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Im nächsten Sommer kommen die elektronischen HVV-Tickets

Schluss mit Bargeld, Papiertickets und Wertmarken: Nach mehr als sechs Jahren Planung wird der HVV im nächsten Sommer im gesamten Verbundgebiet eine neue elektronische Fahrkarte einführen. Mit einer Chipkarte kann bargeldlos am Fahrkartenautomaten oder beim Busfahrer gezahlt werden. Doch das ist erst der Anfang - mittelfristig hat der HVV viel weitreichendere Pläne.
Christian Hinkelmann
An diesen neuen Terminals in Bussen können ab sofort elektronische HVV-Tickets gekauft und geprüft werden
An diesen neuen Terminals in Bussen können ab sofort elektronische HVV-Tickets gekauft und geprüft werden

Berlin hat es, Frankfurt hat es und jetzt zieht endlich auch Hamburg nach: Im Sommer 2016 will der HVV im gesamten Verbund elektronische Fahrkarten einführen. Statt einer Papierkarte wird das Ticket künftig auf die so genannte HVV-Card draufgeladen und elektronisch gespeichert. Die Abrechnung erfolgt monatlich. Nutzer bekommen 3 Prozent Rabatt auf alle Einzel- und Tageskarten.

Seit knapp drei Jahren testet der HVV das neue E-Ticket bereits im Großraum Harburg. Dafür wurden 60 (von insgesamt 800) Fahrkartenautomaten und 300 (von insgesamt 2.200)  Busdruckern entsprechend aufgerüstet.  Rund 5.000 Kunden nutzen das System inzwischen. Der monatliche Umsatz liegt laut HVV bei rund 25.000 Euro.

Kundenbefragungen ergaben zwar, dass die Nutzer sehr zufrieden mit dem neuen System sind, es gab allerdings auch Kinderkrankheiten im Testbetrieb: So waren zum Beispiel der Fahrkartenverkauf und die Kontrolle zu langsam. Das soll inzwischen aber behoben sein.

Doch warum dauert die HVV-weite Einführung des E-Tickets in Hamburg so lange? Immerhin hatte die Hamburgische Bürgerschaft dem Verkehrsverbund schon vor mehr als sechs Jahren grünes Licht für das Projekt gegeben (Drucksache: 19/2573).

„Die Einführung setzt voraus, dass alle 30 Verkehrsunternehmen im HVV ihre Fahrzeuge mit der entsprechenden Technik nach einheitlichem Standard ausgestattet haben“, so HVV-Sprecher Rainer Vo…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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21 Antworten auf „Im nächsten Sommer kommen die elektronischen HVV-Tickets“

Schlimme Entwicklung ist so ein Bewegungsprofil erfassendes System wie das Be-In/Be-Out-System. Vor allem die vielen Millionen Leute die grundsätzlich ihr Recht auf Privatshäre geschützt sehen wollen und da berechtigter weise großen WERT drauf legen. Und nicht jeden “ Nur weils technisch möglich ist “ hype hinterher laufen weil es modern und angeblich fortschrittlich ist; ohne Verstand und grob fahrlässig.

Was schreibt der HVV da im Artikel?

„Doch bis es dazu kommt, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Der HVV geht davon aus, dass solche Be-In/Be-Out-Systeme erst in fünf bis zehn Jahren marktfähig und erprobt sind. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund bereitet derzeit einen Pilotversuch vor (siehe hier).“

Ist das Ihr Ernst? Touch & Travel IST erprobt und funktioniert! Und zwar nicht nur im Fernverkehr, sondern z.B. auch in Berlin problemlos. Das weiß der HVV natürlich auch, denn es wird ja durchaus mit den Jungs von Touch & Travel bzgl. der Technologie gesprochen, wie ich hörte.

Es gibt eigentlich keinen stichhaltigen Grund, nicht einfach dieses System (ich habe das mehr als intensiv sowohl im Fern- als auch Nahverkehr genutzt, mit mehreren Accounts parallel) auch in Hamburg zu nutzen. Was dann noch ein prima Bonus wäre, ist nicht nur die Suche des günstigsten Preises pro Tag, sondern ebenfalls pro Woche/Monat/Jahr. Damit würde mal wirklich ein innovatives System entstehen.

Aber nein, der HVV kommt dieses Jahr mit einer Chipkarte (Hallo, wir haben 2016!!!) raus und denkt bis 2020 an ein Be-In/Be-Out System? Junge, Junge.

