahren (aber hier macht’s halt die Masse) – Probleme haben soll; man plant wohl auch schon länger an Varianten zur Entlastung. Ansonsten stimme ich dem Gesagten zu. Mir fiel sowohl bei Besuchen in München als auch z.B. in Berlin oder sogar in solch „kleinen“ Städten wie Bremen oder Hannover immer relativ schnell auf, dass ich schienengebunden überall recht einfach und schnell hinkomme: wollte ich z.B. in München zum Olympia-Zentrum, nahm ich die U-Bahn; wollte ich zum Fußballstation, nahm ich die U-Bahn; wollte ich zum Olympia-Einkaufszentrum, nahm ich die U-Bahn. Und in Hamburg? Elbe-Einkaufszentrum umständlich erreichbar nur mit dem Bus; Fußballstation viel zu weit von der S-Bahn-Haltestelle entfernt; das UKE z.B. ist auch nur vergleichsweise umständlich via Bus zu erreichen. Auch wirkten die Haltestellen-Platzierungen in anderen Städten auf mich nicht selten sinniger als in Hamburg. Halle (Saale) ist auch so ein schönes Beispiel; gute 200.000 Einwohner, aber trotzdem eine Straßenbahn, die einem das Reisen auch in dieser Stadt total angenehm gestaltet und einfach macht. Als ich neu nach Hamburg kam und mich dort in der Anfangszeit umgesehen habe, sind ganze Stadtteile irgendwie an mir vorübergegangen, eben weil sie keinen Anschluss via Schiene haben. Es bereitet einfach weniger Freude, die Stadt mit dem Bus zu erkunden, aber das mag natürlich auch Geschmacksache sein.

@Busfahrer
Erklären Sie mir doch bitte: warum genau würde sich eine Stadtbahn als Ersatz für den M5 als unwirtschaftlich herausstellen? Ich verstehe die Argumentation nicht wirklich; 50.000 Menschen täglich auf dieser Linien sind für normal auch für eine Straßenbahn schon fast zu viel. Sie glauben wirklich, eine Stadtbahn zöge dann keine neuen Fahrgäste an und wäre bei dieser Masse an Menschen unausgelastet? Baute man eine Stadtbahn, bliebe es doch bei 50.000 Menschen am Tag, und für normal – wenn man sich ein wenig Umschaut – führten Straßenbahnen nahezu immer dazu, dass die Fahrgastzahlen sich vervielfachten und nicht minderten…

@Kevin-Schmidt:

Stimmt. Über die S-Bahn hier in Hamburg hab ich noch gar nicht geredet. Die ist nämlich ähnlich bescheiden wie die U-Bahn bzw. hat noch seeehr viel Luft nach oben:

Die S-Bahn in München im Stadtbereich geht quasi als Hochleistungs-U-Bahn durch:
Die 11 km lange Stammstrecke wird in einem Takt von 2(!) Minuten durchfahren. Quasi ein horizontaler High-Speed-Pater Noster. Es gibt unzählige U-Bahn-und Tram-Umstiege. Die Busse erwähne ich erst gar nicht.

40 Haltestellen liegen auf dem Münchner Stadtgebiet (310km² –> 7,8 km² je Station), 108 außerhalb. Dh die von ihnen genannte und sehr gute Umlandanbindung kommt noch obendrein dazu. Aber die Stadterschließung ist formidabel, und wenns nur eine Etappe zur nächsten U-Bahn ist. Weiß ich aus jahrelanger Nutzung.

Da kann die S-Bahn Hamburg sich eine Scheibe von abschneiden:
Im City-Tunnel oder Verbindungsbahn warten sie werktags (nein, nicht um 21h und später) manchmal bis zu 7, 8 gar 10 min auf die nächste Bahn. Regt mich jedesmal auf, wenn ich an der Schanze von U3 in die S-Bahn gen Holstenstraße fahre (mein Arbeitsweg): Ehrlich, das muss zack-zack gehen!

