Suche
Close this search box.
Suche
Close this search box.

Protokoll: So sehr hat der G20-Gipfel den HVV-Verkehr tatsächlich blockiert

Wer während des G20-Gipfels mit Auto, Bus & Bahn in Hamburg unterwegs war, hatte oft schlechte Karten. Immer wieder war der Verkehr schwer gestört. Ein Protokoll.
Christian Hinkelmann
G20: Nichts geht mehr beim Busverkehr in der Hamburger Innenstadt
G20: Nichts geht mehr beim Busverkehr in der Hamburger Innenstadt

Der HVV und die Verkehrsunternehmen hatten sich akribisch vorbereitet: Für jede einzelne Buslinie, die durch das innere Stadtgebiet führt, wurden die Fahrpläne angepasst und vorzeitige Wendepunkte definiert – doch am Ende reichte das HVV-Fahrplankonzept zum G20-Gipfel bei Weitem nicht aus.

Zu groß waren die tatsächlichen Verkehrsbehinderungen durch Flughafentransfers, Demonstrationen und schwere Krawalle in Altona und rund um das Schanzenviertel.

Dafür konnten die Mitarbeiter und Verantwortlichen in den Verkehrsbetrieben herzlich wenig – sie waren mit vollem Einsatz unterwegs und hielten die Fahrgäste vor Ort und in den Sozialen Netzwerken mit ständigen Statusmeldungen auf dem Laufenden. Ärgerlich war es für die Kunden trotzdem.

Donnerstag: HVV-Plan gerät bereits am ersten Tag ins Wanken

Bereits am vergangenen Donnerstagnachmittag, also noch vor Beginn des G20-Gipfels, geriet das ursprüngliche HVV-Verkehrskonzept ins Wanken. Die Polizei hatte für die Kolonnenfahrten der G20-Gäste vom Flughafen in die Innenstadt mehrere Stunden lang quasi alle Ausfallstraßen in diesem Korridor dicht gemacht. Die Folge: In Winterhude, Eppendorf und Barmbek ging ab dem Nachmittag nichts mehr. Tausende Autofahrer saßen über Stunden bis in den späten Abend in kilometerlangen Staus fest – und die …

Hat Sie der Artikel weitergebracht?

Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

Auch interessant

Regionalzug auf der Lombardsbrücke in Hamburg

Berufspendler: Ab 40 Kilometern gibt’s das Deutschlandticket geschenkt

Fernpendler profitieren vom 49-Euro-Ticket besonders stark. Das hat der Hamburger Verkehrsforscher Christoph Aberle errechnet. Was dafür nötig ist, wie gut ärmere Stadtteile in Hamburg an den HVV angeschlossen sind, warum eine fehlende U-Bahn dort gar nicht das drängendste Problem ist und was die USA bei der sozialen ÖPNV-Planung besser machen als Deutschland, erklärte er auf einer NAHVERKEHR HAMBURG-Veranstaltung.

Wird ab dem 20. August gesperrt und muss für den künftigen S-Bahn-Betrieb teilweise abgerissen werden, weil die Treppenabgänge nicht passen: der AKN-Bahnhof Eidelstedt Zentrum in Hamburg.

AKN krempelt Liniennetz um – was sich ab Sonntag ändert

Neue Liniennummern, andere Fahrzeiten und Züge, dichtere Takte, aber auch eine neue monatelange Vollsperrung: Die AKN krempelt am Sonntag so viel um wie seit Jahrzehnten nicht. Was sich für Pendler alles ändert, was besser wird und warum sich die AKN davon einen zuverlässigeren Betrieb erhofft.

Ein Metronom-Zug im Bahnhof Stelle bei Hamburg. Pendler müssen wohl noch Jahrzehnte auf Taktverbesserungen warten.

Bahnstrecke Hamburg – Uelzen: Pendler-Frust noch bis mindestens 2050?

Ausbau oder Neubau? Die Zukunft der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover bleibt ungewiss. Doch eines ist klar: Fahrgäste müssen sich auf jahrzehntelange Verspätungen, Ausfälle und Ersatzbusse einstellen, bevor der Metronom-Takt dort nennenswert verbessert werden kann. Unsere Analyse verschiedener Szenarien zeigt, was Pendler konkret erwartet.

4 Antworten auf „Protokoll: So sehr hat der G20-Gipfel den HVV-Verkehr tatsächlich blockiert“

Modal Split Anteil = Anteil der Wege (Modi) an allen Wegen (zu Fuß, Rad, ÖPNV, MIV, Flugzeug, Sharing), nicht Anteil der Personen an der Bevölkerung. D.h. 81% aller Wege werden nicht mit dem ÖPNV zurückgelegt. Manche legen pro Tag 10 Wege zurück, andere nur drei. Manche nutzen nur zu Fuß und Pkw, andere nur zu Fuß und ÖPNV usw. Wie hoch der Anteil aller Hamburger ist, die den ÖPNV insgesamt (wenn auch ggf. nur gelegentlich) nutzten, kann aus dieser Statistik nicht abgeleitet werden, vielleicht sind es auch 1/3 oder 77%, who knows.

Vielen Dank für diese Übersicht, die Einzeleindrücke aus dem Westen Hamburgs und aus der Innenstadt in ein Gesamtbild einordnet. Die vollständige Sperrung sämtlicher Hauptstraßen östlich der Achse Hallerstraße – Schlump – Altonaer Straße – Max-Brauer-Allee und die Dauerstaus auf dieser Achse und westlich davon setzen bereits am späten Donnerstagvormittag lange vor den zusätzlichen Behinderungen durch die Ausschreitungen ein. Diese umfassenden und dauerhaften Straßensperrungen waren so keineswegs angekündigt (außerhalb der Sperrzonen „kurzfristige“ Behinderungen durch Schleusungen) und legten das öffentliche Leben für zehntausende Bürgerinnen und Bürger lahm – eine Zumutung, die im Gegensatz zu den Gewaltexzessen vorauszusehen war und all denen Recht gibt, die Hamburg aufgrund seiner Topographie und der Lage der Messe für ungeeignet für eine solche Veranstaltung hielten. War wohl doch etwas mehr als ein Hafengeburtstag, Herr Scholz!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert