Rot-Grün will günstigere HVV-Tickets für Azubis

SPD und Grüne wollen die HVV-Preise für Azubis senken. Vorbild soll das Semesterticket sein. Kommende Woche berät die Bürgerschaft auch über eine verbesserte Seniorenkarte.
Christian Hinkelmann
Fahrkartenautomat der Hamburger S-Bahn
Fahrkartenautomat der Hamburger S-Bahn

Nachdem Berlin und München in diesem Winter auf Preiserhöhungen im Öffentlichen Nahverkehr verzichtet haben, legen jetzt auch die Regierungsfraktionen in Hamburg Pläne vor, wie der HVV zumindest für Auszubildende und Senioren günstiger werden kann.

Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts wollen SPD und Grüne in der Hansestadt ein besonders günstiges HVV-Ticket für Azubis einführen. Vorbild soll das Semesterticket sein, mit dem Studierende für 179 Euro ein halbes Jahr lang kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen.

Bisher gibt es keine HVV-Rabatte für Azubis

“Das Semesterticket stellt ein außerordentlich günstiges Angebot zur Nutzung des HVV-Gesamtbereichs für Studierende dar und dient damit auch der Attraktivitätssteigerung des Hochschulstandorts Hamburg”, heißt es dem Zeitungsbericht zufolge in dem Antrag. “Ein gleichermaßen günstiges Angebot gibt es für Auszubildende nicht, obwohl die finanzielle Lage der Auszubildenden mit der von Studierenden vergleichbar sein dürfte. Dieses Ungleichgewicht gilt es zu beheben.”

Laut Abendblatt wird der rot-grüne Senat in dem Antrag aufgefordert, ein Modell für ein Azubi-Ticket zu erarbeiten.

Mittwoch berät die Bürgerschaft über verbessertes Seniorenticket

Am kommenden Mittwoch berät die Hamburgische Bürgerschaft über einen weiteren Antrag von SPD und Grünen, in dem es um Verbesserungen für die HVV-Senioren-Karte geht.

Beide Parteien wollen die Sperrzeit morgens zwischen 6 und 9 Uhr aufheben und das Seniorenticket somit ga…

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Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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8 Antworten auf „Rot-Grün will günstigere HVV-Tickets für Azubis“

Nachdem wir Pendler gerade wieder heute früh von der RB81 in der Kälte stehen gelassen wurden, bin ich jetzt echt dafür, dass die HVV-Preise nach Gegenleistung gestaffelt werden sollten. Dass also diejenigen weniger bezahlen brauchen, die eine schlechte Anbindung haben, wie wir im Osten Wandsbeks, und eben die mehr zahlen müssen, die eine super Rundumversorgung mit U- und S-Bahn haben. Die Betreffenden können ja dann für ihre teureren Tickets gerne “Züge strategisch gut entern”, “Treppen rauf und runter sprinten” und in den nächsten Zug “hinein hechten”, der gar nicht für einen Anschluss vorgesehen ist. Eben alle Luxusbequemlichkeiten auskosten. Da hätte ich nichts dagegen, denn das wäre dann wie 1. Klasse oder Schnellbus. 😉

Ach ich glaube wir beide könnten gute Freunde werden 😉

Liebe Grüße leicht westlich von der RB 81.

Aber heute zum Heimweg war sie akkurat pünktlich.

In Rahlstedt dann nur +1

Hallo Christian P.,

die lieben Grüße gehen aus Tonndorf an dich zurück! 🙂

Nachmittags klappt es meist, außer wenn ein ganzer Ahrensburg-Umlauf den ganzen Tag über ausfällt. (Die regelmäßig um paar Minuten unpünktliche Abfahrten im Hbf werte ich jetzt mal nicht mit.) Nur eben morgens geht oft mal was schief mit dem Bahnverkehr.

“Dann sind wir auch nicht mehr weit weg von einer sozialistischen Haushaltsabgabe für den Nahverkehr. Was kommt dann noch durch den immer dunkelroter werdenden Senat? Wo bleibt die (Wahl-)Freiheit in einem marktwirtschaftlichen System für den Kunden, wo der Wettbewerb der besten Ideen?”

In manchen anderen Städten zahlen Unternehmen (oft gerne) eine Infrastruktur- bzw. Nahverkehrsabgabe. Unternehmen profitieren stark von vorhandener Infrastruktur, u. a. müssen sie keine Parkplätze für ihre Mitarbeiter vorhalten. Es trägt auch zu ihrer Attraktivität bei, gut (und am besten auch günstig) ohne MIV erreichbar zu sein. Ähnliches sollte man für den Radverkehr andenken.

Dass die Politik desn aktuell Rot-Grünen Senats dunkelrot sei und Sozialismus betreibe, ist nicht ernstgemeint, oder?

Ich hätte auch gerne die Wahlfreiheit bestimmte Strecken komfortabel, gefahrlos und zügig mit dem Rad zu fahren. Die Wahlfreiheit hängt aber von der Infrastruktur und den Rahmenvorgaben ab.