58 Haltestellen liegen auf dem HH Stadtgebiet (755km² –> 13 km² je Station) und 14 außerhalb.
Stadterschließung und die Umlandanbindung sind im Vergleich (ich weiß, sind „nur“ Zahlen) äußerst bescheiden.

Und bei der S-Bahn lasse ich die Siedlungs- und Planungsgeschichte nicht gelten.
Der ÖPNV in Hamburg ist schlecht. Gefühlt und gemessen. Ohne Rechthaberei.

Lieber Busfahrer,

gerade weil Hamburg eine so gute Startposition hatte, ist es tragisch, was nicht gemacht wurde.
Die vorhandenen U-Bahn-Strecken waren nicht verbaut, sie wären eine sehr gute Grundlage für den weiteren Ausbau gewesen. So wie es ja auch geplant war, mit Erschließung der Großsiedlungen.

Und zu Deinem Hamburg-München-Vergleich und ohne auf den Weltstadtkomplex Hamburgs eingehen zu wollen:
München war auch nicht viel weniger zerstört als Hamburg (Münchens Altstadt zu 90%, die gesamte Stadt zu 50% vs. in Hamburg 80% bzw. 60%.).

Im Unterschied zu Hamburg hat man jedoch sehr schnell erkannt, dass die autogerechte Stadt keine Lösung sein kann – und die U-Bahn konsequent ausgebaut sowie ein S-Bahn-System geschaffen, das weit ins Umland hinaus reicht. Aber vor allem: In Hamburg wurde im Unterschied zu München die Straßenbahn stillgelegt, 1978, und das war ganz sicher keine Spätgfolge des 2. Weltkriegs.

Ja tatsächlich hat es inzwischen in Europa fast jede Stadt über 300.000 Einwohner geschafft, eine Straßenbahn wieder einzuführen, so sie nicht sowieso erhalten geblieben ist. Und die anderen Städte haben es auch geschafft, U-Bahn UND Straßenbahn zu haben. Man muss ja Hamburg nicht immer mit München vergleichen, man kann auch nach Wien schauen, nach Barcelona, nach Prag, nach Budapest…

Hamburg war ja auch mal Vorreiter, besonders als der HVV entstand. Inzwischen bewegt man sich wieder zurück, dazu gehört auch der Einstieg vorn beim Bus, auch wenn das in Hamburg als Fortschritt gilt.

Irgendwie kann ich dem switch-Projekt wenig abgewinnen.
Angepriesen dahingehend, dass man einfach zwischen ÖPNV und car2go umsteigen kann , beherrscht die App nicht (!) ein sinnvolles umsteigen (… nutze die Ux bis xy und lege die Reststrecke nicht mit Bummelbus, sondern mit dem dortigen car2go zurück …), sondern zeigt nur die Wege ausschließlich mit ÖPNV oder Auto – unverändert Parallelwelt anstatt Verknüpfung.
Noch besser wäre es, wenn auch das Stadtrad einbezogen wäre (… nutze die Ux bis xy und lege die Reststrecke nicht mit Quitschmobil, sondern mit dem dortigen Stadtrad bis xy zurück …) aber Räder sind in der Auskunft erst gar nicht vorgesehen.

Und das 10 EURO Angebot klingt doch zudem stark kopiert von einem sehr ähnlichen Produkt in Düsseldorf … dort 15 EUR für 90 Freiminuten und übrigens einschl. täglich 4 h kostenloser Radbenutzung … und das schon seit über einem Jahr und ohne bemühte Anglizismen: „Mobil in Düsseldorf – Bus und Bahn, Auto und Fahrrad“