@JH

Naja, das autonome Autos etc. noch lange nicht serienreif sind,steht außer Frage. ABER das ist bzw war mit jeder neuen Technik so. Es gab Zeiten da hatten viele Leute Angst bei mehr als 30 km/h in einem Zug zu sterben. Es gab Zeiten da haben viele Leute elektr. Strom als Teufelszeug abgelehnt. Rs gab Zeiten, da hatten Leute Angst, durch einen Sicherheitsgurt zu sterben. Es gab mal Autos ohne ABS oder ESP. Es gab Zeiten da haben renommierte Experten gesagt Computer sind überflüssig. Das Internet war ja anfangs angeblich auch überflüssig. Genau so wie CDs, DVDs, Blu-ray etc. Es gab Zeiten da haben viele Leute gesagt, wozu brauche ich ein Handy. Es gab Zeiten, da haben renommierte Experten gesagt, Touchscreens braucht kein Mensch. Es gab Zeiten, da haben Leute gesagt, autonome Autos braucht kein Mensch. Ich kann logischerweise auch nicht in die Zukunft gucken. Ich beobachte aber die Entwicklung neugierig UND kritisch. Wir sprechen uns in 20 Jahren wieder ☺

@ischi:

Ein autonom fahrender Bus mit über 100 Fahrgästen und wer-weiß-wievielen Tonnen Gewicht im Stadtverkehr? Das ist doch schon bei der wesentlich einfacher zu realisierenden Automatisierung von U- und S-Bahnen nicht durchsetzbar.

Bei heutigen Pkw sind ausgefallene Computer die häufigste außerplanmäßige Fehlerursache, über 50%. Beim Fahren entstehen statische Felder bis hin zu Elmsfeuern durch den Fahrtwind und auf Brücken, Funk- und Radarsender führen zu Fehl-Spannungen im Netz. Doppelte Redundanz und Dickfilmtechnik wie in Flugzeugen ist im Automobilbereich nicht bezahlbar. Gerade musste ein Versuch mit elektrischer Lenkung abgebrochen werden. Wenn alle Fahrzeuge Radar haben, gibt es Interferenzen, etc.

Sie müssen sich vorstellen, dass Sie riesige Felder voll Daten haben, die voneinander abhängen. Der Prozessor arbeitet stumpf das ab, was ihm vorgesetzt wird. Es ist eine Maschine. Eine ausgefallene Speicherstelle, eine falsch gelaufene Datenkommunikation, und das Ding läuft Amok.

Meinetwegen kann die Autonomik das Spurhalten übernehmen, Hindernisse leuchtend in der Frontscheibe hervorheben, die Überholspur überwachen, Notbremsungen einleiten, dem Vordermann hinterherfahren. Soetwas. Dem wirklich autonomen Fahren stehe ich aber sehr skeptisch gegenüber.

Wo bleibt der Datenschutz? In London werden alle Bewegungsdaten 5 Jahre gespeichert und man überlegt sogar, diese Beschränkung aufzuheben. Das gleiche gilt natürlich für die Straßenbenutzungsgebühr (Nummernschildscanner). Außerdem bleiben dort die Bilder der Überwachungskameras gespeichert, sodass die mit den Fahrstreckendaten der Karten abgeglichen werden können. Derzeit läuft die Umstellung auf HD, viele Kameras können auch Infrarot.Diese Daten stehen dort der Polizei direkt für beliebige Auswertungen zur Verfügung.

Datenschützern wird in GB lapidar empfohlen, Einzelfahrkarten zu kaufen, die wesentiich teurer sind. Normale Monatskarten gibt es nur noch für Schüler und Senioren. Bei der Oyster Card gibt es einmal monatlich eine Abrechung aller Fahrten, da kann auch jeder in der Familie alles sehen 😉 „Nett“ wäre ja auch unverschlüsselt als Email, ich weiß nicht, ob diese Innovation schon geht…
Schöne neue Welt.

Was soll diese Begeisterung über die elektronischen Tickets?! Soo viele Fahrkarten müssen Busfahrer nun auch nicht mehr verkaufen, die meisten Leute hier haben Dauerkarten.

@Holger: Das Niederländisch OV-jaarkaart-System funktioniert _nicht_. Ich bin als regelmäßiger Besucher dort seit Einführung des Systems nicht mehr Bus gefahren, weil es für einen ab-und-an-Reisenden völlig undurchschaubar ist, ob und wo ich Fahrkarten kaufen kann. Und das Ein- und Auschecken beim umsteigen ist eine Wissenschaft für sich.

Ich möchte schon eine elektronische Karte, aber bestimmt nicht das Niederländische System.

