Kleinerer Spalt: Hochbahn testet Gummilippen an U-Bahnsteigen

Die Hochbahn will den Spalt zwischen U-Bahnen und Bahnsteigen an einigen Haltestellen verkleinern und testet dafür kleine Gummilippen, die die Bahnsteigkante verlängern.
Christian Hinkelmann
Die kleinen Plastik-Lamellen sollen den Spalt zwischen Bahnsteig und U-Bahn verkleinern
Die kleinen Plastik-Lamellen sollen den Spalt zwischen Bahnsteig und U-Bahn verkleinern

Die Hochbahn hat ein Problem mit dem barrierefreien Ausbau ihrer U-Bahn-Haltestellen: An einigen wenigen Stationen liegen die Bahnsteige in so engen Kurven, dass die Abstände zwischen Bahnsteigkanten und U-Bahn-Waggons sehr groß sind.

Am U-Bahnhof Klosterstern ist dieser Spalt laut Hochbahn teils größer als 15 Zentimeter – als barrierefrei gilt eine Station aber nur, wenn er kleiner als 5 Zentimeter ist.

Deswegen testet das Unternehmen jetzt einen neuen Lösungsansatz aus Australien: Eine Art Gummilippe mit Lamellen, die an die Bahnsteigkante geschraubt wird und den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug somit verkleinert. Allerdings: Zu 100 Prozent barrierefrei ist der Einstieg auch damit noch nicht, wie die Hochbahn auf ihrer Website einräumt.

Erste Testinstallation am U-Bahnhof Klosterstern

Vorletzte Nacht wurde die erste Gummilippe im U-Bahnhof Klosterstern verbaut und soll zunächst sechs Monate lang getestet werden. Die Besonderheit: Die Lamellen sind einerseits so trittfest, dass sie von Fahrgästen betreten werden können und andererseits so flexibel, dass sie sich zur Seite biegen, wenn sie von einem vorbeifahrenden Zug gestreift werden.

In den Lamellen sind Sensoren verbaut, die jede Berührung mit einem U-Bahnzug registri…

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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Philipp Holz, 51, Sachgebietsleiter Auskunftsmedien bei der Hochbahn.

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3 Antworten auf „Kleinerer Spalt: Hochbahn testet Gummilippen an U-Bahnsteigen“

Apropos Barrierefreiheit:
ich möchte mich einer früheren Bitte eines mitforisten anschließen, die hellgraue Textfarbe in diesem Textfeld durch etwas besser lesbares zu ersetzen.

Angeschraubtes Gummiprofil klingt einfach, kostengünstig und solide. Doch wozu dienen dann die eingebauten Sensoren, was sollen sie bewirken? Da klingeln bei mir die Alarmglocken: Ich fürchte, dass eine fehlerträchtige und verspätungsproduzierende Technik geplant ist, Ich denke an die nicht endenwollenden Probleme mit sensorgesteuerten Trittstufen bei verschiedenen S-Bahn-Fahrzeugen in Süddeutschland – die das selbe Problem lösen sollten und dann dauerhaft abgeschaltet werden mussten. Leider geht der kurze Filmbericht gar nicht auf die Technik ein; man sieht nur, wie einfache Profile angeschraubt werden. Wissen Sie näheres?

Zitat aus dem Text: „In den Lamellen sind Sensoren verbaut, die jede Berührung mit einem U-Bahnzug registrieren.“

Die Dinger sind in D noch gar nicht zugelassen. Sie werden jetzt getestet.

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