Ich finde ja auch, dass diese Vergleiche nichts bringen. Leider zieht man aber immer wieder andere Städte als Vergleich hinzu. Hier musste aber mal gesagt werden, dass eben gewisse Dinge , auf Grund von historischen Fakten, nicht so einfach möglich waren, wie einige es hier immer wieder darstellen.. Dass man die Stadtbahn hier in HH gut gebrauchen kann, streitet ja auch ohnehin kaum einer ab, der sich näher mit dem ÖPNV in HH beschäftigt. Strittig ist ja hauptsächlich, WIE genau. Wie es die Stadt wollte, wars im Bau sehr teuer, aber nachhaltig, weil die Stadtbahn auf Dauer nur wirtschaftlich Sinn macht, wenn sie genug Kapazitäten bedienen kann. Das wollten dann sehr viele Anwohner nicht. Einige Parteien wollten das ganze sogar noch wesentlich weiter ausgebaut sehen, als die Planungen der Hochbahn es vorsahen. Sie beispielsweise auf der jetzigen Trasse der M5 fahren zu lassen wäre relativ günstig im Bau, aber nicht wirtschaftlch, weil die Stadtbahn so kaum neue Kunden hinzugewinnen könnte. Und auf den ganzen Tag gesehen, unausgelastet bliebe. usw, usw, usw…
Das ganze mit dem „swtch“ ist ja auch lediglich eine Ergänzung zum ÖPNV und soll den Kunden noch mobiler machen, ohne dass er ein eigenes Auto benötigt. Man kann da natürlich geteilter Meinung sein, ob das dazu führt, dass die Leute weniger mit dem eigenen Auto fahren bzw. sich gar nicht erst eines anschaffen, schaden hingegen wird das nicht und somit hat das ganze für mich schon eine gewisse Berechtigung.

Spannend wird, wieviele von den SwitcHH Abos abgeschlossen werden, und dann insbesondere, wieviele Kunden davon für die jeweiligen Angebote (Hochbahn, car2go, Europcar) tatsächlich Neukunden sind. Die letzten HVV Versuche (wie E-Ticket) sind da eine ja niedrige Messlatte. 🙂
Erst dann sollte man diese Initiative bewerten.

Die Frage nach dem Wieso in Bezug auf München und andere Städte stellt sich in meinen Augen nicht; außerdem kommt man durch dieses ewige Vergleichen nicht sonderlich viel weiter. Hamburg hat seine Geschichte wie jede andere Stadt auch, man darf und sollte aber einen Blick über den Tellerrand wagen.Tut man dies, ist in meinen Augen leicht zu erkennen, dass es in nicht wenigen Städten anders (und auch besser) läuft als in Hamburg. Der M5 ist ja nicht erst seit gestern so stark ausgelastet, gehandelt hat man dahingehend bis heute aber nicht wirklich, obwohl auch ohne Vergleich mit einer anderen Stadt offensichtlich ist, dass hier ein schienengebundenes Verkehrsmittel hingehört… Die S-Bahn in München ist mit der S-Bahn hier in Hamburg für mein Gefühl auch nicht wirklich vergleichbar; sie mögen dieselbe Bezeichnung haben, aber sind dennoch zwei Paar Schuhe. In München bedient die S-Bahn vorrangig die Umgebung Münchens und bindet diese an die Stadt an; in Hamburg erfüllt die S-Bahn mehr die Funktion einer „echten“ Stadtbahn. Wo sonst findet man auch auf einer S-Bahn-Strecke einen 5-Minuten-Takt? München und Hamburg sind zwei verschiedene Städte, die allein deswegen schon nicht miteinander vergleichbar sind. Was in München funktioniert, muss in Hamburg nicht ebenso funktionieren – und umgekehrt. Und was die Metrobus-Bezeichnung angeht: sowohl in Berlin als auch in München gibt es Metro-Busse (in Berlin auch noch Metro-Trams), diese Bezeichnung ist also auch keine Hamburger Idee. In Berlin finde ich es am besten gelöst mit dem „M“ vor der Liniennummer (M1, M2, M4 usw.), das merkt man sich auch irgendwo leichter…

Trotzdem zeigt diese Community doch auch recht eindeutig eines: trotz der Bemühungen, die in Hamburg also wohl stattfinden und trotz des großen Wachstums, sind viele Menschen unzufrieden mit ÖPNV. Viel zu tun und auch stetiges Wachstum bedeutet nicht automatisch etwas Gutes, man sollte hier weiter differenzieren. Wenn trotz allem viele Hamburger nicht zufrieden sind mit dem, was getan wird, läuft da was falsch… Und unkontrolliertes Wachstum in allen Bereichen und in alle Richtungen hat z.B. in der Medizin eine ganz eindeutige Bezeichnung…