@ busfahrer: „Ob da dann ein Piepsen oder der Papierausdruck folgt, macht zeitlich wohl kaum einen Unterschied. Ähnliches gilt für den Prüfvorgang.“

Doch, es macht einen Unterschied, wenn auch nur einen kleinen. Das und autonom fahrende Autos macht das Personal in Bussen bald überflüssig.

Im Juli dieses Jahres (2015) habe ich fünf Tage in Stockholm verbracht. Da die Anreise mit dem Flugzeug erfolgte, war ich dort auf den ÖPNV angewiesen. Wo in Hamburg das HVV-Logo zu sehen ist findet man in Stockholm die Buchstaben SL – das steht für „AB Storstockholms Lokaltrafik“.

Die Tunnelbana (mit sieben Linien) ist dort das was in Hamburg die U-Bahn ist. Mit unserer S-Bahn ist der Pendeltåg (mit vier Linien) vergleichbar. Zudem verkehren Vorortzüge. Es gibt ein großflächiges Busnetz mit vielen Linien. Eine Straßenbahnlinie und auch auf dem Wasser wird was angeboten. Somit sind HVV und SL relativ gleichwertig und vergleichbar.

Für meinen Aufenthalt besorgte ich mir schon am Flughafen „Arlanda“ (etwa 40 km von Stockholm entfernt) eine 7-Tageskarte für SL. Die Kostet 300 SEK (= 31,57 €). Das ist eine blaue Plastikkarte mit Chip, der bei Bedarf neu aufgeladen werden kann. Damit kann man 168 Stunden im gesamten ÖPNV-Netz von Stockholm fahren. Für Touristen ideal (gibt es auch mit 24 Std. für 115 SEK – 72 Std. für 230 SEK oder 30 Tage für 790 SEK). Man kann wirklich unbeschwert – ohne auf Tarife achten zu müssen – Tag und Nacht Stockholm erkunden.
In Straßenbahnen oder Bussen ist der Erwerb von Einzelfahrscheinen nicht möglich – die gibt es im Zeitungskiosk, an Fahrkartenschaltern der Schnellbahnen oder am Automaten. Meine blaue Plastikkarte öffnete die Sperren der Schnellbahnstationen. Steigt man in einen Bus ein, legt man die Karte kurz auf eine Fläche beim Fahrer, ein grünes Lämpchen leuchtet und alles ist erledigt. Fahrgäste haben keine Diskussion mit dem Fahrer über Tarife, kein Abgezähle von Kleingeld, kein Zeitverlust durch Geldwechseln. Das ist Busbeschleunigung – da kommt kein Straßenumbauprogramm mit. Hat mir sehr gut gefallen. Würde ich mir für Hamburg auch wünschen. (Ich hab für den HVV ein Abo für Großbereich.)

Bitte oben mal ein Blick auf die Preise werfen. Dann fällt einem sicher auf, das die Fahrkarte immer billiger wird, je länger die Gültigkeit ist. Auch nicht uninteressant!

der Werner

Oh man: nun lass jede Hoffnung fahren, das der HVV und angeschlossene Verkehrsbetriebe je in diesem Jahrhundert ankommen.

Schon bei der Beantragung einer HVV-Jahreskarte über unser StartUp als Zahler konnte nicht auf einen altertümlichen „sicheren“ Firmen-Stempel verzichtet werden – den ich vor den Augen der Bearbeiterin aus Einzelbuchstaben zusammensetze.

Jetzt halten die Planer am antiquierten Ticket-System fest und brauchen noch weitere 6 Jahre für die Umsetzung einer Denke, die im Niederländischen Verkehrssystem schon lange funktioniert:
-> https://de.wikipedia.org/wiki/OV-chipkaart

Immerhin haben wir mit der 109 eine Innovations-Linie – aber das ist wohl eine andere Abteilung oder extern getriebene Initiative.

Wenn jemand einen Einzelfahrschein mit der Kundenkarte kauft, wird es kaum schneller gehen, als wenn er bar zahlt. Auch wenn kein Fahrschein mehr gedruckt oder Wechselgeld herausgegeben werden muss. Der Busfahrer muß ohnehin seinen Fahrscheindrucker bedienen und auf „JA“ zum Abschluß klicken. Ob da dann ein Piepsen oder der Papierausdruck folgt, macht zeitlich wohl kaum einen Unterschied. Ähnliches gilt für den Prüfvorgang.

Also so lange der HVV es noch nicht mal schafft ein günstigestes Angebot aus dem Aitomaten zu spucken, würde eine Steigerung des Angebots, nur eine Verschlimmbesserung darstellen. Also, Utopia!

