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So weit sind die Bauarbeiten an der neuen S4 in Hamburg

Seit Tagen ist die S-Bahnlinie S1 im Hamburger Nordosten voll gesperrt, weil dort an der künftigen S4 gebaut wird. Was passiert da genau? Wir waren vor Ort und zeigen aktuelle Bilder vom S4-Baufortschritt. Langsam wird der Zeitplan sportlich.
Christian Hinkelmann
Emsiges Arbeiten im Gleisdreieck am S-Bahnhof Hasselbrook. Hier soll die S4 aus der S1-Strecke ausfädeln und Richtung Bad Oldesloe führen.
Emsiges Arbeiten im Gleisdreieck am S-Bahnhof Hasselbrook. Hier soll die S4 aus der S1-Strecke ausfädeln und Richtung Bad Oldesloe führen.
Foto: Christian Hinkelmann

Seit mehr als drei Jahren laufen die Bauarbeiten für die künftige S-Bahnlinie S4, die in einigen Jahren Hamburg mit Bad Oldesloe verbinden und die heutige Regionalbahnlinie RB81 ersetzen soll. Aktuell ist die S1 wegen der S4-Bauarbeiten im Bereich Hasselbrook mal wieder komplett gesperrt. Dort wird noch bis Donnerstagabend emsig an den Gleisen gebaut.

Zeit für einen Baustellenrundgang mit aktuellen Fotos und Hintergründen.

Im November 2020 rollten die ersten Bagger und Planierraupen für die S4 an, um am Bahnhof Hasselbrook eine komplette Kleingartensiedlung platt zu machen. Sie stand der künftigen S-Bahnlinie im Weg, denn genau dort, wo die Schienen der S1 Richtung Wandsbeker Chaussee scharf abbiegen, sollen künftig die beiden neuen Gleisstränge der S4 aus dem bestehenden Netz ausfädeln. Es ist ein kompliziertes Projekt, denn damit sich die Bahnen von S1 und S4 nicht gegenseitig behindern, soll die neue Strecke kreuzungsfrei ausgefädelt werden. Dafür sind Rampen und ein Mini-Tunnel nötig, damit die Gleise sich in verschiedenen Ebenen kreuzen können.

Vorarbeiten für Ausfädelung sind angelaufen

Doch obwohl die Bauarbeiten an der S4 inzwischen seit mehr als drei Jahren laufen, war und ist von diesem sogenannten Überwerfungsbauwerk noch nichts zu sehen. Erst vor wenigen Tagen begannen die tatsächlichen Vorarbeiten. Seitdem wird eines der beiden S1-Gleise zwischen den Stationen Hasselbrook un…

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Der Kopf hinter diesem Artikel

Christian Hinkelmann ist begeisterter Bahnfahrer und liebt sein Fahrrad. Wenn er hier gerade keine neue Recherchen über nachhaltige Mobilität veröffentlicht, ist der Journalist und Herausgeber von NAHVERKEHR HAMBURG am liebsten unterwegs und fotografiert Züge.

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4 Antworten auf „So weit sind die Bauarbeiten an der neuen S4 in Hamburg“

Danke schön für euren Bericht.

Ich werde mir das nächste Update dazu am kommenden Samstag holen und eine Demo (13 Uhr Beginn in der Schatzmeisterstraße) in Marienthal im Anschluss sinnvoll mit einer „Baustellenbegehung“ verbinden. Dann müsste zumindest im Bereich der S1 alles fertig sein, was gemacht werden sollte. An eine Rückverschwenkung der Ferngleise glaube ich noch nicht. Aber vielleicht ist ja inzwischen die GUB-Kurve schon angeschlossen?

Was ich interessant finde: Die gleichen Fragen bezüglich der alten, kurzen und jetzt nur reparierten Brücke über die GUB und der fehlenden Schwellen für die Stromschienenböcke habe ich mir auch gestellt.
Und noch etwas ist interessant: Ursprünglich war wohl gar nicht geplant, das historische Gleichrichterwerk im Gleisdreieck abzureißen, denn auf eurem ersten hier gezeigten Lageplan ist das Gebäude als grau (also unverändert zu erhalten) verzeichnet. Und auf den Simulationen ist es auch noch zu erkennen. Ich hätte es schön gefunden, wenn man dort eine Art S-Bahn-Museum eingerichtet hätte, und hatte seinerzeit das auch der S-Bahn vorgeschlagen. Aber die fehlende Feuerwehrzufahrt dorthin hatte eine solche Nutzung verhindert.