Auch hier muss ich natürlich meinen Senf dazugeben:-)
Was offenbar gern übersehen wird, wenn man sich hier immer so schön über den angeblich so schlechten und rückständigen ÖPNV in HH auslässt, ist die Tatsache, dass der ÖPNV in HH so stark wächst, wie in kaum einer anderen deutschen Stadt. ALLE!! Verkehsrsunternehmen im HVV sind an der Kapazitätsgrenze und ALLE!! Beförderungssysteme können die hohe Nachfrage nur deshalb decken, weil man immer wieder das Leistungsangebot ausgebaut hat und massiv Personal einstellt und die Preise nur moderat angepasst hat, obwohl man sie bei dieser starken Nachfrage viel teurer machen könnte. Trotzdem werden hier teilweise Schwachsinnsideen gepostet, wie beispielsweise kostenlosen ÖPNV für alle oder am besten eine Stadtbahn mit 340 Haltestelle quer durch die Stadt und das am besten in einem Jahr fertig mit allem Drum&Dran. Dann kommen so tolle Vergleiche mit München, wo man ja so ein tolles U-Bahnnetz hat. Ja, aber man muss mal fragen wieso. HH war schon ne Weltstadt, als München noch ein Kaff war, das kaum ein Mensch im Ausland kannte. In HH war die erste Hoch-und Untergrundbahn schon fertig, als man in München noch mit Ochsen und Kutsche gefharen ist. Die gesamte Infrastruktur in HH war schon wesentlich „verbauter“ als in München, wo man mit dem Ausbau der U-Bahn erst lange nach dem Krieg so richtig anfing. Man hatte dort ganz andere Möglichkeiten zu planen und zu bauen. HH war nach dem Krieg völlig zerstört, in München hingegen hielt sich das in Grenzen. In HH musste man erst mal neue Häuser bauen und konnte nicht mal eben so anfangen Tunnel zu schaufeln. es gab ohnehin kaum Facharbeiter dafür. Man konnte in HH immer nur ergänzen und anbauen. Hinzu kommt noch, dass man in M ein ganz anderes System hat. Hier (in HH) ist zB die S-Bahn mit im Verbung und fährt auch fein verastet durch die ganze Stadt, wohingegen man in M nur quer durchdonnert. Diese Vergleiche hinken einfach zu stark. Ok, man hat in HH Fehler gemacht und man muss vieles noch verbessern, aber wenn man realistisch ist, dann sieht man, dass der ÖPNV in HH nicht schlecht ist, was ja unabhängige Vereine und Institutionen seit Jahren auch bestätigen. Ich bin hier kein Fan vom HVV, damit das mal gesagt ist. Ich selbst sitze hinterm Buslenkrad und sehe täglich, was los ist. Ich weiss, wo es hakt und was besser werden müsste, aber ich weiss auch, dass es trotzdem und unterm Strich ziemlich gut funktioniert. Und das, was man hier am Berliner Tor gemacht hat, ist ne klasse Sache. Das wird Anklang finden, da bin ich sicher.

Das Bild hat (möglicherweise) unfreiwilligen Symbolcharakter: Im Vordergrund die lächelnden Männer mit einem Auto, die öffentlichen Verkehrsmittel (deren Förderung ja eigentlich alle wollen) werden im Hintergrund von bunt bedruckten Pappkartons repräsentiert.

So lobenswert die Initiative vielleicht ist, werden hier doch die wirklichen Prioritätensetzungen klar offenbart. Und keiner möge behaupten, er wisse nichts von der Macht der Bilder!

ein Schritt zu schnell, wann wird dieser Bahnhof endlich Barriere frei? – Der Aufzug der da ist, ist falsch platziert, die Aufzüge zu den U-Bahn-Steigen ebenso! – Diese heute eingeweihte Station, ist nur Prestigeaktionismus, eines Autofahrers Horch! – Mehr nicht! –

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