Die sollen es erstmal vernünftig gebacken bekommen, mir das günstigste Anschluß und Egänzungsticket anzubieten und nicht das ich das an 2 verschiedenden Verkausstellen ziehen muß (DB und HVV).

Insofern nicht immer ganz groß denken , sondern im kleinen mal nachhaltig und effektiv etwas verbessern!
Also liebe Grünen Oberen. macht mal wieder was für alle und nicht immer für wenige oder für Leute die es dann eh nicht brauchen bzw. nutzen!

In London ist die Kreditkarte der Fahrausweis,
bei der HOCHBAHN können Sie damit nicht einmal bezahlen.

Nicht einmal mit EC-Karte.

Die 90er Jahre möchten bitte aus dem Steinstraße abgeholt werden.

Das Tarifsystem des HVV’s ist von vorgestern, richtig.

Das E-Ticket erinnert mich etwas an die Straßen- bzw. LKW-Maut; während andere Länder wie AUT oder SUI es mit einfachen Plaketten hinbekommen, muß es in GER erstmal eine fettes, kostenintensivers und störanfälliges System mit jahrelangen Vorrausplanungen sein. Und fertig ist es immer noch nicht.

Habe nichts gegen das E-Ticket, selbst in TUR gibt es das schon erfolgreich seit Jahren. Der Sinn ist zweifellos da.
Wie gesagt, die Ablehnung der Mehrfahrten-Tickets gibt es nicht erst seit vorgestern, sondern schon immer.
Aber in Hamburg bekommt man nicht einmal das einfache und naheliegende hin – stattdessen muß es mindestens etwas ‚Großes‘ sein.

Aber nochmal:
Wenn sowieso nichtmal 10% der Fahrgäste Einzeltickets haben, warum ein E-Ticket?
Für lächerliche 3% Rabatt kauft sich kein Gelegenheitsfahrer so eine Karte. Er wird sie sich nur kaufen (müssen), wenn er quasi dazu gezwungen wird, so wie in London zB.

Da kann man erstmal -oder überhaupt- mit deutlich einfacher und preiswerter zu realisierenden Tarif- und Ticketvarianten im HVV anfangen.

hier in London kann man bereits mit seiner Kreditkarte anstelle der Oystercard bezahlen bei den Eingangskontrollen und was ich beim HVV klasse finde, man kann seine Fahrkarte online kaufen und auf seinem Smartphone im Passbook speichern…

@oepnv-nutzer: Ja, dann sind die Investitionskosten sinnvoll. Denn das ein e-Ticket kommt, ist unaufhaltbar. Und hat Vorteile bei Materialverbrauch und Buchungskosten. Das hat ein Mehrfachticket praktisch nicht. Daher wäre es aus meiner Sicht unsinnig, in eine Mehrfachticket zu investieren, nicht aber in ein e-Ticket.

Oder, ganz plakativ: Mehrfachkarten sind von vorgestern -> Investition macht keinen Sinn, e.Ticket ist von morgen -> Investitionen lohnen sich.

Recht hast du natürlich, dass Abo-Besitzer noch besser für den Verkehrsverbund sind, als jeder e-Ticket-Käufer.

P.S. Eben, den Nahbereich zu kommunizieren ist kompliziert. Bei e-Ticket könnte das entfallen, weil das System das automatisch macht.

@bicyclerepairman:

Was der Zusammenhang ist? Im Ernst?

Dreimal darst du raten, wer die potentiellen Nutzer von E-Tickets sein sollen (aber eigentlich solltest du nur einmal dürfen – aber das scheint nicht geklappt zu haben).
Hinweise:
1. Im Text gibt es dazu schon ein paar Indizien
(„Nutzer bekommen 3 Prozent Rabatt auf alle Einzel- und Tageskarten.“ oder „So waren […] der Fahrkartenverkauf […] zu langsam.“).
2. Aus Hausverstandsgründen: Warum sollte sich ein Abo-/Zeitkarteninhaber ein derartiges Ticket zulegen?

Und plötzlich sind zuvor stichhaltige Argumente zu unsinnigen Investitionskosten für nichtmal 10% der Fahrgäste (laut HVV – ist ja ’ne endliche Zahl, so potentielle Fahrgäste…) für den HVV und dich sinnvoll geworden?!

Aha.

ps. Was die „kaum zu handhabende zweite Informationsebene“ sein soll weiß auch nur der liebe Gott; der HVV kriegt es ja z. Zt. nichtmal hin, über das Ticket / den Tarif „Nahbereich“ zu informieren…

@oepnv-nutzer:

Was hat den die Mehrfachkarte mit dem elektronischen Ticket zu tun? Das sind doch ganz unterschiedliche Anwendungen.

Und nebenbei: Ich finde die Argumente des HVV zum Mehrfachticket sehr stichhaltig. Da gibt es augenscheinlich genug, die wissen, wie ÖPNV geht. Und Obacht: Dass es in anderen Verbünden eine Mehrfachkarte gibt, ist zwar ein Argument. Ich finde aber das Argument, dass die Investitionskosten, so etwas neu einzuführen, zu hoch seine, sehr viel stichhaltiger.

Vorsicht, Vorsicht: Zu viel Verlass auf Technik kann seine Tücken haben. Etwa beim Smartphone, wenn das System unerscheiden soll, ob man allein fährt oder als Mitfahrer bei einem Gruppenticket….

Bei aller Begeisterung über den technischen Fortschritt muss m.E. weiterhin die Option geben, ein anfassbares Ticket (=Kaufbeleg) gegen Bargeld zu bekommen.

Daß das Teil technisch viele Möglichkeiten bietet, ist natürlich sehr begrüßenswert.

Aber der HVV macht sich einfach unglaubwürdig:
Seitdem ich denken kann, haben Verkehrsbetrieb in anderen Städten sog. Mehrfahrtenkarten (zB 4er-Karten oder Streifenkarten), die natürlich entsprechende Entwerter* benötigen.
*) soll aber kein teurer Hightech sein habe ich mir mal sagen lassen^^

Diese Karten haben einen Rabatt von 15-20% auf die Einzelkarte, ergo greift man hier gerne zu. Für Nichtfahrer ist das wenigstens ein Anreiz, mal doch den ÖPNV zu nutzen. Vor allem bei den Einzelticketpreisen, die in Hamburg aufgerufen werden.

Weiterer Nebeneffekt: Mehr Gelegenheitsfahrer haben das Ticket bereits in der Tasche, können schneller an der Bustür abgefertigt werden (Busbeschleunigung anybody?).

Nur sagt der HVV seit Jahrzehnten(!) folgendes:
„Um dem Potenzial von Fahrgästen mit Einzelkarten – das sind weniger als 10% aller Fahrgäste – die Nutzung von Mehrfahrtenkarten zu ermöglichen, müssten für den Verkauf flächendeckend zusätzliche Automaten (Entwerter) für sämtliche Schnellbahnanlagen, Busse und Schiffe im HVV-Bereich aufgestellt werden.

Weiterhin wäre eine zweite, insbesondere in Fahrzeugen kaum zu handhabende Informationsebene nötig. Außerdem müsste das heutige Verkaufsstellennetz erheblich ausgebaut werden. Die Investitionskosten hierfür würden in keinem Verhältnis zu dem Nutzen einer solchen Fahrkarte stehen.“

Weiß in dem Laden eigentlich irgendjemand, wie ÖPNV geht?!

Mal bitte durchdenken:

1) „Die Kunden müssten sich also nicht mehr mit dem Tarifsystem im HVV auseinandersetzen, was die Zugangshürde zum ÖPNV drastisch senkt.“

2) „Zu bestimmten Tageszeiten oder auf bestimmten Strecken könnten zum Beispiel die Preise flexibel erhöht oder gesenkt werden. Damit ließe sich die Fahrgastnachfrage besser steuern “

Wenn 1) stimmt, kann 2) ja nun nicht mehr stimmen. Wenn die Kunden sich nicht mehr mit dem Tarifsystem auseinandersetzen, wie koennen sie dann auf flexible Preise reagieren.

Eher ist das ein Instrument um mehr Geld pro Kunden zu machen (und dabei natuerlich Kunden zu veraergern und deren Zufriedenheit mit dem Tarifsystem zu senken). Als Beispiel kann das britische Eisenbahnsystem gelten, mit extreme flexiblen Preisen, unheimlich guenstigen Angeboten, aber gleichzeitig hohen Durchschnitsspreisen und unzufriedenen Kunden. Wollen wir wirklich dahin?

Klingt ja sehr zukünftig. Und auch praktisch.
Aber ehrlich gesagt möchte ich lieber selbst entscheiden, welche Fahrkarte ich kaufe. Denn ob das System mir tatsächlich den günstigsten Tarif beschert, kann ich ja erst mal nicht überprüfen. Erst recht nicht, wenn ich kein Smartphone habe.

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