Aktuelle Planungen des Senats sahen z.B. vor, bei Neugestaltung der Habichtstraße gemeinsame Geh- und Radwege anzulegen, damit der MIV sowohl 4 Fahrspuren als auch zusätzliche Parkspuren besitzt, also Breite des Platzverbrauche für den MIV bei ca. 14-18 Metern. Nun wird überlegt, ob zumindest die Parkspur aufgegeben wird. Ich bin gespannt, ob dieser notwendige Schritt, die Wahlfreiheit der Fußgänger und Radfahrer zu ermöglichen, das zu erwartende Geschrei der Autolobby überstehen wird. Insgesamt ist es aber für alle besser, wenn der MIV 1-2 Spuren abgibt. Ähnlich ist es mit den Rahmenvorgaben eines Semester- oder Azubitickets. Insgesamt ist es für alle besser, wenn der Anteil des MIV reduziert wird, auch wenn einzelne Autofahrer (oder auch Radfahrer oder Fußgänger) dabei eine Infrastruktur, die dies ermöglicht, mitfinanzieren.

Eine Haushaltsabgabe für den ÖPNV wäre weitaus besser als der status quo, bei dem Menschen ohne Kfz aktuell genötigt werden, die Kfz-Infrastruktur mitzufinanzieren, ohne sie gleichermaßen zu nutzen. (Ich leugne nicht die Notwendigkeit der Existenz von Straßen für Polizei, Feuerwehr, Handwerker, Lieferverkehr, ÖPNV. Der private, individuelle Kfz-Verkehr (der überwiegende Teil des innerstädtischen Kfz-Verkehrs ist nicht berufsbedingt und unter 5 km, sogar in großen Teilen unter 2 km.) ist aber großteils nicht in dieser Form notwendig bzw. ihm wird über Gebühr viel Geld und Fläche zur Verfügung gestellt.)

Denn der ÖPNV schneidet erheblich besser ab in den Punkten Flächenverbrauch, Lärmbelastung, Gesundheitsbelastung, Aufenthalts- und Lebensqualität, usw.

Besser wäre natürlich das Verursacherprinzip, das wäre etwa eine hamburgweite Parkabgabe (gestaffelt nach Einwohnerdichte) und ein Mautsystem für den Platzverschwender KFZ. Es soll ja noch Leute geben, die in dem Irrglauben leben, sie würden mit der Kfz-Steuer sogar noch die Fußgänger- und Radverkehrsinfrastruktur mitfinanzieren, dabei tragen diese Steuerzahler und diverse Privatpersonen großteils die von dem MIV verursachten Gesamtkosten (Unfallkosten, Lärm, Dreck, Gesundheitsfolgen, Flächenverbrauch, verminderte Aufenthalts- und Lebensqualität an Kfz-verkehrsreichen Orten, verminderter Wert von Immobilien an Kfz-verkehrsreichen Orten, usw.).

Es werden wieder Wahlgeschenke verteilt. Natürlich gibt es ein vergleichbares Angebot für Azubis wie für Studenten: https://www.hvv.de/de/fahrkarten/abonnement/preise

Der Vorteil beim SemesterTicket für die im HVV-Gebiet eingeschriebenen Studenten kommt nur durch das dort zwangsweise eingeführte Solidarmodell zustande. D.h. alle müssen mitmachen, aber nicht alle nutzen es (in vollem Umfang). Wenn nur die Studenten, die es nutzen oder sonst wie erwerben wollen, dann auch kaufen, wären die jetzigen Preise nicht zu halten. Der HVV würde eine neue durchschnittliche Nutzenhäufigkeit errechnen und schwups, wären die Preise vermutlich wie oben.

D.h. der Senat will jetzt auch wieder ein Zwangsmodell für Azubis? Dann sind wir auch nicht mehr weit weg von einer sozialistischen Haushaltsabgabe für den Nahverkehr. Was kommt dann noch durch den immer dunkelroter werdenden Senat? Wo bleibt die (Wahl-)Freiheit in einem marktwirtschaftlichen System für den Kunden, wo der Wettbewerb der besten Ideen?

Was ist denn das für ein dümmliches Geschwätz von wegen Sozialisten Zeangsabgabe?

Das heißt steuern. Mich fragt auch keiner, ob ich die Straßen benutze und muss sie trotzdem mit meinen Steuern mit finanzieren.

Das Ticket für Azubis ist längst überfällig. Aber besser spät als nie. Das Gerontenticket sehe ich aber als sehr problematisch an, da es nichts mit Bedürftigkeit zu tun hat. Der Pensionär mit 3500 Euro pro Monat kriegt fette Rabatte, aber die Azubine mit 350 Euro bisher nicht. Und der Alleinerziehende mit prekären 2500 netto auch nicht, obwohl er/sie Vollzeit arbeitet. Und nun verstopfen noch mehr Greise die Busse und Bahnen in der HVZ, um gegen Zukunftsinvestitionen auf die Straße zu gehen, weil sie keine anderen Hobbys haben — fernab ihrer Modellrumpelbahn. Die Rentnerrepublik ist schon verrückt, aber damit ist der Wahlkampf wohl eröffnet. Armes Deutschland. Danke Merkel.

Was hat denn Frau Merkel damit zu tun, wenn eine Rot-Grüne Regierung in einem Bundesland (schon mal was von Föderalismus gehört?) die ÖPNV-Preise für Azubis senken will? Bitte erläutern Sie mir das mal.

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