@DirkHamburg: Ja, ich befürchte auch, dass der PFA 2 „sehr sportlich“ werden wird. Ich denke da nur an den Neubau der beiden Brücken bei uns in Tonndorf, oder den Ersatzbau der Holstenhofbrücke mit integrierter Haltestelle. Ein Blick in die Unterlagen auf der S4-Projektwebsite sagt da schon viel aus.

Bahn und Stadt sollten sich schon einmal darauf einrichten, dass angesichts der Mittelkürzungen im Bundeshaushalt für die Bahn die S4 nur bis Rahlstedt gebaut wird. Nördlich davon wird es notwendig sein den RE/RB-Verkehre zu so zu verbessern, dass für Ahrensburg und Bad Oldesloe eine vernünftige Anbindung an Hamburg, die zuverlässiger als bisher ist angeboten werden kann. Denn die Vorteile für Ahrensburg und Bad Oldesloe durch die S4 (=Umsgeigefrei bis in Hamburger Innenstadt) wird konterkariert durch eine deutlich länger Fahrtzeit in weniger komfortablen Zügen und dann noch ohne Klo. Manchmal kann wenig auch mehr sein, und wie die Einfädelung der S4 im Dauerbetrieb in den Hauptbahnhof funktionieren soll, darüber schweigen die Verantwortlichen noch galant hinweg.

Soweit ich weiß ist die S4 mit 1.8 Mrd. finanziert. Die Mittelkürzungen des Bundes betragen für den ÖPNV bundesweit 340 Millionen pro Jahr. Angesichts der Tatsache, daß allein der Betrieb allein Hamburg 450 Millionen kosten wird ab Inbetriebnahme, ist die Kürzung des Bundes zwar bedauerlich und falsch, aber betrifft dieses Projekt nicht. Im übrigen wird wahrscheinlich ein viergleisiger Ausbau bis Lübeck in den dreißiger Jahren nötig werden. (Ob man das als zusätzliche Trasse entlang der A1 macht, wird man sehen.) Über die Strecke wird der gesamte Skandinavien verkehr abgewickelt werden und da reicht der viergleisige Ausbau bis Rahlstedt nicht. Ich habe den Eindruck, daß vielen die Bedeutung der Fehmarnbeltquerung überhaupt nicht klar ist. Vielleicht wissen Sie das nicht, aber im Osten der Stadt leben wesentlich mehr Menschen als in Altona Mitte. (übrigens ist auch in Diebsteich trotz Friedhof die Einwohnerdichte für die relevanten Bereiche größer als in Ottensen oder in der Bergstraße). Fahren Sie heute mal mit der Regionalbahn nach Rahlstedt bzw. Ahrensburg, das Angebot ist für die Größenordnung an Reisenden schon lange nicht mehr ausreichend. Mir wäre es lieber gewesen, wenn man über eine Tunnelstrecke gleich Jenfeld direkt angeschlossen hätte, was sicherlich 2 Mrd. mehr gekostet hätte, aber auch so ist eine echte S Bahn nach Ahrensburg, die einen zehn Minuten Takt ermöglicht, eigentlich schon seit Jahrzehnten überfällig.

Vielen Dank für das interessante Update von der S4! Im ersten Bauabschnitt scheint sich ja wirklich schon etwas zu tun.

Selbst wenn nach Baubeginn im Abschnitt zwei dessen westlicher Teil bis Rahlstedt bevorzugt fertiggestellt wird, halte ich die geplante Bauzeit von Ende 2025 bis Ende 2027 doch für sehr optimistisch und völlig bahn-untypisch.

Eine Frage an das NVHH-Team oder die Experten hier: Auf der S4-Seite steht zum Abschnitt 2 noch: „Derzeit werden die Einwendungen geprüft und bearbeitet. Der Erörterungstermin ist für Ende 2023 vorgesehen.“

Hat der Termin schon stattgefunden und weiß man etwas über die Ergebnisse?

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